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Der junge Jude · 1930-10-01 · Heft 5 (Oktober 1930) · page 20

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 5 (Oktober 1930)
Date
1930-10-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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es jungte Mensehen der Großstadt ergreifen soll, starke sozialistische Züge aufweisen müssen. Jeder, der einmal jungen jüdischen Menschen mit dem Willen, sie zu einheitlichem Werke zu sammeln, gegenübergetreten ist, weiß, daß diese Sammlung wiriksam nur auf der Basis des Sozialismus erfolgen kann. Der überpersonelle Zusammenhang, nach dem jeder junge Mensch strebt, erfüllt sich am sichtbarsten in einer sozialistischen Gemeinschaft. Unsere Waisenhäuser, Kinder- und Jugendheime werden zu einer echten Zelle neuen Gemeinschaftswillens nur auf der Basis des Sozialismus werden. Es ist nur eine logische Konsequenz, zu alledem, was vorher gesagt wurde, daß eine sozialistische Gemeindepolitifc .die Verbundenheit des jüdischen Volkes in der ganzen Welt, insbesondere aber die Verbundenheit mit der werdenden Arbeitergesellschaft in Palästina, zum stärksten Ausdruck zu bringen hat. Palästina darf dabei nicht nur ein Land der Sehnsucht sein, sondern es muß durch Wort und Tat zum Ausdruck kommen, daß Palästina schon heute ein wichtiger Paktor zur Lösung wirtschaftlicher und kultureller Judennot ist, daß es darüber hinaus für den jüdischen Sozialisten die Hoffnung einer Stätte neuen sozialistischen Lebens bedeutet. CHA1M HOFFMANN: BEN-SCHEMEN. Als die jüdische Jugendbewegung nach dem Kriege ihren gewaltigen Aufschwung nahm, waren es vo>r allem zwei Probleme, die im Mittelpunkte der Erörterungen standen. Einmal die aktive Teilnahme an der Neugestaltung einer jüdischen Gesellschaft durch die persönliche Chaluziuth, zweitens die Befreiung der Jugend von den Fesseln, in weldhe -die Welt der Erwachsenen sie geschlagen hat: Schaffung eines neuen Erziehungssystems als wichtigstes Glied im Aufbau einer neuen Gesellschaft. Ich halte es für sehr bedauerlich, daß in den Kreisen der westjüdischen Jugendbewegung das Interesse für diesen Problemkreis in den letzten Jahren sehr geschwunden ist. Hat doch gerade auf diesem Gebiete eine Jugendbewegung besondere Chance, ihre schöpferischen Kräfte zu entfalten. Denn wer sollte mehr als sie die Unzulänglichkeit der gegenwärtigen Erziehungsmethoden begreifen, wer sollte mehr Verständnis haben für freie jugendliche Lebensgestaltung, für gesteigerte Produktivität der Jugend, für den Selbstwert der Jugend schlechthin? Der Schöpfer des Jugenddorfes Dr. Siegfried Lehmann ging kurz nach Beendigung des Krieges von Berlin nach Kowno, wo er die Leitung eines Waisenheimes übernahm. Ein Freund und Schüler Siegfried Bernfelds, sah er gleich diesem die besondere Bedeutung, welche eine moderne Erziehung von Waisen, die viel unmittelbarer als andere Kinder mit dem Volke verbunden sind, für unsere Bewegung haben kann (vigl. Siegfried Berooifeld: Kinderheim Baiumgarten). Es gelang ihm, sich einen Stab von jungen Lehrern und Jugendlichen, bes. aus dem Haschomer-Hazair, zu schaffen. Mit diesen wandelte er allmählich das Waisenhaus in eine moderne Produktionsschule um. Er begann vor etwa vier Jahren mit der Ueberführung dieses Heimes nach Erez-Israel. Der K. K. L. stellte der entstehenden Schulgemeinde den notwendigen Boden in Ben-Schemen zur Verfügung; die Mittel für die (Errichtung der Siedlung scxwie die 162

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