Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 2 (6.1.1925)
- Date
- 1925-01-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 2 Zionistische Tagungen Siebente Landeskonferenz der Ztonlstcn KoagreOpoleas In der letzten Dezemberwoche htt In Warschau die VII. Landeskonferenz der Zionistcn de» früheren Kougrcßpolcn stattgefunden, die von gegen 150 Delegierten beschickt wir. Die Konferenz \v»r von großer Bedeutung, dt et hier noch einmal zum Musen der Kräfte der beiden Qruppcn Orünbaum (AI Hamischmar) und Oottlicb-Lcvite (Ein Liwnoth) kam. Schon die Wahl des Präsidiums, bei der der Kandidat der GoltJicb-Gruppe, Senator Dr. Braudc zum Präsidenten gewählt wurde, ergab ein ungefähres Verhiltnls der beiden Oruppcn von drei Fünftel zu zwei Fünftel. Bei den Wahlen zur Permanenzkommisslon wies die Eth-Liwnolh Oruppe 75 Delegierte und die Al-Hamischmar-Oruppc 42 Delegierte auf. Der bisherige Präsident der Zionistischen Organisation Kongrcöpolens, J. Orönbaum, hatte In der Eröffnungsitzung die Aufgabe der siebenten Konferenz dahin umschrieben, dafl endlich der unmöglichen Lagt, daß die Minder« hclt die Führung In der Organisation Inne hat, ein Ende gemacht werden muß. Die Mehrheit muß* di« Leitung und Verantwortung übernehmen und die Minderheit wird vergehen, ihre Ideen In der Masse zu propagieren. Im Namen «ler Minderheit «prncls sich Grünhaum gegen die Verbreiterung der Basis der Jcwlsh Agancy durch Aufnahm« von Nichtzlonisten aus. Er sagte für den kommenden Kon. greß einen schweren Konflikt voraus. Er seilte dann seinen eigenen Plan der Mitarbeit mit den Nlchlzlonisten auseinander. Die Hauptredner der Opposition gegen den Vorstand, die auch früher schon die Majorität darstellen, Dr. Oottlieb und Lcvltc, warfen Qriinhaum vor allem den Versuch der Einengung der Zionistischen Organisation vor. Dieser seiner Tätigkeit sei es zuzuschreiben, daß Polen in diesem Jahre mir etwas fiber 30 000 Schckcl aufgebracht habe, Besonders zu kritisieren sei die Art des Verhaltens zu der sogenannten vierten AJijah. Orünbaum glaube, daß der Bau von Stidten In Palastina nicht Zionismus bedeute, und dies sei falsch. Die Wichtigkeit des Zionistcnkongrcsscs werde laut Ansicht der Eth-Llwnolh-Onipp« von Orünbaum weit Übertrieben. Die Hauptsache sei der möglichst rasche Aufbau Palästinas und nicht Zionistische Organisation und Zlonlstenkongrtß. Die Replik Orünbauma, der erklärte, er wisse, daß er auf einem verlorenen Posten kämpfe, machte durch Ihre Offcnherrt-Ht und Resignation großen Eindruck. Orünbaum warf Octtlicb vor, er sei zum Panegyriker des jüdischen Kleinhändler -Tjpus geworden. Oottlieb wolle ein jüdisches Palästina, er aber in Palästina ein gesundes jüdisches Volk. Er müsse gestehen, daß er den Schlüssel zum Herzen des Volkes verloren habe, und es sei tragisch, daß er fühle, daß die Mehrheit Irre, und weder die Kraft noch die Möglichkeit habe, sie von Ihrem Irrtum zu bekehren. Das Absolutorium in der Fassung, die siebente zkmisthclic Landeskonferenz druckt bei Berücksichtigung der schweren Arbeitsbedingungen dem abtretenden Zentralkomitee die Anerkennung aus, wurde bei Stimmenthaltung der Anderen von der Oruppe Al-Hamlschmar angenommen. Nach Beendigung der Diskussion