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Jüdische Rundschau · 1920-01-06 · Heft 1 (6.1.1920) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 1 (6.1.1920)
Date
1920-01-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Sei in 3 Nr. 1 J U E D I S C H E RUNDSCHAU Die Aussichten des Baumwollbaus ״T i in c s Trade Supplement" vom 8. Nov. 1919 läßt sich nachstehenden Bericht aus Jaffa senden: Vor 1870 wurde im grollen Stile in den Distrikten von Jaffa und Haifa der Baumwollbau ohne Bewässerung betrieben, und die jährliche Ausfuhr belief sich aut 150 001• bis 1(10 ODO £ von Erzeugnissen jeder Qualität. Nach der Eröffnung des Suezkanals veranlagen die trauzösisehen Importeure in Marseiile die Plantagenbesitzer m Palästina, Sesam statt Baumwolle anzu 111111 .™•1“י so kam cs, daß in den Jahren 1880 bis 1900 die Ausfuhr von Sesamsamen, der zwischen Önza und Acre gezogen wurde. 18 000 t im Werte von 270 000 £ betiug. Der Anbau von Sesam macht überhaupt keine Bewässerung nötig, und es ist nur eine sehr geringe Menge von Düngemitteln erforderlich. Da 1 t Sesamsamen zurzeit 70 C kostet, würde der Anbau von 100 acres 2000 £ cinbringen. Wenn man den Ertrag des mit Sesam und mit Baumwolle bebauten Landes vergleichen will, darf man diejciiii'on Flüsse, welche zu Bewässcrungszwcckcn bisher nicht benutzt worden sind, nicht in Betracht ziehen, sondern muß von dem jetzigen Stand der Bewässerung nuspehen, die mit Maschinen aus artesischen Brunnen heti leben wird. Einige solcher Brunnen können 200 cbm pro Stunde liefern; zur Bewässerung von 100 acres mit Baumwolle aiigcsäten Landes reichen die kleinsten Maschinen aus. Bei Zugrimde'eguiig von 100 acres würden im Jahr 150 £ an Amortisation der Brunne11an!a״c und der Maschiiieuaiisdiafi'ung atisreiehen, Brcnnstolf und Reparaturen sind ebenfalls mit 150 £ und die Kosten der Düngemittel mit 1)30־ £, zusammen 600 £, zu veranschlagen. Die Produktion von 100 acres zuzüglich der Kosten von 100 t Samen würden 5000 £ ergeben, nach Abzug der eben mit 600 £ berechneten Spesen würde also ein Reingewinn von •1100 £ gegenüber 2000 £ bei der Scsambepflaiizung erzielt werden. Un sofort die Batimwollpnxluktion 111 großem Maße in Palästina zu betreiben, ist die Auswahl guter Samen nötig; mit Unterstützung der Regierung dürfte der Anbau von Baumwolle dann in großzügiger Weise sehr gut möglich sein. Vergleicht man den Baumwollbau in Palästina mit dem in Aegypten, so findet man, daß in Aegypten 100 acres Grund und Boden 20 000 £ kosten und einen Ertrag von (1000 £ ergeben, in Palästina kostet dieselbe Bodenfläche 5000 £ und produziert für 4-100 bis 4700 £ einschließlich der Diingemittclkostcn, die in Aegypten üremnu so hoch sind wie in Palästina. Aber noch weitere Vorteile sprechen fiir den Anbau der Baumwolle in Palästina: aj Gleichmäßigkeit des Klimas bei Tag und bei Nacht, b) geringes Vorkommen von Krankheiten, c) falls Baumwolle keinen Erfolg gibt, können Obstbäumc dafür angepflaiizt werden, deren Anbau in Aegypten keinen Erfolg gezeitigt haben. Die Neuordnung der syrischen Verwaltung. Die ״ITkfi. Zig.