Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1925-01-06 · Heft 2 (6.1.1925) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 2 (6.1.1925)
Date
1925-01-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2651273-2652691-2652693--17033-3517862
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

10 entity mentions

lUCDISCHfi RUNDSCHAU Seite 17 lebrerstrclk?*) Von unserem Korrespondenten. «, g. Jerusalem, 23. Deaeraber. Die letzten Wochen brachten dlo «elt langem latenten Konflikte twlschcn der Lehrerschaft Palästina und dem Er* •uehungsdeparVrlncn» »um Ausbruch. Nach einer langen Reihe von Versuchen, die schwere Laqe, In der »Ich die Lehrer und damit da» Scluilwerk Im Lande befindet, zu bessern, verhandelt Jetzt die Lehrcrorganlsation mit dem Erzkhungsdeparlernent unter der Drohung dea Streikt. Erat nach Immer wiederholten Erwttyirgcn und mtt sehr schwerem Herzen hat fleh die Organisation bi diesem ScJtritte entschlossen. Unter der Lehrerschaft Palistmas hat die Anschauung Immer stärker tri Boden gewonnen, daß die Erziehungsarbeit won der Zionistischen Organisation nicht mit dem gleichen Ernste und der gleichen Hingab« behandelt wird wie andere Qtblete dea PaUstlnaaufbaui. Ire Gegenteil glaubte man mit Bedauern bemerken zu müssen, daß sowohl die Oeffenlllchkeit Im In* und Auslande wie auch die verantwortlichen Instanzen der Leitung diese Arbeit mehr und mehr auf die leichte Achsel nähmen. Demgegenüber gewinnt die Erde* hungsarbeit — so argumentiert die Lehrerschaft werter — täglich an Bedeutung. Die steigende Alljah, die In Immer stärkerem Maße Familien umfaßt, verpflichtet zu einer Aus* treibung und Intensivierung d:r Erziehungsarbeit. Desgleichen die Innere Konsolidierung und natürliche Vermehrung des Jischuw, durch die jedes Jahr die Anzahl Von schulpflichtigen Kindern wichst. Vor drei Jahren betrug das Erziehungs* budget 100000 £, in diesem Jahre 60000 £. Demgegenüber wichst die Zahl der Kinder mit jedem Tage und die Lehrer sind nicht imstande, ihren Bedürfnissen durch Gründung neuer Institute oder durch Vergrößerung der bestehenden gerecht zu werden, im letzten Jahre haben die Lehrer 10 ihres Oehalts der Deckung de« Defizits gewidmet. Im laufenden Jahre hat die Lehrerorganisation beschlossen, die OeMltcr herunterzusetzen, um eine weitere Defizitwirtschaft zu vermelden und in der Hoffnung, damit regelmäßige Zahlungen zu erreichen. Dieses Ist ein für europäische Verhältnisse sehr ungewölmIloh<r Fall, daß eine professionelle Organisation, statt In erster Linie für eine Verbesserung der materiellen Lage Ihrer Mitglieder zu sorgen, eine Kürzung der Lohne vornimmt, well die Entwicklung der Institutionen dieses verlangt. In Palästina freilich, wo die Arbeiterschaft sich tagtiglkh dieses Mittels bedient, um Arbeitslosigkeit zu verhindern und neue Arbeitsmöglichkeiten zu erschließen, wird dieser Weg mehr und mehr selbstverständlich. Durch diesen Schritt Ist d,e bisher (ttlwllllgr Abgabe von 10 •> zu einer dauernden gemacht und sanktioniert worden. Zugleich Ist die Arbeit der Lehrer in den letzten Jahren sehr viel schwerer geworden. Da die Eröffnung neuer Klassen notwendigerweise neue Ausgaben mit sich bringt, hat man unter dem Zwang der Verhältnisse die bestellenden Klassen