wurde zu der Abstimmung geschritten. Das Resultat derselben ist ein Siv: der praktischen Oruppe „Eth Llwnot" über die von Orünbaum geführte Oruppe, die die Politik der Zionistischen Exekutive bekämpft. Es wurde die folgende Resolution angenommen: Die 7. Konferenz der Zionistischen Organisation In Polen erklärt angesichts des großen Dranges der jüdischen Massen, ihr Schicksal mit Palästina zu verbinden, daß die wichtigste Aufgabe der Zionistischen Weltorganisation in der Verbreiterung des Rahmens der Aufbauarbeit In Palästina besteht. Das Land muß fähig gemacht werden, den breiten jüdischen Emigrationsstrom aufzunehmen. Die Konferenz begrüßt die Unterhandlungen, die der Präsident Dr. Wcizmann mit Bcnyj auf die Erweiterung der Jewlsh Agency führt. Die Konferenz fordert die Zionlsten in Polen auf, sich um die Organisation fest zusammenzuschließen, damit die große historische Aufbau-Epoche sich erfüllt. Das neugewihlte Zcntralko mltec besteht aus folgenden Herren: Leon Levite, Dr. Oottlieb, Dr. M. H Indes, Dr. Feldstein, Heitmann, Dr. Balaban, Dr. Korngrün, Seidemann, Dr. Hichowskl, Dr. Brande, Schwif und Dr. Rosenblalt. Die Abstimmung ergab 82 gegen -t0 Stimmen. Dr. Oottlieb wies in der Schlußrede aul die großen »eröicnste des bisherige« Präsidenten Dr. Orünbaum hin; die Konferenz bereitete Dr. Orünbaum eine langdaucmdc Ovation. Dem neuen Zentralkomitee wird kein Präsidium vorstchen, sondern es wird von einem Kollegium geleitet werden. Die Mitglieder der früheren ExctaiÜve (Qrunlmwn-Onippc), die alle eine Wiederwahl in das neue Zentralkomitee abgelehnt haben, haben dagegen die Wahl in den neuen .Pnrtclrat angenommen. Ramünlscher ZIonisIcn-Konqreß Bukarest (J.T.A.) Am Donnerstag, den 25. Dezember, wurde in Bukarest der Kongreß der Zionistcn des alten Königreichs eröffnet. Vertreter der Zionistischen Organisattonen Bcssarabicns, Transsylvanlens und der Bukowina Oberbrachten die Grüße ihrer Landsmannschaften. Der Präsident der Zionistischen Exckullve, Herr Nahum Sokolow, hwlt eine Ansprache an die Delegierten und war Oegenstand großer Ehrungen. Aus Anlaß der Eröffnung des Ztonlsten-Koiigrcsses fanden *n alle« sephardischen uid aschkenas sehen Svnajogcn Gottesdienste statt, wobei zur Unterstützung des Keren Hajcssod aufgefordert wurde. Herr Nahum Sokolow empfing die Vertreter efer Presse und erklärte ilmcn die Ziele und die Leistungen des Zionismus. Dann sagte er: Die Juden in Rumänien müssen eine ethnische und religiöse Minorität sein, dlo geschützt werden muß. DSe rumänische Judenhelt muß gegenüber dem rumänischen Staate loyal »ein, aber ihre Rasse und Religion bewahren. Es gibt keinen Widerspruch zwischen der Pnltion •Ines Staatsbürgers und der eines Zionistcn, Jabreskonlcrenz des NictorWndlscheu Zlonlstcnbundes Haatr (J.T.A.) Am 24. und 25. Dezember fand In Rotterdam die 25. Jahresversammlung des NicdcrUtidlsehen Zionlstcnbuiidc« statt. Der Versammlung wurde mit großer Spannung entgegengesehen, da sie die Lösung der durch das Abbrechen der Beziehungen zwischen dem NZB. und dem Kuratorium des Kcrcn Hajcssod entstandenen Krise bringen sollte. Die Krise entstand im Zusammenhang mit der Demission aller (der zionistischen wie der nlchiiionlatlsehen) Mitglieder