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Jüdische Rundschau · 1920-01-06 · Heft 1 (6.1.1920) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 1 (6.1.1920)
Date
1920-01-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 (JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 1 Zun fünfzigsten •Geburtstag von D. Trictscli Am 4. Januar beging Davis Tri et sch seinen fünf- «grten Geburtstag. Es würde niemand mehr wundern afe den Jubilar, wenn man aus diesem Anlaß große Pestartikel schriebe, denn der Sinn für Feierlichkeiten fehlt Davis Triftsdi, diesem Fanatiker der Sachlichkeit, vollständig. Und er, in dessen Bcsicdlungsplnii Palästinas;t״ch noch die Greisen und Slcclien eine bedeutsame Rolle *pielen, betrachtet gewiß den 50. Geburtstag nicht als eisen Einschnitt, der bedeutsam genug wäre, Anlaß jii Rückblick und Feststellung zu geben. Wenn wir nichtsdestoweniger Davis Trictsch zum 4. Januar einen kleinen Strauß winden, so geschieht cs, Wcl gerade in einer Zeit wo, wie in der heutigen die Gegensätze naturgemäß scharf aufcinaiufcrpraüeti, wir diesen Geburtstag nicht vorübergehen lassen möchten, «11 ne einem ,Genossen und Mitkämpfer dankbar die Hand zu drücken, mit dem w׳ir selbst, am meisten die Klinge gekreuzt haben — und hoffentlich noch kreuzen werden. Davis Trictsch ist immer ein unbequemer Hreund gewesen, das macht, er ist immer Jcidciiscliaftlieh konsequenter Zionist gewesen. Vor seinem alles (fberwiiltigenden tmd mancherlei übersehenden zionislischein Drange blieb wenig von dem stehen, was Vorsicht und Rücksicht aufgerichtet haben. Ganz gewiß aber nichts von dem, was vor der scharfen Sonde des Avatomen nicht standhält, und sicti letzten Endes als Ausfluß der Bequemlichkeit und der Sentimentalität erweist. ז Xis ist das große Aktivum von Davis Trictsch: für!tat absolut keine Ehrfurcht vor Dogmen oder Autoritäten, er stellt allein auf seiner begründeten Uebcrzeugung und ficht sie durch gegen alle Widerstände bis znnt äußersten. Diese ganz ungefülilsntäßigc Ein- Stellung ist ein wahrhaftes Erneuemngselixier in einer Volksbewegung, die mit der Masse arbeitet und mit Mtsscngcfühlen rechnet. Wir erleben es jeden Tag «tkht nur im Zionismus, wie leicht Sentimentalitäten und ««kontrollierbare Traditionen entstehen und sachliche Erwägung der persönlichen Einstellung und der sentimentalei» Bewertung untertänig machet). Das ist hi jeder Politik und ist bei jedem Volke so, aber nicht jedes Volk bat einen Davis Trietscb, der unweigerlich jede Regung bekämpft, die er als eine Abweichung vom Wege empfindet. Das ist die eine Seite des Wesens von Davis Trictsch, die, die wir als die Sachlichkeit im Negativen empfinden. Damit wäre er aber nur eine Größe 90 zu sagen mit einem Minusvorzeichen- und seine Wirkung iwt Zionismus vom ersten Tage der Organisation an bis jii diesem Datum wäre nicht erklärlich, wenn nicht bei Davis Trictsch das Positive hinziikäme, nämlich eine fiberquellcnde Phantasie, die ihn und uns jede Stunde :utfs neue bereichert. Immer wenn Davis Trictsch ״nein“ sagt, gibt er dafür zwei ״ja“. Mit einem ganz bcispicllosen Spürsinn sucht er und findet er überall in der Welt Mittel und Wege, Männer und Möglichkeiten, die er dem jüdischen Volksideale tributpflichtig zu machen bestrebt ist. Nichts entgeht seinem berühmten Blick über die Kneifergläser und er findet Analogien und Chancen, wo jeder andere lässig vorübergeht. So brachte er uns ifmi