Mannheim
Compact Memory

Der junge Jude · 1930-12-01 · Heft 7 (Dezember 1930) · page 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 7 (Dezember 1930)
Date
1930-12-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3497353-3497367-3497374--727-3498145
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Bas Recht des Kihbuz auf Ansiedlung, Die Konferenz protestiert gegen alle Versuche innerhalb der zionistischen Reihen sowie der Jewish Agency, die Autonomie der wirtschaftlichen und sozialen seihständigen Tätigkeit der Arbeiterschaft im Lande anzutasten; sie protestiert gegen das Attentat auf das Selbstbestimmungsrecht der Arbeiter in der Wahl ihrer Siedlungsformen und beim Aufbau kibbuzischer Wirtschaften. Die Konferenz protestiert ganz besonders gegen die letzten Beschlüsse der Agency zur „Ansiedlung der Tausend", die klar die Tendenz zum Ausdruck bringen, die Rechte der Kwuzah auf Ansiedlung zu schmälern« Im Namen der Chaluzbewegung, die in kibuzzischem Schaffen ihren Lebensnerv sieht und im Namen tausender Chawerim, die im Kibbuz ihren einzigen Lebensweg im Lande erblicken, ruft die Konferenz die Arbeiterschaft in Erez Israel und das Lager des arbeitenden Palästina in der Golah zu scharfem, entschiedenem Kampf auf für den Schut-z des Rechtes des Kibbuz auf Ansiedlung, für die Sicherung der Freiheit des Arbeiters und Chaluz4 in der Schaffung eigener Lebensformen. Moazah des Brith Eaclim. Vom Abend des 25. bis zum 26 Oktober tagte in Berlin die Moazah des Brith Haolim. Aas den verschiedenen Teilen des Reiches nahmen Chawerim und Chaweroth an der Sitzung teil. — Bei rückschauender Betrachtung will es scheinen, als ob sich die Tagung in Verschiedenem von den vorhergehenden Treffen unterschied, sowohl, was die Betonung der erzieherischen Probleme, als auch was den Willen zur einheitlichen erzieherischen und bündischen Tat anbetrifft. Diese Hervorhebung der Bedeutung unserer Erziehungsarbeit gerade in der gegenwärtigen Stunde ging nicht von „oben" aus. Sie war letztlich nicht dadurch gegeben, daß sich das Hauptreferat der Moazah im Wesentlichen mit den Erziehüngsfragen des Bundes beschäftigte Vielmehr entsprang es einem inneren Bedürfnis der Chawerim, einer sehr ernsten Erkenntnis, geschöpft aus dem Bundesleben der letzten Monate, wieder einmal die einfachen und doch so lebensnotwendigen Aufgaben, die uns unsere tägliche Erziehungsarbeit stellt, im Kreise der Führer des Bundes zu betrachten, und neue, vorwärtstreibende Impulse für die Gruppenar' beit mit nach Hause zu nehmen- Den meisten derer, die zu Moazah kamen, war es bewußt, daß die poli^ tische Diskussion der letzten Monate unnatürliche Formen angenommen hatte. Bestimmte Fragen, wie die unserer Stellung zur Kibuzbewegung, die nur auf Grund einer starken inneren Beziehung zu dem Kollektivleben der palästinensischen Arbeiter entschieden, nur nach einer solchen, von einer reifen Aelterenschicht gefällten Entscheidung durch den inneren Zusammenhang unter den Menschen des Bundes zum Allgemeingut des Bundes werden können, hatten den gesamten Bund in allen seinen Schiebten beschäftigt uttid, wie gesagt werden muß, nur selten in produktiver Form. Aus dieser negativen Erscheinung galt es nun, den Weg heraus zu finden zur inneren Festigung unserer Arbeit und Schaffung realer Erziehungsgrundlagen und — wege. Erst diese können, so empfanden es viele, den Bund den Weg zu einer klaren Stellung in der Außenwelt führen, erst diese einer Entscheidung des Bundes ihre Gültigkeit geben. Die Sitzung wurde am Abend des Schabbath durch Seew Orbach eröffnet. Er gab zuerst der Trauer des Bundes um den Tod des Chawers Alfred d. v. Walde Ausdruck und berichtete weiter über den in jenen Tagen erschienenen Simpson-Bericht und das Weißbuch der Regierung. — So stand das in den Protestkundgebungen unserer Tage so oft gehörte „nun erst recht" und „trotz alledem" auch ale Motto über der Moazah. Jaakow Oppenheim aus Giwath Brenner überbrachte die Grüße unserer Chawerim aus dem Lande Er zeigte die innere Verbindung des Bundes in der Golah mit seinen Menschen in Erez Israel und bezeichnete es als eine Aufgabe der nächsten Zukunft, die Beziehungen von der Golah zum Lande zu voller Auswirkung kommen zu lassen. 237

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.