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Jüdische Rundschau · 1925-01-02 · Heft 1 (2.1.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 1 (2.1.1925)
Date
1925-01-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr.'l» .ytniirrs'aris^xmiysrimr^» 'SeÜi'3 3 darüber ru »prechen. Aber es lebt «ine Bevölkerung In Paliistina, die neue Mittel und Wege sucht und findet. Und die Absorptionsfähigkeit des Landes Ut bis jetzt, und wie IcU glaube bis in die nächste Zukunft, nicht zu beelnträchtlfjcrs, INi muß auch zugegeben werden — und Ich will hier sicherlich nicht im mindesten Irgendein abfälliges Urteil Ober die jetzige Immigration aussprechen —, daß diese Immigration zum Teil anderer Natur Ist als diejenige, welche vor zwei, drei und vier Jahren stattgefunden hat. Es gibt Leute, die aus Anziehungskräften einwandern, es gibt Leute, die aus Abstommgskräflcn Immigrieren. Ich glaube, daß die jetzige Immigration, nicht In ihrer Mehrzahl aber doch zu einem Teil aus negativen Qründen nach Palistina getrieben wird, nlmllch weil die Tore anderer Linder geschlossen sind. Aber auch damit müssen wir Zionistcn und Juden uns abfinden, das ist eben ein Teil des Judcnproblemi. Und wenn auch die neue Immigration an unsere Arbelt in der nächsten Zukunft neue Anforderungen stellen wird, wenn auch, und das •oll klar zugegeben werden, die neue Immigration die Zionistische Organisation in Palästina zum Teil unvorbereitet findet — und es konnte auch nicht anders erwartet werden — wenn die neue Immigration uns vor schwere und vielleicht gefahrvolle Probleme stellen wird, so Ist sie dennoch ein Teil des Judcnproblcms, auf welches wir uns vorbereiten und mit welchem wir fertig werden müssen. Und In dieser Beziehung mochte ich mir erlauben, ohne in Irgendwelcher Welse auf die inneren Angelegenheiten und Streitigkeiten einzugehen, die Im Judentum herrschen, doch einen Ruf an diejenigen Juden zu senden, welche noch außerhalb unserer Reihen stehen, und ihnen in schlichten Worten sagen: Hier ist ein Land, das erschlossen wird durch die Kraft und die Arbeit der besten Menschen, die wir in unserem Lager haben; hier ist eine Gelegenheit, Menschen ins Land zu bringen, die sonst verkommen, und den Ocfahrcn ausgesetzt werden, hingeschlachtet oder zu Vagabunden in der ganzen Welt zu werden. Welcher Jude, zu welcher Partei er auch gehöre, wird es wohl wagen, einen Finger oder die Hand zu erheben, um dieser Arbeit Steine oder Schwierigkeiten In den Weg zu legen! Wir stehen heute vor dem ungeheuren Problem, daß Millionen und Abcrmlllionen Menschen heimatlos sind. Eine kleine Tür Ist geöffnet werden, .Jurch die ein Teil dieser Millionen nach Palästina, in ein friedliches besseres Leben und In bessere Bedingungen hineinkommen kann. Wer wird es wagen, dieser Arbeit störend entgegenzuwirken? Ich glaube, meine Damen und Herren, und das Ist meine felsenfeste Ueberzcugung, etwas, was Ich vielleicht zur Grundlage der politischen Arbelt Oberhaupt zu sprechen habe: die Zeit ist nicht mehr fern, wo die auf geklirte öffentliche Meinung Europas der Judenwelt sagen wird: es ist Eure hellige Pflicht, all Eure Kräfte anzustrengen, die Welt von der lästigen Judenfrage einfür allemal zu befreien. Aber Ich will zu meinem Thema zurückkehren. Meine Aufgabe war, kurz über Palästina zu berichten. Ich sagte, daß die jetzige Immigration uns vor neue und schwierige Probleme «teilt, und ich glaube, die Lösung