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Jüdische Rundschau · 1925-01-06 · Heft 2 (6.1.1925) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 2 (6.1.1925)
Date
1925-01-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 18 IUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 2 i i fc B * i ,t Traoerlcler Bich Rabbiner Jacob Mase Am Dienstag, den 30. Dcicmber, abends, fand Ii» Berlin in der Synagoge Passaucr Straße eine «hlrelch besuchte Trauerfeier für den verstorbenen Rabbiner von Moskau, Jacob Mase, statt. Die Herren Dr. Brutikui, Kr ein in. Teitel, Dr. Spiegel und Mlcrcnburg (hebräisch) zeichneten, zum Teil aul persönliche Erinnerungen »ich stützend, ein Dild des grollen Toten, der stets bereit war, sich IQr die Allgemeinheit sowie für den einzelnen zu opfern. Als letzter sprach Rabbiner Ka riebach, der In Mase den stolzen Juden feierte, der mit offener Stirn den Feinden seines Volkes entgegentrat. Mit einem von Kantor und Chor vorgetragenen „El mole" »chloö die eindrucksvolle Feier. Moskau (J.T.A.). Die Bestattung von Mase fand am Sonntag, den 21. Dezember, unter ungeheuerer Beteiligung der Moskauer Judcnlicit statt. Mehr als 15000 Menschen waren vor dem Trauerhause versammelt, Wanrend sich der Trauerzug durch die Straßen bewegte, schlössen sich Immer neue Teilnchmcrgruppen an. Laut dem letzten Wunsch des Verstorbenen wurde der Sarg den ganzen langen Weg auf den Schultern getragen, keine Kränze wurden niedergelegt und keine Reden gehalten. Unter der jüdischen Bevölkerung Moskaus Ist der Schmerz über den Verlust des verehrten geistigen Führers sehr groß. Mascs Persönlichkeit zeigt sich In folgenden Anekdoten: Wührcnd der Krönung des früheren Zaren Nikolaus II. In Moskau sagte Mase dem Zaren. dafJ noch kein Land gedeihen konnte, das auf Jiidriinoi und Judenverfolgung gebaut ist. Nur auf die Liebe und das Oluck der Unter* tanen kann ein Herrscher seinen Thron bauen. Der jetzige Volkskommissar für Unterrlchtswesen Lunatscharsky war ein Verehrer und Bewunderer Rabbiner Mases. Als man ihn ersuchte, gegen Mase vorzugehei., weil dieser sich gegen die beabsichtigte Schließung der großen Moskauer Synagoge wehrte, sagte Lunatscharsky: „Kennen Sic Mase? Er ist ein großer Gelehrter, ein glänzender Redner und ein hoher Mensch. Wenn man mir sagt, daß die religiösen Juden alle reaktionär sind, so ist mir Mase der eklatanteste Gegenbeweis." Vor einiger Zelt gewährte Rabbi Mase dem Moskauer J.T. A..Vertreter ein Interview, In dessen Verlauf er ausführte, sein Olaubc an die Zukunft der Judcnhcit in Rußland sei unerschütterlich. Wir sind, sagte er, ein Volk der Wunder, wir werden auch durch diese Krlsls hindurchgehen. Juden, die steh von uns abgekehrt haben, kehren jetzt Im geheimen ■und offen wieder zu uns zurück. Den Ocist kann man nicht unterdrücken, Was wir in 2000 Jahren erworben, kann sieht mit einem Male zerstört werden, Jerusalem (J.T.A.). Die Stadtverwaltung In Tel» Awlw hat am 21, Dezember beschlossen, tum Andenken an den verstorbenen Rabbiner von Moskau, Jacob Mase, eine Straße nach ihm zu benennen. Am Sooniag, ien 11. Januar, vormittags 11 Uhr, Im Theater des Westens (Große Volkioprr), KauUlrnOe 8 VERSAMMLUNG su KUrm von Prof. Dr. Chalm Wcizmann. Veranstaltet von d. Berliner Zionistisch«!» Vereinigung «nd den Zionistischen JugcodverbHndrn, Karten snra Preise von Mk. ft —, 0.