“ vertii!entlieht folgende Ucbersicnt der gegenwärtigen Verwaltungstcilung m Syrien: In der Verwaltung Syriens und C11 i c i e » s ist nach einer Keuternieiduiig jetzt auf Grund ׳ on Abmachtmgen der beteiligten Regierungen ein Wechsel eingctictcn. Das gesamte von der ägyptischen Expeilitkms-Armce unter Lord Allenby im Jahre 1917 und 1918 eroberte Gebiet war von diesem zeitweilig unter eine Regierung gestellt worden, die den Namen Occupicd Enemy Territory Administration (ü. E. T, A.) führte und ihm direkt verantwortlich war. Die Verwallung des westlichen Gebietsteils, der den Libanon, Beirut, liipoh und Alcxundrcttc umfaßt, wurde jetzt offiziell an den französische 11 Überkommissar General Gonraud übergeben. Aus dem nördlichen Teil, der Cilicien einschlicßt und sich von Marasch und Aintah bis Djerablus am Euphrat erstreckt, wurden die engtischen Militärposten, unter denen die lokalen tiirkisehen Behörden die Verwaltung weitergeführt hatten, völlig־ zurückgezogen. Auch dieses Gebiet geht jetzt an die Franzosen über. Der östliche Teil der O. E. T, A, der Damaskus, Ilamu. 1101ns und Aleppo umfaßt, kommt unter die arab.selie Verwaltung des Emirs Feisu| dessen Vater während des Krieges mit England im Bunde stand und dem die Errichtung eines großen arabischen Königu-idis mit der Hauptstadt Damaskus für seine tatkräftige Hilfe versprochen worden war. lieber Palästina ist anscheinend noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Indessen läßt die Tat- Sache daß zunächst noch eine Division indische Iniauteric und eine Brigade englische Kavallerie dort verbleibt darauf schließen, daß England das Heilige Land III seiner Hand behalten will. Mit der Zurückziehung der englischen Truppen aus Syrien hat die militärische Verwaltung der O. E. T. A. durch den englischen Ober- •lommamleur ihr Ende erreicht. Die Ablösung der Englaiider durch die Franzosen ist, wie die Berichte sa״en, nunc Zwischenfall vor sich gegangen. * Das letzte Schäfchen des armen Mannes in ״Doar Hajom“ richtet M. Schciukin einen Jttcnen Brief an die arabischen Nachbarn, in dein er aiigi sichts der überhanduehmenden arabischen natio- HJlistisclien Agitation an die bekannte Parabel des Propiicten Nathan erinnert. Obwohl die Araber durch >cn Krieg völlig unerwartet zur Unabhängigkeit gefiimuen sind und ein ungeheures Gebiet ihr Eigen S! 'vfllc״ sic. ‘loch auch den kleinen Landstrich si'chi l‘‘ 1 , " ^l:'cl1 cinvcrleibcn, ohne darauf Rück- 2 d״zi״ohTV־ daß dicscs kki!u: La'"l de letzte dcu Ictz'tn V <J 1.111,’ff des jüdischen Volkes ist. In begonnen1 ״fr ■a^" .gewisse arabische Führer sogar Volk mit’,wv ״cdcnskonfercnz und den! jüdischen Den. g ienühe^^•‘?“^1? T1 ^rc>mM ״׳׳־ drohe." im•״,!k\hC1•'^ 1i"״lst Scnemkm darauf hin daß die S!Ä״,i 1d bÄ2 jlkl1ischP VolMmiis iüflicri ״ \^T1 beseitigt werden kann und daß das jüdische Volk, wie immer seine Sache steht a!1״״!.״״ Lmi2 ״uf &״ Er,wcrb der ״״tonalen He,״,׳“ ätte m Laude der Väter konzentrieren wird. Es 1, *״»»״« syrischen und arabischen Nadibarn ihren « fppciiiert an sie, das letzte Schiiffi des ׳amen Mannes zu schonen. eä armcn Oie Legion für Jabotinski. Ans den drei jüdischen Rcgimciitzru in Palästina wurden bekanntlich eine einzige Formation unter dem Namen ״First Judeans“ gebildet; die Demobilisierten verließen zum!;roßten Teil das Land. Anläßlich dieses Ereignisses taml in Jerusalem, wie ״Do.ir Hajom“ berichtet, ein großes Fest statt, bei welchem Ansprachen seitens Colonel Pcterson, J a b o t i 11 s k i 11. u. gehalten wurden. Jabotinski wurde eine vom üczalcl künstlerisch ausgcfüliitc Adresse überreicht. ״Doar Hajom“ spricht aus diesem Anlaß den Wunsch aus, daß