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Jüdische Rundschau · 1925-01-09 · Heft 3 (9.1.1925) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 3 (9.1.1925)
Date
1925-01-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 24 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 3 Von Minnern mit soleher Oeilnnunf dir! man wohl «agen, daß sie über alle Differenzen und (rennenden Einzel« hellen hinweg, und trotz Ihrer von um respektierten An« Khauungrn, die sie von der Zlonistldchcn Organisation (cm bleiben lassen, dennoch „den Bestrebungen der Zlonlttcn mit Sympalhle gegenüberstehen". Aber es ist vielleicht In diesem Zusammenhang nicht unangebracht, auch noch einen andern Zeugen aufzurufen. Eugen Fuchs, der langjährige Führer des Ccntralvcrclns, dessen Persönlichkeit auch von »einen politischen Gegnern stets hochgeschätzt wurde, richtete an den Im Dezember 1018 In flrillu tagenden Dclegicrtcittag der deutschen Zio« nisten folgenden Brief: „An den ' Delcglortcntag der Zionistischen Vereinigung! N.-ch einer nur gewordenen Mitteilung hat In der heutigen Sl.zung des Deiegiertcntagcs Herr Dr. Klee behauptet, der Ccntraivcrcln beabsichtige, zur Friedenskonferenz einrn Vertreter zu entsenden, weicher den zionistischen Forderungen entgegentreten solle. Diese Hehaiiplung entspricht nicht den Tatsachen. In dfq l'nlBxlliia- und ovIjUtJivfIsro Franca sind «mtallMic lot-r« »rhlcdc iwlsrhtn der Autlmsiuta des Cenirtlvtreuu U4 der Zloo|st<a nicht vorhanden. Mit meinen Kolleg« In Vorstands des Centralverems erstrebe tnch ich die Sehal'ung einer Sitcaülch• recht.Ich jjcdeherUa Utlmsiüilt In PalSslIa» lUr alle dlt, welcne judlsch-oatlonol empfinden, and dl« Gewährung einer nationalen Autonomie lUr die Minder der |Qdlsehen Mrasculedlmtg, wo!<-. Wegs dtr VoNuabsltrauiaog «lies« begehrt wird. Für Deutschland lehnt der Ccntrnlvercfii nationale Autonomie oder Schaffung einer Jüdischen V«.ilk*|.'cineiude unbedingt al). Falls von der sionittlschen Partei inder Friedenskonferenz diese Forderungen erhoben werden sollten, so beabsichtigt der Vorstand des Ccntralvereins, die deutschen Vertreter auf der Friedenskonferenz, insbesondere diejenigen, welche dort im Stabe des Auswärtigen Amtes jüdische Angelegenheiten zu erörtern und zu vertreten haben, davon zu verständigen, daß diese Forderungen lediglich Paftcifordcrunpen der Zionistcn, nicht aber solche der sie unbedingt ablehnenden Mehrzahl der deutschen Juden sind. Diese vorläufig rein theoretische Stellungnahme ist aller., was den Angilben des Herrn Dr. Klee etwa zugrunde liegen könnte. feit darf wohl bitten, dieses Schreiben dem Delegierten« tag zur Kenntnis zu bringen. , Hochachtungsvoll! Der Vorsitzende des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischem Olaubcn». gez. Dr. Puchs, Och. Justizrat." , Es Ist hier nicht der Ort, sich mit den einschränkenden Bemerkungen von Fuchs bezüglich Deutschland« zu beschäl- •igen, da gerade von diesen Einwendungen, die zum großen Teil auf reiner Fiktion beruhen, in anderem Zusammenhange jetzt öfter die Rede ist. Daß auch die Zionistcn eine nationale Autonomie für die Juden in Deutschland nie« mals gefordert haben, daß diese Vorstellung, die für jeden den Begriff „Nationale