Mannheim
Compact Memory

Der junge Jude · 1930-10-01 · Heft 5 (Oktober 1930) · page 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 5 (Oktober 1930)
Date
1930-10-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3497353-3497367-3497372--653-3498106
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Kleinheiten leichter ertragen und besser verstehen können. Eine logische, alles erschöpfende Antwort, auf Deine Fragen, gibt es ja nicht. Vielleicht wirst Du in meinen Worten einen Weg zur Lösung Deiner Probleme finden. Vielleicht werden sie Dich auch zu neuen» Fragen führen. Dein E. Sch. Mährisch-Ostrau, im August 1930. TAGUNGEN Zusammenkunft der Vertreter der westeuropäischen Chaluzorganisationen» Am 28. und 29. Juli fand in Mährisch- Ostrau eine Zusammenkunft der Vertreter der Chaluzorganisationen von Westeuropa statt. Es beteiligten sich sowohl Vertreter des deutschen, tschechoslowakischen und österreichischen Hechaluz, als auch alle palästinensische Genossen, die im Auftrage der Histadruth in diesen Ländern arbeiten. (E. Galiii, Ch. Hof mann, E. Liebenstein, M. Schapiro, E. Schub). Man kam aus der Erkenntnis zusammen, daß die Chaluzbewegung der drei deutschsprechenden Länder gemeinsame Arbeit leisten kann. Die Aussprache zeigte, wie ähnlich das Milieu, die innere Haltung, die Schwierigkeiten und Gefahren,« aber auch die Erweiterungsmöglichkeiten innerhalb der jüdischen Jugend dieser Länder sind. Die Slowakei, mit ihrem noch wenig von der europäischen Kultur berührten jüdischen Lebenskreis hat ihre besonderen Probleme. Wieder ein anderes Bild bietet Karpathorußland: in diesem vergessenen Winkel .Europas herrscht noch eine fanatische jüdische Orthodoxie und der Zionismus gilt als eine Ketzerei. Den Nachbarländern (Ungarn, Jugoslawien, Transsylvanien) in denen die Chaluzbewea"un<7 in den ersten Anfängen steckt, wurde a iel Aufmerksamkeit geschenkt. In der Aussprache zeigte sich besonders deutlich, daß die Erziehungsarbeit und die Zusammenarbeit mit den Jugendbünden sich mehr und mehr zur zentralen Aufgabe des Hechaluz entwickelt hat. Es wurde hervorgehoben, daß es in den westeuropäischen Ländern der Hechaluzbewegung nicht gelungen war, nennenswerte Kreise aus der bündisch nicht erfaßten Jugend heranzuziehen. Man widmete in der Aussprache über die Hachscharahfragen dem Problem der eigenen Wirtschaft viel Aufmerksamkeit (von den drei Ländern hat nur der tschechoslowakische Hechaluz eine eigene Farm). Es wurden Bedenken laut, ob angesichts der großen administrativen und finanziellen Anstrengung, die so eine Farm erfordert, sie unter allen Umständen als notwendig anzusehen sei. Die Behandlung der finanziellen Fragen* zeigte, daß die Chaluzorganisationen im letzten Jahr ihr Budget wesentlich vergrössert haben. Für die neuen erweiterten Aufgaben aber bestehen vorläufig noch keinebeständigen Geldquellen. Der Hechaluz wird von Tag zu Tag mehr auf allgemein jüdische- und nicht zionistische Institutionen angewiesen. Aus dem Ergebnis des Treffens ist vor allem der folgende Beschluß hervorzuheben: Der Junge Jude wird von Oktober ab als gemeinsame Monatsschrift der westeuropäischen Chaluzorganisationen erscheinen. Dieses Treffen h?t nach vielen und Inngen Unterhandlungen zum ersten Mal gemeinsame praktische Arbeit dieser drei westeuropäischen Chaluzbewegungen beschlossen. Die Zukunft wird zeigen, inwieweit sich die Zusammenarbeit fruchtbar gestalten wird. L. Jugendbewegung In der Tschechoslowakei» In den Sommermonaten erreicht zumeist die Bundestätigkeit ihren Höhepunkt. Die gedanklichen Kämpfe innerhalb des Bundes, seine Erziehungsprobleme, all das findet seinen INiederichlag — und in konzentriertester Form — in den Ferienveranstaltungen der Bünde. Darum können wir aus der Darstellung eben dieser Veranstaltungen sehr viel lernen. Der Techeleth Lavan in der CSR. zeigte in den letzten Jahren eine klare ideologische Entwicklung, die wohl nicht, abgeschlossen ist, deren Richtung aber kaum zu bezweifeln ist. Die unklare, ja oft ablehnende Stellung des Bundes zum Chaluziulh vom Jahre 1927 ist längst überwunden. Inzwischen entstand aus dem Bunde der Kibbuz- Razon, 20 Menschen, die heute in Haifa arbeiten und sich mit dem Kibbuz Gimel des Haschomer Hazair (im Kibbuz Meuchad) vereinigt haben. Ihnen folgen im September d. J. 16 weitere Chawerim des Kibbuz Techeleth Lavan, der außerdem hier noch zwei Hachscharahgruppen erhält. Als sehr positiv ist die* in diesem Sommer vorgenommene Grün- 175

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.