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Jüdische Rundschau · 1925-01-02 · Heft 1 (2.1.1925) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 1 (2.1.1925)
Date
1925-01-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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~.^r Nr. l |ÜEDISCHE RUNDSCHAU Seite 0 i ,5, Zur BeglerungscrkUruag In f^lthad Die neue, auf die rechten Parielen «Ich stützende fctilindisch« Regierung bat in der Sejm-Sitzung vom 16. Dezember eine Erklärung abgegeben, die die Fräse der nitlonalcn Minderheilen mit Stillschweigen übergeht Die Deputierten Prof. Lasarsöhn (Zcire-Zioo) und Rabbiner Nurok (MI», nchl) Verlanen eine oppositionelle Erklärung. Der Den. Dübln (ARud.it JUroel) nahm keine Stellanfir- Die Vertreter der deutschen und der russischen Minderheit stimmten für die Regierung in der Hoffnung, für ihr« Onrppe separate Verteile tu erzielen. Aus der Erkllrung des Deputierten Nu rote seien, nachstehende bemerkenswerte Stellen wiedergegeben: Die iödischt Minderheit Unland» kann versichern, daß jegliche Maßnahmen iura Schutte der Republik auch in unseren Reihen die tatkräftigste UnterstQttung finden werden. Die Reglerungsdektaratlon findet sogar In diesem ernsten Moment kein wort für die Erfüllung der gerechten ■und elementarsten Forderungen der Minderheiten. Die Dekkuation enthalt wen nicht den klaesten Anstrich Irgendeiner Willenskundgebung zu e'rter VeritÄhdlgung in der für unseren jungen Staat so wichtigen Minderheitsfrage. Sit lieht ei vielmehr vor, »Ich In liefe« Schwelgen § m hülfen. Die Kreise der neuen Regierung erachten es sogar für nicht möglich, für das in lehr bescheidener Form chaltene, vom früheren Kabinett eliigebr ichte Projekt Ober ie SfaattzugehÖrigkelt zu stimmen, obgleich auch diese Form uns durchaus nicht befriedigen kann. Auch von einer nationalen Autonomie, vom Selbstbestimmungsrecht der nationalen Minderheiten, welche Frage jetzt In unserem Parlament zur Verhandlung gelangen soll, Ist In der Deklaration absolut keine Rede, Wir sehen also. daO selbst In einer ernsten Stunde die Partellntcressen und Wahlauaslehten der einen oder anderen Oruppe doch höher als das Oesamtwohl des Staate« gestellt werden. -. Wir weiden In speziellen Fragen des Schutas der Republik eine jegliche Regierung unterstützen. Das soll unabhängig von unteren allgemeinen prinzipiellen Eezlehungen zur Regierung stehen. Wir müssen jedoch einer Regierung, die sieh von Wahlaussiebten leiten 150t und für das Qesamtwoht des Staates wenig Verständnis entgegenbringt, unser Vertrauen versagen. ii ■ Tbogntt und das indische Sehufwesea Wilna (J.T.A.) Während der Anwesenheit des Vjzepremiers Thugutt in Wilna besuchte ihn eine Abordnung des zentralen judischen Bildungskomitecs in Wiln« und wies ihn aut die Not des jüdischen Schulwesens hin, du in Polen rechtlos und ohne jede materielle Unterstützung seitens der Regierung ist. Minister Thugutt erwiderte, er sei Anhinger der Idee, daß die jüdischen Schulen, ebenso wie die Schulen der anderen Minderhelten, Gleichberechtigung und finanzielle U n te rstüt zun g erhalten sollen. Er werde in diesem Sinne auf seine Regierung zu wirken suchen. Allein er sei nicht der BlkJungsmlnlster und habe nicht das entscheidende Wort. Zwaogssonitagsrnlietieseiz auch bi Nea-Roniolen Czernowltz. (J.T.A.) Der rumänische MInls'er ta, öffentliche Arbeiten hat den Stadtverwaltungen der Bukowina eine Verordnung zugeschickt, laut der die in Ait- Rumänien geltende strenge Sonntagsruhe auch in der Bukowina beobachtet werden müsse:'" Ifl