Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 1 (2.1.1925)
- Date
- 1925-01-02
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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'! Seite 8 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.l I Ein Bcch der Kwozab Von Hugo Bergmann,' Jerusaterti, Hl.*) Unter den Problemen des inneren Lebens der Kwuzah kt eine» der umstrittensien din: Soll die Kwuzah,. au« die persönliche inlime Beziehung der Genossen aufgebaut sein oder nicht, kleine Kwurah oder grolle Kwurah? Ein Teil der Anhänger der kleinen Kwur-ah (nicht alle) verweisen gerade auf die Wichtigkeit der persönlichen Beziehungen und der gemeinsamen Bestrebungen In der kleinen Clruppe. Der verstorbene Zwi Schatz wies auf die' EssScr, welche die erste „Kwuzah" am Kinerethjce gegründet haben, hin. Dagegen verweisen die Anhänger der großen Kwurah — die cr»te Ist vor drei Jahren in En Charod auf Nationalfondslxxlen gegründet worden — auf die'grpfkn kulturellen und sozialen Mößlichkeitcn von Oruppen, 'welche hundert Familien und mehr umfassen, wenn auch der Einzelne nicht mehr mit allen Genossen In innrer Beziehung »«cht. Eine mittlere Lösung wird von einer Richtung vorgeschlagen, die sich auch in einer Resolution bei der Beratung der Kwuzoth durchgesetzt hat: Iis sollen mehrere kleine. Oruppen in örtlicher Nähe angesiedelt werden, die miteinander föderiert sind, so daß sie einander gegenseitige Hilfe in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Angelegenheiten leisten können. Zu diesem Zwecke schlug die Beratung vor, in der Nähe der bereits bestehenden Gruppen weitere Undereien zu kaufen. In den Erörterungen, sowohl In mündlicher Beratung wie auch In den Aufsätzen dieses Buches spielt die S t e 11 u n ff der Frau und der Kinder Innerhalb der Kwuzah eine grolle Rolle. Es ist kein Zufall, daß,unter den Verfassern der Beitrage dieses Buches sieben Trauen sind. Die Kwuzah hat sehr viel wir Befreiung der Frau getan. Sie bot der Frau die Möglichkeit, neben den traditionellen Beschäftigungen In der Küche und im Waschraum andere Arbeiten zu übernehmen. Dadurch, daß mehrere Frauen ihre Kinder einer Genossin zur Obhut übergeben konnten, wurden Energien frei, die sonst an einzelne Haushalte gebunden gewesen waren. Einen weiteren Schritt in dicicr Richtung bedeuten die Mädchcnkwuzoth, die heute in Palästina bestehen und über welche in dem Buch von Mädchen, die dort arbeiten, berichtet wird. Dadurch, daß eine ganze Wirt- 1 schilt Frauen anvertraut wurde, wurde den Frauen die Chance gegeben, der Reihe nach die verschiedenen Zweige der Wirfschaft kennen zu lernen und Erfahrungen zu sammeln, die ihnen dann, wenn sie in andere Kwuzoth übergehen und in Sachkenntnis und körperlicher Geschicklichkeit mit Männern' konkurrieren müssen, zugute kommen. Die Frage der KiudercrZiehung ist wohl heute die schwierigste und umstrittenste im Lcb:n des jüdischen Arbeiters in Palästina. Die meisten Kinder, die wir heute in den Arbeiterkolonien finden, sind klein, meist noch vor dem schulpflichtigen Alter. Das Kind bedeutete, wie vorauszusehen war, für die Kwuzah eine schwere Prüfung. Et verstärkte die Familicnbandc, »chuf starke Unterschiede des Interesses zwischen dem verheirateten und unverheirateten Genossen und gab dem verheirateten Genossen ein „Privateigentum", das