des holländischen Keren Hajcssod, die Infolge eines Konfliktes mit dem Präsidenten der NZB., Herrn Neheims de Lieme, erfolgt ist. Der Präsident der Zionistischen Organlsatlon, Dr. Ch. Wcizmann, hat dann In einer ausführlichen Korrespondenz ru dieser Frage Stellung genommen, woraufhin die Leitung der NZB. erklärte, die Mandate nicht weher ausühcr zu können. Die Versammlung war von zahlreichen Onsten und Delegierten besucht. Nachdem die Mitteilungen des Herrn de Lieme (Vertreter der NZB. Im Kuratorium des Keren Hajessod) von allen Seiten besprochen worden waren und Herr de Lieme in einer zweistündigen Rede über seine Tätigkeit und den Verlauf der Verhandlungen mit dem Keren Hajcssod zwecks einheitlichen Wirkens beider Körperschaften berichtet halle, ging man zur Beschlußfassung über. Herr de Lieme erklärte, daß weder er noch die anderen Mitglieder der Leitung des NZB. eine weitere Funktion im NZB. annehmen könnten, nachdem der Präsident der Weltorganisation, Dr. Weltmann, sie auf Orund von Informationen von nlchtzfonistischcr Seite desavouiert und in einen internen Konflikt einer Landsmannschaft eingegriffen hat, ohne vorher von derselben Informationen eingeholt zu haben. Di« Versammlung nalun die folgenden Entschlüsse an: I, Die Tätigkeit der Leitung wird guVTelielßcn; 2. das Auftreten Dr. Weizmanns wird nicht gutgeheißen; 3. die zionistischen Kuratorien des Keren Hajcssod haben sich den Beschlüssen der JahrcsvciSammlung zu unterwerfen; 4. die gegenwärtige Leitung des NZB. wird aufgefordert, die Leitung wieder zu übernehmen. Da de Lieme kein Mandat mehr annehmen will, wird eine binnen kurzem wieder einzuberufende Verummlung eine neue Leitung zu wählen haben. Mlsrachl« Konferenz Die Mls räch Ive rbä nde in den Donauand Balkanländern hielten ihre diesjährig« Jahreskonferenz vom 25. bis 23. Dezember in Prcßburcj ab, zu welcher 62 Delegierte aus Oesterreich, Tschechien, Ungarn, Rumänien und Jugotlawicn erschienen sin I Den Vnr.il; führte das Mitglied der A.-C, der bisherige Obmann des Zentralralcs Herr Philipp Mayer, der anliß'ifh der letzten Misrachikonferenz in Bertin zum europäischen Leiter der im Februar 1925 In Jerusalem zu eröffnenden „Mitrachlhank" designiert wurde. Nach der Wahl der Mitglieder des Permanenzausschusses referierte Herr Kultusrat Viktor Baumlnger aus Wien über die Erzlchungsfrngcn, Herr Rabbiner Dr. Funk (Bratislava) über die „Tachkemonlichule" und der diesbezüg'rhcn Aufgaben In der nächt'en Zukunft, Herr Ele fant (Munkacs) über das Jüdisch«« Schiilwerk In Karpalhorußland, Herr Dr. Robert Weiß (Wien) Uber Kolonisation und Wirtschaftlagen, Herr LebowItsch (Bratislava! über flaehscharah und Alijah, Herr Maver (Wien) (Iber Bmk- und FinanWragcn, Herr Dr. WMfgane, Welsl (Iber üher die Lage des Misrachl In Palästina, Herr M. Graus (Tapnlczanvl üher verschiedene Pläne der Finanzierung der einzelnen '<V'*'iinprn. Mcrr Gencr'« tv R.'hbinc Dr. Neumann (Wen) ülerdci „K-rcn H.mlsrachl', zi wel hem Thema Herr Ofinsbcrgcr (Rratlshva uj< Korrcfcu erstattete. Schließlich referierte Herr Philipp Mayer (Wim) über Organisation und Icjrte auch gleichzeitig das Bu Iget lür das n.lrhs'c Jahr betreffs der auf dem Gebiete der Dirnau- und Balkanländer