Autonomie" auch nur einigermaßen Verstehenden völlig absurd Ist, nur In den mit Schlagwortcn geführten Kampf und der völligen Begriffsverwirrung der. Revolutionszeit überhaupt auftauchen konnte, haben wir jetzt jeden Tag zum Ueberdruß zu erklären Gelegenheit. Aber hier geht «s überhaupt nicht um diese oder jene Elnzelfrage, es geht selbstverständlich um das Ziel als solches. Wären wir in allen Einrelfragcn einig, dann gäbe es überhaupt keine jüdischen Parteien. Wir er« kennen rückhaltlos die Differenzierung der Anschauungen an,' glauben aber trotzdem, daß die große Mehrheit de* Judentums mit unserem Ziel sympathisiert. Dali bei Abfassung diese» Satzes In dem Brief nicht an innerdeutsche Verhältnisse gedacht war, beweist doch schon dar Hinweis auf'das Wcltjudentum. * Unsere Leser werden vielleicht der Meinung sein, daß wir an diese nichtige Sache schon zu viel Worte verschwendet haben. Aber es erscheint uns doch wichtig, auf dlcaen pathologischen, Zusland gewisser vom Partclhaß geblendeter Kreise, des deutschen Judentums hinzuweisen, die leibst den Anlaßeiner politisch belanglosen Formalität" nicht vorüber« gehen lassen, ohne sich noch öffentlich zu brüsten mit ihrer Gegnerschaft gegenüber dem größten Werke des heu« tigen Judentums. Die WöMIsampa^ne der Jüdischen Volüssparfci Ein Massenmeeting in Berlin Die romlolsche Zlonlstcnkonlcrc« Bukarest (J.T. A.) Der In Anwesenheit Nahum Sokohiwi in Bukarest statlgcfiinitene Kongreß der Zionistcn Alt- Rumänien» ist nun bee idet. Einen der Hauptpunkte def Diskussion bildete die Frage, ob sich die Zionistische Organisation Rumäniens an den inncrpolltlsch.cn Kämpfen, Insbesondere nu den inneren Kämpfen der Judeuschaft aktiv beteiligen soll. Ein formeller llcschluß wurde nicht enge«' norhnirn; Jedoch der Meinung Ausdruck gegeben, daß eine vereinigte jüdisch-nationale Partei gebildet werden muß, die dm inuerjüdke! c:i Fragen Rumäniens Ihre Aufmerksamkeit widmen soll. .Vach einer eingehenden Kult urst chatte wurde beschlossen, ein System hebräischer Schulen auf/ubali-n und als ersten Schritt ein Pädagogium für hebräische Lehrer zu errichten. Die Lchccc-BUdUrttfcanstalt soll noch in diesem Jahre entstehen, i>o daß man nach vier Jahren über eint genügende Anzahl Lehrer wird verluden können. Erst dann wird da» hebräische Schul« syslein endgültig ausgebaut werden. Der Kongreß besch.lf<* «igte sich einge.ieiid mit dem Problem der Pallistina-Wande« ru'ig und na'im entspreche ido Beschlüsse, au. Unter großem EiilMUMosmiK wurde ein llcjchhift angenommen, für die JÜ« dlschcn Mlnderheltsrcchtc In nun» Rumänien mit allen Mitielii einzutrelcii und zu diesem Zwecke In Bukarest ein Rcclitsbüfo zu errichten. Dieses Büro wird der Abwehr der dem einzelnen Juden wie der jüdischen Gemeinschaft tugcjjillitstr-n Unbill dienen, Montag, den 5. d. M„ veranstaltete die Jüdische Volkspartei Ihre erste grolle Wählervcrsantinlunj' m Berlin. Lange vor Beginn der Versammlung, die in dem großen Saal des Lchrcrvcrclnshaiises einberufen war, strömten die Massen herbei und bald war der Saal »o überfüllt, daß in einem andern Saale desselben Orbiiudr« eine Parnllclvcrsammlimg eröffnet werden mußte, Dm Znlil der Teilnehmer an den beiden Versammlungen Ist auf 