tlnef Versarnhtfurig" der jüdischen Handwerkerschaft von Czernowltz, fo welcher u. a. d e Herren Oberrat Oewölb, Dr. Mayer-Honer- und Leib Steinmetz sprachen, wurde ein scharfer Protest gegen die neue Verordnung angenommen. Auch wurde die Veranstaltung eines Demonstrationszuges in der Bukowina zum Zeichen des Protestes beschkmen. In Jasiy und In Bukarest fanden in den letzten ragen wiederum schwere Ausschreitungen der antisemitischen Studentenschaft statt Die Behörden schreiten energisch ein. Das Jassyer Professorenkollegium beschloß, die Universität auf unbestimmte Zelt zu schließe«. Die verhafteten Ridclsluhrer sollen vor ein ordentliches Oerlchf gestellt werden. Die an der Bukarester Universität begonnenen Ausschreitungen wurden durch Militär unterdrückt Fremdeadebatte In englischen Inltrhaus; London. (J.T.A.) In der Unterhsusdtbatte über dl« Fremden führte der Innenminister SlrWIlltamJoynsoi». HIcks u. ä. aus: „Ich bin nicht willens, In jetziger Zeit, da es eine Million Arbeitsloser Im Lande gibt, unter allen Umständen arbeittsuchende Fremde hereinzulassen." Mr. Scurr, Mitglied der Arbeiterpartei ' trat für die Aufhebung, der Einschränkungsgesetze von 1919 ein. Er halt die Bewegung gegen die Fremden für absolut übertrieben und meint, es sei eine Entstellung der Tatsachen, wenn man behauptet, daS sie britischen Arbeitern das Bro* wegnehmen. Die Oewalt, über die der Innenminister verfügt, kann In seinen Händen gefahrlich werden. Sir Joynson-Hlcks verteidigte sich, Indem er behauptete, er gehe nur gegen ungewünschte Fremde vor., Er werde nicht so grausam sein, Leute auszuweisen; die -20 oder 30 Jahre Im Lande wohnen, es sei denn, daB sie sich eines Verbrechens schuldig gemacht haben. ' Der Standpunkt des Innenministers wurde yom Hsuse gebilligt. PressesUmmen ii» Kischlnew erscheinende „Unsere Zelt" verölfcnUlcht unter dem Titel „Zlonlsmus und. Ort" von V' /j.ub«nsteln einen Aufsatz, dem wir nachstehende Ausführungen entnehmen: „Die Idee der produktiven Arbelt tritt in den Visionen unserer nationalen Zukunftstriumer wahrend unserer.Diaspora- Irrfahrten recht deutlich hervor. Dichter und Denker triumen von Arbeit Die Dichter und Denker wurden hinterher von {V,?".".?1?. d.er Tjt abgelöst, die et versuchten, die Idee In Wirklichkeit umzusetzen. Die ersten Führer des „Ort"- Verbandes In Rußland bestrebten sich In zäher und unent- VFtef •^f".*"1" omJ <*°rt eine Handwerkerschule mehr, einige Werkstitten mehr zu errichten und das Interesse Kr schaffende werktätige Arbeit wachzurufen. Hie und da wurden nutzbringende Leistungen vollbracht, aber zu einer •»gemeinen Bewegung Ist esl>el alledem nicht gekommen, erst die moderneflntlontle Bewegung~der Zionismus — brachte eine Wandlung. Das Volk, erlfisungabedOrfilg wie es war, wurde In seiner! tiefsten Schichten aufgewühlt, und es wurde möglich, eine breite Bewegung für dbProdukllvIerung «er Jüdischen Arbeit zu schaffen. Der Ztonlamu« War aller, «lag« nicht die einzig treibende Kraft Zu gleicher Zelt «w dem Zionismus entstand die sozfslrsttsthe Bewegung. U»r der Ztoskrmas hatte den HaustantsU aa c^ft "tre4bcodto i ) Kräften des neuen geseTlschafllkhen Prozesses. Die allgemeine zionistische Ideologie, der sogenannte „reine Zionismus" barg In.sich deutliche Tendenzen von großer sozialer Tragwelte — vom sozialistischen Zionismus schon gar nicht zu reden. Denn Zionismus bedeutet nicht nur eine Rückkehr zum Volke — wie tlch Her/l ausdruckt — sondern auch eine Hinneigung zu produktiveren und besseren wirtschaftlichen Formen, dn er danach