Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 2 (6.1.1925)
- Date
- 1925-01-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2652691-2652693--17031-3517860- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 2 IUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 15 Der XX. Delegiertentag Zu dem in der letzten Nummer der „J.R." veröffentlichten Berichte ist noch nachzutragen, daß das P r i i d I u m des Dekglertentages, da» ht der zweiten Sitzung gewählt wurde, au* folgenden Herren bestand: Dr. Landsberg, Dt, Hantice, Nußbaum, Dr. Rosenberjg, Dr.Weither Kahn, Dr. Rabin, Dr. Wolthelm, Dr. Bandmann. Dem FlnanzauachuB des Dcleglertentagei gehörten an: Dr. Emmerich, Frankfurt a.M,, Dr. Oeraon, Berlin, . Dr. Sally Hirsch, Halben tadt, Dr. Nathan, Cöln, Dr. Sulzberger, Berlin, S. Schocken, Zwickau, Dr. Schwarz, Berlin. Aus dem Bericht des Wahlprüf ungsausschustet, den Dr. Kaznelaon erstattete, ging hervor! Es sind 164, Delegierte gewählt worden, von denen vier Mandate annulliert wurden. AuOcrdem nahmen am Delcgiertentag 20 Mitglieder des Zentralkomitees ohne Stimme und drei nicht als Delegierte gewählte Mitglieder dea Undetvortltndes teil. Der Bericht wurde angenommen. Das Referat von Dr. Nahum Oöldmann Ober Reform der Weltorganisation und die anschließende Debatte werden wir in der nächsten Nummer nachtragen, ebenso eine Zu* sammenstelhmg der Beschlösse betr. Statutenänderung der Z.V.f.D. und die neuen Bestimmungen über Finanzierung. Nachstehend ergänzen wir noch unseren In der vorigen Nummer enthaltenen Bericht Ober die Schlußsitzung. Die Schluß-Sitzung Dkastsf, 4ea SO. Destabcr 1124, nacJimlttigi 4 ijfcr Zunlchst (s. vorige Nummer) berichten Dr. S. Hirsch, Dr. Apfel, Waldmann, Dr. Meyer. Dr. Siegfried Moses, als Referent des Permanenzausichuises, bringt sodann die von diesem akzeptierten Resoluttonsanträge ein; als erster Antrag wird folgender, vom Permanenzausschuß abgeänderter Antrag des Hapoel Hazalr zur Abstimmung gebracht: Der Delegiertentag begrüßt daa Anwachsen der ifldlsehen Immigration aus den Kreisen des jüdischen Mittelstandes nach Palästina und ist erhöhte Bestreben private Kapitalien in industriellen Unternehmungen in Palästina zu investieren, und erachtet es für notwendig, daß auch alle Institutionen der Z.V.f.D. diesen Bestrebungen ihre Unterstützung zuteil werden lassen. Als Voraussetzung für die Forderung dieser Bestrebungen erachtet der Delegierten* tag jedoch!hre organische Einreihung in den organisierten Aufhau einer gesunden nationalen Wirtschaft in Palästina und fordert, daß alle hierzu nötigen Maßnahmen ergriffen werden. Bat dieser Gelegenheit betont der Delegiertentag seine prinzipielle Auffassung, daß nach wie vor der Schwerpunkt der zionistischen Kolonisationspolitik in der verstärkten Fortführung des von der Arbeiterschaft getragenen landwirtschaftlichen Siedlungswerkes liegen muß (Angenommen.) Als nächster Antrag wird folgender Antrag des Blau-Weiß und Hapocl-Hazalr zur Abstimmung gebracht: „Der Delegiertentag stellt fest, daß die Aus breitung der Chaluzluth unter den deutsden Zionisten und vor allem der deutschen zionistischen Jugend voi grSßter Bedeutung für dl« Fortentwicklung der Z.V.f.D. ist, und daß daher die stärkste ideelle und materielle Forderung der Haehseharah und Alilah-Beatrebungen zu den ersten Aufgaben der Z.V.f.D. gehört." Dazu liegt ein Zusatzantrag Hapocl-Hazalr vor: „Der Delcgiertentag ht der Meinung, daß diese Chaluz- und Hachscharah-Arbeit in Deutschland im stindigen Zusammenwirken zwischen Z.V.f.D. und ihren Ortsgruppen einerseits und dem deutschen Landesverband Hecharuz und seinen Ortsgruppen andererseits weiter auszubauen ist; er sieht in der Unterstützung dieser Arbeit durch die zionistischen Ortsgruppen eine ihrer wichtigsten Verpflichtungen und