dieser Probleme Hegt in der Richtung, daß parallel mit dem Anwachsen der Jüdischen Stadt, der Industrie, des Handels auch die Intensivierung und . ,, ein stärkeres Anwachsen der landwirtschaftlichen Kolonisation, der Basis des jüdischen Lebens in Palästina angestrebt werden muß, daß die Zionistische Organisation und die beteiligten Organe, der Jüdische Nationalfonds und der Keren Hajessod, ihre Anstrengung verdoppeln und verdreifachen, um die landwirtschaftliche Besiedlung Palästinas und das damit zusammenhängende Leben In dem Maße zu fördern, das der jetrlgcn Immigration entspricht. Geschieht das, läuft die Besiedlung, der Aufbau der, landwirtschaftlichen Ocmcliidc, mit dem Anwachsen Tel-Awlws parallel, so sind die Ocfahren der neuen Einwanderung beseitigt. Ueberwuchert aber das städtische L :bcn desjenige in der Kolonie und dem Dorfe, so werden wk unsere Arbeit großen Schwierigkeiten aussetzen Meine Damen und Herren, ich habe Sie «hon zu lange aufgehalten, und das ist ungefähr alles, was Ich zu sagen habe. Wir »tchen jetzt vor klaren Realitäten, vor großen Möglichkeiten und großen Schwierigkeiten, vor großen Lei «hingen und noch viel größeren, die auf sie folgen werden wir leben. Jetzt in einer Zelt, wo ein Bewußtsein Im Judenrum sich vertieft, daß in Palistina etwas geschieht, was nicht das Werk eines Teiles der Judon, nicht das Werk einer Oruppe im Judentum Ist, sondern, zum Teil, das Werk des ganzen Volkes und der gsnzen Kasse sein wird. Dieses Werk, um damit zu schließen, wird, jetzt vielleicht geistig symbolisiert durch einen sehr bescheidenen Beginn, der aber unseren Bestrebungen und Lei ■hingen im Lande das Siegel aufdrückt: das ist die .< * Eröffnung dev Jüdischen Universität, «1« ni Peßach durch Lord Balfour gc-heheu soll. Sie fcymbolisiert den Oeist, m, welchem wir als .Culturträger und friedliche. Aufbauet eines verlassenen Landes nach Palästina ,°mm*n- Und ich kann nicht besser schließen, als indem ich Ihnen Im Namen det Exekutive die herzliche Einladung überbringe, diesmal zu Peßach eine Pilgerfahrt nach Palästina auf den Berg Soopus zu machen. Wenn auch In den Reihen hauptsächlich junger Freunde und Oe sinmmgsgeoossen manchmal Verstimmung über das Mlßlin gen oder das nicht sehr schnelle Odlngen dieser oder Jener Tatsache eintritt — Ich glaube dennoch, im Oroßen und Ganzen, wenn wir einen Vergleich ziehen wollen, was wir vor zehn Jahren waren, und was wir heute slndj wenn wir in Palästina die Anzahl der Dörfer, der Straßen, der Häuser, der Menschen, die Jetzt Ins Land kommen, mit unseren Schitzunß*n von vor zehn oder zwölf Jahren vergleichen, so können wir ohne besondere Sclbstzufrledcnlselt und ohne Uebcrhcbung dennoch sagen« Ja, es Pst eine schwere Arbelt geschehen, über sie Ist geschehen, und eine noch schwerere und noch viel größere hat zu geschchem. Ob wir die Arbeit leisten werden, Ja oder nein, das kann niemand sagen. Es Ist schwer, die Zukunft vorauszusagen, und am schwersten Ist es, fOr die, die glauben, die Zukunft vorzubereiten. Aber möge dieser Dclcgtcrlenlns und die deutschen Zionistcn, dls In früherer Zelt m der Bewegung eine große Rolle spielten, und, wie Ich hoffe und überzeugt bin, noch eine große Rolle Im Zionismus spielen werden» — möge diese Versammlung der deutschen Freunde und Zionistcn ein Beitrag dszu sein, dl« Arbeit zu erleichtern, zu vergrößern und zu intensivieren. Ich wünsche Ihrer Tagung viel Olück. (Brsuaender, minutenlanger Beifall; die Versammlung er« hebt sich von den Sitzen.) Damit ist die VormlttagssHzung beendet, <■ ^t^j^r^^^l^! ^S^^^^&^SRVM SOdische Volksversammlung Montag, den 5. Januar 1925 um 8 Uhr Im .'