Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 3 (9.1.1925)
- Date
- 1925-01-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Brief aas Palästina Arabisch« Konferenz In Nablus Dar Lehrerstreik vermieden Kulturarbeit der allgemeinen Arbeiterorganisation a.g. Jerusalem, 31. Dezember 1924. Die drei arabischen Parteien, die „Nationalen", die „mohammedanisch-christliche Pooedcratton" und die „Fellachenpartel", alnd seit längerer Zeit tun eine Einig" ng und um die Schaffung eines Kongresses bcmQlit, der alle Strömungen im arabischen Lager umfassen soll. Bisher waren auf den arabischen Kongressen (es haben bisher »ech» stattgefunden) nur die bchien erstgenannten Lager vertreten. Die Fellachen, partel billigte die extrem«hauvlnlstlsche und antlzlonistlschc Politik, die besondere von der „arabischen Executive", dem Vollzugsorgan der Focdcratlon, ausging, nicht und weigerte sich, an einem Kongreß teilzunehmen, der unter dem Zeichen der Gegnerschaft gtg.-i die Regierung und die Jüdische Immigration und Aufbauarbeit In Palästina stand. Bereit» seit längerer Zell waren Verhandlungen zwischen den verschiedenen Lagern Im Gange, die auf eine Vereinigung hinzielten, oder zumindest ein gemeinsames Organ schaffen sollten, das alle Kreise der palästinensischen Araber verträte. Eine Verständigungskommission war damit beschäftigt, Resolutionen vorzubereiten, die als Grundlage der Vereinigung dienen sollten. Nach den Fordeningen der „Arabischen Executlvc" sollten sich die Oppositionsparteien auflösen und die durch den einzuberufenden Kongreß gewählte Exekutive die Richtung der Politik bestimmen. Damit hätte die Fellachenpartel auf den besonderen Weg ihrer Verständigungspolitik verzichten und durch die Auflösung ihrer Organisation alle in ihrer Mund befindlichen Mittel aufgeben müssen. Demgegenüber bestand die Fcll.tchcnpartcl auf der unversehrten Erhaltung der einzelnen Parteiorganisationen. Sic erklärte ihre Bereitschaft, sich mit den übrigen Strömungen zu vereinigen, aber nur, wenn man ihr Integrität und die Aufrcehtcrhalliing Ihres Programms zusicherte. Außerdem verlangle sie, dnO der einzuberufende Kongreß nicht der siebente, »ondern der erste genannt würde, mit der Degriindüng, daß erst dieser Kongreß, der von der ganzen arabischen Bevölkerung Palästinas beschickt würde und nicht nur wie bisher von einem Teil derselben, mit Fug und Recht den Namen eine« Kongresses der palästinensischen Araber führen dürfte. Das Vcrständigungskomitec, das aus vier Mitgliedern der „arabischen Executive" und au« je zwei Mitgliedern der übrigen Richtungen bestand, arbeitete einen Vorschlag aus, nach dem eine gemische Kommission einen allgemeinen Kongreß einberufen sollte, Dicae zentrale Kommission sollte an den verschiedenen Zentren des Landes Unterkommissionen wählen, unter deren Aufsicht die Wahlen zum Kongreß stattfinden sollten. Auf diese Weise sollte garantiert werden, daß der Kongreß In Wahrheit alle Kreise der arabischen Bevölkerung präsentiere. Die Zusammenkunft In Nablus, die vor ungefähr einer Woche zusammentrat, um über die Vorschläge des Vcr- 8tändigungskomltees zu beraten, wies seine Vorschläge zurück. Damit Ist die Einigung der Partelen für dieses Mal gescheitert. In dem Brief, den die Felluchenpartei an die Konferenz In Nablus gerichtet hat, wird dargelegt, daß die Bauern, die überwältigende Majorität der palästinensischen Araber, an einer guten und friedlichen Entwicklung des Landes Interessiert sind. Diese Entwicklung wurde von der Politik der anderen Partei schwer bedroht. Solange das der Fall sei, könnte die Feltachenpartel nicht auf ihr positives Programm verzichten, das allein dazu angetan sei, einen gedeihlichen Fortschritt im Lande zu garantieren. Der Brief Uutet unter anderem: „Wir