befind'! hen Zentralen vir. Im Laufe der hl r auf folgenden sehr eingehenden Debatte sprach Herr Dr. Welsl über die projektierten landwlrtschafl'lchcn Schulen in Palästina und plädierte für die Errl:htunij der hierzu notwendigen Vnrhi'dungnchulen In Curnpa. Herr Malkiel Orü nwald (Wien) beschäftigte sich in seiner Rede mit dem Stamtnimkl. welchen der Misrachl In Mittel-und Osteuropa der „Aguda" gegenüber einnehmen soll und kam auch auf dl verse Mündel in der Verwaltung der Wcltrcntrale In Palästina zu sprechen, als deren sehr bedauernswerte Folge die jüngst erfolgte Spaltung Im „llapocl Hnmlsradil'« zu hc trachten sei Er beantragte diethc/üg'lch entsprechende Reparation und nah-« dann betreffs der Zentrale der Verbände in den D:»nau- und B.ilknnlänlcrn den Standpunkt ein, daß die selben Ihre Sonderstellung aufgeben und sich der neugcgrümle ten Europäischen Zentrale anschließen müßten Er verlangte vom Prrmanrnzau'.s.iuiß diesbezügliche Resolu'Ionen, Herr I. M. Müller (Bratislava) verlangte gemeinsam mit dem Vorredner die Einsetzung eines Wirtschaft «ralcs, Herr Israel Wein roh (Bratislava) und Herr Dr. R. Weiß piununkrten die Ausgestaltung der „Jüdischen Wuchenschilf!" In Wien Herr Josel En gel mann kritisierte die Behandlung de* Mls. rachl scit-ns der Keren-KaJ-mcth. und Kercn-Hn'cssnil.fiüro» und beantragte Im Namen der „Zerre Mlsrachl" in Wien die Einrichtung von Jugendreferaten bei allen Landcszcntralen Mittel- und Osteuropas, Von den angenommenen Resolutionen ist to'gcndcs Mißtrauensvotum gegen de Misr.uhi-Weltzcntiaie bc merkenswert (Resolution Orttnwald): „Die Konferenz bedauert die Veröffentlichung Im .Hator*. durch welche rcli-'lösc Arbeiter des Hapoel IIamit rächi' aus dem Verband des Mlsiaclii ausgestoßen werden sollten, lebhaft. Die Konferenz mißbilligt das Vorgehen der Misrachi-Wcltzcntrale In diesem Falle ebenso wie den Eintritt der Hapoel Hamisrachi In die .Allgemeine Arbeiter- Organisation', was vom Standpunkte der Parteidisziplin sehr bedauernswert erscheint. Die Konferenz hält jedoch diesen Schritt der religiösen Arbeiterschaft für entschu'dbar In Anbetracht der vnll«fim!|. gen Verständiil'.lusigkeit, die den Forderungen der Arbiterschalt entgegengebracht wurde. Die Konferenz hält |:n besondern die Pemn des Herrn Raw Fachmann für ungeeignet die Forderungen der religiösen Arbeiters.luft zu verstehen und zu unterstützen. Die Konferenz sprkht in der Ucberzcutimp daß die praktische Palästlnanrbclt /.u den w.'chll<i<t.'n Oepcih wartsziclcn des Mlsrachl gehört und daß diese' Arbeit ohne religiöse Arbeiterschaft unniögl'ch Ist, Herrn Fhclunann das Mißtrauen aus und erwartet seine sofortige De« mIssion als Vorbedingung für die itötljrc Reorganisation der palästinensischen Misrachl-ExckuUve. Die Konferenz erwartet von den In die .Allgemeine ArbelterOrganlsall >n' Palästinas eingetretenen mlsrarth.stischcn Arbeitern, daß sie nach erlolgtcr Reorganisation der Welt- Exekutive Ihren Beschluß revidieren und wieder in die ,Misrachl-ArbcItcr-Organlsathm',eintreten werden." Eine zweite Resolution (Antrag Dr. Neumann, Bauminger, Dr. Robert Weiß) lautctt «Um den Einfluß der gesetzestreuen Schichten des jüdischen Volkes auf das Ercz lsrael-Werk