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Jüdische Rundschau · 1925-01-13 · Heft 4 (13.1.1925) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 4 (13.1.1925)
Date
1925-01-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 4 JUEDfSCKE' FUNDSCHAU Seite 37 5; Eingesandt Feststellungen Die Erklärungen des. Misrachi auf dorn Oelegiertcntage und »eine Forderung für orthodoxe Chaluzim ein besonders proportionales Budget für Hachscharah aus zentralen Mitteln der Z.V.f.D. zu bewilligen, zwingt zu einigen Feststellungen: 1. Das Programm des deutschen Hechaluz enthält nicht», was religiös gerichteten Chalu/Im den Eintritt in seine Oranisation unmöglich machen könnte. Er verlangt einen für _en Aufbau des arbeitenden Palästinas lebenswichtigen Beruf und Eingliederunt* in da» Leben der palästinensischen Arbeiterschaft; zwei Forderungen, die wohl ideell wie auch organisatorisch nach dem Eintritt des „Poel Hatnisrachi" in die ,,Histadruth Haklalit" in keinem Widerspruch zur ortluv dox-rchgiösen Weltanschauung stehen. 2. In der Tat haben »Ich eino nicht unbeträchtliche Anzahlorthodoxer Chaluzim im deutschen Landesverband' Hechaluz gemeldet und ihm angeschlossen. In der kurzen Zeit vom 15. Oktober bis 14. November meldeten sich allein 10 Chalurim, dir landwirtschaftliche Stellen curhten, auf denen ihnen die Möglichkeit gegeben war, koscher zu leben und den Sabbat;u halten. Davon gelang es, für 4 eine passende Stelle zu beschaffen, für 5 gelang dies nicht, während einer fortfiel. 3. Allerdings Ist es aii(krardcntlicH schwer, für orthodoxe Chalu/Im geeignete Stellen zu finden. Die Bemühungen des deutschen 1 luidesverbandcs waren gerade in dieser Richtung außerordentlich stark. Beweise dafür sind: a) wiedcrholtc Briefe au sämtliche in Betracht kommende jüdische Organisationen, Vereine und Gemeinden, sowie eine groflc Anzahl jüdischer Gutsbesitzer usw. mit der Bitte, uns gerade hei der Stellcnbcschaffung für orthodoxe Chaluzim behilflich zu sein. b) Ein Brief an sämtliche Logen in Deutschland, in dem Insbesondere darauf hingewiesen wird, daß judische Gutsbesitzer landwirtschaftliche Chalu/Im aufnehmen möchten. c) Ein Brief an sämtliche zionistischen Ortsgruppen und Vertrauensleute mit den gleichen Forderungen. d) Ein Absatz aus dem offizi'.'.Ien Bericht des Hechaluz vom September 1024 (erschienen in den Informationen der Z.V. f.D. und als Rundschreiben des Hechaluz) „sehr bedenklich macht sich der Manuel an koscheren Stellen bemerkbar. Immer bedrückender tritt e» in Erscheinung, daß trotz vielfacher Bemühungen durch die verschiedenartigsten Beziehungen ts nicht gelingt, jüdische Landwirto zur Aufnahme von Cnihizim (mit ganz geringen Ausnahmen, wie Ludwif.stwst, Or. Brcssen) zu bewegen, so d.iA wir In die Zwangsbpr versetzt sind, Chalu/im, die koschere Stellen haben Hollen, entweder immer wieder zu vertrösten oder aber sie vor die Wahl stellen zu müssen, gegen Ihre Ucbcrzeiigung?u einem christlichen Bauern zu gehen oder aber auf ihre Machscharah zu verzichten." Für Verständnislosigkeit und „Verspottung" der orthodoxen Wünsche unserer, Chalu/im, von denen die Delegierten des Misrachi in Wiesbaden unbegreidieherwrise zu sprechen für gut fanden, scheinen uns diese Worte nicht zu zeugen. 