sticht, einen gesunden wirtschaftlichen Volksorganlsmut zu schaffen, und all Jene Wirtschaftszweige in das jüdische Leben zu vtrpflanzcm ■ die In-der drückenden' GalathrAtmosphäre nicht aufkommen konnten. Auf diesem Wege .beeinflußte die zionistische Bewegung — tunbesondere vermittels Ihrer Arbelts-Fraktlonen — die breiten Volksschichten. So wurdeder Boden für jede Tätigkeit zur Produktivierung der Jüdischen Arbeit und selbstverständlich auch für den „Ort" vorbereitet Darum müssen die Aufgaben dea ,,Ort"-Verbandes allen Zlonlsten ohne Unterschied der Partei nahe am Herzen liegen." Die' „Fkfter. Ztg." schreibt« '„Der deutsch-österreichische Alpnnverein hat in München ausgeführt, waa er längst angedroht hatte. Mit einer sehr großon Mehrheit Ist die Sektion „Donaiilnnd!1, die slrh gebildet' hatte, well der blöde Rasicnstandpunki der'Sektion „Austrla" und der übrigen Österreichischen Scktioncn'des Alpenvereins Ihr. nicht ptßtc, ausgeschlossen worden. Man hatte die Sektion Im Sommer zum „freiwilligen" Austritt aufgefordert, Ihr aber gleichzeitig mit dem Ausschluß gedroht, wenn sie nicht austrete. Daß man nachträglich sich krampfhaft bemüht hat. zu beweisen, „D>nauland" bvue durch Verstöße gegen die Satzungen und Interessen des Alpenvereins . den Ausschluß verschuldet und daß man von der Rassenfrage, die doch als der, wirkliche Ontnd des Ausschlusses seit vier' Jahren bekannt Ist, geschwiegen hat, beweist wohl nicht, daß man angefangen lut sich dieser stupiden 'Haltung zu schämen, sondern nur, (faß man die Konsequenten der eigenen Stellungnahme fürchtet Vielleicht könnte die Sektion „Donauland'', schön weil mit Ihrem Ausschluß auch vermögensrechtliche Nachtelle verbunden sind, klagen, und da das Recht auch in Oesterreich den Arierparagraphen noch nicht kennt, so könnte möglicherweise ein objektiver Richter — und auch solche gibt es — den rassenmäßigeo Ausschließungsgrund nicht anerkennen. Um dieser fatalen Möglichkeit auszuweichen, hat man mit gar zu durchsichtiger Ocrlsscnhelt aber wenig Mut Or'Jnde an den Haaren herangezogen, die selbst dann Schwindel sind, wenn die,vorgebrachten Verstöße vorgekommen «ein tonten. Das Schausniet Ist - erbärmlich, und da es nun einmal wieder, wiewohl der ganze Stank aus Oesterreich kommt, eine ouarelle d'Allemand Ist, so wird es draußen In der Welt dew guten Ruf der Deutschen nicht gerade mehren. Daß auch der Bergsport nach politischen und rassemißlgen Gesichtspunkten betrieben werdes müsse, Ist eine Meinung, die nirgends in der Welt als in Deutsch-Oesterreich oder In Deutschland .entstehen und wachsen konnte. Uni dieses völkische Schildbürgcrtum meint gar, es müsse die Welt beherrschen, schwfitzt vort dem „deutschen Wesen", an dem die Welt ..ecnesen" solle und wundert »Ich wohl gar, daß es zur Hälfte lächerlich und zur anderen HSIIte unausstehlich gefunden wlrdl" —— BQcherscnan Bclsazar. Das Ende Babylons, von Heinz Welten. Verlag Rieh. Bong, Berlin (crslcs bis zehntes Tausend, 1924). Heinz W e 11 e n, der deutsche Slenklcwlc*, hat — gewollt oder nicht — mit der Wiederbelebung des alten, sagenumwobenen Stoffes vom Ende .und von. der Vernichtung des hnhy- •tonischen Weltreiches durch-Cvrus |n seliidrii. neuen' Werk „BeWazar, das Ende Babylon»" dem S. Bande der Roman-Trllogle „Der Kampf um Babylon" ein wieder modern gewordenes, geschichtliches Problem behandelt — das Verhältnis der luden und Nichtjuden zueinander. Die Juden Im babylonischen Exil weigerten steh trotz des Zwanges, den fremden Qöttern zu dienen. Darum hatten sie Grausamkeiten aller Art zu