.ehrerverelnshaui, Alexanderstr. 41 Das erste JüHenDsrlamenl in Preuoen! REFERENTEN! Ministerialrat Dr. Badt Lehrer Ii. Steinhardt, Magdeburg Kurt Blumenfeld Oberres'erunQsrat Hans Goslar Dr. Jacob Tugendreich Dr. Alfred Klee Duden erscheint In Massen! ^^j^^?^^^?^!!^^!^?^??^?!!^^???^! Nachmltlaasslliimg Sonntag, 4 Uhr. Die Nachmltfagaslfning fand Im Paullncnschlößchen «tritt, In dem sieh sonst die Bibliothek der fränkischen ilcsnfKlings. garnlson befindet. Die Räume waren von den Besatzung« ehörden In entgegenkommender Welse zur Verfügung gestellt worden. Der Saal des Paullncnschlöflchcna wurde In mehrtägiger Arbeit für die Tagung hergerichtet und geschmückt. Dr. Landaber? eröffnet die Sitzung und teilt mit, daß zahlreiche Begrüßungsdepeachen eingelangt seien, von denen er vorläufig nur eine Depesche Usslschklns zur Verlesung bringt. Von Felix Rosen biß th Ist ein Begrüßungsschreiben angelangt, das den Delegierten in Abschrift vorgelegt wird, Das Schreiben lautet: Der Brie! Felix RosenblOIhs Vom früheren Vorsitzenden der Z.V.f.D., Felix Rosen« blüth, Ist folgender Brief eingelaufen: Jerusalem, den 17. Dezember 1924. An den XX. Dclcglcrtcntag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Wiesbaden, Kurhaus, Vcrehrle Freunde! Der XX. Dclcgicrtentag wird, hoffe Ich. zum ersten Male die Grüße einer größeren Anzahl deutscher Zionistcn aus Ercz-fsrael erhalten, und Ich bin glücklich, zu denen ru gehören, die, so gerne sie auch In dem vertrauten Kreise der Delegierten In Wiesbaden wellen würden, an bestimmte palästinensische Aufgaben gebunden sind und Ihren Vcrhandhingen aus der Ferne folgrri mflv.en. Die dritte oder vierte Alljah der zionistischen Gesamtheit war ja die erste Alijah deutscher Zionistcn nach Erez-fsraef, wenn wir von wenigen Pionieren der Vorkriegszelt absehen. Es gibt heute noch Immer wenige, aber doch einige Hunderte deutscher Zlonlsten In Palästina, und Ich glatihc, daß alle diese, wenn sie der Genossen in Deutschland und ihrer Beratungen gedenken, zugleich dankbar fühlen werden, «laß In dem Kreis der Menschen, d e dort versammelt sind, die Kräfte geweckt würden, die stf nach Palästina geführt haben und aus denen heraus sie hier Ihr Leben gestalten wollen, Sie haben das Rcferatt „Pal.'islina i-nd der deutsche Zionismus" von der Tagesordnung abgesetzt, und Ich glaube, Sie haben gut daran getan. Es Ist zu früh, von den Erfahrungen der deutschen Zionistcn In Palästina zu sprechen, und es gibt andererseits eine Reihe selbstverständlicher Aufgaben, die ohne besondere programmatische Ankündigungen durchgeführt werden können. Ucbcr die notwendige Verknüpfung oes deutschen Zionismus mit Palästina Iii genug geredet worden, es muß Jetzt mit Immer größer werdender Entschlossenheit gehandelt werden. Mehr als Je bin ich heute davon überzeugt, daß die Forderung des Koren Hajessod nicht radikal genug vertraten werden kann. Mag man Ober die Möglichkeit der Industriellen Entwicklung optimistisch oder pessimistisch denken, unberührt von diesem Streit bleibt dlo ununtastbnre Erkenntnis, daß der Aufbau einer Jüdischen Landwirtschaft in Palästina eine «lonlstliclio Grundforderung Ist. Dieses Werk erfordert aber weit größere Geldmittel, als sie