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Jüdische Rundschau · 1925-01-02 · Heft 1 (2.1.1925) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 1 (2.1.1925)
Date
1925-01-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. l tfÜEDIS'CHE RUNDSCHAU Seile 5 I Wcrnir jBIoch (Berlin):' Es besteht ein Konflikt darin, daß man Ms wehen für Palästina erdeht und sie ru gleicher Zelt Wr diel Verjüngung der Organisation' braticht. Es Ist aber falsch >u glauben, daB hinter der Organisation kein« lugend »tchei Der größte TeU der Jugeml »teilt »Ich bewußt hinter die H.V.f.Ö. Die Organisation, hat die Aufgabe, die Jugend tu unterstützen. ,Daß heute Jugend und IMau- Weiß sich bi die Organisation eingefügt Jiabcn,. ist haupt,.,' sächlich rln I Verdienst von Dr. l.andiberg. Zum Referat Blumcnfeld f«merkt der Redner, daß es viel «i sehr In Allgemeinlielien stecken geblieben Ist. BlumcnfeW» Haupt« gcdanke 'var, daß man Menschen ru Persönlichkeitener-. riehen nvlB und er hat auch das Verhältnis zwischen Ost und West erörtert. Wer In Palästina gewesen Isl, weiß, daß das Leitmotiv der dortigen Arbeiter, der sozialistische- Aufbau Ist. Das Erlebnis der osljudlscher» Jugend Ist ««Ja. lbtlsch. In Danrig versuchten die Emissäre Pakisllnas, der gesamten Jugend das Programm des I fuclmmcr t Uralr auf. ^oktroyieren. In Palästina glauben dicse Menschen, für dje. Sache des sozialistischen Aufbaus durchhalten ru müssen. Als Welzmann und Felwel Im EmeV waren, erklärten die dortigen Arbcl'.er: wir sind das Volk. Kuprtn tat recht m t- „einer Behauptung, daß man die« Menscheni lr» den Auf. bau Palästinas einordnen müsse. Man soll nicht von Opfern »-ii diesen Menschen sprechen, man muß aber Ihre Lcistunc»n restlos anerkennen. Man verlang nun von Leuten in Wrstetimna. deren stärkstes Erlebnis zionistisch. Isl, daß sie denlÄ'n Weg gehen. Unsere cröfllt Aufgabe bestand darin zu verhindern, daß unsere Leule »Ich In den ver. «-hiedenen sozialistischen Parteien verltcrcn. Vor einigen 'iahren stellte Buber die Forderung *yf: Sozialistisches Paltetina. Die Antwort der Jugend Ist heute: Jüdische», Palästina. Die Erzehuue der jungen Menschen In Deutsdiland ist nicht so einfach. Die meisten kommen aus ossi. mlllerten Häusern. Die Zahl der ösllichen Jugend Ist in Deutschland sehr gerlug und nicht von großer Bedeutung. Es zeigt sich, daß diese lugend großenteils verloren geht, wenn sie Berührung mit den positiven Werten Europas erlangt. Wir haben In Deutschland eine .gre-Q« Erfahrung und wissen wl« schwer ei Ist, In dienern Milieu durchzuhalten und alle Fordeningen, namentlich bezüglich de» Hebräischen, restlos durchzuführen. Unser Ziel M, auch nus deutschen jungen luden Pioniere für den Pal.'istlnaufbau zu machen, Redner kommt dann auf den bekannten Konflikt der ..Kail«, rulier Werkstätten" In Palästina mit der Histadruth zu sprechen. Er meint, man solle sich hülen, die Blau-Weißen ' In Palästina In die Opposition zu drangen. Man darf Ihnen 1 nicht den Otaubrn an Ihr Werk nehmen, der deutsche Zl<v i nismus muß sich hinter Ihr Werfe stellen. Die Arbeit in der Jugendbewegung Ist schwer. , Man. rechnet Immer mit i einer Verlustquote und Ist bestrebt, sie so gering wie möglich i m machen. Doch darf den für diese Arbeit Vc/antwort. : liehen Ihre Verantwortungsfreiidigkcit nicht genommen werden, i Von oben herab l:aon man sie nicht behandeln. Wenn die i Blau-Weißen In gemeinsamen Oruppen nach Palästina gehen, i so tun sie das gleiche wie alle anderen Oruppen und es i ist falsch von ihnen ru verlangen, daß sie sich zerstreuen, i Redner verlangt die Schaffung einer besonderen Kommission l für Hachscharah und Alliah. Der