dulden, aber ihr Sehnen und Ihre Hoffnung, In ihre Heimat zurückkehren ru dürfen, ließ •Ie alles ertragen. Sie nannten sich die „Trauernden um Zlon" Und «nflren Klagelleder, von denen eines der schönsten Ist: „An den Bächen Babels saßen wir" usw. Die Aufgabe des jüdischen Adels war es, in den ganz Trostlosen, die keine Hoffnung mehr hegten, den Gedanken an Zion wachzuhalten. Ihre Sehnsucht wird erfüllt nach der Eroberung Babels durch Cyrus. Sie ziehen zurück rtadi Jerusalem, nicht gänzlich. unbeeinflußt von babylonischer Kultur, was viele babylonische Eigennamen, die wenig vertndert spater bei den Juden auftreten, die Zeitrechnung u. a. m. beweisen. Deutlich' und bestimmt drängt »ich die Analogie der damaligen und der heutigen Zustande auf, die Analogie der zionistischen-Zelt vor 2300 Jahre« und heule. 1h Jener Zelt spielte die Religion eine überragende Rolle. Die Priester schalt hatte die Macht des Staates In Händen und der Könli war Ihr ein williges Werkzeug. Ihren Qfltlem ein, wohl gefälliges Werk zu. tun, versuchten die Qrotlen des Reiches, die Juden zu Götzendienern zu machen. Heute Ist an die Stelle des Oöttcrdicnsle* der Nationalismus getreten. Aus diesem großen Problem heraus ragen, in dem vor 'legenden Werk, Gestalten und Ereignisse, die In der Oc> schichte des Zionismus , Analogien nahen. Das wichtigste Ereignis In der babylonlsclwlonislfcchen OesClilchte, die Erklärung des Cvrus, daß er, ein. Feind Jeglicher Unterdrückung, den Juden freien Abzug gewährleiste, entspricht vollkommen der Dalfour-Dcklaratlon. ■ In beiden FS)len fsl' eine gewisse Humanität die Wurzel dieser Bcfrcliingstat und nicht .zuletzt auch der diplomatische Oedanke, »Ich als Befreier der Welt zu zeigen. Und Ist es nicht auffallend, daß ditmils und heute die Erlösung von außen kommt? Auch die Typen scheinen onserer Zelt entnommen zu sein. Bclsazar. ein Jugendlich begeisterter Mensch, der aus reinem Idealismus den iuden helfen möchte, der. absr dann, als er sich von Ihnen etrogen glaubt, ohne der Sache auf den Grund zu gehen, seine Sympathie In.vernichtenden Haß kehrt, Ist ein unserer Zelt gemäßer Mensch. Hsdad, der Jude, der aus Schwachheit-gegenüber den Bekehrenden und um äußerer Vorteile willen seinem Glauben untreu wird, zwischen den .beiden Religionen schwankt und niemals seht Glück findet und Michael Scüw, ein Schwärmer, der über seinem Ideal das Recht und die Pflicht des Mcnschsclns vergißt, sind uns nur »Jini bekannte Typen. — Der Oegensalz und die Unmöglichkeit einer vollkommenen Harmonie zwischen Juden Und Nichtjuden wird besonders betont'in der Anschauung der beiden weiblichen Gestalten des Werkes. Narea. der Babylonlerln, gilt die Liebe als das höchste, als der Sinn Im Leben der Frau, der sie sich opfert und hingibt, wahrend Egla, die Judäer'in, die Liebe mit . dem Gesetz zu .vereinen sucht Die tiefe Kenntnis der Erscheinungen« - die < auf einer gründlichen wissenschaftlichen Arbeit beruht, verbunden mit einer Anschaulichkeit der Wiedergabe'machen den besonderen Wert des Buches aus* _ Rab.l LIpacTiut«.. Hebräische" Svholtfrarnrnntfl« von Hans Batisr u. Pcmru» . Leander. Halle.;». R, 1934, Verlag Max Niemeyer. . Das Merkmal .dieser Grammatik ist dl« Einführung neuer ModutI>ezelchr<ungea la der Ulm vom Verbum. Da» Perfektum heißt hier „Nominal", du Imperfektum „Aortot". Mag sein, daß diese Bezeichnungen wissenschaftlich genauer sind und der Systematik dienen; die Haupttrage Ist ob sie sich einbürgern werden — das Ist für praktische Zwecke das Entscheidende. Jedenfalls ■ sollte die Anregung