vergrößern müssen, ebenso die Kindergärten. So ist es gekommen, daß In vielen (/lassen mehr ab vierzig Kinder zusammengefaßt lind, und daß in Kindergarten mit mehr ala 70 Kindern nur zwei Kindergärtnerinnen arbeiten. Trotzdem aber ist das Schuiwerk In Pa* Ustlna nicht Imstande gewesen, sich weiter zu entwickeln und die Lehrer sehen, trotz aller Ihrer Anstrengungen keinen nennenswerten Fortschritt In Ihrer Arbeit Von den zirka 2000 Kindern, die In der letzten Zelt elryieWartd;rt sind, bat nur ein kleiner Bruchteil in deo Schulen des Erziehungs* denarlemtnta Aufnahme finden können. Dasselbe gilt von den ungefähr 1000 Kindern, die durch natürlichen Zuwachs In dteaem Jahre schulpflichtig geworden sind. Ein Teil der Kinder findet In den Allinnce* und Missionsschulen Aufnahme, ein anderer bleibt ganz ohne Unterricht. Abgesehen von diesen Tatsachen war d!» materielle Lage der Lehrer durch die unregelmäßige Auszahlung der Gehälter fortlaufend schlechter geworden. Im Dezember war das Atif-ustgchalt noch nicht gezahlt worden, und unter dem Drucke der Organisation hat man Jetzt die Rechnungen für Oktober beglichen. Laut dem Versprechen des Departements soll dss Augustgehalt im Dezember, das Septembergchalt Im Laufe des Jahres 86 gezahlt wcrdeir. In dieser Situation •teilte die Lehrerschaft Jerusalems folgende Forderungen auf: Zahlung der Ochälter für Ausist, September und November und ein Versprechen des Erzklmng*!cpnrterncnti, ran nun an Ihren Verpflichtungen monatlich pünktlich nachzukommen. Sollte dieses Ultimatum nicht bewilligt werden, ao würde, der Streik proklamiert. Von Jen»afcm aus wurde e'me Aufklärungsarbeit Im ganzen Lande begonnen, um die anderen Tellorganlsatlonen zu gemeinsamem Vorgehen zu veranlassen. Danach sind die genannten Forderungen ah ultimativ dem Erziehungsdepartement vorgelegt worden. Augenblicklich tagt In Tel Awlw eine Konferenz der lehrcrorganlsation, die unter anderem auch zu dieser Präge offiziell Stellung nehmen soll. Die Verhandlungen zwischen Lchrcrorganlsatlon und Erzlchungsdcpartcmcnt, die unter Teilnahme und Vermittlung des Waad Leurnl stattfinden, sind noch nicht abgeschlossen. Man bemüht »ich rurreit vor allem darum, einen Zahlungsmodus herauszufinden, der eine größere Sicherheit Im Eingang der Oelder garantieren soll. Die Voranschläge des Depo Herne »ts haben bisher darunter gelitten, daß die Höhe der ein* gehenden Schulgelder nie genau abzuschätzen war. Dieser Tatsache soll durch eine andere Verteilung des Budgets auf die verschiedenen Monate Rechnung getragen werden. Es ist zu erwarten und zu hoffen, daß auf irgendeine Weise der Streik vermieden und den Forderungen der Lehrer Rechnung getragen wird. Um so mehr, ab die Lehrerschaft vor auen anderen an einem Fortgang der Arbeit Interessiert Ist, und Ihren Zweck, die weite Oeffentlichkeit auf die gefährdet« Lage dea Schulwerks aufmerksam zu machen und aufzurütteln, bereits durch die bisher erfolgten Aktionen erreichen kann"; (Anmrrkunp. In den Streikbeschluß sind nicht einbezogen die Schulen der „lea" und die Institute, die vorwiegend ein eigene« Budget haben, wie das Gymnasium ■i Tel-Awlw und die Realschule in Haif-v) Kein Lebrersfreik Jerusalem, 29. Dezember, (J.T.A.) Die Gefahr eines Lehrerstretks In den Schulen des Waad Haehlnuch (Erzlehungsrat der Zionistischen Exekutive) Ist behoben, naclidcm dl« Zionistische Exekutive den Lehrern die gesamt* Ochaltvxjmme hat auszahlen lassen. b.l. Korr« •) Obwohl nach den neueiten Nachrichten der Konflikt igt Ii et Ist, halten wir doch die Schilderung unteres respondenisa Ober dlj Zuitlndt, dl« den Streik herbei* mtt Inn«»! A»r V«mNuA «tm.