Mannheim
Compact Memory

Der junge Jude · 1930-12-01 · Heft 7 (Dezember 1930) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 7 (Dezember 1930)
Date
1930-12-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3497353-3497367-3497374--708-3498126
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

liebenden, schöpf arischen Tat in Erez-Israel und ihrer unmittelbaren Bezidhung zu dieser. Das Geheimnis ihrer Vergrößerung liegt nicht in den 'besonderen Erziehungsmethoden, die so verschiedene waren, sondern im Einfluß des lebendigen Erez-Israel, im Einfluß, den das Werk derer, die diesen Biewogungein entwachsen waren und nach Palästina gingen, auf die jüdische Jugend hatte. Der Kibbuz Arzi hat den Hiaschomer Hazair weit mehr beeinflußt als alle Erziehungswege, die in dieser Bewegung gegangen wurden. Und genau so steht es auch mit dem Hechaluz Hazair, der Gordoniah, dem J. J. W .B., dem Techeleth-Lawan und allen übrigen ehaluzischen Jugendorganisationen. Die Gruppen, die ins Land gingen und jetzt noch gehen, — sie isind eis, die zum Anwachsen ihrer Bewegung beitrugen, und nicht die Erziehungswege, die sie zuvor beschritten hatten. Die Verwirklichung in Palästina wirkt erzieherisch. Einstmals schöpften wir unsre Kraft aus der Erkenntnis des tragischen Moments in der jüdischen Wirklichkeit, in der jüdischen Kultur, und aus Verzweiflung erwuchs der Wille, Ghaluz zu sein. Es ist die Bewegung, deren echtester Ausdruck Brenner ist. Die Menschen von heute schöpfen aus anderen Quellen, aus dem Werke des lebendigem Erez Israel, mag es nun der Kibbuz Arzi des Haschomer Hazair, mag es Daganiah, Ain-Gharod oder Nahalal, Klossowa <oder Sehacharijah sein. Ich bin der TJeberzeugung, daß die Jugend, die zu uns kojmmt, .deshalb so fest zu unserer Bewegung steht, weil das Wie rlk in Erez-Israeil und seine Symbole und Auisdrucksf ormen in der Golah die jüdische Jugend in ihrer Masse wirbt und erobert. Wichtig ist es, daß einfache Jungen aus den unteren Volksschichten durch die Bewegung gewonnen wurden, und das bedeutet den Beginn einer volkstümlichen, einer Massenbewegung. Außer der Tat in Palästina warb uns auch die Arbeit in der Hachscharah hier neue Menschen. Die neue Erscheinung, der ständige Hachscharah-Kibbuz der Chaluzim, die in ihrem Eintritt in den Hechaluz den Uebergang zu einem wesenhaft neuen Leben mit neuen Beziehungen zur Arbeit, zur Gesellschaft* erblicken, und die nicht mehr in ihr Städtchen, ihr Elternhaus, zu ihrem früheren Leben der Degeneration und des Nichtstuns zurückkehren können, — diese Erscheinung hat ihre Quelle in der Wirklichkeit des Massenmenschen in der Golah. Wichtig sind natürlich auch die Quellen, aus denen die Ersten schöpften, die literarischen, kulturellen Quellen. Man muß die Beschäftigung mit ihnen, die die historischen Beziehungen zu Land und Sprache vertiefen, noch verstärken. Aber der Weg zu ihnen führt jetzt manchmal über das palästinensische Aufbauwerlk und die Hachscharah. Ich glaube, daß ein sehr wichtiger Weg zur Herrschaft der hebräischen Sprache in der Golah gerade in dieser Hachscharah liegt. Einst war das Gegenteil der Fall. Heute kommt man zu Brenner, Gordon, Zwi iSchatz und Rachel über die Hachschartaih, und nicht umgekehrt, von ihnen zur Chaluzuth. Was die Alijah anbetrifft, so ist es in der gegenwärtigen Periode unsre Aufgabe, uns nicht mit der Stimmung im offiziellen Zionismus zufriedenzugeben, einer Stimmung, wie sie dem Stocken der Alijah gefolgt ist. Wir müssen vielmehr dahin wirken, daß nicht Ruhe- und Beschaulichkeit in der zionistischen Bewegung ihren Einzug halten. Die jüdische Gesellschaft darf sich ohne Alijah auch der englischen Regierung gegenüber nicht ruhig verhalten. Diese Lage, das .Anwachsen der Bewegung, das die politischen Möglichkeiten der Ali- 218

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.