Blau-Wciß will ein Lehri tut machen, dazu sind aber Mittel nötig und es Ut Pflicht i der Organisation, diesen Plan zu finanzieren. Der Prunncr I Bund war für den Blau-Welß niemals Selbstzweck. Zum i Schlüsse bespricht der Redner die Friire von Jadlur. Da* , gjnre Unternehmen nennt er einen Mißgriff. Man muß i sich darüber klar werden, wie solche Mißgriffe In Zukunft I m verhindern »Ind. . i Frltt Löwenateln (Jerusalem).polemisiert gegen Werner i Bloch. Auch er bespricht den Konflikt der Karlsruher Sied, i lung und stellt fest, daß es niemandem einfällt, die Mit. i gllcder dieser Siedlung irgeüdwle zu diffamieren. Jeder bat i die ernste Absicht, diese Menschen heranzuziehen, auch die i Iflstadrvth. Die Kluft Ist jedoch vorhanden. Sie beruht nicht i allein, aber zu einem wesentlichen Teil auf der . Tatsache, i daß die Juden ans Deutschland infolge Ihrer mangelnden i Kenntnis des Hebräischen keinen Anteil am tatsächlichen Leben haben. Die Führung der Karlsruher Siedlung Ist eine 1 rein technische und den naliönalen Anforderungen, die an 1 sie zu erheben sind, nicht gewachsen. Die Siedlung arbeitet 1 nur in einem rein deutschen Miileu. Unsere Leute in Pa. 1 lästlna sind weit abhängiger von den Weisungen aus Berlin 1 als von den Einflüssen des'Landes. Redner ist der Ucbcrzeugung, daß man sich viel leichter verständigen kann, wenn die Orenzwand der Sprache, gefallen ist Et handelt sich gar nicht um den Gegensatz zwischen. dem „reinen Zlonismus" des Blau-Welß und dem Sozialismus, sondern um «In Versagen gegenüber, nationalen Forderungen. Der bürgerliche deutsche Zionismus hat für manche Fragen der palistJnensIschen Arbeiterschaft mehr Verständnis als der Blau-Weiß. Seit einiger -Zelt nimmt der .Blau-Weiß eine neue Entwicklung, die irr Augenblick »ehr sympathisch Ist. Man muß nur wünschen, daß die»« neue Verhällnrs tum Zionismus und Hcbrilschen kons'jnt bleibt. Beim Studium de» Hebräischen »ollen Chaluzlm besonders palistlncnslsche Er. Zeugnisse lesen. Vorsitzender Dr. Landsberg schlägt vor, Felix Rosen, blüth telegraphisch den Dank für seine Unterstützung der deutschen zionistischen Arbeit In Palästina und für sein Schreiben auszudrücken. (Mit. lebh. Beifall angenommen.) Er begrüßt den Vertreter der Straßburger Zionisten, Dr. Schrarameck, und den Vertreter der schweizerischen Zionisten, .Dr. Goetschel, aus Basel. Frau Grete Turnowsky tritt für die Schaffung eines be. sonderen Sekretariats für Frauenarbeit, bei der Z.V.f.D, ein. Sie bespricht ausführlich die besonderen Aufgaben des Zionistischen Frauenbundes und verweist Insbesondere darauf, daß die zionistischen Frauen berufen sind, auf dem Oebiete der Erziehung und der Sammeltätigkeit für zionistische Fonds sich In hervorragender Weise zu betitigen. , Sutzberger (Berlin, Misrachl) dankt der abtretenden Leitung und insbesondere dem Dr. Ltndsberg namens des Misrachl für die geleistete Arbeit. Er drückt ferner dem Professor Dr. Wchmann die Anerkennung des Misrachl aus und entbietet seinen Oruß den Chaluzim In Palastina. Er übt hierauf Kritik an dem Verhalten der Karlsruher Siedlung, die die religiöse Tradition mißachtet hat. Trotzdem in der letzten Zelt die hebriische Bewegung In Deutschjand einen Aufschwung genommen habe, kann man sich jedoch mit den erreichten Erfolgen nicht zufrieden geben. Redner befaßt sich hierauf mit dem Referate Blumcnfelds und bemängelt Blureenfelda Auffassung, daß der gute Zlonlst zuerst durch die Assimilation hindurchgehen müsse, um zum wahren Zionismus zu kommen.. Diese Auffassung trifft nur P einen ganz kleinen Teil zu, und tw*x für Intellektuelle inj Westen. Blumenfeld bezeichne-adii Hiuptaufgabe die Qe- .