beachtet werden. r. In London erschien soeben eine ausgezelchnele mformaffve Broschüre: „Das Industrielle Palästina- Ein UeberbHck über die neuen Unternehmungen und künftigen Möglichkeiten", von B. S. Bin ah, einem. Deamten des nördlichen Verwaliungsdistriktcs Palästinas. Die Bie-chQre Slbt.eln ausgezeichnetes Bild der palästinensischen Industrie, Ie In den nächsten Jahren vor allem durch die Jüdische Initiative gewaltige Fortschritte gemacht hat. 71 ausgezeichnete Photographien veranschaulichen diese Entwicklung. Die Broschüre, die nur «Inen Schilling kostet, Ist Jedem, der sich für Palistina interessiert, auf das wärmste zu empfehlen. ' In Berlin ist Nummer S/ö der Zeitschrift „Jüdische Kooperation",' des Organs des Zentralverbandea der jüdischen Genossenschaften Osteuropas, erschienen. Aut dem Inhalt ist Hcrvorruhehen:. Dr. J. Bdiam: Der sichere Weg; Charles Gide: Die Wledcraulbaugenossenschafteii In den zerstörten Gegenden Prankreichs; Ing. J. Okun: Die Wilnaer Produktions-Kooperative', U Levlnsohn: Die Kooperation tn Palästina} D. Aronsohn: Der wirtschaftliche Zustand tn Rußland; A. R.: Ueber einen Oenossenschaftsverlag; Au» den jüdischen Kreditgenossenschaften (Polen, Lettland, Karpatliorufllarid). Aus der genossenschaftlichen Welt (intematlcnaler kooperativer Kongreß in Oenl). Aus dem Zentralvcrband der Jüdischen Genossenschaften in Osteuropa. Bibliographie u.a. m. Klrjath Sepher. Dl« von der National- und Universität*- bibllothex In Jerusalem herausgegebene bibliographische Vitrteljahraschrlft „Klrjath Sepher"' hat soeben ihr drittes Heft herausgebracht. Das Heft enthalt Nachrichten über die Entwicklung der Bibliothek In den letzten drei Monaten, eine Statistik der Büdierzaht nach Fiebern geordnet, aufgenommen' zu Rosch Haschanah. Der bibliographische Teil gibt ein vollständiges Verzeichnis der In Paliistina erschienenen hebräischen, englischen und arabischen Schriften. Daran schließt sich ein bibliographisches Verzeichnis der in anderen Lindern erschienenen Hebraica und fudalca (258 Nummern), Die Abhandlungen des Heftes enthalten eine Untersuchung von A. Tauber Über die Drucke von Korez. Mitteilungen von A. J. Braver über den Streit zwischen dem Rabbi von Ladl und Rabbi Abrahim Hakohen von Kallsk aus Handschriften der Natlonalbibltothek. ferner aus den In der Bibliothek befindlichen Stücken der Qcnisah aus Kairo eine von Abinoam J eil in mitgeteilte Anfrage an den Sohn des Maimcmidcs aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts. (Die Zeitschrift ist durch die Buchhandlung Ostertag 8e Co., Berlin W 50, zu beziehen, Abonnementepreis >/> £.) Das Frauenwahlrccht In der Berliner judischen Gemeinde. Die RcprüsentniTlnversaminliing der Berliner Jüdischen Oemelnde hat berclilossen, den fl 11 des Gemeinde- Statuts, der über das Recht der Teilnahme an den Wahlen der Repräsentanten handelt, dahin zu ändern, daß in Zukunft auch die weiblichen Mitglieder der Oemelnde das Wahlrecht haben sollen. Bisher war e« zweifelhaft, ob auf Grund des Judengesetzes von 1817 die Oemelnde zur Aendcnmg des diesem Oeselze anzupassenden Oemeindc- Statuts berechtigt sei. Es wird abruwarten sein, ob die Aufsichtsbehörde die Genehmigung der Statutenänderung, die mit den Stimmen der liberalen und völksparteiiiclien Re- •hräsen"t.mlcM gegen die Stimmen "der Kdji«rv»Uve7i.' erfolgt Ist, erteilen wird. > ' " Dl« Kurse der Jüdlteh-Natlonafcn Frauenvereinigung begannen im vergangenen und vorletzte« Mittwoch in je drei aufclnanderlolgenden Stunden in der Gcmeindeschule der loachlmsthatcr Straße. Mit