Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 5 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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viel kleinerem Maßstäbe alle Wirtschaftszweige. In jedem Wirtschaftszweig: helfen den Kindern mehrere Jugendliche. Die wirtschaftliche .Arbeit, die Arbeit in der Hauswirtschaft, im Garten, im Feld usw. dient ala Basis des Unterrichts, der «eine Themen jeweils der Tagesordnung entnimmt. Auch die Chewrath Jeladim besteht aus zwei Kwuzoth, die ähnlich organisiert sind, wie die Kwuzoth der Jugendlichen. Zum Schlüsse sei noch auf einige wichtige Punkte hingewiesen. Als einen der Hauptmängel der Siedlung kann man außer ihrer zahlenmäßigen Begrenztheit, noch ihre geographische Lage bezeichnen. Wenn es auch einen ziemlich regen Kontakt zwischen der Siedlung und den Jugendkreisen aus Tel-Aviv giht, so bedingt doch die räumliche Entfernung eine Isolierung von den Arbeiterwirtschaften. Darum wird auch jenes wichtige Postulat, von welchem wir eingangs sprachen, daß nämlich die Schulsiedlung mit der übrigen Volkswirtschaft eng verflochten sein soll, nur recht lückenhaft erfüllt. Eine wichtige Verbindung gibt es allerdings. Die ersten, dem Schulalter entwachsenen Jugendlichen haben bereits Ben- Schemen verlassen und arbeiten in verschiedenen Wirtschaften des Landes, wo sie fast überall ein sehr belebendes Element darstellen. Ein Großteil dieser Menschen hat aber die Absicht, für eine gewisse Zeit nach Ben-Schemen zurückzukehren, um nun als vollwertige Arbeitskräfte der Wirtschaft wenigstens teilweise zurückzugeben, was sie ihr gekostet haben. Denn es ist klar, daß auch eine Produktionsschule troitz der Eigenwirtschaft sich nicht selbst erhalten kann. Von der Unter- und Mittelstufe (Chewrath Jeladim) ist dies ohne weiteres einleuchtend, aber auch die Oberstufe braucht noch Zuschüsse. Immerhin verdienen heute schon die ältesten Jugendlichen der Chewrath Hanoar drei Viertel ihrer Lebens- und Erziehungskosten und bei entsprechendem Ausbau der Wirtschaft wird deren Produktivität sicherlich noch steigen. Das Jugenddorf Ben-Schemen bedeutet zweifellos einer der wichtigsten pädagogischen Versuche im Lande. Selbstverständlich lassen sich die Erfahrungen, die hier in der .Erziehung von Waisenkindern gemacht wurden, nicht sohematisch auf die Erziehungsprobleme in den Kwuzoth, oder gar in den Moschawim oder in den Städten anwenden. Sehr vieles ist jedoch allgemein anwendbar. Es könnte eine nicht unwichtige Aufgabe unserer Jugendbewegung werden, sich mit den Erziehungsfragen sowohl der Schulsiedlungen (Ben^Schemen, Kfar Jeladim, Schfeja) als auch der Kwuzoth zu befassen, um später aktiv in die Lebensgestaltung der zweiten Generation eingreifen zu können. WOLFGANG ORB ACH: VOM BUNDESTAG DES J. J. W. B. Schon einmal in der Geschichte des JJWB. hatte man das Dörfchen Vockerode, am Fuße des Hohen Meißners, zum Ort des Bundestages ausersehen. Das war 1925, jener Bundestag, den Fritz Noack hier einmal als den Höhepunkt in der Entwicklung des JJWB. bezeichnete. Damals trafen sieh zum ersten Male der alte JJWB. und die Menschen des Brith Haolim — im Frühjahr zuvor war die Fusion der beiden Bünde beischlcnssen — auf einem gemeinsamen Bundestag. Das Fruchtbare an der Vereinigung zeigte sich besonders deutlich schon auf diesem ersten Treffen. Der starke Zustrom der Chaluzim des Brith Haolim war für den JJWB., 165