«Innung, neuer Kräfte. Der Misrachl bestreitet, daß man durch die Assimilation hindurch muß, um Zlonlst zu werden, iviel bessere Chancen bieten die großen gesetzeltreuen Masten. Der Misrachl stellt als positives Ideal auf: .Rückkehr zur Tradition. Im Qegenaafz zu, filumenfcld Ut der Misrachl «r Meinung, daB die Reserven des Zionismus Im orthodoxen •ort Bkttiira Ubei*len .l^ wfll in Erez-Israel nicht ein vollkommen neues Leben, sondern eine Renaissance auf Grund der Ucberllcferung. Der Misrachl will nicht, daß das Haus In Palästina das Grab des alten Judentum» werde.. Abraham Goldberg (New York) erklärt, er sei mit dem. was bisher auf dem Dclcgiertrntag Resagt wurde, einverstanden, aber er muß darüber staunen, daß die großen Fragen, dl« In den Nachbarländern Deutschlands, In Polen, Litauen und In Oesterreich die Lcbcniexlstciiz. der Juden betreffen,' kein Frhd gefunden haben. Litauen hnt zweliiindcrtlausemJ Juden, die.auswandern müssen, Polen Hundertlausende, und vor dieser Tatsache verschließt man die Augen. Amerika hat seine Tore geschlossen. Die Frage der Wanderung Ist gegenwärtig das brennendste jüdische Problem. Man tritt au die Erweiterung der Jrwlsh Agcncy heran. Bei dieser Gelegenheit muß mau die amerikanischen luden auf die jl'dlsche Not aufmerksam machen. Das Haupt., bestreben muß «ein, Hunderttausende luden in der raschesten Zeit nach Palästina zu bringen, dann sind die meisten Fragen, die uns beunruhigen, mit einem Schlage gelöst. Der deutsche Zionismus, der Ober so viele tüchtige und fachkundige Kriiftc verfügt, bat die Pflicht, die Industriellen Möglichkeiten Palastinaa zu prüfen, ferner die Verbindung zwischen der gefährdeten Ostiudenhelt und der tnlichtlgcn amerikanischen ludenhrit herzustellen. Der Redner bespricht dann ausführfleh sein bekanntes Programm, das sich auf die Anregung der Privatinitiative und auf die Industrialisierung Palästina* bezieht. ' Am Schluß der Vormittagssitzung überbringt Dr. Schrammeck (StraRburg) die OrOße der dortigen Organlüntlon und dankt den deutschen Zionisten für die mannigfachen Anregungen, die sie den Organisationen tmd den benachbarten Ländern auf dem Gebiete zionistischer Arbeit geben. , Montau NacLralUiO'SlUung Beginn 4 Ubr. Dr. Landsberg begrüßt den Vertreter des Memclgebietes, Dr. Hanemann, und erteilt Ihm das Wort. Dr.. Hancmann begrüßt den Dctcglertentag und betont, die Menicler Orcnnlsatlmi fasse ihre Rolle dahin auf, zwMic-n den 'Methoden des deutschen und OaUlmilsnius zu vermitteln. Fencrriiig (ticrlin) weist darauf hin, daß hinsichtlich der meist'.n Probleme eine Unsicherheit eingerissen sei, die ein Symbol für d,is Kranksein der Bewegung Ist. Ein Ritoplr-l biete! der Gegensatz zwischen der Rede Blumenfelds und der Rede Ooldhercrs, Als die wesentlichst.»!» Momente des Blumcnfcldjchcn Referates betrachtet der Redner die Forderung, neue Menschen zu gewinnen, und rln Brrufsldcat aufzustellen. Redner bezweifelt die Möglichkeit, ein einheitliches BcrufsMcal aufzustellen. Er pflichte» zwar Blumcnfelds Anschauung bei, daß die Landwirtschaft tin-.crc Hauptaufgabe Ist. aber dieser Primat der Landwirtschaft dart nicht dazu führen, andere Zweige der Tätigkeit zu vernachlässigen. Die Zionistische Organisation verschwindet heute vollkommen in Palästina. Die Arbeiterschaft kann ml» Recht darauf hinweisen, daß der größte Teil der Aufbauarbeit von Ihr, geleistet werde, aber es hat sich eine demoralisierende Zweiteilung der zionistischen Welt herausgebildet, indem di>r eine Teil die Dinge In Palästina macht und der andere Teil dazu da t»t. das Geld herzugeben. Solange die* «Irht geändert wird, kann die Zionistisch? Organisation nicht gesunden. Die „allgemeinen" Zionisten haben hishcr versäumt, den C.haliizged.niken In ihre eigene T.ltlfkclt aufzunehmen, allerdings darf er nlrht so fn<r f'cf.i(lt werden ,wlc bisher, f!