4 Aurh lür <l"ii Misrachi selbst und auf seine Aufforderung Mn bemiV ten wir uns verschiedentlich, geeignete SUlicn zu verschaffen. Beweise: ») Aus einem Brief des deutschen Hechaluz an den Misrachi vom 10. Novcmher 21... „Eine Stelle, die für Sie in Betracht kommt, ist jetzt frei geworden. Wtndcn Sie sich bitte direkt an Herrn Julius Oppenheim. Biebrich. «. Rhein, usw., und legen Sie Ihm Ihre Wünsche dar..." h) Nach Auflösung des Misrarhigutes In Neilgraben bei Hamburg waren drei Chalu/Im vorig arbeitslos geworden. In einem vertraulichen Brief an die Ortsgruppe des Hechaluz!? "*m»,"tr forderten wir unsere Hamburger Chawerim auf, den drei Chawerim des Misrachi soweit zu helfen, wie nur irgcndmöglich und teilten ihnen mit, daß wir uns bemühen wurden, für sie geeignete Stellen ausfindig tu machen. Es gelang dann auch, in Gut Wasserberg bei Bergen zwei koschere Mellen ausfindig zu machen. Der eine der drei Hamburger Chawerim begab »Ich auf diese Stelle, während die zweite von einem ebenfalls orthodoxen Chaluz aus Frankfurt besrtzt wurde. Beide Chawerim hctlndct sich noch heute dort und stehen mit uns (n Verbindung. 5. Dagegen gelang rt trotz Immerfort wiederholter Hilten und Anforderungen nicht, vom Misrachi für die Beschaffung geeigneter orthodoxer Lehrstc'.ku für unsere Cha- Itrim Unterstützung zu erlangen. Beweise dafür sind unter anderem die ablehnenden bzw. zunächst dilatorischen und dann 0 facto ablehnenden Antworten des Misrachi vom 4. Augtut IWI aus Hamburg und 4. November 192-1 aus Berlin, sowie ip<besondere das Schicksal eines gewissen Schächtcr aus sjrlsnihc. 6. Die bisherige Zusammenarbeit zwischen dem Misrachi; und dem deutschen Hechaluz entbehrt ebenfalls nicht eines j gewissen Interesses. Am 4, Juni 1021 schrieb uns das Zentral-; niiro des Misrachi: „... wir erlauben uns nun, Sic zu I 'fag< n. oh hierbei nicht eine Zusammenarbeit zwischen unserer I i'rg.inlsation und dem Hechaluz möglich wäre. Wir sind der I Meinung, daß Sie durch ihren speziell auf das C.haliiziut I eingestellten Anparat leichter in der Lage sind, Stellen in I Oer Landwirtschaft un* im Handwerk, die am Sabbat ruhen, nachzuweisen. Wir wären Ihnen außerordentlich verbunden, ^enn Sie uns In dieser Beziehung mit Ratschlägen und An- 'jungen an Hand gehen wurden usw----" Wir antworteten 'lern Misrachi In unserem Brief vom 13. Juni 1021 unter anderem: „... Wir sind selbstverständlich sehr gern dazu "«reit. Innerhalb unserer Organisation und im besonderen auf die Beschaffung derartiger Stellen (mit Sabbatriihc) hinzuweisen und Sic Ihnen dann zur Verfügung zu stellen..." Zwischen den Leitern der „Chaluzarbcit" des Misrachi und den Vertretern des deutschen Hechaluz. fanden dann noch einige mündliche Besprechungen statt, in denen ebenfalls Möglichkeiten der Zusammenarbeit und die Erweiterung des MbcihRcbletcs gesprochen wurde. Hierbei wurden von den \ ertretern Ucs Hechaluz. sogar sehr entgegenkommende und weitgehende Vorschläge gemacht, und von dem Vertreter des •Misrachi der Wert und die Möglichkeit der Zusammenarbeit erneut betont. Erst in der letzten Zeit zog man sich, scheinbar durch Eingreifen höherer Instanzen, aus der Zusammenarbeit etwas zurück, und ein in den Besprechungen gemeinsam ausgearbeiteter Vorschlag zur Ausfindigmachung Recigiictcr koscherer hiidwHschal lieber Stellen, dvr.en techk i f '^«rclifültrimK <Jcr Misrachi übernehmen wollte, wurde I**i einer nochmaligen Anfrage von unserer Seite aus „als