Jabotinski seine Kriegsmemoiren veröffentlichen möge, die er bisher aus Bescheidenheit zurückhaltc. Palestine Oil Industry Shc1v.cn Berichtigung. Das nominelle Kapital der Gesellschaft beträgt nicht 25000. sondern 250 000 £. Um die Ostjuden Das Problem der ostjiidischen Einwanderung nimmt in der allgemeinen Presse einen immer größeren Raum ein. Professor Albert Einstein, dessen cpochcmachende Entdeckungen ihn gerade jetzt zum populärsten Gelehrten insbesondere auch in England und Amerika gemacht haben, setzt sich ün ״Berliner Tageblatt“ •vom Dienstag Abend energisch für die Ostjuden ein. Er betont, daß man den Kampf gegen die Ostjuden nicht mit schlagwortnüilügen Be- Häuptlingen führen darf, durch die der Eindnuk verstärkt wird, ״daß das ruhige Urteil durch die starken antisemitischen Instinkte getrübt und gleichzeitig auch die Methode gewählt wird, durch Einwirkung auf d.e Stimmung des Volkes die Aufmerksamkeit von den wirkliehen P10ble111cn©md von den wahren Ursachen der allgemeinen Notlage abzulcnken“. Einstein betont dann, worauf auch schon von uns hingewiesen wurde, daß ein seiir großer Teil der Einwanderung aus Osteuropa aus Menschen deutscher Abstammung besteht, während die Zahl der Juden, die seit dem Waffenstillstand nach Deutschland geflüchtet sind, in Berlin nur etwa 15 000 bctriigi. Mit vollem Recht betont dann der Verfasser, daß die vorgescblagencn Maßnahmen nicht die zweifellos auch unter den Ostjuden vorhandenen Schieber treffen würden, sondern den armen und ehrlichen Teil der Ein- Wanderung, der den Wunsch hat, sich durch ehrliche Arbeit sein Brot zu verdienen. Im Schlußabsatz seiner Ausführungen weist dann der Verfasser die politische Bedeutung nach, d>e eine Ausweisung oder Konzentrierung der nach Deutschland eingewanderten Ostjuden auf die moralische Geltung Deutschlands und der Welt haben könnte. Wir begrüßen Albert Einsteins Ausführungen mit um so größerer Freude, als das ״Berliner Tageblatt", das seinerzeit durch die Aufnahme des Artikels von Laporte den Eindruck erweckt hatte, als siehe cs Ausnahmebestimmungen gegen die Ostjuden nicht ohne weiteres feindlich gegenüber, den Artikel mit einer Vorbemerkung versieht, worin eine Ausweisung der Auswand.mden entschieden abgelehnt wird. Eine Beschränkung der Einwanderung will es jedenfalls nicht ״gegen bestimmte Rcligionsgenosscnschaften und Kreise“ gerichtet sehen. Das ״B. T.“ lehnt also Ausnahmebestimmungen gegen die Ostjudeu ab. Uebrigens hatte das ״B. T.“ schon i am 23. Dezember eine Zuschrift von unterrichteter Seite I abgedruckt, die sich iin selben Sinne äußerte.! Auf diesen Artikel Einsteins antwortet die ״Deut- 1 sehe Tageszeitung“ am 30. Dezember. Es lohnt j nicht, sich mit den Argumenten iin einzelnen ausein- J anderzusetzen. Es sei nur darauf hingewiesen, daß die! ״Deutsche Tageszeitung“ nach antisemitischer Art Autoritäten zitiert, die niemand kennt, so den jüdischen Dolegierten Dr. Roseiiheim, der der jüdischen Kommission bei der Friedenskonferenz angchörc. Dieser Herr existiert nicht. Es ist bezeichnend für diese Art von Journalistik, daß sie sich ihre Gewährsmänner ans den Fingern saugt. Kurz eingegangen sei auf einige Momente, die Ernst Re v ent low in seinen Bemerkungen bcrührt. Zunächst; cs ’ inn als unrichtig nachgewiese« werden, daß die nach Deutschland cimvaiulermlen Ostjuden ausschließlich im Handel tätig zu sein