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Der junge Jude · 1930-10-01 · Heft 5 (Oktober 1930) · page 10

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 5 (Oktober 1930)
Date
1930-10-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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schein Gütern des jüdischen Volkes nicht fremd gegenüber, sondiern er strebt danach, isde zu erobern und sich anzueignen. In seinem politischen Wege sondert er sich nacht von der Allgemeinh -e i t d <e r Nation ab, sondern stellt sich an ihre Spitze. In seinem Ringen und seinem Kämpfen, in seinem Erobern und seinem Schaffet sieht er vor sich seine Zukunft und seine historische Bestimmung — von einer Arbeiterklasse zu einem arbeitendem Volke z u w e r d e n. Auf dem Kongreß für das arbeitende Palästina, der durch die Histadruth, — das oberste Organ der geeinigfcen Arbeiterklasse im Lande — einberufen wird, will der jüdische Arnheiter vor einem Weltforum das jüdische Problem in seiner ganzen Bedeutung und seinem ganzen Umfange aufrollen. Er will Wieige zu seiner praktischen Lösung in Palästina weisen, in der Erkenntnis der historischen Aufgabe, die dem jüdischen Arbeiter bei der Erlösung des Volkes auferlegt ist. Aus den Erfahrungen der Tätigkeit eines Viertel jahrhundlerts heraus, nach einem bedeutungsvollen, an Erfolgen und Rückschlägen, an Opfern und Schöpfungen reichen Versuche, will er dem Werke und der historischen Bestimmung der zionistischen Verwirklichung Ausdruck geben. Aus einer unmittelbaren Berührung mit der palästinensischen Wirklichkeit heraus, mit all ihren gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Wirrnissen und Schwierigkeiten, will er die breiten Möglichkeiten, die im Lande verborgen sind, aufdecken, Möglichkeiten zur Aufnahme großer Massen und zur Durchführung einer ausgedehnten Volkskolonisation. Er will die sozialen Grundlagen omd die Beziehungen .zwischen den beiden Völkern, auf denen unsere Arbeit im Lande beruhen muß, verkünden. Aus einer festen rund unerschütterlichen Stellung heraus in den vordersten Schützengräben der Haganah und der Arbeit in Zeiten der Krise und schwerer äußerer Angriffe will er gegen die Schwäche der Tat und gegen die gedankliche Verwirrung, die in der zionistischen Bewegung um sich gegriffen haben, ankämpfen. So will er sich einen Weg zu einer breiten, mutvollen und .tatkräftigen Volksbewegung bahnen, welche voller Kraft und Vertrauen die Fahne der vollständigen nationalen und sozialem Erlösung hochhialten, welche das große Werk im Lande stützen, pflegen und vergrößern soll, ohne vor den Schwierigkeiten und Hindernissen, die sich auf dem Wege zeigen, zurückzuw eichen. Aus 'einer unruhevollen Besorgnis um das Geschick des Volkes und des Landes, von einem tiefen Glauhen an die Wahrhaftigkeit ihrer Arbeit und ihren historischen Sieg beseelt, will die jüdische Arbeiterschaft die verborgenen Quellen, die in den Tiefen des Volkes in der Arbeiterbewegung, an der chaluizischen Jugend, in den Menschen des Geistes und der Arbeit schlummern, aufdecken, um sie alle zai aktiver Mitarbeit zu bningen und sie alle um das große Werk zu konzentrieren, um das Werk der Verwirklichung! und um sieinen Bahnbrecher im Lande, den Arbeiter, der bestimmt ist, zum Volke zu wer d e n. Berlin, Ende September 1930. 152

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