praktisch undurchführbar vom Zcnlralbüro abgelehnt". Dieser vorschlaf wird jetzt von uns •clbstverstandllch durchgeführt. Aua all diesen Feststellungen scheint un« klar und einmütig hervorzugehen: daB von der Zentrale des deutschen Hechaluz aus alles getan wurde und getan wird, um für Chaluilm mit orthodox-religiöser Eiusteffune die geeigneten naenscharabmöglichkcitcn zu schaffen. Es gibt keine sachliche Begründung, um für diase Chaluzim aeparate Inttliutionen 1 und besondere Gelder aus den zentralen Ponds zu fordern. Der Mcrka«......... .. Jci deutschen Landesverband. rjr.c|ia|t".. Berliner Kalender ntlroi Barltnar «lanlatlaoba Varaliil«iiti*r, Harlln W 1\ Malnaanairaaa »0 Telapkooi Ulamark 71«»—70 PoaUrhnnkknnto So. lax» BarllB KW l KMaanrarwaltunt Her H.'£ V. Packtctab Kar Olnra Planalajr. rinn 13. .tannan Faclilaa. Mittwoch. il«o U. Jannart tiaaiaallaah. DonnrraUa:, den tS..tannar ItabrtMasfc. Sonnt ag.dan 1*. Januar, Waadaraag« nianat*a;,daa V\ .tamian l'acktaa. |>onnorptt|f, d«n Vi. .tanoari llakrSlaek. Montau, dan SC. Januart Tralalag. Dlonatait, dan 117. Jaouari Vaeala». nonnonlitR, don 'AI. .Inuiinri ItabrBlack. ta irr Woahe »om II.—I"*. .latmar kann ovtt. olno AondarunR atntrntaa. aag «ad Daad alsalil. Praaaa, JHdlaaa-aatlaaala Praaaaiar Mllwocl), dau U. .tanuar In dar Knabenarhul«, .Tnaahtmathator Htr. R"A Zlmmar in, & Rtook. IX Uhrt ArbMt»R»maln>otiatt l'ra« Hörndl i „RallglBaa fraga«." 'Ifi-'.'fi Ultri a Akand Voniakiinda IHllt an«; ata't diMaani Anaapraoba Ober palS«l(nonalathaFraannualerLaltun(TonFranEttharHm«lra «od Frau Anna Roaagblath. •banda M TJbr Blaa-Walaa, ImOr.Rnald. Vnr*lnaliati«Mi|>><ila^hartn«i>nti>nra.l<<imm«ralr.4a Vnrtrairaayklna: Ifaadwark a.TatihalkliaDlaaatadaa Aalkaai Pallatlaaa. R. Abandi Harr Archllakl Rrleh H«nHi>l»oiiai „Aickllaklar anaarar 7«l».'< abanda I üht Qrappa Sttd, In dnr Rnlllmaar Klauaa, Xoltbnaar Damm 10 Klntolt»nd<>a Itof^rnl *on Iturrn l>r Itan« lllwhi „nailehl Ubar daa rialagtarl.ataa:." 1tFrrT>r.Wr,IU|nlniHVatknttplana;dardaalat>haaZlaalalaa (all Pallallaa Oonnarat»». H»n W. .lannar abanda S Dba Barllaar MlarackUCranaa, In dan Waalknranlnn, Kaltar Wllkalraalr. 81 Oallaallloka Varaaaaalaa« TTair Habb. M. Aml«l- „Mlaraakl, Zlaalaaaaa, Orlkadaala.« Nassau. zum Preußischen Mnnla«, ^i>n üft. Januar abanda » XPir HakrUacba Spcackaakala la Daflla, In dar llnabanhule f. d. Wluaaaabi'ft d. .ttidrntnma, Art'Varlaalr, 141. Babrllaeb*r ToHr»Ta«»klna fttr dln BMinlar dar HehnU. It. Vortrag Harr P»tM Mlrranbnrn „Daa Waadar aaaarar Zall," Ol» rHamtlliian HchlUar »Ind horallcha» rtnraladi-n. aiya rti\otfa tsac nn <'a ov .nnavn 'iU'V't ü"^t ^ub'vS'iJ^m -inr nosn"! votj: »is>sn»o Tin i'j nam^ e-.i'J >voSn Vaira m««» r'Hrn rtyit ."n'^nc ivbjw .»aS B'vpar.o .oiS hoV? ivh rm ,8'roSfir» Sa!»KV»n«» "15D 'n3 HTOH jndUMiar «rbnivraln K. V., Berlin OaaehaiHfahranda« Vnm'nn.l.mUir'Mi Hltidlanra» Knrt llanmaratali, Omnowal.1, Krlodrlrharuhnr Htr, Bll V^aa P'iav.*' nco n»a .t Habrllacka Sprachaobala la Darlla (XIII. Saataalar) Aaakrmft »rtolll dar «flmllolur, Hnrr V, n«r«»rnn Mnnla« abarid Vi« Obr and Ultlwoch aband H t'hr In dar llnrbaalinla Inr dla Wlaaapiobalt dl .ladanlnma, ArllltarlailraBn Ii, I, Kim mar 4 V^"13 w "^"'••'^a c'iv? icd n»a .n JOdl.cba Sckata Waat. An«knnf» artalll dlo Srlinlloiinrln. Krtnlnin ObarUhrarln Hatl» Tautdaa Moolat. Dlauatai nnd Doonnrata« U-l t'hr In dar Rohnta. Vaiaaaaair. TOW) V^ia :-n"*ie3 s^h'^ 110 r»a .111 JUdlacba S.k.la Oat. Anaknnft «rtalll dla Naknllnlinrln, Krlnl.ln rlnaanaa tlohlaaaUlo, Prtltag U-4 l!hr. 1'tBkow 1)7» >( , . t^iaa onS*' .tv Jldlaeha KlaJ.rgadaa. I. Koplani »".»lidi'nli'kar Sir. 