eine bedeutsame Bereicherung ihrer Tätigkeit" Ferner ein Antrag des Misrachl: „Die Hachscharahinstitutioacn des Misrachl sind aus den zentralen Mitteln der Z. V. f. D. in entsprechendem Maße zu unterstützen wie die HachscharahlnstHutlonen des Hcchtluz." Zunlchst wird die erste Resolution angenommen. Ueber die zwei Zu«atzantrige entspinnt sich eine längere Debatte. Welzmanos Abschied Wahrend der Abstimmung ergreift Dr. Landaber; das Wort zu folgender Ansprache: Geehrter Dcleg'sertentag, Dr. Weizmann und Dr. Feiwel müssen um Jetzt verlassen, um an einer anderen wichtig« Veranstaltung teilzunehmen. Wir alle sind uns dessen bewußt, daß die Teilnahme dieser unserer Führer dem Delcgiertentag seine große Bedeutung gegeben hat. Es Ist wohl zu erwarten, daß nach den Worten, die wir von Weizmann heut* gehört haben, niemand aus unserem Kreise welter über Müdigkeit und über die Schwierigkeit der Arbeit klagen wird. Es Ist uns ganz klar geworden, daß gerade die höchsten Stellen unserer Organisation die Last der Arbeit spüren und die berechtigte Forderung aufstellen, daß ein Teil dieser Last von uns übernommen wird. Wir sollten den Dank, den wir Welzmann schulden, dadurch abstatten, daß wir nicht mehr klagen über Schwierigkelten, sondern daß wir sie als natumotwendig erkennen und sie uns anspornen zu gesteigerter Arbeit. Ich hoffe, daß auch Welzmann von uns einen guten Eindruck mitnimmt und einigermaßen gestärkt wird in seiner schweren Arbeit durch das Bewußtsein, daß wir bereit sind, einen Teil der L-it auf uns zu nehmen, Dr. Weizmann: Sie werden In diesem Augenblick keine Rede von mir erwarten. Ich will Ihnen mir wirmstens danken für den schönen und würdigen Empfang, den Sie meinem Freunde Feiwel und mir In so herzlicher Welse bereitet haben. Es waren schöne Tage, die wir mit Ihnen verbracht haben, es waren Rasttage auf der langen Wanderung, die wir zu machen haben. Ich kann mich damit begnügen, in einem kurzen Satz das von Herzen zu unterstützen, was unser Freund Dr. Landsberg Ihnen so ausgezeichnet gesagt hat: wenn Sie über Müdigkeit klagen, dann, glauben Sie mir, in Ihrem Innern glauben Sie selbst nicht daran. Denn, meine Damen und Herren, der Zionismus hat eine rnerkwürdlge Eigenschaft: wenn er einmal in den Organismus eine« Körpers eindringt, ist et nicht mehr herauszubringen und "ohne Zionismus wlren Sie überhaupt garnlohts mehr. Infolgedessen werden Sic wohl etwas klagen, wie Juden, pft tun, aber Sie werden weitergehen und welterarbeiten und sich selbst zu immer größerer Tätigkeit für unsere Suche aufschwingen. Daß es Ihnen leichter gemacht werde, Ist mein tiefer Wunsch, und Ich bin überzeugt, daß dieser bedeutende Dekgicrtcntag, der besser ausgesehen hat ata vielleicht mancher Kongreß, Ihnen auch diese Erleichterung bringen wird. — Sic werden Jetzt einen neuen Vorstand wihlcn. Ich wOnsdic audi dem kommenden Präikkntcn und Vorstand ebenso wie dem abtretenden aus tiefstem Herzen viel Arbeit. Sie werden auch viel Sorgen haben, aber auch viel Erfolg, und möge der Erfolg wenigstens den Sorgen einigermaßen nachkommen. Mit diesen Worten danke ich Ihnen nochmals und tage Ihnen herzlich Schafom. (Der •Delegiertentag verabschiedet sich unter tosendem Beifall von dem Präsidenten, der darauf mit Dr. Feiwel die Sitzung verläßt. Die Versammlung singt stehend die Hatlkwah.) Hierauf wird der Bericht des Permanenzautschusses fortgesetzt. Dr. Siegfried Moses beantragt Ucbcrwelsung des Zusatzantrages des Hanoct-HarnTr betreffend Zusammenarbeit mit dem Hcchaluz sowie des Antrages des Misrachl bezüglich Unterstützung der mlsrachistischcn Haehseharah an dm Landesvorstand. Der Antrag auf Ueberwcisung an den Landesvorstand wird mit Stimmenmehrheit angenommen. Hierauf wird noch der folgende Antrag an genommen: „Der Delcgiertentag fordert