Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 7 (Dezember 1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Chawerim: Jaakow Oppenheim, Seew Orbach, Schura Oscherowitsch. Die Sprache der von -allen gebilligten Feststellungen in der Frage der Kibuziuth ist eine eindeutige. — Nimmt man zu ihr den bekundeten Willen zur Intensivierung der Erziehung, zu ihr all die vorgeschlagenen Arbeitsmethoden, die eine Vertiefung unserer Arbeit herbeiführen sollen, so sieht man in Umrissen den Weg, den die Moazah dem Bunde für die nächste Zeit vorr gezeichnet hat. Ben Benjamin. BUCHBESPRECHUNGEN SCHAFFENDES PALÄSTINA. Von Emile Vandervelde. Carl Reißner-Verlag, Dresden. Der bekannte (Sozialist Emile Vandervelde besuchte vor einiger Zeit Palästina. Das jetzt bei Reißner erschienene Buch ist ein Niederschlag der Eindrücke, die Vandervelde damals empfing. Das Buch zerfällt in drei Teile: Reiseauf Zeichnungen, Betrachtung über den Zionismus und schließlich ein Kapitel über das Wohlfahrfcswesen Am jüdischen Palästina. (Das letztere von der Frau des Verfassers geschrieben.) Vandervelde brinjgit viel Verständnis für die menscMich-Mstorisohen Kräfte wie die (politisch-aktuellen Fragen unserer Bewegung mit. Der Zionismus ist ihm der historische Versuch, die über alle Welt izerstreuten und verfolgten jüdischen Massen zusammenzufassen und ihr Leben zu erneuern. Gewaltige Kräfte müssen am Werke sein, um den Abgrund, der zwischen der jüdischen Gegenwart in der Galuth und der notwendigen Zukunft der Erneuerung (klafft, zu überbrücken. Starke Mächte müssen iauf der Wacht sein, um die jüdische Revolution nicht erlöschen -zu lassen. Vandervelde sieht drei Kräf te, die das (zionistische Werk tragen: Einmal die unerträgliche Lage der Juden in den Ländern Osteuropas, dann die außerordentlich starke Stoßkraft der internationalen" Solidarität des Judentums und schließlich das zionisitiische Ideal selbst, (das Tausenden von Menschen zu äußerstem Opferwillen fortreißt und ihnen jene beschwingende Kraft öerleiht, durch die sie allein der unendlichen Bchwierilgikeiten Herr werden. Vandervelde glaubt an die ethische Kraft und .an die Gerechtigkeit unseres Werkes. Er weist die verschiedenen Verleumdungen zurück, die Verleumdungen der Bolschewisten, der „Bundisten" und der arabischen Effendis, die plötzlich für den armen Fellachen großes Erbarmen spüren, den sie rücksichtslos (ausbeuten. Vandervelde ermutigt uns in unserem Weg, der zu einer Verständigung und Zusammenarbeit allerpalästinensischen Arbeiter führt. Von Jerusalem ins Emek. „Here sows God — Hier sät Gott." Vandervelde sieht Ain Charod, die große Kwuzah, Gewa, die kleine Siedlung, und Kfar Jecheskel, den Moschaw owdim. Vandervelde glaubt, daß die drei verschiedenen Siedlungstypen auch verschiedene Menschentypen ' erzeugen, „deren verschiedenartige Mentalität und Psychologie schon auf den ersten Blick ins Auge fällt". Von Kfar Jechesikei führt das Auto Vandervelde über das Ruthenbergwerk, „der großen technischen Idee des Zionismus", nach der ältesten kommunistischen Kolonie im Lande, nach Daganiah. Die iprivatkajpistaMstisohein Kolonien in Judäa werden von ihm besucht und in Tel-Awiw lernt er im Gespräch mit dem führenden Genossen die Institutionen der Histadruth kennen und erfährt manch Wesentliches über die nationalen Fonds und die Institution des Jisohuw, den Waad Leuini. Ueber all das sagt Vandervelde Worte, die von einem für den Gast nicht gewöhnlichen Eindringen in das Schaffen Palästinas zeugen. Dank dem freien Urteil, das Vandervelde in allen Teilen seiner Schrift dem Gesehenen gegenüber beweist, wird sein Buch weitere Kreise, vor allem wohl des nichtjüdischen Sazialistmus, izum Verständnis unserer Gedanken brimgen, und uns neue Helfer werben, deren wir, gerade in dieser Zeit, mehr denn je bedürfen. M. D. 239