« m» b^i rvrretpgnQcniss, uoer ort «uunae, di« aen streik hertx gsruhrt haben, der Veröffeflttlchiuig für wart. Red. Die Novembereingange des Keren Balessod Die Barelngänge dea Kcren Hajes »od Im November betrugen rund 36000 £. Besonder« erfreulich Ist, daß In diesem Monat alle Linder an dieser Leistung beteiligt alad. Zu diesem Betrag trugen die Vereinigten Staaten von Amerika etwas weniger als die Hälfte bei, da die dortige neue» Kampagne noch nicht eingesetzt hatte-, die größeren Eingänge aus Europa und anderen «ußcreiiropalsclicii LRmle.'n haben bewirkt, daß trotzdem der durchschnittlich!* Monats* ertrajg erzfeit wurde, Polen überwies In diesem Monat z.B. 4300 £, das erste Ergebnis der untar Leib Jaffa durchgelührten großen Kampagne. Südafrika sandte auch In diesem Monat mit gewohnter Treue seinen monatlichen Beitrag, der diesmal 4200 £ ausmacht, Zum ersten Mal seit langer Zelt nimmt England unter den tum Kcren Hajeatod beitragenden Lindern ein Ehrenplatz ein mit 4000 £-, tnan darf erwarten, daß die Einnahme Im Dezember noch größer sein wird, da (He von Dr. Ooldsteln geleitete große Kampagne In England erst Im Anfang steht. Außerdem wird sich Im Dezember auch der Fortschritt der In Ruminien und Kanada durchgeführten Kampagnen bemerkbar machen, so daß Hoffnung auf große eingingt Im nlehsten Monat besieht. 1. Vereinigte Staaten von Amerika .... £ 17619, 8. 7 2. Polem Warschau .... £ 3 WS. 17.1 Ostgallzlen . , . „ 334.24.**» » 4333.11. 8 3. SÜdafr'ka .....,..... * 4200--- 4. England ........, . „ , „ 4 "TO/—.— 5. Elnzclbeltrlge . . , . , '..... » 1233. 8. 2 6. Rumänien! Bukarest ... £ 600,—.—. Beßarabten . . „ 205,— Transtylvanlen . n 160.12,11 Bukowina. .-, „ 117.0,8 „ 1033.2.7 7. Litauen .......7 .... " 621.15,- 8. Argentinien , . . t , . , . , , „ 500,—.— 0. Tschechoslowakei ........ „ 483.15. 2 10. Lettland ,,.'....,.,,■'„ 406. 8. 6 11. Jugoslawien , « . . , ..... „ 302, 3.— 12. Brasilien „ 371. 1.10 13. Tunis.............„ 228.11. 5 14. PaIJstlna ...........» 200.13. 7 15. Schweden............ Vi. 3. 3 16 Elsaß-Lothrlngen ........., 68.19. 4 17. Schweiz.........., , „ 47.16. 1 18. Oesterreich.......... 47,8.2 19. Holland . ,..........* „ 45.13.— 20. Danzlg............. „ 38. 3. 7 21. Norwegen .........t . „ 13.13.— 22. Ungarn ............ „ 13.7. 2 23. Chile ............. „ 11.9. 8 24. Russische Flüchtlinge........~£ 30065' \ 3 Die bisherigen Oesamternglng« des K.H. betrugen am 3a November: £ 1592 480.1.7. tlnr* chrlslllche stimm« Der „C e s k y Z a p a 1", offizielles Organ der t s c h e e h o* slowakischen Kirche, veröffentlicht In Nr. 19 vom 4. Dezember Bh«n ArHk*! ..Die tsrn ch s' w.i'l'cfv! Klrrhe und der ZI n!smus', der Ins'esonclere mit R3cksi ht aat die von gewlMcn .u.nisch-katholl chen Kremc» gefühlte antl« zionistische Agl'ation von Bedeutung Ist Es heißt darin nach kurzem Hinwels auf die Ziele des