« Ist .Unhaltbar, daß Zlmilsten, die Ihrer Uchcrvnrrimg nach nicht Soziallsten «lud, sozialistische Arbelt Jn Palästina fi'irdern. Dies Ist nur ein Beweis, daß man die Aufbauarbeit In Palästina nicht genug ernst nimmt. Die .wichtigste Aufgabe Ut die Frncuening der zionistischen Ideologie nach nuDen und die Zusammr.nfawin^ der Gruppe Ji.u'h Innen, .die au die heutige Arbellsmelhnde nicht glauben. Die Auseinandersetzung mit den Problemen de« 'heutigen .jüdischen Lehens, »n denen wir nicht vorbei sehen können, wird dem ersten Zweck dienen, dem zweiten Zwecke diene die Organisierung der Elemente, die Redner als die „Radikal-Sozialen" bezeichnet. Dr. Landauer (Berlin, Hanoel-HazaTr) bespricht zunächst einige Fragen der Politik und wendet sich gegen die neuen Einwanderungsbestimmungen, die praktisch eine Erschwerung der Immigration bedeuten. Die hundert Chaluzlm aus Deutschland sind ein' Erfolg systematischer Hachscharah, aber wahrheitsgemäß muß festgestellt werden, daß das ostjüdische Element bisher den HnunttcU der Alljah auch aus Deutschland gebildet hat.' Bezüglich der Finanzierung der Alljah erörtert der Redner ausführlich die Mißstände des gegenwärtigen System» und fordert die Schaffung eines zentralen Keren Alljah für Deutschland. Bezßgllch der kolonisatorischen Arbelt «fehl Redner eine wichtige Aufgabe des deutschen Zionismus in einer grundsätzlichen Verfechtung der landwirtschaftlichen Basis, wie sie Blumenfeld und Feuerring übereinstimmend gefordert haben. Es sei inkonsequent, dieser Forderung Beifall zu klatschen, wenn man dann auch Ausführungen wie die des Herrn Goldberg beklatscht (Zwi«chcnruf: Der Beifall galt der Rede, nicht dem Inhalt l) Die Fortsetzung der KoWsatloiisarbelt muß durch die planmäßige Ansledlung produktiver und aufbauender Elemente erfolgen. So »ehr wir die größere Einwanderung begrüßen, und für viele Ansichten des Herrn Ooldbcrg volles Verständnis haben, muß der deutsche Zionismus doch die Anschauung zum Ausdruck bringen, daß wir einen wirklich produktiven und gesunden Aufbau einer jüdischen Wirtschaft für die zentrale Aufgabe der Zluulttlschcn Organisation halten. Niemals waren die Kreise der Arbeiterschaft gegen Privatinitiative. Aber es darf «IchJ die Parole einer wilden Einwanderung mangels eines andern Elnwaudcrungslandcs ausgegeben werden, sondern angestrebt muß werden eine plan volle Verwertung von Kapltillcn zu produktiven Zwecken. Die Z.V.f.D. folgt einer alten Tradition durch objektive Würdigung der Arbeitsleistungen der einzelnen Oruppen üb Zlonbmu». Die GtwhätWtthTung von Dr. Lacosbtig v»az wirklich von vorbildlicher Sachlichkeit und Ob« Jektlvltät. Es wäre nicht zum Vorteil des deutschen Zionismus, wenn die Z.V.f.D. den Tendenzen nachgeben würde, die diese Linie verlassen möchten. Ucbergehend auf die Fragen der Jugendbcwfgunjr wendet er sich gegen die Erklärung Werner Blochs, diß der Blau-Welß sc'.t Gründung des Brith ■ Hanoar die einzige organisatbnstrcue Jugendbewegung sei. Dies sei inhaltslos und falsch. Der Blau-Welß habe heute ebenso das Ocprigc einer Partei wie die andern Oruppen. Es ist abnormal, daß eine Gruppe der Aufbauenden nicht den Weg findet zur Gesellschaft der Aufbauenden. Der deutsche Zionismus müsse vorgebildete Menschen nach Palästina schicken, insbesondere auch in hebräischer Bcdthung. Redner wendet sich dagegen, daß man die Vorkomrinltxe in den Blau-Welß-Werkstütten ausnützt tu einer deraagogl« sehen Agitation gegen