diesen Kursen nimmt die Jüdisch- Nationale Frauenverclnigung Ihre a'.Igemcln-zionisiische Erziehungsarbeit unter den Berliner Frauen wieder auf, nachdem sie in den letzten Jahren durch den Druck der Süßeren Verhältnisse dazu gezwungen wurde, ausschließlich sorlal zu arbeiten. Die Kurse behandeln in vierzchntaglgcm Wechsel Fragen der jüdischen Geschichte, der Gesctrcs'<unde, des Palistlnanufbaiis una des Lebens der jüdischen Mansrn. In einer gewissen Ergänzung des Geschichtskurses fcitet Frau ßcrgel-Gronemann eine Arbeltsgemeinschaft über Grundfragen des religiösen Lebens. Der Qeschichtskiirsus wird von Frl. Erna Blankenstein Abgehalten. Nach den ersten Vorträgen scheint er durch die »plbst'mdige Verarbeitung eines »ehr weiten und durch die Ergebnisse der neuesten wissenschaftlichen Forschungen erganrten Stoffes und die glückliche Erwrckiing vrn Assoziationen von besonderem Wert zu »ein. In den übrigen Kursen war es nicht möglich, für sämtliche Stunden einen einheitlichen. Referenten zu linden; sie »elzcn sich aus Orupnen clnnndcr ergänzender Vorträge zusammen. Dabei brachte .der Oesclz'eskunde-Kurs In »einem ersten Vortrag von Frau Wa gncr-Tau he t viel Interessantes Material. Der Kursus von Herrn Dr. Landauer über Palästina gab die Einführung In das geographische und be\ölkcrungspo(ittschc Wesen Palästinas, die die Orundl.ige für jede Betrachtung der'Jüdischen Aufbauarbeit bildet. Herr Rudel stellte In seinem ersten Vortrag die politischen und ökonomischen Verhältnisse unter den ö-t'lchen Massen, ihre Abhängigkeit vm der Entwicklung der Wohnländcr unJ ihre Einwirkung aufeinander dar; dabei war es, entsprechend dem Wesen dieses' Kurses, besonders wlchllg, daß man k»lnc von außen kommende Anschauung, sondern den Eindruck lebendigst miterlebter Verhältnisse und Probleme hatte. Die Kurse werden während des ganzen Wintersemesters fortgesetzt und regelmäßig bekannt gegeben. Die Zcntralwohlfahrtsstcllo der deutschen Juden teilt uns mit: „Die Relchsrcglerung hat auch für das kommende Jahr einen erheblichen Betrag (zunächst 10 Mill. M.) zur Unterstützung der Volkswohlfahrtsclnrlchtiingcn In d n Reichs- S?\ushaU eingestellt Der seitens des RclthsfttbcttMnlnUttTiums mit den Vorarbeiten betraute Herr Staatssekretär Dr. Oclb sucht sich durch Augenschein über Wesen und Umlang der FÜrsorgcanstalteu aller Art zu Informieren. Zu diesem Zweck besuchte der "Staatssekretär in Begleitung seiner Re'crcntin Frl. Regle-.iingsrat Dr. Dünner jüngst das alte und neue jüdische Krankenhaus in Berlin. Der erste Besuch galt dem Hause Augustsiralle, wo unter Führung des Herrn Eugen Csspary und der Vorsitzenden de» Ahawa-Kinderhelms (ehemaliges Jüdisches Klnderflüchtlingshelm) Frau Wagner- Tauber das ganze Haus vom Dach bis zum Keller in Allen Einzelheiten gründlich besichtigt wurde. Die wetten luftigen. In modernster Ausstattung versehenen S:hlaf-, SjHse- und Aufenlhtllträume, die Ncbcneinrlchtungeif, die Poliklinik, tlle Säuglingskrippe;'.der Agudo-Klndergarteh, die ' Lehwerkstatten u»w. machten einen vorzüglichen Eindruck. Der Staats- sekretlr «wie die glelchael Ig anwesenden dlrlglernd^n Aerzte umeres neuen Krankenhause»,die Herren Strauß, Rosenstein,.Abel und Direktor Koburg«r iußerten »Ich in unverhohlener Bewunderung Ober die Umwandlung .und Neugestaltung dieser historischen Krankenheilitatte. Im Anschluß hieran erfolgte die ebenso gründliche Besichtigung der große« Kfankeahausaatagea in der Exerzieatrsße, Der Staatssekretär v?j i v; |,, u» •r

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