zu verstärken und den Umfang des gcsctzcstrcuen Jliihuwt zu erweitern, beauftragt 1. die Konferenz, die misrachistischen Delegierten der Donau- und Balkanlindcr auf dem nächsten Zi< n'stcukongriß dihlnruwirken, daß im Sinne des VölkcrbunJinanda cs und der Beschlüsse des XIII. Zionistcnkongrcsscs der von der Aguda-Jlsracl angebotene Eintritt in die Jcwish Agency akzeptiert und ehestens verwirklicht werde unter der Voraussetzung, daß 50".» der Sitze in der Jcwish Agency Im Besitze der Zionistischen Organisation verbleiben; 2. beschließt die Konferenz, daß die Airbcit des Mlsrachl In den Donau- und Balkanländcrn zur Vorbereitung der. Alijah, Hachscharah und s »nstige wirtschaftliche Crez- Israel-Arbeit möglichst Im Einvernehmen mit sämtlichen Resct/cstrcuen Organisationen und Orupnen zu vollziehen Ist, und beauftragt ihre Landesvertreter im Einvernehmen mit dem Ocncralsckretarlat der Europäischen Propaganda- Zentrale In Wien diesbezügliche Unterhandlungen sofort zu erölfnen." Tafliinrj des Bandes zionistischer Franca Anläßlich der Delegierlcnlag\ing fand In Wiesbaden eine Zmniiiiiicnkunlt der zionistischen Frauen und Mädchen statt, die von clwn 100 Teilnehmerinnen besucht war. Von der Leitung wurde ausgeführt, daß den besonderen weiblichen Kräften und Aufgaben für den Wiederaufbau Palästinas von der ausschließlich männlichen Leitung der Organisation nicht das genügende Verständnis entgegengebracht würde. Die Tatsache, daß ein ganz geringer Prozentsatz von Frauen in PaläMina einwandere und auch diese in ihrer Vorbildung nicht den Anforderungen des Landes entsprechen, birgt un. Kcbeurc Gefahren lür den Gcsamlaufhau in sich. Es sei deshalb notwendig, daß die Frauen In besonderem Malle die IMliclit zur Entwidmung und Stärkung der weiblichen Kräfte (ilicrnähiiicn. Dies sei Im wesentlichen Aufgabe des vor einem Jahre begründeten Bundes zionistischer Frauen. Der Bund habe In der einjährigen Arbeit, die durch viele Hemmungen erschwert wurde, eine doppelte Aufgabe zu lösen versucht: einmal eine außenpolitische Arbeit in der Mitarbeit der Vertretung zionistischer Ideen bei der Wlzo als deren Olied er zu betrachten ist, bei dem im Jahre 1024 in Wien begründeten internationalen jüdischen Frauenbund, bei dem jüdischen Frauenbund In Deutschland, In dessen Vorstand der Bund zwei Zionistinnen entsandte und Innerhalb der zionistischen Lande so rganitatlon. Seine Hauptaufgabe hat der Bund den Innerpolitischen Aufgaben gewidmet. Er hat versucht, durch Rundschreiben die Frauen in den einzelnen zionistischen Ortsgruppen über die Entwicklung der palästinensischen Frauenarbeit zu unterrichten und sie auf die wichtigsten materiellen und kulturellen Auf. gaben hinzuweisen Durch Einzelvorträge in Frankfurt a. M., Frankfurt a. 0„ Bamberg. Wür/burrr, Gotha und anderen St.tillrn hat er versucht durch persönliche Fühlungnahme die zionistischen Frauenarbeiten zu klären und zu fertigen. In Veranstaltung von Ku^cn über jüdisches Volkstum, die besonders aul Fraucnsclnile eingestellt waren, hat er den Anfang zu einer zionistischen Fraucnsclnile gelegt und In der Bildung einzelner Ortsgruppen unter den Zionistinnen gefördert. Die Erfüllung der praktischen Aufgaben geschah in engster