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Der junge Jude · 1930-12-01 · Heft 7 (Dezember 1930) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 7 (Dezember 1930)
Date
1930-12-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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äie Seele ist dankbar, gut und reich, „Friede und Wohlgefühl liegt in allen Gliedern". Seine Menschen sind einfach, gerade und schlicht. Es fehlt ihrem Geist an Mannigfaltigkeit, aber es ist angenehm mit ihnen zu sein und in ihre Augen zu bücken, es sind Menschen. Ein Mensch Jelinov ist da, (in der „Episode"), — und es scheint Dir zuweilen, als ob Du hinter ihm Posnanski selbst erblickst. ,.Gute Augen hat er, ruhiges Verständnis und weiche Trauer." Dieser Mensch ist bei Dir und Du fühlst, daß er Dir lieb ist. Der Schriftsteller Jelinow hat keine ,.feste" Weltanschauung, die umfassend und abgeschlossen ist. Seine Anschauungen sind der unmittelbare Ausdruck seiner Beziehungen zu den Dingen dieses wunderbaren Lebens" und er denkt, einmal muß der Mensch sterben und darum spricht er für sich: „Komm auf den We? wo Sonne ist und meide den Schatten; komm zu dem Kind, mit den weichen Augen, das in die Schule geht und nicht zu dem gebückten, trübblickenden Greis". Still fließen die Tage hin, Morgen für Morgen, Tag für Tag „Wellen über Wellen". Manchmal sehnt man sich auch nach Veränderungen, aber sie sollen nicht große Stürme und Erschütterungen sein. Ueber allem liegt eine liebevolle Betrachtung des Lebeais. Niemand mischt sich ins Getriebe. Man schaut umher und sehnt sich nach der „Belletristik des Lebens". Man greift nicht an, man packt nicht zu, man verlangt nach Liebe und geht träumerisch hinter einem Liebespaar einher. In der Sammlung gibt es auch 2 Geschichten aus den Kriegsjahren. Aber auch der Krieg ist mit Posnanskis Augen gesehen. An einer Stelle erzählt er von dem stillen Leben hinter der Front, in einer Stadt, die in einem verschonten Winkel liegt. Der Held ist ein Soldat. Ein Soldat mit reinen menschlichen Augen. Er fällt. Er wird begraben und gut, still und einfach gehen die Menschen im Trauerzug. Mädchen sind darunter. Es schmerzt, daß das junge Leben nicht mehr ist, tiefe wehmütige Trauer ist da, aber keine wilde Empörung. — Und dann erzählt er von einem anderen Soldaten. ,.Schmal und lieb ist er, er hat sehr gute Augen und ist unerfahren wie ein Kind." Den Krieg sieht er so: „Ohne große prinzipielle Bemerkung als eine seltsame Erscheinung dieser sehr großen und seltsamen Welt." Es ist schön, dieses Buch zu lesen. Harmonisch stimmen Form und Inhalt überein. Die leise melancholische Melodie dringt in Dein Inneres, stimmt Dich weich und wenn dann die Dämmerstunde kommt, legst Du das Buch fort und beginnst selbst zu träumen_____ _ Menachem. AUS DER BEWEGUNG Vom der Weitkoaferenz des Hesli^itiz. Grundsätze des Hechaiuz. Aus den zahlreichen Beschlüssen ßer Hechaluzkonferenz, heben wir die folgenden wesentlichen Entschließungen hervor: Die Konferenz erklärt, daß der Hechaiuz allen Kreisen der jüdischen Jugend und der arbeitenden Massen offen steht, die die folgenden wichtigsten Grundsätze des Hechaiuz anerkennen und ihre Verwirklichung auf sich nehmen: 1. Körperliche Eigenarbeit, 2. Hebräisch, u. usrahöri^keit «ur Histadruth, Beteiligung an Aktionen des arbeitenden Palästina und Arbeit für den Keren Kajemeth. 236

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