Zhnlsmusi „Dieser Anspruch der Judin (sc. auf die Helmstltfe fn Palästina) stieß gleich auf den schroffen Widerstand des Vatikans und der mtt Ihm befreundeten Elemente. Dar lateinische Patriarch In Jerusilem, Mmslgnorc Bartasaina, organisiert bereits seit rin gen Jihren den arabische WlderMi nl Segen die zionistische Kolonisation. Er verkünde» der Welt, aß die Zlonlstm In Pähls Ina einen unsittlichen Lebenswandel führen, diß sie das Christentum unterdrücken, wobei auf den Umstand hingedeutet wird, daß der Oouverneur des rolas'Incn'.lsrhen Oibletes (unter d:m Mandate Enc'and») der Zlonlst Herber» Samuel Ist Diese Klagen — und noch d.iru aus dieser Quelle — »lud nicht aft>u g'aithwürdlg. Es sind gewisse Sehirmülrel der „chrlslH-hrn" Klrrhen unter Assistenz vm> tilrklscben Soldaten um dss Orah Ooltes und verschiedene Bezüge b:kannr. Es ist unwahr-chelnlhh, daß die Zionlttcn In Palästina, die wfr aus den B:sehrelhungcn von tschechischen Pa las t Ina reisend en. der Lehrer Peterbok und Mlllc, kennen, die Absicht bitten, die Christen und fllterhumt jcmunden In PallsÜna zu unterdrücken. Au» Ihren Schilderungen svhsen wir, diß die zionistischen Pioniere besonders In den Lan Ischaften voi Oallläa ein reines Lehen führen und Gemeinden von urchrlstllchem Charakter bilden, Oemelnschiften, die mit echter Lhbe zur Menschheit und zu OUt erfüllt »Ind Wenn sie ein eigennütrlgcs rahhinlsch-jiUllschc« und anderes Klrchentum nicht kennen, so sind sie deswegen lange nicht gottk», wie sie Bnrlasslna stlgmn'hlcrt. Es sind In dieser Hinsicht dl« An* schnunnc-en der Repr.1s?nlnnten des römischen KathMIrlmius ührr alle die bekannt, die sich nnch einem neuen wahrhaften Leben hei uns und anderswo sehnen. Hervorragt nde englische Zeugen. eMuhltje Mitglieder der anglikanischen Kirche (Rarnsay MaCdonaW, Churchill. Lloyd Owge, Ormsbv Gore), ferner Professor Mead von «Ur Columbla-l/nlversltät und überhaupt rslle Menschen guten Willens, welch? Fr!r.lcn auf lirtlrn wünschen, brlinjcn Ihre Sympathie den Jü llschnt Enthusiasten entgegen, welche durch Ihre OpterWilligkeit für Ihren Stimm, durch Ihre Anhänglichkeit wir verlorenen Heimat In uns die Bilder menschlicher Brüderlichkeit erneuern, von denen Kabatnlk geträumt hat und um derentwillen er Ins Heilige Land gezogen Ist. (Der Tscheche Karin Kaha'nlk hat Im Jahre 1491 eine Reise nach Paläs'ina unternommen, um dort eine Gemeinde zu suchen, die anjrsb'lc1. dor* Irgendwo den ursprünglichen Charakter der O-melnschaft Christi aufrechterhielt, damit die böhmischen Brüder ein Muster fänden.) Wenn wir bedenken, diß die heutigen Jüdischen Erbauer Palästinas beinahe durchwegs bequeme fierufc fn Europa und Amerika aufgegeben Innen und unter schweren B dlngi'n-rcn Ihrem Stammes* und rerglflsen (nlch«konfe«sl"nellen) Enthusiasmus Ausdruck verliehen haben, so müssen wir sie menschlich begrüßen und ihrem Werk allen Erfolg wünschen. Die tscheehnslownklsche Kolonie In Palästina auf dem Biden des historischen Galiläa, von der unMngst der tschechische Lehrer Mllic berichte» hat, Ist ein srhönes Dikument für die Bestrebungen unserer Zhnlsten. In dieser Hinsicht krtnnen wir voll mit dem Urteil der „Ceskobratrsks LlstV# (Blätter der böhmischen Brüder) übereinstimmen, die gerade vm tschechischen