Zusammenarbeit mit dem „Verband J ft dl scher Frauen für Kulturarbeit in Paläst Ina". Die Arbeit wurde Im Laule des Jahres vollständig ehrenamtlich sowohl vom Vorstand wie vom Sekretariat erledigt. Die Erfahrungen dieses Jahres haben gezeigt, daß eine Vertiefung der Arb;it und eine stärkere Orp.a >isation notwendig sind. Die für die nächste Zukunft zu cilüllenden Aufgaben bestehen In der Heranziehu ig der Frauen zu der Hilfeleistung für den Kulturverband, die Förderung der Clulnzoth durch Aufbringung der Ausbildiingskosteit, der Beschaffung von Lehrstellen, die Förderung der Wirtschafts» stelle des Ilechaliiz durch Bc->c!inffung der notwendigen Au»- rü«lungsgcßcnstäude der O-aluzoth und Chatu/im, eine Mithilfe bei der Aufhriiigung der Mittel für den Nathnalfonds und den Keren llajvs<id. Daneben und als Grundlage jeder Arbeit ist die l.rzicliiingsarbelt unter den Frauen lafje je zu Insten, deren wichtigste Gebiete die llebra'sicning der Frauen, die Verbreitung der Kenntnis des jüdUchen letuns und der jüdischen Kultur unter den Frauen, die Klarung der Problome der Kindercrzichung und die Förderung der Bereitschaft zur Einwanderung nach Palästina sind. Anschließend berichic'c Herr Dr. Erhard über die Möglichkeit d*r Frauenarbeit beim Na'.lonalfonds, Fräu'ch Wein würzet ßbt-r die besonderen Aufgaben des ChaluzsekretariHes und Fräulein PI neun über die WirisrhafissteMe des Herhalu/. IXe Aussprache mit den Vertreterinnen «ler einzelnen Gruppen bewies, daß ein großer Teil der Frauen die Bedeutung der Arbeit erkennt und gewillt Ist, Intensiver als bisher mitzuarbeiten. Nach einstimmigem Beschluß wurden die vorliegenden Satrungen angenommen und folgende Damen tu den Vorstand gewählt: Frau Lesrlnskv, Erna Blankenstein. F a i Wrorwkv, rrau Turn iwsky, Frau Wagner-Tauber, Bertha Kahn (llcr'ln), Frau Epstein (Duisburg, Frau Ncumann (Leipzig, Frau Prilnkel (Ftnnkfurt), Frau Lcibowitz. (Hamburg), Frau Mayer (Nürnberg), Qcrimde Weil (München). Soko'ow beim rumSohclicn Köulppaar nnl (Innenminister Wie schon kurz mitgeteilt, wurde Nahum Sokolow, der am 22. Dezember In l'u':arcst cin-jctrolfen war, am 23. Dezember von König Ferdinand von Rumänien In besondem Awlicnz einplanten. Er wurde auch der Königin vorgestellt. Das Köu!g«inar Inj Herrn Sokolow zum Frühstück ein. Nach der Tafel hatte der Künig mit Sokolow eine längtre Unierrcilun?, die nahezu zwei Stunden dmertc und einen sehr freundlichen Charakter trug. Der Hönecrkuruliclc sich näher Ober die Wlcdcraufliautätitkeit in Palistina, sowie über die Arbeit des Kcrcn Hajcssod. Herr Sokolow schilderte eingehend die bisherigen Leistungen im Wiederaufbau. Die Königin folgte dem Qcspräch mit großem Interesse. An dem gleichen Tage wurde Herr Sokolow auch vom Kronprinzen von Rumänien empfangen. Sodann kam Herr Sokolow mit dem Minister für aus wirtige Angelegenheiten, Duea, zusammen; die Untcihaltting dauerte mehr alt eine Stun.le. Herr Sokolow schilderte dem Minister ausführlich die gegenwärtige Lage der jüd.schcn Wicderaufbauarbclt In Palästina. Herr Duca gab zu Ehren Sokolows ein Diner, dem auch der Sonderdcicgierlc des Kcrcn Hajcssod lür Rumänien, Dr. Wilentky, sowie Vertreter der jüdischen Ocmclnde von Bukarest beiwohnten,