den Landesvorstand auf, gemeinsam mit den daran Interessierten Organisationen alle Schritte zu unternehmen, um mit möglichster Beschleunigung durch Errichtung eines größeren Lchrgutes eine Äusblkhingsstättc für deutsche Chaluzlm zu schaffen, fn der neben besonders qualifizierter beruflicher Schiitung auch eine Intensive geistige und sprachliche Vorbereitung der Chaluzlm für Palästina gewährleistet wird. Eine längere Debatte entspinnt sich über den Antrag des Pcrmancnzausschusscs, den Landesvorstand zu beauftragen, zur Beseitigung der Mißstände bei der Finanzierung der Alijah an die Schiffung eines zentralen Kcren Alljah heranzutreten. Der Antrag wird schließlich abgelehnt, nachdem Dr. Landsberg und Herr Blumenfeld die Erklärung abgegeben haben, daß alles getan werden wird, um die Mittel für die Alijah zu beschaffen, unabhängig davon, welchen Namen man dieser Geldbeschaffung gibt. Dr. Hantke sprach sich dagegen aus. durch Schaffung eines neuen Fonds Verwirrung in die Ocldsammlungcn zu tragen, doch stimmten alle Redner darin Obercln, daß eine geeignete Form für die Finanzierung der Alijah vom künftigen Landesvorstand gefunden werden müsse. Folgender Antrag des „Blau-Weiß" „Der Delcgiertentag begrüßt lebhaft die Im deutschen Zionismus vorhandenen Tendenzen zur Schaffung von gemeinsamen Werken deutscher Oruppen In Erez-lsracl, Insbesondere die Pläne zur Errichtung emes größeren landwirtschaftlichen Kibbuz. Der Delcgiertentag erklärt es für die Pflicht des deutschen Zionismus, seine Kräfte in tätiger Verantwortung für das Gelingen dieser Arbeit einzusetzen." wird aut Vorschlag des Permanenz-Ausschusses dem Lan desvorstand überwiesen. Dr. Landauer (HapocI-HazaTr) beantragt, der Delcgiertentag mörre beschließen, daß die vom Komitee für das arbeitende Palästina eingeleitete Aktion für Solelhoneh, die Im Einverständnis mit dem Londoner K. H.-Dircktorium durchgeführt wird, zu fördern Ist. Darüber entspinnt sich eine längere Debatte. Herr Blumenfefd weist darauf hin, daß ein solcher Beschluß Insofern wertlos Ist, als durch Resolutionen kein Geld gemacht wird, vielmehr es darauf ankomme, daß der künftige Landesvorstand diese Aktion, die durchaus zu seinem Programm gehört, wirklich durchführt. Der Landesvorstand müsse dies In eigener Kompetenz beschließen. 1 Darauf wird der Antrag zurückgezogen. Dr. Moses verllest weiter folgenden Antrag: „Der XX. Delcgiertentag der deutschen Zionisten begrüßt es, daß die Vertrauensleute des Kcrcn Kajcmcth die dringende Notwendigkeit der Vermehrung unseres nationalen Bodenbesitzes in Palästina In kürzester Frist erkannt und sich verpflichtet haben, den Gegenwert für den Erwerb und die Amcllorlcrunr» von fiOOO Dunam hn fahre 5635 In Deutschland aufzubringen. Der Delcgiertentag macht es allen Ortsgruppen zur unbedingten Pflicht, Ihre Kontingente zu erfüllen. Er fordert alle Zionisten auf. ein jeder an seinem Platze dafür zu sorgen, daß das Ziel erreicht wird." Der Antrag wird angenommen. Weiter wird folgender Vorschlag angenommen: „Zur Förderung der Arbelt unter den Ostjuden wird vom Delcgiertentag eine dem Landesvorstand unterstehende slcbengliedrige Kommission gewählt, die aus drei von den osfJüdischen Delegierten präsentierten und drei vom Permanenzausschuß vorgeschlagenen Mitgliedern besteht Der Vorsitzende der Kommission wird gleichfalls von dem Per manenzausschuß präsentiert." Die von den ostJIWIschcn Delegierten präsentierten Mit glleder des Ausschusses sind: Dr. Gold mann, Bcnzlon Fett und Prof. Brutzkus; der Permanenzausschuß schlägt vor: Dr. Rosenblüth, Dr. Landauer, Dr. Rau, ferner Waldmann als Vorsitzenden. Dia Liste wird angenommen. Die Erklfirung der ostjüdischen Delegierten Jautett „Die ostjüdlschcn Mitglieder des XX. Dclericrtcntaees halten ein.enges Zusammengehen der ostjildlschcn