wünschen. Wenn es gewissen Politikern nicht an Verhetzung, sonder« an Erkenntnis der Wahrheit liegt, dann mögen sie sich einmal mit den Organisationen in Verbindung setzen, die sich die Fürsorge für die cingcwaiidcrtcn Ostjuden zur Aufgabe machen. Sie werden dort sehen können, in wie holiem Maße die Erwandernden bereit siml, in der Landwirtschaft und in der Industrie zu arbeiten. Reventlow beschäftigt sich auch mit den außenpolitischen von Einstein vorgebrachtem Argument. Er tut es in einer Form, durch die ihm der Nachweis gelingt, wie unbegründet jede Hoffnung ist, bei Politikern seiner Art Verständnis für eine auf sittlichen Voraus- Setzungen basierende Politik zu finden. Einstein hatte keine Drohung ausgestoßen, sondern einfach die Tatsachc betont, wie sehr eine judenfeindliche Politik dem moralischen Ansehen Deutschlands in der Welt schaden j würde. Wenn Reventlow darin einen Appell ״au die j j üd i s ch - f r e i m a u re risch eil Zentralen von j London, New York und Paris“ erblickt, so : weiß er, daß diese Zentralen eine Ausgeburt der üppigen j antisemitischen Phantasie sind. Reventlow beharrt bei! demselben Ton wie bisher, dessen Quintessenz cs isl, alles Fremde brutal zu unterdrücken und zu verfolget» und gleichzeitig schallendste Behandlung aller Deutschen als eine Selbstverständlichkeit zu fordern. Der ״Deutschen Tageszeitung" hat übrigens Dr. Paul Nathan im ״Berliner Tageblatt“ geantwortet. Konzentrationslager? Eine Rede Heines. Ueb.: die Frage der ostjiidischen Einwandettmg hat der Minister des Innern H eine in der Sitzung der Preußischen Landesversammlung vom 16. Dezember 1919 gesprochen. Der diesbezügliche Passus seiner Rede lautet nach dein amtlichen Stenogramm: ״Wichtiger ist die Frage der Verordnung über . die Ausweisung oder Nichtausweisung der Ostjuden. Meine Damen und Herren, ich büi nicht der Ansicht, daß wir Deutschen genötigt wären, unerwünschte Eiemente in Massen bei uns aufzunehmen. (Sehr richtig. I) Aber ich mache Sie darauf aufmerksam, daß die Dinge hier eben anders liegen. Diese Verordnung vom November ist nur die Ausführung einer Verordnung, die im Mai auf Grund von Verhandlungen mit dein Auswärtigen Amt auf dessen ausdrücklichen Wunsch ergangen ist.י Das Auswärtige Amt hat mich immer und immer wieder auf die bedeutsamen außenpolitischen und internationalen Wirkungen hingewiesen, die es haben würde, wenn man die nach Deutschland geflüchteten Ostjuden dem Messer der polnischen und russischen Schergen ausiieferte. Ich habe die Dinge zunächst auch nicht so ernst genommen. Ich habe midi aber unterrichtet^ über den Umfang der Mordtaten in Polen, ich habe cs erfahren durch den Hem! Reichskommissar Hörsing, der es mir bestätigt hat, daß die Ostjuden — es waren zum größten Teil solche, die sich dem Dienst im polnischen Heere gegen Deutschland entziehen wollten —, sobald sie zurückgeliefert wurden, von den Polen kurzerhand erschossen worden sind. Zum Henkersknecht der polnischen Rcgierung midi herzugeben, dazu habe idi keine Lust. (Sehr gut! links.) Als vor einigen Monaten ein Herr meines Ministeriums —• ich weiß im Augenblick nicht mehr, wer der Herr war — dies hier auf Grund einer kleinen Anfrage auseinandergesetzt hat, hat er allgemeinen Beifall gefunden. Ich weiß aber sehr wohl, daß die Verhältnisse von Monat zu Monat schwieriger werden. Ich habe auch mit Herrn Direktor