heute zur Verfßgung stehen. Das gleiche gilt für das Kulturwerk, eine dtr bewundernswertesten Leistungen der russischen Zionistcn, die, wie fast alles In Palästina, so auch dieses mit vorbildliche* seelischer Kraft, aber mit unzulänglicher finanzieller Fun* d crung aufgebaut haben. Und das gleiche gilt auch für viele andere Zweige der zionistischen Arbeit in Palästina. Der deutsche Zionismus darf an seinem Keren Hajessod- Radikalismus nicht Irre werden, auch nicht, wenn, wie alle hoffen, die .Bedeutung der Privatinitiative für das Aufbauwerk wachsen und mehr In Erscheinung treten wird. Immer zahlreichere deutsche Zionistcn, die über gewerbliche Fachkenntnisse und ein gewisses Kapital verfügen, müssen in Palastina an Ort und Stelle die Möglichkeiten der Ucbersicdluntj prüfen und aus eigener Verantwortung Ihre Entscheidung treffen. Es Ist richtig, daß ihr Wagemut angeregt und gestärkt werden muß. Da sie meist keines anderen Kredits würdig sind, sls eines Personalkredits, der eine genaue Kenntnis persönlicher Qualitäten voraussetzt und daher In Palästina meist nicht gewährt werden kann, so sollte Innerhalb de» Kreises der Ortsgruppcnmltgllcder für diese Entschlossenen, die eigenes Kapital daransetzen, für eine ge« wisse Kredithilfe gesorgt werden. Das Ist eine wichtige Fenn finanzieller Beteiligung am Aufbauwerk, di« entwickelt werden kann. Es muß moralische Pflicht werden, überschüssige Geldor in Aktien und Obligationen zionistischer i-lnanz- oder sonstiger palästinensischer Erwcrbslnstltuto anzulegen. Man muß denen Recht geben, die fordern, daß die stlmmungsmälllge Grundlage hierfür bewußt geschaffen wird. Ich brauche nicht zu wiederholen, daß Fliege des Chaiuzgelstes In der Jugend, Sorge für eine gute fachliche Vorbereitung eine Hauptaufgabe der Z.V.f.D. bleiben muß. Mit allen diesen von den meisten längst als notwendig erkannten Forderungen muß ernst gemacht werden. Nicht weniger muß die ideelle Verknüpfung mit Palästina gefestigt werden. Wer nicht nach Ercz-fsrael übersiedeln kann, sollte, wenn es seine Verhältnisse Irgendwie gestatten, nicht einmal, sondern regelmäßig In gewissen Abständen Palästina besuchen und mit eigenen Augen das Wachstum des Aufbauwerkes verfolgen. Jugendreisen müssen organisiert und subventioniert werden. Lernende aller aller Berufe sollten einen Teil ihrer Lehrzeit als Volontäre, Lehrlinge, Gehilfen, bei Berufstätigen in Palästina verbringen, auch, wenn sie dauernd oder vorübergehend nach Deutschland zurückkehren. Eltern, die sich entschließen, Ihre Kinder zum Schulbesuch nach Palästina zu schicken, tun ein besonders wesentliches Werk. Meine sehen früher Im Landesvorstand der Z.V.f.D. gegebene Anregung, eine palästinensische Redaktion der „Jüdischen Rundschau" zu schaffen, erscheint mir heute noch begründeter als vordem. Auch die Anregung Dr. Hantkes, die Schaffung einer Agentur der Z. V. f. D. In Palästina vorschlägt, Ist begrüßenswert. Diese Agentur hätte nicht die Interessen der deutschen ZionUtcn In Palästina zu repräsentieren, (denn diese wollen zum Jlschuw gehören, wie alle anderen palästinensischen Juden), sonJcrn die Interessen der deutschen Zionistcn In Deutschland, die nach Palästina streben, vor der Ucbcrsledlung, bei der Uebcrsicdlung und Im ersten Stadium der Einordnung In das palästinensische Leben nach der Uebcrsicdlung. Von tiefster Bedeutung Ist für alle die, die nnch Palästina streben, die geistige Vorbereitung