bringt uns jeden Tag ein neues Projekt, eine andere fdec, eine dritte Möglichkeit, eine vierte Erfindung, und hat sie alle gleich wohlgeordnet und geprüft und ihre Erfüllungsmöglichkeitcn für unsere Zwecke festgestellt. Was Wunder, daß da mancherlei unterläuft, was letzten Endes doch nicht brauchbar ist und 90 sein Blick, der nur das gnoße Ziel sieht, leicht die Bindungen und Be- Schränkungen mißachtet, die für alle Dinge existieren «ad sie nicht ohne weiteres ihren Platz, tauschen lassen. Es gibt manche in der zionistischen Bewegung, die nur diese beiden Seiten bei Trictsch sehen: Seine Ver- Achtung des Dogmatischen und seine phantasicvolle Bewcrtung aller Zukunftsmöglichkeiten. Es gibt auch chrigc —- und wir rechnen u119 gern zu ihnen, — die hinter dem Kampf gegen das Dogmen mäßige den starken imbeugsamen Geist sehen, die Leidenschaft für die Sache, die echt jüdische Such! nach der Wahrheit und die über den Uebertreibungen seiner Phantasie nicht ver- *essen, was sie der zionistischen Bewegung Neues und Wirkungsvolles gebracht hat. Man hat einmal von Davis Trictsch gesagt, daß er nach zehn Jahren immer recht hat, vielleicht Ist das etwas übertrieben. Daß «r aber viel öfter recht gehabt hat, als man ihm zehn Jahre vorher zugegeben hat, das dürfte festitehen. Darum freuen wir uns dieses unruhigen und ewig vorwärtsstrebenden Geistes und haben gar keine Furcht, wenn wir ihm und dem jüdischen Volke wün- *chei, daß man nach weiteren 25 Jahren sagen kann, da# Davis Trietsch wirklich in allem recht gehabt hat. J. B. Die Jüdisch-nationale Loge ״Degel Jehuda“ sendet uns folgenden Aufruf zur Veröffentlichung: Am 4. Januar begeht unser verehrter Herr Davis Trietsch schien fünfzigster! Geburtstag. Diesen Tag in seinem Leben können wir nicht vorübergehen lassen, ohne ihm unsere tiefe Dankbarifeit und Verehrung auszusprechen für das, was er durch seine unermüdltehe Arbeit dem Zionismus und dadurch dem jüdischen Volke gegeben hat. Es ist «teilt möglich, in einer kurzen Notiz seine Verdienste zu würdigen, aber wir fühlen das innige Bedürfnis, unserer Verehrung einen sichtbaren Ausdruck .*י indem wir einen Fonds zur Verbreitung! 6chier *rieen in Wort und Schrift׳ errichten. Wir nifen alle *eine Freunde und Anhänger auf, den Fonds durch aaWrelche Beiträge möglichst groß zu gestalten. Pci- P5*Jüt1 d'c®en Fonds werden cntgegengenommen bei S1^ßCS^19chaft Jehuda“ 1a b. H., SSS׳־GS^,^lTtr•׳30״ .«rf das Konto nStaSSMil' N״i0“lb“k■ Haiti««,, Kur• Palästina Das volkstümliche Friedcnsgcricht fn der ״Neuen Zürcher Zeitung“ vom 29. Dezember 1919 veröffentlicht Dr. A. 11. nachstehende instruktive Darstellung der Entwicklung der Frifrdcnsgcrichtc. In den ersten Tagen des kommenden Jahres wird in Jerusalem ein II o c 11 s c h »11 k u r s für die Rechtswissenschaften eröffnet. Dieser Vorläufer einer juristischen. Fakultät wurde schon längst als notwendig empfunden und soll nun nach modernsten Prinzipien tnul im Einklang mit den Forderungen des Lebens im Heiligen Lande organisiert werden. Die neue Institution genießt die Zustimmung und Unter- Stützung der britischen Militärbehörden und stellt jedermann, der Mittelschulbildung aufweist, offen: auch Auto- ׳ didakten 901!c11 im beschränktem Umfange zugelassen werden. Der Lehrkörper setzt sich aus akademisch gehildeten Juristen zusammen, darunter auch ein aus Holland stammender UiiiversitätsprofcsGor De Haan und der Staatsoberriehtcr Norman