Laporte, den ich hodischätze und als Autorität auf diesem Gebiete ansehe, schon darüber gesprochen. Ich weiß, daß es nicht anders gehen wird, als diese zusammengedrängten, weder wirtschaftlich für uns erfreulichen noch politisch ganz unbedenklichen Mengen van Ostjuden (sehr richtig! rechts), diese Unglückliehen Leute, die in den elendsten Verhältnissen zusanunenlcben, auf die Dauer in den großen Städten nicht zu dulden. Ich bin dafür, daß man überhaupt «in rücksichtsloses Einwanderungsverbot in die großen Städte jetzt erlassen sollte; (hört, hört! rechts) ich stoße dabei aber auf Widerstand bei der Reichsregierung, die erklärt, gesetzliche Grundlagen dafür, seien nicht vorhanden. Was die unerwünschten Elcmente der Ostjuden betrifft, so stehe ich bereits in , Verhandlungen. Ich bin der Ansicht, daß auf de Dauer nichts übrig bleiben wird, als die von ihnen besonders heiingesuchten Städte zu evakuieren und sie in irgendwelche Konzentrationslager zu überführen. (Sehr gut! rechts.) Aber ich will sie nicht ihren Henkern ausliefern. Das kann man von mir nicht verlangen. Es sind Gebote der Menschlichkeit, die uns zu unserer Stellungnahme zwingen. Ich weiß, cs geht uns selbst schlecht, Gebote der Menschlichkeit haben wir auch den Unsrigen gegenüber. Ich weiß das alles. Aber cs sind Gebote der Menschlichkeit, die uns ,davon abhalten, jemand gerade dorthin zu führen, wo wir wissen, daß er unschuldig ahgeschlachtct wird. Derartig sind die Verhältnisse jetzt in Polen. Sehen Sie bitte die Sache einmal von dieser Seite anl Ich verspreche Urnen, so schnell wie möglich den Wandel zu schaffen, der für mich allein denkbar »st: die Unterbringung dieser Leute an anderen Orten, in Konzentrationslagern oder sonstwo. Ich werde Ihnen dann, sobald kl! kann, darüber weiter berichten.“ (Bravo!) In diesen Ausführungen wendet sich Heine gegen jede Ausweisung. Wir hoffen, daß er auch von jeder anderen Zwangsmaßnahme absehen wird, wie sie insbesondere in der Unterbringung der Eimvandcrnden in Konzentrationslagern zu erblicken wäre. Die schreckliche Einrichtung der Konzentrationslager für Zivilpersonen, noch dazu solche nichtfcindlicher Staatsangehörigkeit und Gesinnung, sollte im neuen Deutschland zu den erledigten Requisiten einer veralteten Politik gehören. Die ״Vossische Zeitung“ meldet im Sinne der Hein eschen Rede: ״Konzentrationslager für Ausländer!1 Ersntzmaßnahmc an Stelle der Aus- Weisung Wie wir hören, besteht im preußischen Staatsministcrium der Plan, gewisse Kategorien lästiger Ausländer in Konzentrationslagern zu internieren. Es handelt sich um sölclie Personen, die die polizeilichen Melde- Vorschriften unbeachtet lassen, und die wiederholt durch Ucbcrtretungen, notorische Erwerbslosigkeit usw., dcu Behörden zur Last fallen. An sich würde gegen derartige Ausländer mit Ausweisung vorzugehen sein. Die neue Maßnahme soll in erster Linie diejenigen Ausländer trdfen, die praktisch nicht ausgewiesen werden können, weil ihr Heimatland zurzeit von Deutschland nicht erreicht werden kann oder weil cs die Aufnahme seiner Flüchtlinge verweigert. Es wird sich also besonders tim russische und polnische Staatsangehörige handeln gelegentlich auch vielleicht um Ungarn und Südslawcn." Auch diese Meldung zeigt, daß eine definitiv« Entscheidung erfreulicherweise noch nicht erfallen ist. *

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