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Der junge Jude · 1930-12-01 · Heft 7 (Dezember 1930) · page 13

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 7 (Dezember 1930)
Date
1930-12-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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jah übersteigt, bestimmt unsre Aufgabe. Die Ghaluzibewegung darf sich nicht zufriedengeben und sieh beschränkten, sie muß einen E ahmen für ipalästinensisehes Leben in der Golah schaffen, das lebendige Hebräisch pflegen, kibbuzisehe Hiaehseharaihaentren schaffen, — dhaliiizisch-gpialästinensische Zellen in der Golah. CHA1M HOFFMANN: NACH DER SPALTUNG IM HASCHOMER HAZAIR Dieser Aufsatz behandelt die Situation nach der Weltkonferenz des Haschomer Hazair in Vrutky, die bekanntlich den Ausschluß der zu der Arbeiterpartei neigenden Schomerorganisa'tionen in Lettland, Rußland und Oesterreich aus dem Weltverband brachte. Wer als, nicht direkt beteiligter Zuhörer an der Spialtungskonferenz.des Hasehomer Hazair 'in Vrutiky teilnahm, der konnte oft den Diskussionen innerlich nicht mähr folgen, nicht recht verstehen, worum dieser heiße Kampf ging. Es sei gleich einleitend gesaigt: Der Haschomer Hazair ist eine Bewegung von nicht geringen historischen Verdiensten: Es ist ihm gelungen, Zeihmtausende jüdischer Jugendlicher, eine intellektuelle Jugend voll zu erfassen und mit hohen Ideailen zu erfüllen, sie zu einer radikalen Aienderung ihres »persönlichen Lebens zu bringen, ihr den Weg in die Arbeiterklasse zu bahnen und sie von der „geistreichen" Sterilität, »die für unsere Jugend charakteristisch ist, zur sozialen Produktivität überzuführen. Er hat in Erez Israel Werte im Gemeinschaftsleben entwickelt, er hat seine Menschen hebräisiert. Er hat ein Erziehnngssystem entwickelt, gegen das sich wohl manches einwenden läßt, das aber immerhin einer inneren Logik nicht entbehrt. Und was vielleicht das bedeutsamste ist: Er hat Tausende Jugendlicher einerseits vor dem Philistertum, andererseits vor der kommunistischen Gefahr gerettet. Aber er hat das nur vollbracht, indem er sich der Psychologie dieser Jugend weitgehend anpaßte. Darum herrscht in ihtm. in der Nachkriegszeit jener religiös-sozialistische, mit Panasiatismus und Gemeinschaftsduselei verbrämte Geist, der der Ausdruck einer wurzellosen bürgerlichen Jugend, die sich in ihrem Blürgertutm nicht mehr wohl fühlte, war und der von Karl Kraus so herrlich verspättet wurde. Darulm auch paßt er sich heute weitgehend der kommunistischen Phraseologie an. Im Mittelpunkt der Konferenz von Vrutky standen nicht die drängenden Fragen des Augenblicks. Und doch gibt es ihrer so viele. Welthistorische Prozesse wirfben höchst ungünstig auf unser Werk ein; wir werden von widerstrebenden Kräften an die Wand gedrückt, daß uns der Atem auszugehen droht, man will uns bonchstäblieh den Boden rauben, die Tore sperren. Die Klasseninteressen der Bourgeoisie drohen das Instrument unserer Befreiung, die Zionistische Organisation, auszuhöhlen, und zu einem machtlosen phiiantropiscihen Weitkzeug umzugestalten, ein warnendes Zeichen, daß wir uns beeilen müssen, zu bauen. Aber auch im Innern drohen nns ernste Gefahren. Die Pauperisierung des Judentums führt dazu, daß das zum „Hechaluz" kommende Element immer einfacher, unwissender, unidealistisdher wird. Wird dieses Element den nötigen Geist des Pioniertums, der die palästinensische Arbeiterschaft von heute auszeichnet, 219

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