11)00 zu Hchälzeii, außerdem fanden zahlreiche Besucher keinen Platz mehr, Dicht gediilugt folgte die tauscmiklipllgc Zuhörerschaft mit iitcmloser .Spannung den Ausführungen der Redner. Die gewaltige Erregung bewies, mit welcher lebhaften Anteilnahme von weitesten Kreisen des jüdischen Volkes in Berlin die Schaffung der ersten de« mokralischcn Gcsamlvcrlrciiuuder preußi-ulien Juden ver« folgt wird. Die Zuhörer hielten im allgemeinen be*te Disziplin und ließen »»ich durch cinrdne Provokationen, die im Hintergrund des Saales ein paarmal Zwischenfalle hervorriefen, nicht beirren. Die Ausführung;?» dur Redner fanden stürmischen Beifall. In der Versammlung Im großen Saale führte Dr. Apfel den Vorsilz. Nach seiner Begrüßungsansprache ergriff n\« erster Redner das Wort Centlcdevonfrfier Dr. Sandler der ungefähr folgenden ausführte: Fs ist ein geschichtlicher Wendepunkt, daß ei end. Hell Rcliini-cn Kl, die Juden zu einer organisatorischen Einheit nach'innen und aiillcn zusammenzufassen. Die gesamto Ent- Wicklung und bewußte Tendenz der Gesetzgebung seit der Emanzipation zielte darauf ab, die Jutknhejt zu atoml« s I e r e n und dadurch zur Assimilation reif m maclien. Die Volksrartci war die Vorkämpferin des Elnhelfsj-rdanVem» und der Demokratie. Wenn jetzt auch die Liberalen Ähnliche Gedmikc-n'Mngc vertreten, so tun sie es mm opportunistischen Gründen'oder in Nachahmung der demokratischen formen der Umwelt, Die Jüd m-Iu> Volkspn-Iel dämmen geht au* von dem Klalgcdiinkeu, dem Begriff der grolljudisclieii, alle Volkstcüe und Volksschichten •i'iifnvscn.lcu Einheit. Wie weit der Liberalismus von .diesen Gedanken entfernt Ist, zehen die Angriffe des C,-V„ dio einen Oegcns.itj zwischen Zionistcn und deutschen Juden schaffen wollen. Für uns ist d.is Judentum eine untrennbare- Einheit. (Stürmischer Beifall.) Der Landesverband wird eine Reihe wichtiger realer Aufsahen zu erfüllen linken, u, a. auch den Rechtsschutz und die Verteidigung f/cgenantlsemltische Angriffe. Damit erlischt die r\xlitcnrh«radili< ptmer aller Privatvere'ne, die bis dahin illinllrho Aufgaben er (»Ilten und die Erkenntnis, diß sein Schicksal dadurch be siegelt wird, erklärt vielleicht die llrliltenm^ d's C.-V. Daß der judciitumsfciwlliclic Geist «ler Liberalen der gleiche ge blichen ist, beweisen Dinge, die sich in letzter Zelt In der Berliner Gemeinde abgespielt haben. Ein Subventlonsgesuch fUr die HcSrüUche Sprachichute In Berlin wurde nbgolchnt, weil an dieser anerkannt wrzüglichen Anstalt auch Neu« hebräisch gelehrt wird. Desgleichen* wurde c'ne Unterstützung der hebriilschcn Un I versi t ii t sbih11othe k verwildert, well sie von einer „nlelilre'i--iösen" Körperschaft uuterha'lfn werde und die „aufreizende Nobciibczclchiiung" national führe. Der nScIistc Redner, ' Lehrer Slclnliaril, Mtsöelmrn erörterte die Fra^c: Was haben die jiid'seh?n Lehrer und was hat die jüdische Schul*? vom Prcu8env«*rh.nid zu erwarten? Die wirtschaft'lche Entwicklung d'ir Nuhk i-gtj.