« unil 3,— nur im Httro der B. Z. Vi Heloek««tr. 10, bis Freltaer, den 0. Januar, BUhr nachm., erhältlich. As dar Theaterkasse kein Kartenverkauf.!i I ■ I m I »i- F KBfflälKlTXTnStSXBM Die Schalerzahl In dca palästinensischen Schuten Die diajährigen Anmeldungen zu den hebräischen Schulen, die von der Zionistischen Exekutive mm größten Teil aus Mitteln des Kcrcn Hajcssod erhalten werden, bedeuten einen Rekord. Die Gesamtzahl der Schüler beträgt 12709 gegen 11 524 Im vorigen Jahr. Die Vermehrung der Schüler- Zahl macht sich besonders In Jaffa bemerkbar, liier bcträgt der Zuwachs 036 Schiller. Die Gesamtzahl der Schüler in Jaffa beträgt 4 063 und erreicht fast die Zahl In Jerusalem, (•I143). Der Zuwachs In Jerusalem Ist 183, In Haifa HO. Um den erhöhten Anforderungen in Jaffa zu entsprechen, wurden 12 neue Klassen eröffnet. Genen die Freimaurer Jerusalem (J. T. A.). Das Organ der Palästinensisch» Arabischen Exekutive „Fclrstin", sowie das Organ des la» tclnischcn Patriarchen in Palästina »Rakih Sinn" veröffentlichten beide am 21. Dezember Artikel, In denen vor dem Anschluß an die vor kurzem gegründete Freimaurer» löge gewarnt wird. Bekanntlich nimmt die ncugcgründctc Freimaurerloge Christen, Juden und Mohammedaner als Mit» glieder auf und hat sich zum Ziel gesellt, den Frieden unter den verschiedenen Gemeinschaften Palästinas zu fördern. Die erwähnten Organe erklären, die Juden benutzen die Loge als Wcrk/cug, tun die Judenlicrrschaft In der ganzen Welt zur Geltung zu bringen. Das beweisen die Protokolle der „Welsen von Zinn". Judaismus und Frcimaurcrtmn sind Werkzeuge der Idee, In der ganzen Welt die jüdische Herrschaft aufzurichten, Die IQdlsche KoIoDlsallonsrjeselhchiU In Rußland Moskau (J.T.A.). Die Regierung der Union der Sowjetrepubliken ratifizierte in einer Sitzung vom 2t. Dezemoer die Statuten der Gesellschaft für die Förderung der jüdischen Kolonisation in Rußland. Durch diese Ratifizierung wird diese Gesellschaft eine legale Organisation, und das bedeutet formell den Beginn ihrer Tätigkeit. Die gegenwärtig in der Ukraine vor sich gehende Re gistrierung »Her landsudicndcn Juden wird im Januar 1025 beendet sein, so daß im kommenden Frühjahr mit der Landverteilung begonnen werden kann. Die Siedlungstätigkeit wird auch sofort beginnen. Die Mehrheit der registrierten luden vereinigen sich zu Genossenschaften. Es Stent schon ictzt fest, daß in diesem Jahre im ganzen 3000 jüdische Familien in den Distrikten Charkow und Jckaterinoslaw mit Land beteüt werden. Jeder Siedler wird eine gewisse Oeldsummc zur Deckung der anfänglichen Siedlungsspesen aufzuweisen haben. In den letzten Tagen wurde eine Konfcrcm von Reglcrungsvertrctern abgehalten, die den Zweck hatte, die Möglichkeiten der jüdischen Kolonisation festzustellen. Die Konferenz; beschloß, die Tätigkeit für jüdische Landansicdlung auf der Basis der Volkszählung des vorigen Jahres zu führen. In dieser Zählung wurde Insbesondere die jüdische Bevölkerung In der Ukraine, Weißrußland, sowie in Ruß. land überhaupt, nach Alter und Beruf gekennzeichnet. Ferner wurde beschlossen, eine Kommission zwecks Untersuchung der wirtschaftlichen Bedingungen der |üdi» »dien Bevölkerung und zwecks Ausarbeitung eines besonderen Slcdluiigsnrograinn.