schwerer wog als das Privateigentum der Genossen, das abgeschafft worden war. Extremisten des gemeinsamen Lebens stellten die Forderung auf: Die Kinder sind unser aller Kinder, Kinder der Kwuzah, das besondere Verhältnis der Kinder zu Ihren Eltern ist eine Erbschaft der alten Gesellschaftsform. Mit dem Privateigentum muß auch Jede andere Form der Familie fallen. Praktisch kam der Streit vor allem darin zum Ausdruck, daß eine Anzahl von Eltern ihre Kinder am Abend un/t bei Nacht nicht im gemeinsamen Kinderhelm lassen wollten, sondern zu sich ins Zelt oder in die Baracke nahmen. An dem Stielt um das Recht der Mutter, ihr Kind zu sich zu nehmen, sind fast einzelne Kwuzoth zugrunde gegangen. Auch In dem vorliegenden Buch sind einzelne Beiträge ran Autoren geschrieben, welche so schematich denken und instinktverlassen sind, daß sie die Berechtigung der Familie innerhalb der Kwuzah verneinen. Glücklicherweise sind' es wenige. Die größere Zahl der Beiträge betont, daß der Widerstand gegen die Blulbande unnatürlich und verlegen Ist, daß im Gegenteit die Festigung der Familie innerhalb der Kwuzah nur dazu beitragen wird, die Kwurah selbst zu festigen. Die Frage der Erziehung der größeren Kinder Ist nicht minder schwierig. Man hört in Palästina, vielfach darüber klagen, daß die Kinder in den Arbeitersiedlungen verwöhnt werden. Dies Ist begreiflich, wenn man bedenkt, aus welchem Milieu die Arbeiter selbst stammen. Zwei Ansichten stehen sich auch in diesem Buche gegenüber: Auf der einen Seite wird gesagt, das Kind dürle unter keinen Umständen die schwere L»rc der Kwuzah spüren, die Kwuzah müßte Ihm alle Opfer bringen, denn sonst würden die Eltern die Kwuzah verlassen, auf der anderen Seite wird gesagt, das Kind müsse von Anfang an die Last der ökonomischen Lage In der Kwurah mittragen. Die »cl von erzieherischem Wert für das Kind selbst und einem Parasitismus der Kinder könne man nicht zustimmen. Das Problem der Kiiidcrcrzlchung .geht aber noch weiter. Ca Ist nicht auf die Kwuzah allein beschrankt, wenn ein Mitarbeiter der. Buches darauf hinweist, wie leer 'und arm du Leben der Kinder Ist. „Die Beziehung der Kinder zu ihrer Umgebung Ist oberflächlich und flüchtig. Das Geheimnis der Welt, das uns in unserer Jugend beschäftigte, die vielen Fragen, mit denen wir auf Schritt und Tritt zu kämpfen hatten, bestehen für untere Kinder nicht.. Lieber Gott sprechen sie wie über eine einfache und eewöhnliche, aber ferne Sache. Diese Kinder werden keine Enttäuschung erleben, wenn nie mit dem vollen Leben in Berührung kommen. Vielleicht wird Jemand sich freuen und sagen: Dies Ist Vollkommenheit. Ach und weh über diese Vollkomincnheltl Sic Ist leer und armselig, denn es sind gerade die Kämpfe des Lebens, die Auf- und Abstiege, die dem Menschen Kraft zum Widerstand geben. Unsere Kinder sind wohl .ganz', aber sie sind abgeschlossen gecen die ewige Frage de* Warum, welch« diesen Kindern nicht» anhaben wird." Diese Erscheinung hat nichts mehr mit den Leben der Kwuzah zu tun, sondern rollt da* ganze Problem der „zweiten Ocneratlou" Palästinas auf, das zu« unseren schwersten Cehört. .. . . >; ...; ' '. . n Schluß tu Nr. 101.------ « - Der Toarhtcavfrkflir la l'rez« Israel Lauf einem Bericht'den offiziellen „Comin c rc Ial Bulletin" war «tan Jahr 1021 durch das Wiederaufleben des' Somincr-TouristcnvcrkcJtr* in Palästina gekennzeichnet. 