den. Blau-Welß, vielmehr müsse man für die Schwierigkeiten Verständnis haben, gerade wenn man die Innere Entwicklung in einer anderen Richtung bcelnftiMien will Besonders wendet sieh Redner gegen als Aus nOtzung des Vorfalls durch den Misrachl, der selbst durch seine'Stellung gegenüber der Angltcderung des Hapoel Ha* misrachl' aa .dle Arbttterorgaaitauon Unverständnis für die VercIiihcItlirhungs.Tcndcnzen innerhalb der Arbeiterschaft g<s zeitrt hat Redner appelliert an den deutschen Misrachl, Her stcH mehr Verständnis für diese Probleme fiatte, seinen Einflul» Innerhalb des WellmUrachl zugunsten der Acmleriing dieser Stellungnahme geltend zu machen. Redner fordert ferner eine UntcrstUt/ung der Aktionen des „Komitees für das arbeitende Palästina", dem leider In der vergangenen Periode Schwierigkeiten gemacht worden sind. Schließlich erörtert Redner die Möglichkeiten einer Belebung der Ortsgruppcuarbclt von der Zentrale aus. Frldl Roscnblntt (l)rlth Haolim) wendet sich gegen die vom UlaiiAvVIH propagierte und beabsichtigte Form der landv mannschaftlichen Siedlung und weist au! den beachtlichen VersiKh des Hrlth Haolim hin. seine Leute in bestimmten größeren Siedlungen, z. II. En Charod unterzubringen. Unsrre Chawcrim fügen »ich der Arbeiterschaft ein. wir werden beantragen, daß das Ji^cndsi-krctariat In Zukunft nicht von 0 Tm 4nK,ncn ßc,cl,c,• sondern einer aus allen Bunden paritstlsch zusammengesetzten Kommission unterstellt wird. Schluß der Rednerliste und Bcjchränkuiig uer Redezeit auf 5 Minuten wird beschlossen. Frau Dr. Möller (Misrachl Hamburg) führt die Vore/uige In der Karlsruher Siedlung, die auszuschlachten dorn Misrachl Sans fem liege, auf die Erziehung In Deutschland zurück.!e niclit mir auf Palästina und Hebräisch, sondern auf Tradition basiert sein müsie. Der Misrachl verlangt <li:«clbe Unterstützung seiner Haclischarah-IiistltuUoncn wie die offl« , zlcllcn der Z.V.f.D. Es wird beschlossen, nur noch Herrn Dr. tliscr Ascher und einen Vertreter dea Hlau-Wcltt mit 10 Minuten Redezeit zu hören und dann Herrn Dliimcnfcld das Schlußwort zu geben. Dr. Ellscr Ascher (Hapoel Hazair Berlin) betont gcgifiüber der Rrduerm des'Misrachl, daß Im drutschen Hcchalu« Chaluzlm aller Schattierungen und auch des Atisrachi organisiert seien und daß die Beschaffung der überhaupt in Deutschland zur Verfügung stehenden tchabbcsfrcicn und koscheren Stellen großenteils durch den Hcchaluz erfolgt sei. Der Gedanke der ChaluzJuth hat sieh in Deutschland erfreulicherweise durchgesetzt, aber die Zahl der wirklich aus t>cutschland stammenden Chall/hn l»t noch whr gering. Von den let/tcit hundert Chnll/Ini, die nua Deutschland nach Palästina geschickt «uirden,. stammten nur n wirklich «us Deutschland. Wir müssen forderni Vervielfachung der deutschen Chatuduth und Bevorzugung der Chiluzhn-AIIJah vor jeder anderen Palästina« Einwanderung. Dr. Georg Strauß crklM nauiciw des Blau-Welß, «laß der lilau-Wcift, da ihn» nicht noch zwei Redner gewährt worden seien, auf das Wort verzichtet. Hierauf hat Blumenfcld das Schlußwort, ' Blunienfold erklärt, er möf »c sich darauf beschränken, nur auf einige Punkte, die mißverstanden worden seien, neuerlich einzusehen. Man hat den Vorwurf erhoben, daß unsere Ideologie vernachlässigt wird, es ist aber unmöglich, iu einem Referat die gesamte Ideologie ru, erneuern; ich habe mich bemüht, an einem Beispiel zu zeigen, wie dies geschehen könne, nämlich am Beispiel unserer Stellung zur ulchtzlonlsUschen Judenheit. Ich habe ferner versucht, über die spezifischen Aufgaben des deutschen Zionismus zu sprechen, die gerade er neben anderen Aufgaben in der Weltbewegung zu erfüllen hat. Es Ist