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Der junge Jude · 1930-12-01 · Heft 7 (Dezember 1930) · page 9

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 7 (Dezember 1930)
Date
1930-12-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Miarktes, Aufhebung der Ejaxtelldiktatitr, Beseitigung der unsinnigen verschwenderischen Konkurrenz (zwischen den nationalen Wdrtschaften, Ueberwindung des nationalen Staates. Es wäre gut, 'diesen Weg allmäliliciihaugehen. Es wänegut,diesen Wegsowteit wiemöglich nicht durch politische Erschütterungen zu erschweren. Aber der objektive Sinn unserer Zeit liegt gerade darin, daß es keinen ökonomischen (d. h. für uns tauch kulturellen) Ausweg aiug der Situation gibt, ahme einen ernsten Eingriff in die Besitzrechte der blürger- Hchen Klasse, ohne einen verschärften Klassenkampf, ohne eine Aenderung in den MacMverhältnisisen. Die Lösung der Krise im Sinne der Arbeiterklasse ist nur dann möglich, wenn die Kartelle, wenn die hochkapitalistische Industrie wirklich unter die Aufsicht des Staates gestellt wird. Kontrolle hat aber nur dann einen Sinai, wenn die Pührxung dieses Staates in den Händen des arbeitenden Volkes liegt. Die Kettung des inneren Marktes durch Lohnerhöhung ist, jedenfalls vorübergehend, ein Angriff auf die hohen Dividenden. Der Weg von der planlosien Verschwendung und dem sinnlosen nationalen Konkurrenzkampf zur planmäßigen internationalen Grestafltung des Wirtschaftslebens ist ein Eingriff sowohl in die materiellen Besitzrechte, als auch in die geistigen Traditionen des Bürgertums. Die beiden Auswege aus der wirtschaftlichen, kulturellen und geistigen Krise von heute gehen weit auseinander. Die Gegensätze zwischen Kapitalismus und arbeitendem Volk werden nicht nur in dem subjektiven Erlebnis, sondern auch in der objektiven Gegebenheit größer. Die Krise (erschwert den gemeinsamen Weg. Die Kaclifcalität ist nicht nur eine gefühlsmäßige Reaktion der leidenden und verzweifelten Massen, sie ist auch eine objektive Notwendigkeit geworden. Die Massen [haben gewissermaßen 'Recht dn ihrer Radikalen Stimmung, in ihrer Forderung nach dem großen Umschwung. Diese Krise wird entweder auf ihre Rechnung, auf Rechnung der menschlichen Kultur, gelöst, oder man muß zu schweren Erschütterungen, zu großen Kämpfen bereit sein. Diese unbedingte, zu allem bereite Kampfstellung ist vielleicht der einzige Weg, das Bürgertum von dem Ernst der Lage — auch seiner Lage — zu überzeugen und es zu zwingen1, diesen in seiner Geschichte noch nie erlebten Klassenkampf im Rahmen eines demokratischen Staates zu führen. Den Massen einen Weg zu zeigen, der Radikalität dieser Gefühle politische Gestaltung m geben, ist Aufgabe des Sozialismus vom heute. Eine einheitliche sozialistische Bewegung in nationalem und internationalem Maßstab ist eine der wichtigsten Voraussetmingen für einen neuen Aufschwung der sozialistischen Bewegung. Sie wird den verworrenen Völkern einen neuen Glauben an die Möglichkeit einer Umgestaltung der Gesellschaft geben. Um dies möglich zsu machen, muß eine Generation ivon jungten Sozialisten heranwachsen, deren Gefühle nicht in dem Bmderkampf der viergangenen Jaihre stecken geblieben sind, deren Blick auf die vereinigenden Aufgaben der Gegenwart und der 2fakunift gerichtet ist. Vielleicht sind große Teile der alten sozialistischen Generation mit ihrem Erlebnis zu stark durch die Jahre der Sprung und des Hasses beherrscht, um diese innerliche und geistige Umstellung vor^ zumehmen, die für die Wiederveneinigung der Arbeiterbewegung notwendig ist, diese innere und geistige Umstellung in allen Bereichen: in der Presse, und zu andersdenkenden Genossen im Betrieb. Vielleicht merken jene Teile nicht, daß der Haß und die Sp<altuing 215

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