-hrc. vor »'lern ahtfr auch die Politik de* LmcralUniiis und der Grofigcmelndcn ha'^en den Ruin des l.eh rcr.s t ande* und der ühr'gun Kultushcamten herbeigeführt, jet/.f snri'chen die Liberalen In ihrem Wnhlprn^rainin vom finanzieren Ausgleich, der den Kleinc»cmcinden die Ermllung. ihrer kulturellen AtifgaHcn er möglichen soll. Bisher haben die OroR^emelnden N d:utsclv jüdischen Oemciudehuud den Kleln^eme-Uidcn alle Mittel vor enthalten. Jetzt spricht man im Wahlpro^ramm von einer freihelllicheneu Stellung der Rabbiner, Lehrer und Oemrlnrfehramten, lUshcr haben die liberalen G'iiniindi'n rilck'lrhtslo» Ocsluuungszwaiig iiusj-tübt. Die religiöse Erziehung der Jugend wird mit Phrasen abgetan. .Eine wirklich jüdische Erziehung {st nur In einer Jüdischen Schule möglich. (Lebhafter Beifall.) Als nrer in Dresden die Oc meindc unter dem Einfluß positiv i»crichldcr Jiidisclrr Kreide eine jüdische Schule errichten wollte, sorachm die Lihera'cn von „Schmach" und vom „Untergang der Gemeinde". Das Pedörfni* nach jüdischen Schulen Ist tatsVilic*! vorhanden, die Weimarer Ve-fassnng gibt das R-^lit und die MtV»li:hkeit-n;u Ihrer r.lnrichtnn >, Der Grim lfflder der Liberalen Ist Ihre Verknüpfung religiöser und politischer Ideen. Sie betrachten auch die Frne der jüdischen S.htile nicht vom Standpunkt der Jüd'sch-rcllgifiscn Bedürfnisse; Rle legen fälschlich die politischen Mnilst/ibc der Umwelt nn und verfallen aus An;;st um Ihr Staatsbürgertum in einen übertriebenen deutschen Oinnvinlsirms, Der Redner crkl'Trt zum Schluß.'daß er nicht Zlonlst sei. Aber <lle Dhige, die Ihm und seinen Staiulcsgciiossen am Merz.cn liegen, finden nur bei der Jildlschon Volkspartcl aufrichtigen Widerhall. Deshalb forderte «f dio Vtrsfimmhmfr auf, die Liste der Jüdischen Volkspartcl zu wählen. (Stürmischer Beifall.) Der Vorsitzende der Z.V.f. D., ,' Dr. Klamel 56 Jahr alt Am 6. Januar wurde der verdienstvolle Führer der pol. nischeu Z,onisicn Dr. M. K I u in c I 50 lahrc alt. Die polnische Zionistische Organlia hn naJim dio«.i Tag zum Anlaß, um dett hcn-Jffagendtj Wortfüiifcr der polnischef» Judenheit und bcgc.siertcn Förderer der hebrllschcnSprachbcAejrung in feierlicher Weise zu ehren. Auch die deutschon Zionistcn schiioßen sieh den OUickwßniclxn für den btwSlirtin Vor« Kämpfer des zlonittKcMa Und h4brll4cb4n. QtOMkm in, auf dem Wege Ist, den die Jüdische Volkspaftel wclsL (Lebhafter Beifall.) Dr. Alfred Klee erklärt, diese Wahlert seien nicht nur organisatorisch etwa* Nciiejt, sie hrlngvn auch seelisch ein neues Erlebnis: zurv erstenmal Ist In Westeuropa die Kluft zwischen Ost« und WcatJuden überbrückt. DkhC Tatsache kann par nicht hoch genug eingeschätzt werden. D.c croßc jüdische Gemeinschaft, di« jetzt in.Preußen or^iinUkrt wiid darf «ich nicht wie die alten Gemeindestuben von jedem frischen Luftzug ängstlich abspenen. Sie muß alles, was auch Immer in der Welt Im jüdischen Volk voigcht, als Teil Ihres eigenen Schicksals empfinden. Und dazu gehört auch — uiiil wehe dem jüdischen Geschlecht und der Gemeinde, die sich davon ausschließt — ein Vcrslandni« für das wydonde Ercz-Israel, das eine Kraftquelle und ein Stolz, fürdi. Juden«, tum der ganzen Welt Ist. Die uns abschließen wollen von den Vorgängen im jüdischen Volke — die können wir nicht als untcic vciticter in den Gcinuirnlvstuhcn anerkennen, Redner geht dann auf diu Forderung der jüdischen Schule ein,die ein Lehensbedürfnis der jüdischen Gemeinden Ist. Die liberale Partei Ist