« einzusetzen. Die Untersuchung muß vor Beginn der Frühjahrskolonisation beendet sein. Ferner wurde «in Bischluß angenommen, daß sofort eine Volkszählune und Vermögensabschätzung der Juden in den kleinen Städten vorzunehmen sei, um eine Basis für die Lösung des jüdischen ökonomischen Problem» In den Sowjetrepubliken zu finden VcnAvellclfe.laBe Jüdischer Emigranten In Hamborg Berlin, (J.T.A.) F.ine Gruppe von 150 jüdischen Emlgrauten, die sich seit mehr als einem Jahre In Hainburg aufhält und wegen des Immigrationscinschränkiingsgcsctrcs nicht nach Amerika kommen kann, wandte sich an das Vereinigte Komitee für Jüdische Auswanderung In Berlin {Emlgdirckt) mit einem Schreiben, in welchem es u. a. heißt: Unsere Lage wird Immer grauenvoller. Wir sind seit mehr als einem Jahre ohne irgendeine Beschäftigung In Baracken cinRc- «blossen, die von einem QuarantSncwächter beaufsichtigt werden. Die Kinder haben keine Gelegenheit etwas zu lernen. Es ist verboten, die Quarantäne zu verlassen und In der Stadt zu wohnen. Viele der Emigranten erhielten Briefe von ihren Verwandten in Amerika, die klagen, sie seien materiell nicht in der Lage, für einen so langen Aufenthalt Im Hamburger Hafen zti sorgen. Jede Verdlenstmöglichkclt Ist für uns ausgeschlossen. Im Namen von 150 unglücklichen Emigranten, im Namen der leidenden Jugend, bitten wir, alles mögliche zu tun, um uns von Wer zu befreien. Ans aller Welt Tabakferment-Forschung. Wie wir aus Jerusalem erfahren, hat Prof. Fodor, der ausgezeichnete Chemiker der Univcrsit.lt, an seinem Institut eine Abteilung für Tabak» fermcnt-Forschung eingerichtet. Die Aufgabe, welche dieser Abteilung zufällt, besteht in der Erforschung der chemischen Vorränge im Tabak während seiner Lagerung. Dicscllvcn sind bisher Überhaupt wenig untersucht worden, so daß vieles bei der Tabakcinhgcrung der Routine und dem Instinkt der Tabakarbeitcr überlassen war. Es Ist erfreu' lieh, daß die junge Jcrusalemcr Universität mit der Auf nähme dieser Arbeit wichtige praktische und theoretische Probleme In Angriff nimmt. Die Borochow-Fclcr In Warschau verboten. Aus Anlaß des siebenten Todestages des Begründers des proletarischen Zionismus, Bcr Borochow, willen die rechten Poalc Zlon Warschaus In ihrem Lokal einen Trauerabend zum Gedächtnis Borochows abhalten. Die linken Poale Zton bereiteten Im Theater „Central" eine öffentliche Borochow-Feicr vor. Der Scgicningskommlstar verbot beide Vcranstaltun» gen. Die Polizei veranstaltete eine Haussuchung in der Druckerei „Arbciterhcim" und konfiszierte die 'Borochow gc wfdmcte Nummer 5 des Wochenblatt« „Die neue Arbeiter» weit". " Die ökonomische Lage der Juden In Bcssornblen. Am 23. Dezember fand In Berlin chic Vcrsnmiulimg der Gesell» sclmft „Ort" statt, In der der bekannte indische Srhritlsleller D. ucrgclsohn über ocine Eindrücke berichtete, die er während seiner sechswöclicntlichcii Reise tu Bcssarablcii gesammelt hatte. Fein skizzierte er die Unausgcglichcnhrit des jüdischen Lebens Im gegenwärtigen Ucßarahici», wo dir Intelligenz noch In einer starren Apathie verharrt, während die kernigen jüdischen Massen eine Aktivität an den Tag legen, die verhriflungsvc.il ist. Diese Massen beiluden sich schon in einem Urhcrgaiigsprorcn, der ihnen eine Position in der Landwirtschaft sichern wird, und ihr Kampf für das Recht auf Arbeit und Land entwickelt sich, ohne von «lein spezifischen rumänischen Antisemitismus berührt m werden Ebenso stark ist das Streben zum Handwerk. Die l.ehrwcrk statten von „Ort" sind überfüllt und das Bedürfnis nach neuen Berufsschulen ist groß. Die Möbelaimtcllung von „Ort*'.Erzcugnisscn bat in Bcssarahicu einen tiefen Eindruck gemacht. Au« der Diskussion, In der die Herren Bendcrsky, Klinow, Lcstschiusky, Swct, Dr. Slngalowsky sich beteiligten, wurde klar, daß hei einer weitergehenden Organisation von Kredithilfe für jüdische Bauern und von beruflichen Schulen für die heranwachsende Jugend, die Juden In Bcss. nrnblrn auf günstigere ökonomische Bedingungen rechnen können. Die Kamplinctliolcrj des C.