Organisationen In Prmßen mit der Z. V. f. D. bei den preußischen Landcswahlcn unter Hintansetzung von Sonderinteressen für unerläßlich." Folgende Resolution wird auf Vorschlag des Brith Haollm angenommen: „Der Delcgiertentag sieht im Jugendtekretarlat der Z.V.f.D. eine wichtige Einrichtung zur Vertiefung und Weckung des zionistischen Gedankens innerhalb der jüdischen Jugend Deutschlands, um den Zusammenhang In der Arbeit des Sekretariats mit den zionistischen Jugendorganisationen enger zu gestalten, empfiehlt der uck> giertentag dem Landes vorstand die Ergänzung des Sekretariats durch eine Kommission, welche sich au« Vertretern sämtlicher in Deutschland bestehender Jugendorganisationen zusammensetzt und dem Jugendsekretariat be- ratend zur Seite steht." Dr. Moses: Sie haben bereits einen Antrag auf Absolulorium angenommen. Et war aber dem Permanenzausschuß Bedürfnis, die Tätigkeit Dr. Landsbergs nf einer besonderen Resolution zu würdigen, die dem Dtlegiertenttg vorgelegt wird: „Der XX. Delegiertentag der Z.V. f.D. stellt fest» daß es dem Waltblick und der tatkraftigen Führung des Herrn Dr. Landsberg gelungen Ist, In einer besonders schwierigen Zelt eine Dauer versprechende organische Zusammenarbeit aller zionistischen Kreise herbeizuführen, eine Zusnmmennrbeit, die Im eigenen Heim einen würdigen Mittelpunkt gefunden hat Für die aufopferungsvolle und hingebende Arbelt, die Herr Dr. Landsbergzur Herbeiführung dieses Erfolges nahezu 1'/» Jahre geleistet hat, spricht der XX. Dtlegiertentajr Herrn Dr. Landaberg auf» richtigen und herzlichen Dank ans." (Stürmischer Beifall.) Einstimmig angenommen.. Dr. Mos et: Wir kommen nun zur Frage der künftl- §en Leitung. Der P.-A. schlügt Ihnen vor, an Stelle et ausschließlich aut Berliner Herren zusammengesetzten Landesvoritandes einen Landesvorstand zu wihlcn, der aus verantwortlichen Zionisten Im ganzen Reiche zusammengesetzt Ist. Wir glauben, daß dieser L.-V. besser geeignet ist, an der Führung der Oeschäfte zweckmäßig teilzunehmen, Demgemäß schlagen wir zunächst die Statutenände« rung vor. Es toll künftig Im 8 12 des Statuts der Z.V.1.D, heißen: „Die Leitung der Z.V. f. D, obliegt dem vom Delegicrtentag zu wühlenden Lan desvorstand. Der Landesvorstand besteht aus dem Vorsitzenden der Z.V.f.D. und weiteren 14 bis 28 Mitgliedern, wobei Vorsitzenderund Landesvorstand In zwei gesonderten WahlgSngea gewählt werden. Der Landesvorstand hat seinen Sitz in Berlin. Der Leiter der Nationalfonds-Arbeit hat im Landesvorstand Sitz und Stimme, Der Landesvoratand toll mindestens allmonatlich ein« mal zusammentraten." Die Statutenänderung wird mit der erforderlichen Zwei« drlttelmchrhclt beschlotsen. . Hierauf wird auf Vorschlag Dr. Moses zunächst Im ersten Wahlgang zum Vorsitzenden der Z.V.f.D. Herr Kurt Blumcnfeld gewühlt. Blumenfeld erklärt, die Wahl anzunehmen. Seine Tätigkeit werde In der Richtung auf ein ganz bestimmtes Idenl geführt werden, dem seine zionistische Tätigkeit auch bisher gewidmet war. Es gilt, im Kampfe Immer neue Dinge durchzusetzen und dafür soll die ganze Kraft des deutschen Zionismus eingesetzt werden. Wir wollen alle Bedürfnisse des deutschen Zionismus würdigen und auch aut den Gebieten, wo wir Jetzt Neues zu /eisten haben, vorwärts schreiten; Es Ist meine ueberzeugung, d.iß unsere Arbsit nur so viel wert ist, wie die Menschen, die sie tragen. Darum ist es mir eine besondere Genugtuung, der Nachfolger von Dr. Lands berg zu sein. Ls ist wichtig, festzustellen, dnll "die Menschen, die uns führen, ein bestimmtes Charakterbild repräsentieren, einen hohen Maßstab an «!ch selbst anlegen, sie allein garantieren die Dauer, die Reinheit und die Orößc der Sache. Wenn Dr. Landsberg ein Jahr lang seine Person der Sache gegeben hat, so hat er einerseits eine selbstverständliche zionistische Pflicht erfüllt, aber darüber hinaus einen Beweis für die Kraft der Idee geliefert, die über die Menschen, die ihr dienen, verfügen kann.