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Der junge Jude · 1930-12-01 · Heft 7 (Dezember 1930) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 7 (Dezember 1930)
Date
1930-12-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Und der Irgun mesehutaf. In dieser Frage vußte der Referent auf der Konferenz, Chasan, nicht mehr zu versprechen, als daß er sagte: „Hätten wir schon vor fünf Jahren mit dieser Frage begonnen, so hätten wir heute die Erfahrungen von fünf Jahren." Und das* nachdem Männer der Vereinigten Arbeiterpartei sich seit 25 Jahren um die Lösung dieses Problems bemühen. Die Wichtigkeit dieser Frage erkannt, — ist sie bei dieser eigenen Unsicherheit über den möglichen Erfolg ein genügender Grund zur Spaltung, kann sie bei eben dieser Unsicherheit ein moralisch gerechtfertigtes Argument sein, Zehntausenden Jugendlichen zu erklären, daß ihr Weg nicht der Weg der Arbeiterpartei, die die überwiegende Mehrheit der palästinensischen Arbeiterschaft darstellt, sein dürfe? Soll noch darauf eingegangen werden, daß die grundlegende pcb litische Konzeption des Kibbuz Arzi eine lückenhafte und oberflächliche ist und ihn nicht berechtigt, sie als die „einzig klare" und konsequente Ideologie darzustellen? Einige Beispiele: Die Etappentheorie1), der ein richtiger Kern zugrunde liegt, schematisiert das Problem der Kooperation in unzulässigem Weise. Sie setzt als Kriterium für die Verwirklichung des Nationalheims die Majorität im Lande ein. Aber in welchem Lande? Palästina in den heutigen Grenzen? Transjordaniens? An einer anderen Stelle wird von der Konzentrierung jüdischer Massen in Erez Israel und den Nachbarländern gesprochen. In welchen Nachbarländern? Und was soll der politische Ausdruök dieser Konzentration sein? Ist das das klare politische Programm? Interessant ist. daß sich die bedeutendsten Führer des Kibbuz Arzi gegen die hundertprozentige jüdische Arbeit in den Kolonien ausgesprochen haben und die Eroberung der Arbeit in den alten von arabischen Arbeitern besetzten Koloniei verneinen. Hätte die palästinensische Arbeiterschaft sich nach dieser Meinung gerichtet, so wäre ihre Entstehung unmöglich: Hätte die zweite Alijah nicht die alten Kolonien zu erobern versucht, so hätte sie keinen Stützpunkt im Lande gefunden. Zudem muß logischerweise das Argument der alten Kolonien mit der Zeit auch auf neue Kolonien ausgedehnt werden, die. wie z. B. Benjaminah, erst in den letzten Jahren durch arabische Arbeiter besetzt wurden. Solange in Palästina kapitalistische Siedler kolonisieren, wird immer die Neigung bestehen, billige arabische Arbeit der jüdischen vorzuziehen. Betrachten wir also eine Wirtschaftin die einmal arabische Arbeit eingedrungen ist, als ihr für ewige Zeiten gehörendmüßten wir uns überhaupt von dem Recht ..jüdische Arbeit in der jüdischen Wirtschaft" lossagen. — Schließlich aber ist es interessant, daß anch in dieser Frage Theorie und Praxis des HascHomer Hazair weit auseinandergehen: Der Kibbuz Arzi sendet seine Ohawerim zum Kibhusch Awodah. in ..alte", früher von arabischen Arbeitern besetzte Kolonien, wie Kischon Lezion, Ness-Zionah, Chederah usw. *) Die Theorie, derzufolsce die Beziehung zwischen der jüdischen Arbeiterklasse und Bourgeoisie sich in zwei scharf voneinander getrennten Etappen scheidet: 1. bis zur jüdischen Mehrheitsbildung in Palästina, in welcher Phase die Arbeiterschaft mit dem Bürgertum kooperieren muß und 2 die Zeit nach Ablauf der ersten Etappe, wo die unmittelbare Vorbereitung der sozialen Revolution beginnt. 221

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