Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 7 (Dezember 1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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der Menschen der Haschomer Hazair von heute ist im allgemeinem von dieser Art, und so ist es auch mit allen übrigen Jugendorganisationen, selbst in Deutschland. Jede unsrer Parteien und Bewegungen kann diese Aenderung bei sich verzeichnen. Unsere Bewegung, die in ihrer Zusammensetzung zu einer Massenbewegung wurde, blieb in ihrem Inhalt und Wesen das, was sie früher gewesen war: ehaluzisch, kibhuziseh — palästinensisch. Die Bewegung ist hebräisch, sie ist eine Bewegung der Arbeit, des gemeinsamen Schaffens, des kibbuzischen Lebens in Hachscharah und Alijah und des Strebens, im Lande angesiedelt zu werden. Wir wachten über den Fortbestand dieser Werte, auch, als wir eine Massenbewegung wurden. Diese Aenderung, die in der Zusammensetzung der Bewegung vor sich ging, stellt uns vor eine neue Aufgabe. Denn auch unser Inhalt war zuweilen der Inhalt außengewöhnlicher, psychisch besonders konstruierter Menschen, und die Aufgabe der Bewegung war es also: diesen Menschen aus der jüdischen Intelligenz für unser Werk zu erfassen und vorzubereiten. Heute, in dieser neuen Epoche, steht wieder eine Frage vor uns: welches sind die Wege unserer Arbeit in der Bewegung, die sich aus der neuen Aufgabe ergeben, welches ist das wichtigste Erziehungsmoment? Unsre Literatur ist groß geworden, umfangreich wurde auch die ideologische Fundierung und Klärung, aber heute, wie ehedem, wird unsre Bewegung in der Hauptsache von der palästinensischen Wirklichkeit beeinflußt und erzogen. Ihr Einfluß war nicht minder stark als die erzieherische und kulturelle Arbeit in der GMah. Das zeigt sich immer deutlicher auf dem tagtäglichen Hebräisch. Meiner Ansicht nach ruht der Schwerpunkt der Erziehung auf der Hachscharah arbeit in der Golah, — mag das Hebräisch auch noch so fehlerhaft gesprochen werden — auf der physischen Arbeit, der wirklichen tagtäglichen Arbeit. Die Hachseharah-Kibbuzim dienen als palästinensische Inseln in der jüdischen Diasnora, als Zellen eines jüdischen Palästina in der Golah mit ihre^Lp'^n einfacher körperlicher Arbeit, mit ihrem Leben gemeinsamen Schaffens und gegenseitiger Hilfe, mit ihrem lebendigen, gesprocheneu Hebräisch. Die Erhaltung und Mehrung* dieser palästinensischen Punkte hier, — ist eine der wichtigsten Fragen, die vor der Bewegung stehen. Die zweite Aufgabe dieser Konferenz ist es die politische Kraft, die in der Hechaluz-Bewegunsr steckt, zu organisieren und zum Ausdruck zu bringen. Denn diese Kraft ist groß, eine ganz objektiv feststellbare Kraft ist sie, deren Wert nicht nur moralisch, sondern auch historisch ist; der Kampfruf des Heehahiz findet ein bedeutend stärkeres Echo als der einer jeden andern Bewegung oder Partei. Die Konferenz soll dem offnen Kampf der Chalnzbewegung. der mit dem Beginn der Anteilnahme der Ageney-Bevollmäehtigten an der Pa,- lästinaarbeit besonders a;kut geworden ist, Ausdruck geben, einem Kampf, der um unser Recht auf Alijah geht gegen die sich erneuernde Bevormundung bei der Kolonisation, für Autonomie in der Wahl der Siedhungsform, gegen d>as Bürgertum, das ein Attentat auf uns und hauptsächlich auf die kibbuzisehe Ansiedlung plant. Es ist ein echter Kamnf ums Leben. Außer dieser Kampfaufgabe steht noch eine innere Aufgabe vor uns: die Arbeit in der Jugendbewegung. Die letzten Jahre zeigten ums eine Vergrößerung und Entwicklung der Jugendbünde als Folge ihrer Verbindung mit der verwirk- 217