-V. Herr Prof. Heinrich Locwe sandte, wie er un» mitteilt, folgende Berichtigung an die Redaktion der „C.-V..Zeitung" In Berlin: Geehrte RedaktionI In Ihrer Nr. 51 vom 10. Dezember 1021 bringen Sie offenbar von einem gelegentlichen Mitarbeiter, einen Bericht über einen von mir gehaltenen Vortrag unter der Ucbcr.schrilt „Schärfster Kampf gegen den Central.Verein, Prof. Locwcs Herausforderung" und ziehen in Ihrem Leitartikel aus diesem durchaus unwahren Berichte die Folgerung, daß man staunen muß, „welche Flut von Schmähungen ein angeblich gebildeter Mann, durch den Masscnbcifall Hunderter von Ostjuden aufgepeitscht, in noch Immer sich steigernder Weise von sich gibt". Es Ist unwahr, daß Ich In einer Versammlung von Ost- Juden den genannten Vortrag gehalten hatte. Vielmehr war es eine vom Neuen indischen Ocincindc-Vcrcin einberufene allgemeine jüdische Versammlung. Dt ist unwahr, daß Ich In schwer verletzenden Austollen gegen fast alle jüdischen, religiösen und politischen Richtungen aufgetreten bin. Vielmehr habe ich einen historischen Vortrag über Verfallserscheinungen im Judentume im allgemeinen, und im deutschen Judentume insbesondere, wahrend der letzten zwei Jahrhunderte gehalten. Die Mitteilungen, die Sic von diesem Berichterstatter erhalten haben, sind tendenziös entstellt, sind im allgemeinen unwahr und Im ganzen verzerrt. Soweit einzelne Acußcruiigcii überhaupt zu erkennen sind, sind sie aus ihrem Zusammenhange gerissen und Ihnen durch einen neuen Zusammenhang Schürfen und Spitzen gegeben, die In meinem Vortrage in keiner Weise begründet waren. Es ist unwahr, daß Ich gesagt hatte, die wahren Urheber des Antisemitismus seien die Assimilationsjuden. Vielmehr sagte Ich, daß die getauften Juden, eben durch ihre Taufe, dem Antisemitismus durch eine Tat Recht geben; denn man erklärt eine Sache, die man verlaßt, um sich einer anderen anzuschließen, für minderwertig. Ihr Bericht stellt In den Mittelpunkt meiner Ausführungen die Person des Herrn Moritz Locb. Ich habe Herrn Moritz Locb nur einmal zufällig kurz erwähnt; aber weder In dem von Ihnen angegebenen Sinne, noch in diesem Zusammenhange Es Ist unwahr, daß Ich gesagt hätte, die Organisation der „Polakim" sei der Ccntral-Vcrein. Vielmehr habe Ich auseinandergesetzt, In welchen Schichten nacheinander die Juden aus Osteuropa in den letzten zwciumlcincmhalhcn Jahrhundert nach Deutschland zurückgewandert sind, wo sie. nur eine ganz geringe Zahl In Deutschland seßhaft gebliebene Juden vorfanden. Es ist unwahr, daß ich gesagt lütte, d.iß sich gerade diejenigen, die am der schwärzesten Orthodoxie stammen, hätten taufen lassen und die schlimmsten gewesen wären, die erst den Antisemitismus gemacht haben. Es Ist unwahr, daß Ich gesagt hätte, daß man es der Regierung gar nicht übelnehmen könnte, wenn sie bis vor kurzer Zelt ungetaufte Jeden von der Anstellung als B:» .mite ausgenommen hat. Vielmehr bin Ich selbst seit mr.