- Diese Leistung ist ein Symbol für die Kraft der zionistischen Uchcrzcugung ebenso wie uns vor einem Jahre die UcbcM Siedlung von Rosenblüth nach Palästina eine Bestätigung war« Solange wir unter unseren Anhängern Immer wieder Elemente von diesem Typ finden, die für Jeden In der Bewegung Vorbilder sein können, wird das Feuer nicht erlöschen, Darum sprach Ich auch von der Oewinnung neuer Menschen als einem Zeichen der Bewährung des Zionismus. Auch In unserer Jüdischen Vergangenheit werden wir am meisten ergriffen durch die stets in kritischen Zeiten auftretenden Scharen Entschlossener, die den Mut hatten, das Schicksal des Volkes In die Hand zu nehmen, die sich wehrten eegen Danalisicrumr des Lebens. Die größte Realität des jüdischen Lebens Ist die Kraft der Idee. Der Redner wendet sich sodann an die Jugend, die heute zum Teil unbefriedigt ist und zu wenig Verjüngung in der Bewegung sieht. Die Arbeit, die wir vor uns haben, wird beweisen, daß wir imstande sind, uns tclbst zu verjüngen, und der westjüdischen Ocffcntlichkclt das Bild einer Idee zu zeigen, der sie nichts entgegenzusetzen hat. Redner gedenkt sodann der Massen bedrückter Kdlscher Existenzen In Polen, Litauen und anderen Ländern. Ic deutschen Zionisten gedenken dieser Brüder m dem Bewußtsein der Solidarität und in dem Bewußtsein, daß Juden noch niemals durch Unterdrückung besiegt worden sind, samtern nur dadurch, daß sie den Otauben an das eigeuo Schicksal verloren haben. Der Zionismus ht der neue Glaube an das Judentum, daher Ist er die Lösung der Judcnfrage^ Er gibt dem Juden neue Produktivität und die Möglichkeit, sich durchzusetzen. Schließlich bittet der Redner alle Zionisten um Ihre Unterstützung bei der bevorstehenden schwierigen Arbeit und dankt für die Wahf, die durch die Tätigkeit des nächsten Jahres gerechtfertigt werden soll. Nach Durchführung der anderen Wahlen, über deren Resultat wir schon berichtet haben, schließt der Vorsitzende Dr. Landsberg den Delcgiertentag mit einer Ansprache, In welcher er In herzlichen Worten der Stadtwiesbaden für die Ucberlassung der Räume und für den freundlichen Emfang dankt, ebenso allen um das Ocllngcn des Dcleglcrtcntages verdienten Faktoren, der Wiesbadener Ortsgruppe, dem Büro des Dcleglertenlages, dem Herr Sally Kaufmann sich In dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat, den Dank ausspricht. Dr. Landsberg benützt die Gelegenheit, um sich als Leiter der Z. V. f. D, zu verabschieden und dankt für das Vertrauen, und die Mitarbeit, die ihm in diesem Jahre gewährt und auch durch die Kundgebungen des Deleglertcntages zum Ausdruck gebracht wurde. Er spricht schließlich die Hoffnung aus, daß die Wirkung der gcluneenen Wiesbadener Tagung, die die Sticke des deutschen Zionismus bewiesen hat, eine nachhaltige sei und die Delegierten mit neuer Energie und neuem Vertrauen zu Ihrer Arbelt heimkehren werden. Der XX. Delegicrtentag der Z.V.f.D. itt ge« ithlosscn. Der Kamp! um das Kalifat Jerusalem. (J.T.A.) Der frühere Sultan der Türkei und Exkalif Abdul Mejud begab sielt nach Mekka, um an dem vom Sultan Ibn Saud einberufenen mohammedanischen Weltkongreß teilzunehmen. Es verlautet, daß der F.xsultau seine Kandidatur als Kalif anmelden will. Aus Svrlcn trifft die Meldung ein, daß die französischen Behörden den Scheich der Senuttl aufgefordert haben, binnen 24 Stunden Syrien zu verlassen. Der Scheich, der angeblich von Ibn Saud alt Kalif ausersehen sein toll, kam nach Syrier. In der Hoffnung, von dort aus nach Mekka zu gelingen, um dem mohammedanischen Weltkongreß beiruwohnen. König All von Hedjchai hat Ihm dat Betreten •eine« Territoriums verboten.