'Wtt % Oalam .Tablanaklalr. 8* X KankAllm WIOmann.tr. t9 4, Okarloltanbnr« Kaiiaralr. 1 pl. 5. Wllmon.lorl. Ilallbrannar Mr. 10 bat PaaaraVI TSgllch (aaler Honnaba»! ut Keuntag) von Cbr. Zu Rabblnrcr Or. Warsclianers Am1s)ul)lläurr Auch der mildrsle Beurteiler der deutsrheu Rabbiiirrschnft wird nicht bfhaunlrn kftiinrn, daß sie au Kfipfen eigener Prücunu; relrlt sri. Mögen auch alle Sclintllcrnuuen, vom R»w und krbhc bis zum Prediger, (»eistliclien und Seelsorger, vurhanden sein; mögen sie eiiiw.iiulfrei |iasskcneii und predigen, ihre Er/iehungs- und K'niis.iKuuktinileii .inständig erledigen können starke, cigeiiwil'ige, mutige Persönlichkeiten, die eigene We«ö nicht nur gehen, sondern auch fuhren, giht es nur wenige. Dr. Warschauer, der am 1. Januar 25 Jahre hier sein Amt versah, ist von je mehr als ein „Beamter" ge wesen. Schon dmials, als die Berliner flcmcuidc ihn nach schmachvollen Schikanen — es gab uimlleh nicht nur einen Fall Emil Cohn — auf ihr« Kan/cln berief, nachdem er sich die Herzen der Berliner Jutlenlicit und namentlich der Jugend bereits erobert hatte, war Warschauer ein Mann sul grnrris Er verzichtete In "der Predigt auf Miltzcheu und flc schwollenbcit, entfaltete Heber ans den Herzen seiner z!u* hiircr die Probleme, die sie wirklich beweuten und In erlisten Stunden quälten, und sprach zu den Menschen menschlich. Fr langweilte seine Schüler nicht mit iiitvcrstchbareu Weisheiten, verlegte den Schwerpunkt tjes Unterrichts vom Aus wcndiglcrncn Ins luwcndig-crliüitcn und lehrte sie begreifen j begreifen auch, wieviel hoher AufwärlscntwIckLim; als erhabene Starrheit zu bewerten' ist. Und er besaf). was gerade wir hier feststellen wollen, In zionistischen Fragen jenen Mut nnd Männerstolz vor Vorstandsthroiicn, der damals, als di-r Zionismus noch nicht salonliiliig war In Deutschland, immerhin ein Ereignis war. Wir Zionlsten haben Ihm zu danken, dafl er, der schon Milte der Wer Jahre die St.lrko und Fruchtbarkeit unserer Auffassung' von Juden und Judentum erkannt hatte, einer der frühesten Vertreter unsere* Ideal* auf exponiertein Posten war. Und alles, was hier fftr die Vergangenheit gesai't Ist, gilt glücklicherweise filr Warschauer», gegenwärtiges Wirken: er ist ein Führ er, Mahner nnd Erweckcr in unserer Mitte, und die Berliner Gemeinde dankt seinem Elnflufl auf die Alten und auf die Jungen mehr, als ihre „Führer" vielleicht .ihnen. Unler Schablonen und Klischees, die predigen, trauen und begraben, ist Warschauer — wie Saul die Masse um Haupteslänge überragend — eine beglückende Erscheinung. Da» er seiner Gemeinde in den Synagogen und der Gemeinde seiner Freunde noch viele Jahrzehnte kraftvoll erhalten bleibe, auch weiterhin seiner religiösen Aiittassung und unserem Zinnawerk« Tausende von Herzen werbend — das Ist unser Glückwunsch I K. Die Wahlen In die preDDIsch.|üdlschf LandmersarnrnloTig VureUboung zwischen den Parielen in Breslau. In Breslau Ist ans Anlaß der bevorstehenden Wahlen zu»* Landesverband jüdischer Gemeindrn Prruflrm folgende Vereinbaruiig zwischen Liberalen, Konservativen und' Zionisten zustande gekommen: I. INc vertretenen Parteien verzichten auf jede Benutzung des Plakatwcsens Im Wahlkampf. 