das Problem, wie es möglich ist, bereits entjudetc Juden durch den Zionismus wieder unserem Volk einzufügen. Ich habe nicht gcaqt, daß nur solche Juden Zionisten werden können, sondern Ich stellte fest, daß wir es mit atslmllirricn Jiclen zu tun haben tmd unnere Aufgabe darin besteht, diese Menschen durch die Idee zu überwältigen, Ich halt; dies deshalb für entscheidend wichtig, weil Ich weiß, daß In den Lindern, wo es Massen gibt, es um» nicht gelungen Ist, diese Massen zu erfassen, trot/dem man solche R^len, wie Galdherr» heute hier gehalten hat, seit Jahrzrh.itcn hielt. Eine VolksUwop-ung ist nimllch eine Frage der Führer und uicht eine Trage der Statistik. Es ist eine Erfahrung, daß die Mi:,s:n da sind, wo man spürt, daß die geistige Macht der Idee sieh auch an fernstehenden Menschen bewährt. Weil es sich hier um eine Eroberung der Judenheit handelt, hielt ich dies« Sache für eine wichtige Aulgabe des Zionismus. Mau hat Im Zionismus sdton seit Jahrzehnten versucht, durch demagogische Uebertrclbungcn Eindruck zu machen und besonders popuUre Parolen ausnijebcn, aber das ht eine hillige Art, Opposition zu machen und die wirkliche Arbeit herabzusetzen, kh wende mWi nicht «o sehr gegen eine Auffassung als gegen ehe Methode der Darstellung. Die Judeiinot, die wir heute erleben, Ist tatsächlich etwas fürchterliches, aber auch Wher tchon waren wir In ähnlicher Situation und man hielt es damals für eine große Sache, daß die zionistische Bewegung Ihre Kraft behielt, trotzdem sie diesen aktuellen Problemen nicht beikommen konnte. Wir müssen alte* hm, um den Anforderungen einer Massenclnwandcrung gerecht zu werden. Aber gerade angesichts dieser Einwanderung gibt es die-spezifische zionistische Aufgabe, nämlich dafür ni sorgen, daß Palästin* ein Land der Erneuerung jüdischen Lebens wird. Was die wirtschaftlichen Forderungen betrifft, so kann man doch nichts dagegen oder dafür sagen, wenn Jemand erklärt, man müsse Industrien schaffen. Es bandelt sich doch nicht um das Sagen, sondern darum, Menschen dazu zu bringen, daß sie wirklich Prlvallnltlstlve machen, und zwar den Schwerpunkt ihre» Lebens dorthin verlegen und mit Ihren Mitteln dort wirtschaftliche Pbnlerubclt leisten, In dem Bewußtsein etwas Tii riskieren. Die Richtung unseres kolonisatorischen Willens muß aber festgelegt sein. Es kommt heute darauf au, gegenüber der Exekutive uud amferen Teilen der Bewegung die Ucberzcugung zu vertreten, daß ohne die Kraft eines gefestigten Zionismus unsere Arbelt auf die Dauer nicht zu halten ist. Diese Ucberzcugung hat gelitten, weil wir es iu der Tat (n den meisten Ländern mit unfähigen Organisationen zu tun haben, Gerade dies Ist es, was wir indem wollen. Auf die Worte des Mlsrachl-Rcdners eingehend, betont der Referent, die Aufgabe des MLsrachi bestehe darin, orthodoxe Juden zu Zlonfjtcn zu machen, nicht aber Zionisten zu Misraehlsten. Wir haben den tiefsten Respekt vor allen Menschen, In denen die Ucberllcferung lebt. Aber es ghört zu unserm Zionismus, daß wir glauben, daß ein echte» Jüdisches religiöse« Leben »Ich auch Im Galuth nidit entfalten kann, sondern mit unerhörten Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Die einzige Ausnahme ist .der Versuch eine» radikalen und absoluten Sonderlebcns, wie es manche Gruppen Im Osten führen, nicht aber z.B. die Zwiespältigkeit des Lebens der deutschen Orthodoxie. Sie sind darum MIsraeliten, weit sie wissen, daß auch ein religiöse« Volkben nur in Erez-Israet .möglich ist. Der Redner wendet sieh sodann gegen die lieblose Kritik aA unseres Chtluxioi aber gleichzeitig müsse betont werden,

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