noch Ik—!e eine Gegnerin dieser Forderung, weil sie religiösen Liberalismus tnli polit's.lioti l.lliernllxiiiiis vcrwerh-ell und die jüdische Schule für eine I oiderung der Reaktion halt. Wir dürfen nur Muniier wählen, die für die Jüdischo Schule eintreten. Hei den Fragen der lud Ischen Wohlfahrt, die auch von den Gemeinden behandelt werden, ist ei ganz. oficnkiuu%, daß sie nur auf Gruna der Solidarttat der judischen Gesamtheit entsprechend gelöst werden können. Dieser Gedanke vw<- körprrt »Ich In der Jüdischen Weltlill f *kf»n f c re n /, hei der lihrij'cn» auch die Berliner (iemeiiidc sich vertreten ließ. Im jüdischen Volk leidet heuteder eine Teil, morgen ein anderer. Der heute Geber ist, wird morgen Nchmrr w.u. Was wäre aus den deutschen luden geworden, wenn nicht die Dollar* der amerikanischen Bruder in den Zeiten der Not zu Hilfe gekommen waren. Dic«c Hille ging au» von den rus.ischcn Juden, die in den achtziger Jahren nach Amerika ausgewandert sind und damals iii Deutschland bei ihrer piirchwnnderung rluc brüderlich helfende lind gefunden haben. Die Jüdische Völksparlel hat auch die Rw„. i.crunß der jüdischen Wnndcruni; In ihr Programm aufgenommen. Unser« Gegner sagen, die» gehöre nicht in die Miigkelt des Verbandes. Aber wie will man »innueiniß judivehv Wuhliahrtspfleue treiben, wenn man nicht erkennt, daß dazu auch eine rientige Regulierung der Wanderung gehört! E* hl iUo völlig sinnlos, wenn man behauptet, eine jüdische Körperschaft könne sich von den Aufgaben dca Welijudcntums ausschließen. Redner wendet «Ich dann gegen die Angriffe des Centralverelus, der mgar nicht da\*or zurücksch,<skte, uns „Jüdisch-Völkische" zu nennen, um die Gefühle, die Jeder Jude bei dem Wort „völkisch" hat, im inucijüdischen Walilkampf gegen diejenige Gruppe zu mißbrauchen, die für eine Erueucruu.f des Judentum* eintritt. Ein Verein, der von allen Juden Gelder zur Bekämpfung des Antisemitismus sammelt, hat kein Reehl, ehen Teil davon zum Kampl gegen den Zioni.mu» auszug. bei.. Der Redner, der wiederholt von lkif.di uuleibröcheii wird, r.chtct zum S»'hluß einen elndruckiivollcn Appell an die Versammlung, am I. Februar nur Jüdische Volkspartcl zu wählen. OberregleruDflsrat Hans Coslar verlritt den Standpunkt des Mlsrachi. D*r Misraehi s<4aJ aut dem Boden dei tradiiionellen Judentunis und müsse daher altes bcldmplen, was unter den Betriff der Ass milation füllt, auch die religiöse Assimilation. Er erstrebt d.c Vereinigung von Volk, Land und Thora. Deutlich nm.sse erklärt werden, dall unsete staatsbürgerliche Treue und vaterländische Gesinnung durch diese unsere jüd »eJien Anschauungen nicht im zornigsten beeiutrüchtigt werden. Der Redner wendet «ich dann hcharl gegen d e gegnerischen Methoden de,s Wahlkanmfs und erinnert an ein llocraies Flugblatt an« dem letzten Gcmclndcwahlkainpf, wo es hieß: „Die lud.sch» Volksparlei ist der böse Feind', gegen den wir kämpfen müssen. In dieser Atmosphäre ist es schwer, sachlich und vornehm zu bleiben. Ein innerjüdischcr Walilkampf sohle stets mit Achtung des Gegners und in ans iudigcu Formen geführt werden, und man müsse sich auch di^egen wenden, daß man inncrjüd.schc Streitfragen vor ein Forum der deutschen üeffcntlichkcit zerrt, einzelne ("Kuppen dem Autiscu.i ismus preisgibt. Die Behauptung, daß iler Zionisnu» »ku Antisemitismus fördere, ist ein Ammenmärchen, denn d.r AntlsemitNinus Ist lan;jc vor dem Zlonis uns entstanden ui.d gefade die Existenz eines Idealistischen iüd's.licn Typus i^t geeignet, den Antisemitismus zu schädigen. Der Redner spricht zum Schluß seine Verwundcrumniis, daß ein Mann wia Meyer 11 i Idc» h e i m e r die Kampfcswelse des C.eutralvereius duldet. Nach einer Rede des Herrn Kareski, wahrend der es zu mehreren Zwisi'henf.'illen kam. timl einem Ss-hlußwort Dr. Klees, schloß Dr. Apfel die imposante Versammlung, die einen guten Aultakt der Wahlkampagne bildete. Die P a rnll c 1 v e rs a m m I u n g Im k einen Saal, bei der dieselben Redner sprachen wie in der Hauptversammlung, nahm gleichfalls einen glänzenden Vierlauf, Kort Blumenfcld wandle sich unter Aiiffihritif* von Beispielen f*e(scn •"c Kampfmethode des C r,n t ra I v c re In s und seiner Presse. Fr zeigt sodann den Unte>r*ch|cii zvia heit der Auf« fassmig des Ccntralverviiis von der Jini sehen Glelchbcreehtigütig und der Anpassung der Z|oi;''stCii. IVr Centralvcrelp will die Gleichberechtigung zu einer frage der Geslituuiig machen, wahrend wir Zionistcn sie als natürliche«» Redl.» Icdes deutschen Juden auflassen, das lediglich auf objektiven Voraussetzungen beruht. Wenn man einmal damit iK-ginnt,. Gcsinniingsuntcr.ch'xdc zu niae.hon, so muß man darauf gefaßt sein, daß nicht wir und nicht der Ccutrahcteh festsetzen, können, welches dk Vof«hr;ftim.lßii'e G *siunu ij» 1»' sondern, ganz andere Faktoren diesen Anspruch erheben we dsn. Wir warnen davor, den Rechlsboden z i verlassen und sich auf Kosten von andern zu empfehlen, ..'etm dui.irrh erst macht man jede Einordnung in den Staat unmöglich. Wir Zionistcn »lud dlg Anwülto d:s Judentums schlcchUiln. Wir .ippeilieren an dl« NschdankUehan, an die Unlveftfidigtan im heutigen jüdischen Üben, Sia woltdit wir hinweisen auf dio Tatsachen des heutigen Judentums, Sla lallöit erkenne«, daß die freie Balm dir positive Jüdische Entwicklung nur Cerjett «te Nilttrallxlerung der 0sl|ud*D In Dm/ig Danzlg. (I.T. A.) Der Datizlgcr Senat b ä hte In» Volkstag einen Gestizesvorschlag vin, daß da» Recht von Ausländern gegen die Abweisung ihres Eiutiürgeiung igs suche» in npiiellicren, abgeschafft werde. Da. Appel a i. us.echt alv gewiejqncr Ausliinder wurde seinerzeit auf Vorschlag de« Komitees der jüdischen Delegationen b.in» Völkerbund eingeführt. S,;ll.e dir Antrag de» Senats angenommen werden, so würde die» bedeuten, daJ kein üijud« mehr als Dant'.gcr St.a sbürger aufgui.luuicn wird, d. de» Senat des' FrcisLiat». aus Deutjchnaitoiiaien zu .ammenge« setzt Ist. ' .; Gegenüber diesem Vorschlug beantragte d'e m/'aMemo» kratische Volks.agsfraküon, da.i 1. schon ein drcij.Milge» (statt wio bisher funfjiihrlgei) Aufcnllialt im Freut .at zur Aufnahme in den Staiitsvcrhaiid berechtigen t Ii. un4 das 2. den Auslandern da» Recht verbleiben soll, für den FaB der Ablehnung ihres Bürgerschaftsgvsuchcs an eins höhen» Instanz zu appellieren. Die Sazlaldenioktalen begründeten ihr* Forderung mlc dezi wirt(ichaftJtch.i>n Intötewcn de« Frei- »tastet

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