2. In den Ankiindigungnt von Wahlversammlungen werden alle Parteien vermerken, dalli nur Wähler oder nur Oemeiiidcmilglledcr Zutiitt (tabrn. 3. Zulässig slml In der iiichtjüilischeii Presse Inserate, welche die Anküiidigungen von Wahlversammlungen oder die BckanntinachuiiL' der eigenen Liste und eine bloße Aulforde, rung zur Wahl dieser Liste enthalten. Jedr sonstige Benutzung der nichtjudischen Presse ist unzulässig. I Alle vertretenen Partelen verpflichten sich, auf ihre Mitglieder dahin einzuwirken, daß grobe TaktlosiRkriten aller Art, insbesondere unsachliche persönliche Angriffe, Im Wahlkampf unterbleiben. Einheitsliste für Hcsicn. Für die Wahlen In Hcsscn-Nasjau..................... l-andcsverrjand jüdischer Gemeinden ist die folgende Einheit*, liste angenommen worden: Fabrikant Steinherg-Wiesbaden,' Rechtsanwalt Dr. Josef Kat/euslein-Cassd, Fabrikant liilins Löweiithal-FKchtt i gfl und Dr. und. WnlUr Kuhn. Wiesbaden. Eh erhalten die Zionlsten ein Mandat, der Centrat-Verein' zwei Mandate tuid die Landgemeinden und Orthodoxie zusammen ein Mandat (Lowenthal Eschwcpe). Al> Organisatio« nen haben dieser liste zugestimmt, so dall in Hessen-Nassau ein Wahlkampf überhaupt vermieden ist. Verband ostJUdlschcr Organisationen In Deutschland.. Am Sonntag, den 1. Januar Vitt wurde durch den Verband ostjüdischer Orgniiisaliyucn in Deutschland im Rahmen s.iner. Wuhlnropagaiuln wialerum eine Wahlversaniinlung einberufen, die diesmal in der Svna^ogc „Knesscth Jisrael" stattfand.. In der stark besuchten Versammlung - es waren über 500 Besucher anwesend sprachen die Herren Rechtsanwalt l>r. Ahraham Löh und Dr. Jakob Tugend reich. Den Aus- (ühruugcn der beiden Referenten wurde lebhafte Aufmerksantkeit gezollt und folgentle Resolution einstimmig angenommen: „l>ic am Sonntag, den I, Januar 10'Jb, in «kr Synagoge „Knesscth Jisroel", OrenailierstraRe 37, stattgefumfene, von den Mitgliedern der benachbarten osijüdi-chen Synagogen besuchte Versammlung beschließt nach Anhörung der Re-, ierenten einstimmig, bei den am 1. Februar 102b stattfindenden Wahlen zur Preußischen f.aiidesvers.imniluiig der jüdischen Oemcindcn in Preußen gemeinsam mit dem Verband' ostjüdlschcr Organisationen in Deutsehland für die Jüdls che Volkspnrtci einzutreten und zu stimmen. ,JewlMt Times" wird aus Wien tclcgra. rot. Weiimann und Dr. Pinchas Kohn, Der Londoner phiert, daß zwischen . dem Präsidenten der Agudah, In Wien eine vertrauliche Beaprechung stattfand. Es verlautet, daß einige Mißverstand, nlssc aufgeklärt wurden. Die Staatskasse entschädigt Dr. Klee In der Angelegenheit Schirgiswalde wird der j. T. A. folgendes mitgeteilt: Das Landgericht Bautzen hat aut Antrag der Staatsanwaltschaft beschlossen, dem Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee, der im vorigen Jahre, wie noch erinnerlich, auf Veranlassung des damaligen Haut/euer Untersuchungsrichters, l.andgcnclitsrat Dr. Starck, für kurze Zeit seiner Freiheit beraubt war, für die dadurch unschuldig erlittene Unbill eine Entschädigung aus der Staatskasse zuzuerkennen, Damit hat di$ Verfahren, das damals das tit.'irkste Befremden in der grsnmten deutschen Ocffentlichkeil erregt hatte, und dan den entschiedensten Protest der Berliner Aiiwaltskaminer zur Folge hatte, einen Abschluß gefunden, der für Herrn Rechtsanwalt Dr. Klee volle Genugtuung bcd.