Standpunkte die rlonlstlschen Bestrebungen wflrdlfren. Wenn die römisch-katholische Kirche gegen sie aus dens-lben Orßnden kämpft wie gegen die Wiedergeburt des tschechischen Lebens, gehört den zloonlstlschen Pionieren unsere volle Teilnahme," Emigratton nach Spanien und Portugal? Du Vereinigte Komitee IQr jüdische Auswanderung In Berlin fEmlgdlrekt) hat beschlossen, einen Sonderdelegierten nach Spanien und Portugal zu «ntienden, um dl« Mdgllchktlten «daer Jüdlachen Einwanderung in dies« Uader an Ort usd Stelle iu itudieren. * Kerta DaJeMotMhnkttt (0 Parti Zur, Eröffnung der Keren Hi|e*sod-Karrrnigne In Frank« reich «and unter Teilnahme von Dr. Welzmann und Dr, Felwel In den Salons „Victor Hugo'1 In Pari« sin Bankett statt, Ansprachen hielten: Dcp. Leon Blum, der den Vorsitz führte, femer Dr. Welzmann und Advokat Fernand Coreot. Herr Hille. Zlatopolsky sprach Hebräisch. Es wurden 120000 Franca für den Keren Hajestod gezeichnet, Obembblner Hak be! Sir Derber! Samuel Jerusalem (J.T.A.) Sir Herbert Samuel empfing am 31, Dezember dem Oberrabblncr Kuk. Kuk erstattete Sir Herbert Samuel Bericht über die Lage Im amerikanischen Judentum/ Sodann machte er dem Oberkoramlssar Vorschläge etre'.fcnd die Rechte der Rabbiner In Pallstlns unter der geplanten jüdischen Ocmelndeordnung, die Jetzt im Kok> nlslamt Oegenstand der Beratung ht. Die Besledlono der nenea BMen Nachdem die Vorbereitungen für die nichstjlhrlge Kolonisationsarbeit rbgeschlosaen sind, werdeß demnächst Vertreter der Zionistischen PaUstina-Exekutlve und der Zentrale des Nationalfonds zusammenkommen, um über die Besiedlung det vom K1CL, kürzlich Im Emck erworbenen Undereien zu beraten. An dieser Besprechung werden für den KKL, Usslschkln und die Leiter des Hauptbüros und für die Exekutive van Vrleslaml sowie die Leiter des Kotonisatlons* Departements teilnehmen, mmmm^^ammmmmmm Pluchas Cstia la Lonttoi London, (J.T.A.) Der Präsident der Agudas lisixwl, Dr. PInchas Cohn, berichtete In einer Konferenz dea i'cnlralkomltccs der Londoner Agudas Jisrocl, die am 16. Dezember tagte, Über die Lage in der Bewegung. Er sagte, die Arbelt der Agudah gewinne In der ganzen Welt Immer m:hr an Ausdehnung, die Agudah sei ein wichtiger Faktor in politischen und religiösen Leben des Weltjudentum». Dr. Cohn »•igle, er «et Im Auftrage des Zcntralratcs der Anudah Im Zusammenhang mit der palästinensischen Jüdischen Oemelndeordnung nach London gcknn.men. Seine Aufgabe Ist es, gegenüber den zuständigen AutoritStess und den parlamentarischen Kreisen den S andpunkt des unabhängigen orthodoxen Judentums In der Frage der Gemeinde- Ordnung ru vertreten. Er sei überzeugt, dau ss nicht In der Absicht Großbritanniens liegen kann, die Orthodoxie fhrer Unabhängigkeit und Ihrer al'en religiösen Rechte zu beraube». Er sei sicher, daß man den Vertretern der Agudah Gelegenheit geben werde, Ihre Vorschlage vor den verantwortlichen Autoritären offiziell dirrulegen. Man werde bei der Ratifizierung der Oemelndeordnunt» diese Vorschläge sicher fn Betracht ziehen. Herr Dr. PInchas Cohn zitierte zum Schluß die Aeußerung einer autoritativen britischen Persönlichkeit, die Ihm sagte: ..Großbritannien gründet seine Macht auf dem Schutz der Minderhelten und nicht auf religiöser