«3 20 Jahren Im preußischen Staatsdienste und habe niemals unterlassen, öffentlich zu betonen, daß die ungcmlndcrten Röchle aller Staatsbürger unabhängig sein sollten von der religiösen, sozialen oder politischen Anschauung des Staatsbürgers. Es Ist unwahr, daß Ich gesagt hätte, der Liberalismus bedeute Eiitjudung und nllcrschlintmstcn Antisemitismus. Ich habe mich vielmehr bemüht, die den Liberalismus bewegenden Gründe gerecht abzuwägen, aber selbstverständlich meine eigenen jüdischen Anschauungen demgegenüber abzugrenzen. Es ist unwahr, daß Ich zu einem Angridskamnfc gegen Irgendeine Partei im Judentume aulgefordert hätte. Vielmehr habe Ich es als unzulässig zurückgewiesen, daß ein Verein, der nach der Absicht seiner Gründer zur Bekämpfung der äußeren Feinde des Judentums alle Kräfte im Judentume einigen wollte, statt dessen eine bestimmte jüdische Anschauung angreift und aus der Gesamtheit der deutschen Judenhcit und des Staatsbürgcrtums in gewissem Sinne ausschließt. Ich erwarte, daß Sic auch einem Menschen, dessen Bildung In Ihrem Leitartikel In Zweifel gezogen wird, die Oercchtlg. kelt widerfahren lassen, um In Ihrem Blatte festzustellen, \iß Sic durch einen Berichterstatter, der offenbar meiner Sprache nicht genügend zu folgen vermochte, über die Tendenz, den Inhalt und den Charakier meines Vortrages getäuscht sind und dadurch zu dem unbegründeten Angriff gegen mich und die Jüdische Volkspartcl, der Ich angehöre, veranlaßt worden sind. Hochachtungsvoll Heinrich Locwe. Zur Geschichte der Berliner jüdischen Gemeinde. D.e Fraktion der jüdischen Volkspartei hat einen Antrag eingebracht, den Gemeindevorstand zu ersuchen, Maßnahmen zur Erforschung der Geschichte der Berliner Jüdischen Gemünd; durch Matrriatsammlimgcn, Monographien, evtl. durch Schaffung einer Zeitschrift, oder andere Mittet zu treffen. Jubiläum der Toynbechnüc. Eine der segensreichsten Wohlfahrtscinrichtungen unserer Stadt, die fovn beeil alle der Berliner Losen U.O.B. IV, feierte am Mittwoch, den 3. Dezember, den Tag ihres zwanzigjährigen Bestehens. Die Toynbcchallc öffnet au Ihren Alicmleu die Pforten allen ohne Unterschied, bis, wie es stets der Fall Kl, Ueberfülliing vielen den Zutritt unmöglich macht. Die Jubiläumsfeier, zu der sich der Stamm der Hausg.'istc In erwartungsvoller iMiimiiung festlich «»ekloidet ciwjeluiidcn hatte, wurde durch den Fcstgesang Hallcluja von Hummel eingeleitet, den Oberkantor Wilhelm Frlcdmann mit klangvoller Stimme meisterhaft vortrug. Dann hielt der verdienstvolle Mit» hegründer und langjährige Vorsitzende der Toynbcchallc, Koinmcrzicnrat Maximilian Stein die Festrede, In der er Entstehung, Entwicklung und Bedeutung der Toynbci'halle schilderte. Eine Bewirtung mit Schokolade und Kuchen leitete zum künstlerischen Teil über, der wie stets von bewährten Kräften bestritten wurde. Unser Gesinnungsgenosse Dr. David Baunigardt aus Erfurt hat sich an der Berliner Universität als Privatdvcut für Philosophie habilitiert. Er wird zum erstenmal Im kommenden Sommcrscmcstcr über Geschichte der modernen Ethik lesen. Wir beglückwünschen Dr. Baumgardt zu diesem Erfolt* seiner wissenschaftlichen Arbeit, der Insbesondere unter den heutigen schweren Verhältnissen und bei den bekannten Widerständen, die sich einem Juden entgegenstellen, hoch ru bewerten Ist. Dr. Baumgardt hat außer seinen zahlreichen Werken au» dem Gebiete der Philosophie auch eine Reihe von Arbeiten aus dem Bereich der jüdischen Rcligions- Philosophie verfaßt. Druektchler»Btrlchllyuag In dem In Nr. 1 der „Jüdischen Rundschau" veröffentlichten Bericht über den Vortrag von Herrn Dr. Welsl muH es austritt „In einem von der Zionistischen Ortsgruppe Berlin-West veranstalteten Abend von Dr. A. Apfel" richtig heißen: „... veranstalteten Abend unter dem Vorsitz von Dr. A. Apfel". t.:. 'i'^^siT, *,.'«sX^'rTC^tr^•»'v.T\»?*T* w*...., „, 1,.xl^v.w_4t.,t^u,.,*»»,..i,,„»„*^„Ä.-„, — '»■'■<»-l if§n in to anoapi

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