-utet. Sehlügerelei wischen Jlddlschlslen nnd HebrSlslen Ii Paris Am 2. Januar wollte das Pariser Hilfskomitee für das jüdische Schulwesen in Polen eine Protestversanunlung gegen den jüdischen Sejinkltib In Polen wegen dessen Ablehnung der bekannten Resolution Prilutzkv veranstalten. Die Versammlung kennte ledneli nicht stattfinden, weil zahlreiche Mebralsttm die Abhaltung des Meeting* verhinderten. AU der Vorsitzende der Versammlung in seinen F.rüffmiugs- Worten die Mitglieder des Sejmklubs „Verräter" nannte, entstand ein Tumult und der Lokalinhaher rief dre Polizei, die das Versammlungslokal räumte. AusscIirellutigeD gegei Jodea la MUkolrz Offenbar aus Rache über die Niedertige der Rassen*chützi..' bei der letzten Ersatzwahl für die Nationalversammlung haben Mitglieder der „Erwachenden Ungarn" von Miskolc/ am 17. Dezember nachts einen sys'.amitioch diirehgeluh ten Überfall auf jüdische Passanten veranstaltet. Niclt B.idipester Atuster durchzogen mit Oiiuunikiiütteln hewaftnete junge Leute in Gruppen von drei bis (mit Peh men die Straßen und forderten die jüdisch aussehenden Passanten zur Auswcislci.sluug auf. Die Juden winden blutig geschlagen, mit Füßen, getreten, und dann, auf dem B xleu li;gcml, ihrem Schicksal Sbcrlnsseii. Sonderbarerweise konnte da* Gesindel seine Ucberfälle von der Polizei unbehelligt ausführen. Erst alt sich bereits zwanzig schwerverletzte Opfer der Ueberlällc bei der Polizei meldeten, ließ der Stadthaupt. mann die Wache verstärken und Sträflingen vornehmen, die selbstverständlich erfolglos blieben. Eduard Bernstein 75 Jahre alt. Anläßlich seines 7b. Geburtstages «in 6, Januar war Eduard Hern stein, der Führer der deutschen Sozialdemokratie, Gegenstand herzlicher Würdigung in der gesainten demokratischen und sozlalistisrhen Presse. Die zweite Internationale sandte dem greisen Arbeiterführer hcrzlkhc Glückwünsche. B e tn**> t« i«, der ti\ d«i\ letzten Jahren lebhafte* Interesse ftir den Aulban Palästinas bekundete und gelegentlich auch in Veranstaltungen des Komitees für das arbeitende Palästina mitarbeitete, bat sein Judentum r.lc verleugnet. Erst vor wenigen Monaten nahm er au einer Versammlung jüdischer Rrichstagswählcr teil, Iii der er als „Sozialist und Jude" das Wort ergriff. . Die Kcrcn Hajcssod-Knmpaßnc In England wird unter der Führung von Dr. Alexander Gold stein mit Unterstillmng Dr. Ol sc h w n 11$ c rs, der vor kurzf.rn'atis Südafrika zurückkam, weitergeführt; Bestattung von 40 Tbornrnllon In Imidin. Auf dem Dachhoden des Gcineimlc-Beth-I tamidraseh in Lublin wurden vor einiger Zelt 10 Tliornrollen niifReliiiidcu, die schon einige Jahrzehnte dort lagen, ohne daß Jemand von ihnen etwas wußte. Da sie bereits In einem Zuvl.ind waren, daß eine Restaurierung nicht mehr gut möglich ist, wurde beschlossen, sie fn feierlicher Weise auf dem Ortsfriedhof m beitatteq. Beruls-Ressort des K. J. V. Bundesbruder, fertiger Jurist, für AnwnILsvertrctung In den Monaten März-April In größerer Stadt Ostdeutschlands gesucht. Mcdlzinnlpraktikantcnstcllc in Berlin sofort zu besotzen. Oute AusbilduiigsmoHlichkalt für einen Famulus. •' Meldungen an das Bcrufs-Ressoxt dia K. J. V., Berlin W 35, KurlüratenstraQc 150. »

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