Unduldsamkeit." Der Präsident tfer Agudah be! Babbl Kok Frankfurt a. M. (J.T.A.) Der Präsident der Agudah- Weltorganisation, Jakob Rosenhelm, Frankfurt a. M. suchte den Oberrabbiner von Palästina Rabbi Kuk, seihrend dessen Aufenthalts io Basel auf und hatte mtt Ihm eine mehrstündige Unterredung. Wie verlautet, führt« diese Jedoch ru keinem positiven Resultat, da eine EH* gung nicht erzielt werden konnte. Deportieroaccea rosslsdter Zloilstrn Die Mitglieder der Zelre-Zlon tn Rußland, AnatrtH G rO n» feld und M. Batsewltz, wurden von den Soujctbchörrtto In die Gegend vnn Turuchan, der übelsten Gegend In ganz Sibirien, verschickt. Trotz des schweren Winters wurde ihnen nicht gestattet, warmes Zeug und Proviant mitzunehmen. Der linke Zeire-Zianlst Mich alek audJelisawethg-ad wurde iu drei Jahrih Zwangsarbeit auf den Solowetzkl-Inaeln verurteilt. Vor kurzem sind mit dem Dampier „Tschltseherln" 207 JOdlsehe Passaglere auf dem Wege nach Palüstlna In Konstantinopel eingetroffen. 77 dieser Passa« giere sind Zlonlaten, die nach mehrmonatiger Ge* fUngnlahalt zur Auswanderung nach Palästina verbannt wurden. Kleine Nachrichten Oborhatirat Robert Stricker veröffentlicht In der „Wiener Morgenzcltung" eine Erklärung über seinen Rücktritt als Vizepresident des A. C. Wir werden die Erklärung In der nüchsten Nummer veröffentlichen. Der soeben erschienene Jahresbericht des britischen Königlichen Münzamtca bringt u. a. auch die Abbildung des Staatsatempels für Pallstlns. Die Abbildung zeigt eine orientalische Stadt auf einem Hügel mit der Auf* schritt „Regierung von Palästina" lo englischer, hebräischer und arabischer Spr.iche. In Brüssel starb im Alter von 68 Jahren der bekannte aus Rußland stammende Orientallst Jacob Israelsohn. Sein Sondcrgebiet waren die alten judro-arabischen Literaturen. Er veröffentlichte zahlreiche Schriften, die In der wissenschaftlichen Welt viel Beachtung fanden. Am 3. Januar vollendet der Rabbiner von Lzuphelm, Dr. LeopoM Treltel. sein 80. Lebensjahr. Im vorigen Jahre vollendete er sein Werk „Die gesamte Theologie» und Phllosonhle Philos von Alexandria". Am 27. Dezember verstarb In Paris Ins Alter von 57 Jahre« der berühmte Zeichner und Maler Leon B a k a t. Wir behalten uns eine Würdigung des Künstlers vor. fn hohem Alter Ist In Paris der bekannte Jüdische Maler Wormi gestorben. Er war Ritter der Ehrenlegion. Bekanntlich hat Dr. Ruppln den „Doar Ha Jörn", der In einer Reihe von Artikeln Ihm ehrenrührige Handfungen wflhrend seines Wirkens In Konitantlnopel vorgeworfen hatte, verklagt. Der Prozeß soll am 19. Januar In Jerusalem stattfinden. Die Levantellnlft In Hamburg hat einen zwelwöchentllchea Sonderdlenit vom Danzlger Hafen über Hamburg nach Palästina eingerichtet, der In erster Reihe für das Ojpliek der PalUstlna-lmmlgrantcn und für die für die Industrielle TAIIpkelt In Pallsthia nötigen Maschinen und anderen Oegcnlllmfe, die aus Polen hintransportiert werden, bsiilmmt Ist Alte Anteilscheine der palästinensischen Versiehe« rungsgesellsehaft Ha-Sne Im Betrage ton £ 25000 Sind In Pallatin« selbst bereits, placiert worden. Demnirhat sott dl« Qründunffsvsrsammlung der Oesstlschaft ttaUllndta, als «In« neue Leitung zu wählen habe« wird.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.