Bcntwich. Unterrichtsgegenstände sind vorläufig: Einführung in die allgemeine Rcchtslehrc, Einführung in ehe jüdische Rechtslehre, arabisch-orientalisches Rechtssystem, englische Verfns5.1111gsku.11dc, Finanzlehre, über die Minoritätsrechte/ über die gerichtliche Prozedur usw. Diese tin Januar beginnenden Rechtskurse wurden deshalb zu einem dringenden Bedürfnis, weil das Gerichtswcscn und die Rechtsprechung überhaupt in Palästina und den» nahen Orient einer umfassenden Reform bedarf. An dieser Stelle sollen einige Worte übei die bestehenden volkstümlichen Frieden sgcrichte gesagt werden, da diese den Kern zur weiteren Entwicklung der Gcriclitsnbrkcit im ganzen Lande und seiner nächsten Umgebung bilden, und schon jetzt, in dem formlosen Chaos des in Langsamer Aufrichtung befindlichen Verwaltungsapparatcs, einen Eckstein für den administrativen Aufbau liefern. Erwachsen aus der Notwendigkeit, der bestechlichen und unmodernen türkischen Gerichtsbarkeit, die übrigens wegen der Sprachcnunkenntnis audi schwer zugänglich war, zu entgehen, entstand bereits vor etwa zehn Jahren in Jaffa dag erste jüdische Friedcnsgcricht. Es war ein Versuch, auf biblischer und talmwdischcr Grundlage, aber im Einklang mit der nlodernen Entwicklung in Vcrkciir und Handel, Recht zu sprechen, יmd dieser Versuch fand rasch Anklr.ng ,beim Volke tnul wurde als unentbehrliches Vcrmittlungs- Instrument in allen zwischen den Kolonisten Vorkommenden Rechts- und Streitfällen. Die Institution genoß sdion damals die Achtum r der türkischen Behörden und der arabischen Bevölkerung, die Sich deren nicht selten lieber als der slaatüdien Gerichtsbarkeit bediente. Als aber der Krieg kam und der wütende. Dsdicmal Pascha sein Sohreckensregimcnt hier und in ganz Syrien erriditete, wurde das jüdische Friedensgericht als hoclv verräterische Anstalt betrachtet, die Richter cingcsperrt und die Arohive ausgeplündert und verbrannt. Erst der Einzug der englischen Truppen und die Wiederhcretellung halbwegs normaler Beziehungen erlaubte, an die Wiedereröffnung der Friedensgerichte zu schreiten. Diesmal wurde die Sache aber weit großzügiger aiigefaßt. Die britischen Behörden erklärten sich von Anfang an mit dem jüdischen Friedensgericht einverstanden und stellten ihm die exekutive Kraft zur Verfügung, da es jedermann einleuchtete, daß man hier nicht Langer mit dem veralteten türkischen Recht aus• kommen konnte, anderseits audli, weil man in einem als Kriegsgebiet behandelten Lande nicht neue Prozcduren cinzuführcn gewillt war. Das Friedensgericht wurde also zu einer stehenden Einrichtung. Dank den! guten Willen und der Organisattem der jüdischen Kolonisten wurden die Friedensgerichtc in allen Städten und Kolonien eingerichtet und ihre Rechtsprechung ohne weiteres als bindend ancrkaunt. Der junge und fleißige österreichische Jurist Daniel Auster dient den meisten dieser Gerichte als fachmännische.־ Beirat und Dun ist die Gründung der Friedensgerichtshöfc in den meisten Ortschaften zu verdanken. Die Friedcnsgeridite bestehen aus gewäldten Richtern um! zerfallen in vier Instanzen: Ein erstinstaiizlichcr Gerichtshof in allen Kolonien und städtischen Siedlungen, bestehend aus drei Richtern unter Hinzu- Ziehung eines Rcohtsfacliinannes (in den Städten); dieses Tribunal hat über Streitigkeiten־, leichte Ehrensachen, Wohnungsfragen, Geldforderungen bis zu 50 Lstr. usw. abzirurtciicn. Die zweite Instanz existiert nur in den Städten