22384 Touristen besuchten das Land während der Monate Mal. Juni, luli, August und September, von. denen eine große Anzahl mehr als zwei Monate Im Lande zubrachten. Hotels, Geschäftsleute und alle vom Touristenverkehr abhängigen Branchen konnten eine gute Saison verzeichnen. Es ist zu erwarten, daß die kommende Winteraalson e I n c n . R e ko rd In bezug auf die Anzahl der Touristoi bilden wird. Nach Angaben der Reise- Agenturen übersteigt die Anzahl der für diesen Winter zum Besuche Aegyptens und Palästinas 'avisierten Touristen bei weitem die des letzten VorkricgB-Winfcrs. Ein offizieller Bericht für Oktober1 ergibt, daß während dieses Monats 4327 Durchreisende, Touristen und Pilger nach Palästina gekommen sind; hierzu kommen ltoch 1600 Palästinenser, die in dieser Zeit ins Land zurückkehrten. Um den Anforderungen des erhöhten Touristenverkehr* nachzukommen, wird, wie die Korrespondenz, der zionistischen Exekutive meldet, ein jüdisches Informationsbüro aut nichtkommerzieller Basis Im Zentrum Jerusalem* eröffnet werden, um über Touren, Hotels. Antiquitäten usw. Auskunft zu erteilen. Dieses Büro wir«! auch in der Lage svln, authentische Informationen, insbesondere mit Bezug auf die jüdische Tätigkeit im Lande zu geben. Die Vcrpacknng des Tabaks erfordert Heilere Arbeiter Jerusalem. (J. T. A.) Beim Verpacken der Tabakblätter macht sich derselbe Mangel an Arbeitskräften bemerkbar wie während der Tabakpflanzung«- und Erntezeit. Der Schatzmeister der zionistischen Exekutive erklärt in seinem Oktberbcricht, daß die Verpackung der Tabakblätter tausend Jüdische Arbeiter erfordern würde, und daraufhin hat die Exekutive beschlossen, sofort weitere 700 Chaluzim aus dem Gallith zu bringen. . « Pallsllna end die ottomanische Staatschuld Genf. (J. T. A.) Der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Driimmond, erhielt eine Mitteilung der britischen Regierung, die dem Völkerbund bekannt gibt, daß Palästina, Trausjordanicn und Irak gegen da* von der Koiutanlinopcler StaatsschuMcnkommissiotj festgesetzte Ausmaß ihres Anteils an der alten ottomanischen Staatsschuld appellieren und fordern, daß ihre Vertreter von dem Schiedsrichter, den der Völkerbungsrat während seiner letzten Tagung in Rom bestimmt hat, gehört werden sollen. Jalla-Orautjcn-Salson Die Vcihandlungcu zweck-» Bildung eine« Vertreterkomitees zur Kontrolle des Exports der diesjährigen Orangenernte sind zu erfolgreichem Abschluß gelangt. Es wurde zwischen dem Komitee und den Agenten der britischen Schlffsgcscllrehaftcn ein Abkommen betroffen, die Frachtkosten der für England bestimmten Orangen pro Kiste mit 2 Schilling netto festzusetzen. Vermächtnisse zaganMen des Keren Memelh ' Während der Ictzlcn paar Monate wurden »leben Vermächtnisse im Gesamtwerte von 30000 .C zugunsten des Keren Kajcmcth teils realisiert, teils gemacht. : In zwei Fällen in Amerika wurden Lebensversicherungen im Betrage von je 5OJ0 9 zugunsten des Kcrcn Kajcmcth abgeschlossen. Ein Testator .n Wien hinterließ dem KKL CO»/o seines Gesamtvermögen», was dem Betrage von 15000 £ entspricht In manchen Fallen wurde die Hinterlassenschaft mit der Bedingung verknüpft, daß Verwandte de* Erblasser* auf Wunsch auf dem 'von dem Oelde erworbenen Boden angesiedelt werden. Auch sei daran .erinnert, daß In den letzten zwei Jahren zwei p/oße lelzlwilllgc Verfügungen zugunsten des Fond.