wünschen sehr eine Einigung der gesamten palästinensischen Nation, um die Lage der Fellachen zu verbessern, .... aber wir wollen ans der Vereinigung kerne Richtung ausschließen und wir wollen keine Unruhen haben, die der Nation keinen Nutzen gebracht haben .... Wir wollen mit der Regierung und den Juden Hand in Hand arbeiten*). Um die Lage der Fellachen m heben, brauchen wir Kapitalien und Fabriken, und die werden wir durch Kriej uni Streitigkeiten n'cht bekommen, .... Wenn Ihr eine Einlging zum Zwecke des Friedens und der Ruhe wollt, sind wir "bereit, mit Euch Hand In Hand zu gehen . . . ." Die gesamte arabische Presse bringt aufgeregte Artikel über das Scheitern der Verhandlungen. Wie nicht anders zu erwarten, beschuldigt jeder Teil den anderen, daß er mit dem Bestehen auf seinen Bedingungen dem Vaterland und der Nation schade. Von jeder Seite wird bewiesen, daß die Forderungen des Kontrahenten unannehmbar seien. Ueber weitere Verhandlungen Ist bisher nichts bekannt. Es muß leider bemerkt werden, daß die jüdische Ocffentllchkcit Im Lande diesen sehr wichtigen Eni Wicklungen Im arabischen Lager nicht das er forder liehe Interesse entgegenbringt. Kaum Ist In der jüdl- * 6chcn Presse zur Konferenz von Nablus Stellung genommen worden. Man kann sagen, daß die jüdische Bevölkerung Palästinas nicht einmal genügend über die Vorgänge Im arabischen Lager orientiert ist und orientiert wird, so daß bis jetzt sogar die Orundlagcn für eine Stellungnahme mangeln. Zur Sache selbst i*t zu sagen, dal) die jüdische Bc völkerung Palästinas nicht gegen eine Einigung aller Strömungeu der arabischen Nation sein kann, die ein notwendiges Stadium auf dem Wege der Konsolidierung der Nationen des Landes ist. Zugleich aber müssen die Juden ihre tatsächliche Zusammenarbeit mit den Arabern verstarken und auf dem von der Fcllachcnpartcl bcschritteucii Wege der Verständigung durch kluge, aufrichtige, den Realitäten Rechnung tragende Politik entgegenkommen. Die letzten Verhandlungen zwischen dem Waad Leumi, dem Erzlehungsdepartemcnt und der Lehrerorganisation brachten eine völlige Einigung. Die Forderungen d;r Lehrer, über die wir in der vorigen Nummer berichteten, sind in vollem Umfange bewilligt worden. Demnach erfüllt die Exekutive ihre Verpflichtungen für die fraglichen drei Monate. Der Rest der Zahlungen, In erster Linie das Seplembcrgchalt, wird vom Waad Leumi übernommen. Es handelt sich um 5000 £. Davon gehen dem Waad Leumi 2500 £ vom Jlschuw zu, In Form von Außenständen der *l Von uns gesperrt. — Red Schulgelder der verschiedenen Kolonien, die weiteren 2500 £ nimmt er ebenfalls von den Kolonien als Anleihe auf das nächste Joffe auf. Das Er/Ichungt;dep,irtcmcnt hat die Zusicherung abgegeben, daß die Gehälter von nun an regclmäßig gezahlt werden ( sollen. Damit ist die akute Krise im 'palästinensischen Schulwerk behöben. Für die' Zukunft erhofft man viel von dem Steuerrecht der Gemeinden, das einen Teil des Erzichungsbtidgcts sicherstellen soll. In diesem Falte wird die Belastung des Jischuws für Erhaltung der Schulen, die ohnehin schon sehr groß Ist, damit noch steigen. Heute werden bereits 25000 C Im Jahre von der |üdlschen Bcvölkerung an Schulgeldern bezahlt. Dan Ist Im Verhältnis zur Zahl der Eltern und1 zu Ihrer wirtschaftlichen Situation ein sehr hoher' Betrag. Jedoch wird Palästina noch lange Zeit seiner unnormalen Lage auf dem Oeblctc der Erzlehungs- und Kulturarbeit Rechnung tragen müssen, ebenso lange, wie der jüdische Einwanderer nicht so hebräisch spricht wie der Engländer englisch. ♦ Zu Chaiiukk.ih jährte sich der G rtt nd u n g s t n g der allgemeinen Arbeiterorganisation in Palästina zum vierten Male. Die Exekutive der Arbeiterorganisation widmete die Woche vor dem Jahrestag einer umfassenden