oder größeren Zentren, besteht aus fünf Richtern, deren einer Jurist sein muß; ihre Kompetenzen erstrecken sich über Geldsachen bis zu 1000 Lstr., ernstere Eli reu- Sachen (etwa Preßprozesse, Gewalttaten usw.), Güterverwaltungsfragen, Grenzstreitigkeiten, Scheidungsfragen, Erbschaftsfragen, sowie Konflikte zwischen Bevölkerung und Ortsbehörde, sofern diese die Gerichtsbarkeit für sich als bindend anerkennt. In dieser Instanz werden auch Rekurse gegen die Urteile der ersten Instanz geprüft und entschieden. Das drittiustanzliche Friedensgcricht kt das Kreisgericht, bestehend nu!r in den Städten Jerusalem, Jaffa, Haifa, dessen Kompetenzen etwas größer sind als die der zweitinstanzlichen Gerichtshöfc. Das Obczgericht hat seinen! Sitz in Jen*• Salem (augenblicklich aus technischen Gründen in Jaffa) und besitzt alle Attributionen eines eunopäisdicn Obergcrichtes, seine Mitglieder sind 23, wovon mindestens drei akademisch gebildete Richter:'es zerfällt in verschiedene Abteilungen, die einzeln oder vereint wichtige Gerichtsaachen zu entscheiden haben; dieser Gerichte!»{ urteilt in letzter Instante und dient außerdem als ständiges Bindeglied zwischen der obersten politischen Landcsbeliörde und den übrigen Gerichtshöfen. Die Friedensgerichte verbreiteten sich mit Blitzesschnelle über das ganze Land. Der palästinische Jude erblickt in ihnen mit Recht den ersten Schritt zur Landesautonomie und daher genießen diese Gericht«- hofe die größte Autorität. Aber nicht mir bei den Juden allein. Wir kennen zahlreiche Falte, wo Araber und Christen sich dieser Rechtsprechung nicht nur unterzogen, sondern sie in ihren Streitfällen, sogar in, solchen, wo die Sache keinen Juden anging, ״ an riefe 11. Das Vertrauen in die Urteile dieser Gerichtshöfe ist allgemein und die Idee der volkstümlichen Gerichtsbarkeit hat sich liier wie nirgends cingelcbt und ihre Vortrefflichkeit bewiesen. Es gibt tm ganzen Lande 26 verschiedeninstanzlichc Gerichtshöfe und in Jerusalem wird eben an der Organisation des Obergerichts gearbeitet. Obwohl die Regierung den Gerichten ihre Macht zur Verfügung stellt, sind die Fälle von Anrufung der amtliehen Exekutive äußerst selten, gewöhnlich genügt das erst- oder zweitinstanzliche Urteil vollkommen. Alle vor den amtlichen Gerichtshöfen vorkonimenden jüdisehen Streitsachen werden in der Regel von der Regierung an die jüdischen Gerichtc gewiesen. Da diese Institution naturgemäß noch der Volt- Sendung bedarf, und da namentlich die Zahl der gebildeten Juristen, die als Fachleute und Führer der Gerichtshöfe dienen sollen, sehr gering ist und ihre Attributionen gar zahlreich sind (sie dienen z. B. auch als amtliche'Notare und Beglaubigen ustv.), mußte für rasche Heranbildung von Juristen gesorgt werden, und aus diesem Grunde wenden die eingangs erwähnten Kurse für Rcchtslelire in Jerusalem gegründet. Neben der medizinischen Hilfe, die heute fast ausschließlich in jüdischen Händen liegt und mit einem alles lob verdienenden Eifer ausgeiibt wird, wird somit auch der gerichtliche Verwaltungszweig allmählich in die Hände der jüdischen Organe übergehen. Die bisherigen Erfahrungen haben selbst die größten Skeptiker und früheren Gegner der volkstümlichen Friedensgciichte in Palästina versöhnt, und auch die nichtjüdische Bevölkenmg begegnet der Sache mit Wohlwollen. Die geistigen Führer der genannten Gerichtsbarkeit tragen sich jetzt mit dem Gedanken, eine allgemein gültige