« realisiert wurden, und zwar das Testament Rosenblum im Betrage von 23000 £ und die Stiftung Götz im Betrage von 15 010 C. In S h » n g - hai wird jetzt dir Besitz eine« sibirischen luden zugunsten des KKL liquidiert, wovon bereits 01) Ü ü Konto eingezahlt wurden. ...... Bcskicl Scliem Totv gestorben Je run ale in.' fj.T. A.) Das Hauptbüro des Keren Hajessod hat nii.« Bagdad die tclcgraphischc Meldung ei halten, daß der bekannte Philanthrop Gourgay Schern Tow aus Basrah gestorben Ut Gourgay Schern Tow (Hcsklel Jovcph Schern Tow) Ist durch sein Legat zugunsten des Keren ltajcssod bekannt ge-. worden. Vor einigen Jahren entschloß sich der nunmehr Verstorbene, sein gesamtes Vermögen dun Keren Hajessod zu vermachen.' Ein Sonder-Dctcgiertcr de-j Keren Hajessod, Dr. Benzion, bcjzab sich damals nach Mesopotamien, um die Angelegenheit finanziell und juridisch zu erledigen. Im Dezember l').'3 wurde die Angelegenheit abgeschlossen. Aus juristischen Grfniden wurde ein Teil des Vermögens der Verwaltung durch ein Komitee unterstellt, das sich aus den Herren Dr. Ben/Ion, David Je 11 In (Jcrusafcm> und Rabbi Uslel (Jaffa) zusammensetzt. Das sehr beträchtliche Vermögen Sdicm Tow* soll auf Wunsch des Verstorbenen für jüdische Schulen und Kraukenhäuser in Palästina, insbesondere auch für die hebräische Universität verwendet werden. Eine Versicherungsgesellschaft fUr Patilstliia. Herr Nathan Oh »sau, der Präsident des Ordens „Sons of Zion" QSOhnc Zions) begab sich am 13. Dezember in Gesellschaft des Herrn Jacob Miller, eines Vcrsichcningssachvcistän- «Ilgen, «lach Palästina, um 1tir die ,,jnnc.i Insurance Company" in Palästina zu wirken. (Der Orden „Sons ot Ziem" ist ein Zwcigvercin der Zionistischen Organisation Amerikas. Es handelt sich um eine Versichcrungsorganlsallon, deren Mitglieder zugleich Mitglieder der Zionistischen Organisation Amerikas sind.) Die Herstellung der K.K.L.*Büchsen In Erer-Ismol. Das Direktorium <l< n K. K. I.. hat beschlossen, die Sammelbüchsen des K. K. L. in Erez-Isrncl herstellen zu lassen. Der Boichluß entspricht der seit Ucberslcdlung des Hauptbüros nach Jerusalem befolgten Tendenz, Bestellungen soweit als irgendmöglich im Lande selbst unterzubringen. Die Aufträge, di* der X. K. L, für die Herstellung von Büchsen erteilen wird, werden eine neue Industrie in Palästina schaffen. Neue Industrien In Haifa und Jaffa. Unter den neuen Industrien, die jetzt In Erer-lsracl eingeführt werden, Ist. die Gründling einer S t reich holsfabr ik in Haifa zu erwähnen, In die ein Kapital von 20030 JC investiert werde« soll. — In Jaffa wiid eine Fischkonservenfabrik mit einem Kapital von 2000 £ und von einem bulgarischen Juden eine Zigarettenfabrik mit einem Kapital von 25000 £ errichtet ... .. . ........ Vortrag Wels]—Gruppe West fn einem von «1er zionistischen Ortsgruppe Berlin-West Veranstaltern Abend von Dr. A. Apfel npr.iclt Dr. Wolfgang von Weist, «ler Berichterstatter der „Vovdschcn Zeitung", über die politische Lage Im vorderen Orient. Der Redner unternahm es, das palästinensische Problem unter dem Aspcfci großer wellpoliiischcr Zusammenhänge zu sehen und vermochte durch seine an interessanten Kombinationen reichen und' koiucouent durchdachten Ausführungen «la« I*ublikum über zwei .Stunden zu fesseln. Die Welt — so sagte «kr Vortragende — steht heute Im Zeichen eine« grollen Kampfes /witschen dem amerikanischen Wirtschaftsgebiet, da-j Mint Europa. Australien und Südafrika umfaßt, und der orientalischen Welt, die von Moskau über die Mongolei bis Mekka n i ^or<,J'ri,<f> reicht Dieser Kampf sei am deutlichsten in Palästina sichtbar, da* immer in der Geschichte der Boden derartiger großer Auseinandersetzungen gewesen iit Es gibt keinen grölterrn Gegensatz als den nach curop.",iseh-atucrikanische.n Methoden arbeitenden Wirtsehaftssuhjekt unJ dem orientalischen Menschen. Daher ist der Kampf zwischen den zwei Typen in Palästina, wo die Juden Europa und die Araber Asien repräsentieren, naturnolwcmllg und' jede Vorstellung einer möglichen Einigung dieser zwei getrennten Welten beruhe nur auf Unkenntnis der Sachlage. Die Juden müssen sich bewußt sein, daß sie der Exponent Europas sind und ihre ganze Politik auf diese Tatsache abstellen. Daß die Juden den Judenstaat wollen, daran zweifelt kein Araber, daher haben wir von Jener Seite keine Hilfe zu erwarten und müssen diese Hilfe von Europa beanspruchen, Zinnat ganz Europa auch au der Lösung der Juden frage interessiert ist. Die Matiplgegncr dieses jüdischen Streben« müssen die Zentren der .nitleuropäischen Well, nämlich Moskau und Mekka sein. Unter diesem Gesichtspunkt sieht d-r Vortragende auch die Möglichkeit, einer Versöhnung mit einem der schärfsten heutigen Gegner des Zionismus, dein Vati» k a n, den man zur Erkenntnis bringen müßte, daß die europäische Front von Rom bis Jerusalem reicht gegen die gefährlichen Feinde der gesamten heutigen Zivilisation. Der Zionismus ki»nn diese Arbeit einer Avantgarde Europas leisten, weil er allein Über eine Million auswanderungsbereiter Menschen verfügt, die von der Verzweiflung getrieben werden. Auf die heutige Lage de« Zionismus überseht nd, bitncrktc «Irr Redner, er habe vor zwei Jahren den Eindruck gehabt, «laß die zionistische Politik gescheitert ist Die Zionisteu haben aber aiKgch.vrt und es kam unverhofft wie ein Wunder der groUc Wendepunkt durch die Kalifatsannahmc König Husseins. Dieses Erlcgnls bewog nämlich England, wo inzwischen die Arbciterrcgicruug ans Ruder gekommen war, Hussein fallen zu lassen, weil mau wußte, daß er als Kalif au die Wunsche der inahammedanischen W.-Jt gc blinden sei und daher kein Werkzeug England« mehr sein könne. Die Preisgabe begann mit Maßnahmen gegen Trans, jordanien. de.n die Subvention cnt/n;eu wurde. II.» Saud, der bl-.ber durch eine englische Subvention zur Kenlr.-.lil.it veranlaßt worden war, wurde gleichfalls durch Streichung der Mibvrnllou gegen das Hcdsch.iii losgelassen. Hinseht fiel und damit Ist d:r P;in einer panarabisrben Föderation, die durch fünf Jahre das Ziel der englischen Kol.miaJpolitik war und zur Zurüekdränguug des Zionismus führte, bcfrrabcn. Diese «ich jetzt bietende große Chance des jüdUchcn Volkes, die zweite nach der B.ilfour-Dckfarction, wurde diesmal im Gegensatz zu jener ersten von den Juden au .genutzt. Eine große V. I n w a n dc r u n g s w c 11 c kam In d is 1 and, die Rückwanderung hörte fast vollständig .vif tnd die Stimmung Ist außerordentlich opllmrsiisch. Diese Tatsache hat mich auf England großen Eindruck gemacht und in der letzten Zelt wurden Zertifikate für ueue Einwanderer ausgegeben. Wahrend die Chaluzim gewissermaßen als Slainmtruppcn i-u betrachten rind. die als cr^tc das Gelände boct/cn. es aber allein nicht halten können, kommen heute bereit; di; Nachschübe der breiten Massen, di; die Position siehern. Ein besonder« wichtige.