auf das Land. Dazu gehört Erlernung der hebräischen Sprache und Kenntnis und Verständnis des eigenen Volkes, wer hebräisch nicht versteht, Ist nicht eigenen nur Im Beruf gehemmt — Immer empfindlich, oft entscheidend —, er Ist nicht nur geistig und gesellschaftlich Isollort, sondarn er ist au:h pilltlsch lahmgelegt und das Ist für Ihn umso peinlicher ein je aktiverer ZlouUt er In Deutschland war. Mangel an Verständnis der jüdischen Psyche und ihrer Tendenzen In Ihrer wichtigsten Manifestation, dem Ostjudentum, Ist, wie die Erfahrung gelehrt hat, ein besonders empfindlicher Defekt In der zionistischen Konstitution mancher deutscher Juden, der, besonders bei der Jugend, entscheidender Korrektur bedarf. Es Ist meine Uebcrzeugutig, daß durch gründliche Vorbereitung aut die geistige und soziale Struktur des Jischuw eine brüderliche Annäherung deutscher und nichtdeutscher Juden In Ercz-Isrocl vorbereitet werden muß und schon Im jetzigen Stadium der Entwicklung durchaus erreichbar ist. Die Zusammenfassung von Chaluzim In handwerklichen oder landwirtschaftlichen Gruppen, für deren äußere Zujammensetzung die gemeinsame Herkunft ein bestimmender Faktor ist, erscheint nur dann unbedenklich, wenn die äußere Begrenzung keinen Inneren Abschluß bedeutet Eine engere Verknüpfung des deutschen Zionismus mit Palästina Ist notwendig Im Interesse deu Aufbaus und der Bewegung In Deutschland selbst. Um von dieser kurz zu reden, so meine Ich, daß sie dieser Verbindung bedarf, um steh durch ihre Leistung zu rechtfertigen. Es bereitet sich aber, fürchte Ich, eine Irrige Auffassung vor, wenn man diese Rechtfertigung durch die Tat verwechselt mit Begründung und Argumentation. Die Argumentation des Zionismus aus der Problematik de» Oaluth ersetzen zu wollen durch seine Rechtfertigung aus der pal.1stlncnsl-.chen Lcktung hl ein gefährliches Unterfangen. Nur ergänzen, nicht er-, seltenI Ich fühle mit Besorgnis eine gewisse sozusagen Ideologische Erschlaffung im deutschen Zionismus, aus der man sich gerne In dls Welt der konkreten palästinensischen Wirklichkeiten retten möchte. leh kann liier nur aussprechen und nicht näher begründen, daß Ich elno Ncubclcbung des Ideologischen Interesse» für ein; Lebensfrage des deutschen Zionismus halte. Man sollte zum Beispiel nicht untätig zusehen, wie die Idee de» Nationali-muh al» solche durch Zcltclnflüsse zersetzt wird. Notwendig i-t vielmehr eine vertiefte Begründung der nationalen Idee, die auch der Prüfung durch die Ereignisse der letzten zehn Jahre standhält. Alle» das sind Andeutungen, die Ihnen Im wesentlich*« nur zeigen sollen, daß ich an den Aufgaben und Sorgen des deutschen Zionismus Ante« nehme. Wer In Erct-lmcl kbt, empfindet täglich und stündlich die Notwendigkeit einer starken »Irnlstlschcn Bewegung Im Oaluth. Man darf vorn deutschen Zionismus sagen, daß er sich In schwierigen Zeiten eine Hallung bewahrt hat, die In Ihm eine Quelle organisierter zionistischer Kraft erblicken ließen. Ich hcgrüCe es, daß die Vorschläge der Kommission für die Rcorganisnttonsfranc, über deren Einzelheiten Ich nicht sprechen will, dieser Gesamthallung des deutschen Zionismus entsprechen, und es wird von Bedeutung sein, daß im dclste dieses Glaubens an dlo unersetzbare Kraft einer organisierten' zionistischen Gemeinschaft die Auseinandersetzung mit dem Präsidenten und Führer der Bewegung erfolgt.

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