Aufklärungsarbeit Ihrer Kulturkommission (Wandat llatarhiit). In allen Städten, in allen Kwti/oth und Moschnwim, In den Kibuzim in dun Kolonien, nu allen Punkten, wo In Palästina jüdische Arbeiler in größerer Zahl arbeiten, fanden eine Woche hindurch (öden Abend Vor*r'i«c statt, deren Ziel ca war, das große Tätl ikells'e'd »'er Orgvihnlioi, l'irer Wege, Tendenzen und Ziele, den weg bis /.ir Oegenwart und den Weg in die Zukunft zu beleuchten. Die Liste der Vortragen, den und der Themen zeigt eine erstaunliche Fülle von Fragenkomplexen und von geistigen Kräften, die hier wie In einem Biennpuukt gesammelt wurden. I >ie Woche wurde abgeschlossen mit Fetten an allen Punkten des Landes und mit der Abgabe des Verdienstes eines Arbeitstages zugunsten der Kulturarbeit der Arbeiterorganisation. Interessant und lehrreich Ist der Anhang zum „Plnkas", dem Organ der Arbeiterorganisation, den die „Wsadath Hatnr. buth" anläßlich dieser Aufklärungswoche veröffentlicht. Es Ist ein Rechenschaftsbericht' über die Kulturarbeit der Arbeiterorganisation im letzten Jahre. Er. gibt einen Ueberblick über die Arbeit In Stadt und Land, Ober die Erhallung von Schulen und Kindergärten, von Bibliotheken, über einen Verlag, über Exkursionen usw. Wir spüren heute, mitten in der stärkeren Alijah Im Lande immer deutlicher, daß nur eine unermüdliche Kulturarbeit, Pflege der Sprache und Kenntnis der, laidc< uns vor dem Lcvantiiilsnuis retten kann, der mit der Vielsprachigkeit und der Berührung der vcrschiedensien Kreise uns zu verschlingen droht. Nur Sprache und Schule kann die extremen Schichten vcrtlnen und verschmelzen. Wir begnügen uns damit, einige der wichtigsten Zahlen und Tatsachen aus dem Bericht wiederzugeben. In T c I - A w i w gab es im letzten Jahre Abendkurse für Erwachsene an neun Stellen der Stadt. Es beteiligten sich bis zu 1303 Lernende, Es wurden 150 wissenschaftliche Vorträge und Exkursionen veranstaltet. Ein Lesesaal mit gegen I00 Zeltungen wird täglich von zirka 300 LfJem besucht, Daneben bestehen Bibliotheken und Lesesäle an weiteren sieben Orten der Stadt. Ein Chor, eine Zeichenabteilung, fachliche Lchrkurse sind vorhanden. Für die arbeitende Jugend wird durch Stunden im Hebräischen, Bibel, Rechnen, in verschiedensten anderen Fächern gesorgt. Ein Klub der „arbeitenden Jugend" wird von weiten Kreisen besucht. Ein Interessanter Versuch der „Waadat Hatarbiith" Ist die „Schule für die Kinder der Arbeiter" („Bcth Sefer L'Jalde Owdlm'l, die es sich zur Aufgabe gemacht, für die Kindererziehung des städtischen Arbeiters entsprechende Formen zu finden. Die Kinder sind den ganzen Tag über in der Schule. Sic essen auch dort, und zwar bereiten sie mit Hilfe der Lehrer selbst ihre Mahlzeiten. Ein kleiner landwirtschaftlicher b/w. gärtnerischer Betrieb gehört zu dem Institut, der ebenfalls von den Kindern unter Aufsicht der Lehrer bestellt wird. Der Unterricht Ist völlig frei, mit mog. liehst genauer Berücksichtigung der kindlichen Individualität. Dicie Schu!e Ist der erste Versuch in seiner Art. Dieses System wird sonst nur in einigen Kindergärten und in ein oder zwei Privatschulen angewandt. Die Arbeit in Jerusalem, Haifa und Tlbcrias wird in demselben Geiste geführt, je nach den Bedürfnissen und Mög. lichkeilcn der Städte. Jerusa'cm ha» Abendkurse an vier Stellen, mit zirka 25t) Besuchern, sieben Bibliotheken, fünf LcscrSuine, veranstalte» Fachkursc und wissenschaftliche Vorträge, besitzt einen Chor, der mit der Einstudierung de» Mo/artschen Rcmticnu beschäftigt Ist. Besitzt Kurse und einen Klub für die „arbeitende Jugend". In Haifa sind an zwei Orten Abendkurse, fünf Blbllo. theken, vier Lescräuinc. Es werden wissenschaftliche Vorträge veranstaltet, ein Klub für die „arbeitende Jugend" erhallen