Kodifikation für die Gerichtshöfe im ganzen Lande auszuarbeiten. Da9 erste moderne palästinensische Gesetz wird dann Tatsache werden. Die Dunen von Rischon le Zion Dem K. Z. B. wird aus Palästina geschrieben: Bekanntlich hat Djental Pascha* seinerzeit der Kolonie Rischon Ic-Zion die angrenzenden Dünen als Geschenk überlassen. Es handelt sich um etwa 200(X> Dunam Boden, die sowohl für Bewakhmgszwecke ab auch für andere landwirtschaftliche Arbeiten von Bedcutung sind. Die Schenkung wurde schriftlich festgclegt und das Dokument nach Konstantinopel zur Aufbewahrung übermittelt. Nach der Okkupation des Landes machten die Kolonisten sofort hei den englischen Behörden ihre Bcsitzrcchte auf die Dünen geltend, die auch anerkannt wurden. Es entstand aber ein erbitterter Streit zwischen den eigentlichen Kolonisten irtid den nicht Ackerbau treibenden Bewohnern Rischon le-Zions. Die Bauern behaupteten, das Geschenk sei ausschließlieh im Interesse der Landwirtschaft erfolgt und zwar auf Fürbitte der Kolonisten denen ausdrücklich die Möglichkcit einer baldigen Bearbeitung des Bodens in Aussicht gestellt worden sei. Die anderen bestreite« diese Auffassung und erklären, die Schenkung sei nicht nur den Landwirtschaftlich tätigen Kolonisten, sondjm der ganzen Kolonie gemacht worden, und verlange« dementsprechend den innen zukommenden Anteil. Nach stürmischen Verhandlungen erklärten sich die eigentliehen Kolonisten schließlich bereit, den übrigen Bewohnern. die mehrere Jahre in der Kolonie leben, einen bestimmten Anteil am Boden zu gewähren. Die Verwaltung des Dünenbodens müsse aber ausschließlich in den Händen der Kolonisten liegen. Man hofft, daß die demnächst stattfindende Versammlung der Kolonie eine befriedigende Lösung der Streitigkeit bringen wird. Wissenschaftliche Arbeit Die neugegründete ״Hebräische Juristische Gesellschaft“ teilt mit, daß im Monat Januar ihre juristisch-wissenschaftliche« Kurse eröffnet werden, die den Zweck haben, die jüdische Bevölkerung mit den Gnmdsätzen des jüdischen Rechtswesens im allgemeinen und den in Palästina herrschenden Gesetzen im besonderen bekanntzumachen. Besondere Berücksichtigung soll die Bodengesetzgebung finden. Unter anderen! werden folgende Vorlesungen abgehalten werden: 1. Allgemeine Einleitung in die Gesetzgebung; 2. Einführung in die jüdische Gesetzgebung; 3. Die noch im Lande geltenden türkischen Gesetze; 4. die Staatsgesetze Englands und seiner Kolonien; 5. die Rechte der nationalen Minoritäten in Europa und im Orient; 6. Gerichtswesen; 7. die von der Okkupationsmacht erlassenen Gesetze; 8. Kolonisationsgcschichtc der Völker. Zahlreiche Personen haben sich bereits als Hörer gemeldet. Sämtliche Vorlesungen werden in hebräischer Sprache abgehalten. Die ״Jüdische Technische Gesellschaft“ entwickelt eine sehr rege Tätigkeit. Hauptsächlich ist dies auf die starke Baubewegung im Lande zurückzuführen. Die von der technischen Gesellschaft seinerzeit gegründeten Kurse für Zeichner und Landmesser sollen fortgesetzt und um einen neuen Kursus für Anfänger erweitert werden. Eine besondere Kommission, die die Ausarbeitung des erweiterten Programms vorgenomnien hat hat den neuen Arbeitsplan bereits der Palästina- Kommission vorgelegt. Die Kosten werden teils durch die Palästina-Kommission und teils durch die Zuhörer gedeckt. Sämtlidie Kurse werden in hebräischer Sprache abgehaltea, i ׳

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