Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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^cli^m;r'-.waidr.- pädagogischen Gebiet lj^endig zu machen. Und wenn auch diese neue Führerigieneration mit diem Bund 'und seinen Forderungen so «stärk verknünft ist, daß ihnenihre Arbeit eine §eihstveim1^nd]lacije Forderung ist, ist die Anlehnung 'an den vom Bund erkämpften Weg ihnen dooh nicht Beruhigung. Es gilt, das Gewonnene ganz zu durchdenken, auch zu «erleben. Erst dann wird man sich mit ailem* auch mit seinen Zweifeln in die Bewegung stellen. Und es gilt ja nicht nur die Fundierung. Insofern haben wir es, die wir nicht die unmittalbar «Ersten sind, schwer.Wir haben nicht mehr die von der Materie unbeschwerte reine Idee vor uns. Wir müssen den schon begangenen Weg, der in der Wirklichkeit sich den reellen Schwierigkeiten anpassen mußte, verteidigen. Wir dürfen nicht weltfremd abstrakten Vorstellungen nachstreben. Dieses sich Nichtzufriedengeben trat auf «dem Lager in entscheidenden Aussprachen über die Begründung unserer Ideologie sehr deutlich hervor. Mit großer Strenge wurde an jede Frage herangeganjgen. Jeder Angriff, der von der Umwelt unternommen wurde, mußte hier seine Klärung finden. iDie 8 Tage reichten nicht ans, um auch nur «in den wesentlichsten Fragen Klärung zu finden. Die Aussprache über die pädagogiische Arbeit zeigte, daß der starke Wille und die Bereitschaft zu führen besteht. Selbst noch anlehnungsbedürftig, und nach Formen des Zusammenlebens suchend, sehen sich die Jungführer vor die Aufgabe gestellt, die Gedanken des Bundes jüngeren Menschen nahezubringen. Sicherlich wird es ihnen «an «der umfassenden Uebersicht mangeln. Aber sie haben den Drang, sich mit aller Hingabe den jungen Menschen zu widmen. Sie »sind mehr Helfer, mehr Freund, als Führer. Vieles ist auf dem Lager erreicht worden. In; den Arbeitsgemeifnschat^ ten üher JTj^rjf:'lind'"-/'Spiel., ■manches für die weitere Äriielt gewonnen. Der Bund hat sich vom neutralen Jugendbund1 zu einer Gemeinschaft entwickelt, deren Menschen in f ester Anschauung ahrein Platz in der Welt zu erringen Stichen, angelehnt an die Arbeiterschaft Palästinas. Wir wissen, daß wir einen Kampf izu führen ihahen, der im stärksten Zusammenhang mit der Bewegung der internationalen Arbeiterschaft steht. Eine Linie verbindet uns mit den großen Geschehnissen der ganzen Welt. Unser Leitsatz ist Selbstverwirklichung. Wir wissen, daß wir lange nicht nach unseren Vorstellungen •unsere Gemeinschaft errichten -können. Von den Werten der gegenwärtigen Gesellschaft uns abkehrend, empfinden wir eine «jähe Lücke. Wir verspüren die Sieihnsucht nach einem ganzen Leiben, die nicht nur wegen objektiver Schwierigkeiten nicht befriedigt wird. Auf unserem Lager kam das ganz stark zum Ausdruck. Es kamen die Führer einer Gemeinschaft zusammen, die mehr wollten als sachliche Vertiefung. Sie kamen, um auch zu versuchen, das zu leben, was sie durchdacht haben. «Das Bewußtsein, es sei ein Führerlager, war jedem und stets gewärtig. Der Freitagabend sprach das aus, was alle während der ganzen Zeit empfanden. Man fühlte, daß man auf einem Posten «steht, der alles von «dem Menschen verlangt, der ihn als den seinen erkannt hat. Und daß unsere Aufgabe groß und schön ist, wert, sich «dafür einzusetzen. Man bedarf aber der Gemeinschaft. Man weiß, daß man nur dann «das erreichen kann, was uns vorschwebt, wenn man gemeinsam schon jetzt zu bauen begannt. Aharon N e 11 e n b o g e n. Abitur Obersekunda Vormittag-, Abendkurse, auch Mädchen und Erwachsene. Dir. Danziger, Berlin, Alte Jakobstraße 124, Donh. 5115. 140