usw. usw. , Die Arbeit In den landwirtuchafllicheu Siedlungen umfaßt fast alle Orte, an denen Arbeiter in gröRrrrr Zahl statin, nirrt si"'l Sie erstrerkt sich auf Abendkurse, ntif Schulen, Kindrrgäiten und Bib'io'hc'sen. Heute lenen In den Schulen der „V;a.v.ntVi Hntaibuth" ^8 Kinder, 1Y> besuchen Ihn Kindergärten. Hierbei muß In Bclrncbt gezogen werden, daß diese Institutionen vielfach die einzige Möglichkeit bieten, daß den Kindern In den Siedlungen überhaupt Irgendwelcher Unterricht zuteil wird. Die Frage der Schule und den Kinder, gartens ist ja besonders in den kleineren Kwuzoth ein schwer lösbares Problem. Die 21 Kindergärten und Schulen der Kommission sind ein guter Schritt vorwärts zu seiner Lösung. Der Bericht gibt schließlich noch Auskunft über die Zentralbibliothek, die 40 000 Bände umfaßt und Ober den Verlag, der eine Reihe von wichtigen Schriften herausgebracht lut. (In letzter Zeit „Mcßilah" und „Hakwuzah".) Wer die schweren Verhältnisse kennt, unter denen die Arbeiterorganisation und damit auch ihre Kulturkommission arbeitet, wird dieser Arbeit die Anerkennung nicht weigern können. Herber! Samoel Ober die indischen Einwanderer. Jerusalem (J.T. A.) Herbert Samuel empfing am 3. Januar den Vorsitzenden des Kcrcn Hajcssod.Komitees von Detroit In den Vereinigten Staaten, Herrn Dr. Robert M o r w 11. Herbert Samuel ersuchte Dr. Morwil den amerika- nischen Juden für ihre Mitarbeit am Aufbau Palästinas seinen Dank auszudrücken. Dil jüdische Elnwandcrerelement, sagte Sir Herbert Samuel, übertrifft an Qualität, jede» Elnwandcrerelement In Irgend einem anderen Lande. * \ t \ Die palästinensische rionlslisrhe Exekutive ersuchte die 1 Paläslinarcfllcrung um die Llmeisccrlaiihnls für 601 ungelernte Arheltrr, sowie 150 Frauen und 150 Schwerarbeiter aua Mittel- und Osteuropa mul aus dem mittleren Osten. Im No. vc m b c r vorigen Jahres hatte die Palästinaregicrung der Zionistischen Exekutive 000 Zertifikate für Ncueinwandccr bewilligt. Mit der Einreise dieser insgesamt 180) neuen Ein- Wanderer wird sich die jüdische Ikvolkcrun-j Palästinas um mehr als 5000 Seelen verstärken, da auf jeden Einwanderer mich zwei Familiciiangch&rigc Kommen. Die Verteilung der Zertifikate durch die Exekutive auf die ciii/clfK-n I.,'uiiler Mlireittl rasih fort. Bisher erhielten «!;«• l'al.iHtinaäniter: Warschau 2V), G.ilat/ W), Berlin \'>. Aden 25, Riga 30, Saloniki 2i, Sofia und Wien Je 20 und das Zionlstisehe Uyro ht New York eine entsprechende Anzahl Z.crtl- Zfikatc. Diese Stellen machen dann den britischen Konsu- Inten die Personen für Gewährung von Visen namhaft. Die Zertifikate gelten für 18- bis 35 jährige Personen samt deren Frau und Kindern unter 18 Jahren. 900 Zcrtifik.it*; dürften dio Zuwanderung von etwa 2000 Menschen ermöglichen. Ute Chalozlm aus Dcaiscliland Die Ankunft von 08 deutschen Chaluzim aus dem letzten, großen Transport wird bereits vom Merkas Haalijah der Histadriilh llaklalit aus Palästina gemeldet. Drei von ihnen, die im Besitze von Spezialkenntnissen waren, wurden in Klar Jechcbklcl und In die Kwuzah Markenhof aufgenommen. Eine Oruppe von 20 Chawerim ist bei den Tabakarbeiten in Sichron Jaakow beschäftigt. Auch alle übrigen haben Arbeiten der Hlstadruth, insbesondere Tabakarbelten, über« nominell. Ein litauisches Konsulat für Palästina? Die offizielle litauische Telegraphen-Agentur „Elt.V teilt mit, aus i'a'ästin» sei beim Audemninisterium der Antrag eingegangen, in Palästina ein Konsulat zu errichten, da doit ungefähr 8000 litauische Bürger wohnen. Welzntann geflen den Lcgloulsmus Während seines Aufenthaltes In Wien empfing Dr. Weizmann die Vertreter der Wiener Presse und gab ihnen eine ErkLining über die zionistische Aufbauarbeit in Palästina. Im Anschluß daran wurden eine Reihe von