« Moment l«t die Erwerbung großer La nd s t r I c h c , die aus zusammenhanglosen Kolonien eine zasamnienhängcnde jüdische Provinz im Norden Palästina« gemacht haben. Dadurch werden die Kosten der KoY>nl«aiion erheblich gemindert werden. Wir stehen alvj am Anfang einer hoffnungsvollen Epoche zionistischer Arbeit. In der Diskussion sprach zunächst Dr. Klee, der in höchst bemerkenswerten Ausführungen zunächst entgegen dem Referenten die Meinung aussprach, daß eine Bodenspekulation für unsere Sache sehr schädlich wäre, und sodann einsehend <|jc Forderung begründete, einen zionistischen Außendienst großen Stil« einzurichten, der, Im Zeitalter de; Völkerbunds, keinen Staat aus seiner Tätigkeils^pli.irc :nis. schallen darf. Zum Schluß erhob Dr. Klee mit besonderem Nachdruck die Forderung, daß nach dem Rücktritt Herbert Samuel.« wieder ein Jude O he rk o m m I s s ä r von Palästina werde. Er hält es für sehr bcJaucrlkh, daß die Kritik an der Tätigkeit Samuels manchen zionistischen Politiker zu exliemen Schlußfolgerungen verfuhrt, wahrend aus edelsten und berechtigten nationalen Motiven, für die auch England Verständnis haben müßte, wir auf die Zufiehörik'keit de* obersten Beamten'des Landes zum Judenum Wert legen müssen. Dein Schluß der Diskussion vermochten wir leider nicht mehr beizuwohnen. Es braucht nicht gesagt zji werden, «faß wir eine ganze Reihe von Anschauungen Dr. Weis!* für unrichtig und sogar für politisch bedenklich halten. Die« gilt auch für srlnc Gniiideinstelluiig Ober den Zionismus als Exponenten europäischer Politik. Für eine Polemik ist im Räumen dieses kurzen Berichtes kein Raum und diese Mcinungsdiffercn/cn sind auch kein Grund, nicht anzuerkennen, dal» der Vortrag Dr. Welsls mit seiner streng durchgeführten Logik, seinen umfassenden Ausblicken i der lebendigen, rhetorisch wirksamen Darstellung «. vi äußerst gelungenen Abend gebracht hat. w. Amery (Iber dm PaläMlna-Beschluß des Völkerbundsrats Der Staatssekretär für die Kolonien, L S. Amery, empfing am 16. Dezember den J. T. A.-Vertreter und äußerte sich ihm gegenüber über den von dem Vötkerbumlsrat angenommenen Bericht der ».tindlgen Mandatskommission des Völkerbundes. Mr. Amery sagte: „Bei sorgfältigein Studium der Angelegenheit »ehe leb nichts, was irgendwie Anlaß zu Besorgnissen geben kOnote." Zur Errichtung der LandwlrtscbalLsscbule idr die Araber Das LamlwIrtschafts^Dcrartemcnt der palästinensischen Regierung trifft Vorbereitungen für die Errichtung der für die Araber bestimmten landwirtschaftlichen Schule In Tul- Krrcin. deren Kosten au» der Kadoorle-Stiftung batritten werden. RÄuber an der *yrf«ch-pat3stlncnslschon Grenze. Vor einigen Tagen sind In Jerusalem Berichte über ein erneutes Aufflackern des Bandenunwesens ,an der syrisch-palästinensischen Grenze eingetroffen. Ein Dctachemcut französischer Infanterie wurde von Räubern in der Nabe vor. Dcrca angegriffen. Ein französischer Soldat wurde verwundet (J.T.A.) •.......... » t *, : f, > v!!f I A. "I \'.' 11 -* - *■ ^JiEgfc»,.