Fragen an Weizmann gerichtet, die er in zusammenhängender Rede beantwortete. Die erste Frage bezog sich auf das Verhältnis der Zionistischen Exekutive zu den bekannten Plänen Jahn, tinskys. Nach dem Bericht der „Wiener Morgenzeitung4* erklärte Dr. Weizmann: Diese Pläne betreffen im allgemeinen, soweit mir dies bekannt ist, die Bildung einer Jüdischen Armee oder Schutztruppc. Ich will offen erklären: Wir stellen uns absolut negativ zu diesem Vorschlag, wir halten ihn für undurchführbar, vor allem nber für nicht wünschenswert. Dtc Erfahrungen, die wir bisher sammeln konnten, bestärken mich In der Ucberieugung, daß wir zu einem guten Zusammenwirken zwischen Juden und Arabern kommen werden und daß die Opposition eine« Teiles der Araber, die künstlich von außen durch Kräfte geschaffen wurde, die weder mit dem Judentum noch mit den Arabern etwas zu tun haben, durch die Forlsetzung der konstruktiven Aufbauarbeit des jüdischen Volkes abgeschwächt werden wird. Dein arabischen Volk müssen wir klar machen, daß wir ein Recht haben, nach Palästina zu kommen, und daß unser Werk such mit seinen Interessen In Einklang steht. Für ein militätisches Vordringen — abgesehen davon, daß es praktisch unmöglich Ist — hätte das Jüdisch: Paliistina kaum Verständnis. (Lebhafte Zustimmung.) Jede Gewalttat, jede Tat, die nls Gewalt ausgelegt werden kann, würde unserer Sache In den Tod hinein schaden. Wir leiten unsere Situation daran» ab, daß wir alle Welt an dio historische Ungerechtigkeit gegenüber dem Judentum erinnern. Nun sucht die Welt dieses historische Unrecht zu lindern, und wenn wir unser Aufbauwerk auf etwas begründen, das als Ungerechtigkeit ausgelegt werden kann, so verlieren wir die Raison d'etrc. Das Oeld. das vielleicht für den Zweck der Bewaffnung aufgebracht wird, wäre besser verwendet für die Stärkung der jüdisehen Einwanderung, die der jüdischen Bevölkerung sicherlich genau so viel ph>sischc Sicherheit bietet wie so und so viele Gewehre. Wir sehen selbst, wie Gebiete, die noch vor Jahren und sogar vor ganz kurzer Zeit Bcduiucnubcr. fällen ausgehetzt waren und keine jüdische Einwohnerschaft hatten,, heule durch die Tatsache der jüdischen Besiedlung sicher geworden sind. Der Plan Ist eine Aberration unseres Freundes Jabotlusky. Ich hoffe, die weitere Entwicklung wird Ihn eines besseren belehren und seine wertvolle Persönlichkeit wieder für unsere Bewegung gewinnen." Wir begrüßen, daß Dr, Weizmann namens der zionisti. sehen Exekutive In to entschiedenen Worten gegen die von uns ctets bekämpfte Leglons-Idcologie Stellung nahm. Bekanntlich war die Trage auf dem XII. KungrcU, an dem Jabolinsky teilnahm, noch heiß umstritten. Die Erklärung des Präsidenten der Jcwlsh Agency läßt nunmehr keine Zweideutigkeit mehr bestehen, die von einer uns feindlichen Presse stets gegen uns ausgebeutet werden konnte. (Der Jetzt In Paris unter Jabotinskys Redaktion neu crschelnendc „Raswjcl" kündigt in seiner ersten Nummer an, daß er weiter für die jüdische Legion eintreten wird.) fcin r'ormlcblfr Belm Empfang der Vertreter der Wiener Presse gab Dr. Welzmann Aufklärung, warum die Mandatskommission des Völkerbundsrate« in Ihrem Berichte wohl das Memorandum der palästlncnsisch.arablscJ:e:i Exekutive jedoch nicht den Bericht der Zionistischen Organisation berücksichtigt hat. Die Zionistische Organisation hatte nämlich ihren Bericht direkt an den Sekretär des Völkerbundes geschickt und nicht Im Wege der Mandatsrcglcruug der Mandatskommission überreichen lassen. Die Araber übergaben Ihren Protcit dem Obcrkommlssar von Palästina, der das Dokument weiterleitete. Wegen dieses Formfehlers hielt sich die Mandatskommission für verpflichtet, so zu handeln, als ob sie keine Mitteilung von zionistischer Seite bekommen hfitte. .