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Der junge Jude · 1930-07-01 · Heft 4 (Juli 1930) · page 29

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 4 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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wohl Idas politische Programm des Kibuz Arzi (seine Gegnerschaft zur Arbeiterpartei), als auch besonders den Standpunkt, daß eine Spaltung in der Kibuzbewegung nach parteipolitischen Meinungsverschiedenheiten zu rechtfertigen ist, ab. Diese Gruppen 'betrachten die «gesamte (zionistisch-sozialistische Jugendbewegung in iaülen ihren Formen tals eine Einheit, die in der vereinigten Kdbuzbewegiung im Lande ihre natürliohe Mündung findet. Die Landesverbände des Haschomer Hazair in Rußland, Lettland, Oesterreich vertreten diese Haltung, aber .auch in anderen Ländern (Litauen, Rumänien, Ungarn) ist die Forderung zur Vereinigung der kollektivistischen Bewegung stärker geworden. Bs ist bemerkenswert, daß selbst solche Kibuzim, die aus Ländern stammen, die im allgemeinen noch den Standpunkt des Kibuz Arzi teilen, sich teilweise (Litauen) oder sogar in ihrer Mehrheit (Rumänien) dem Kiibuz Hameuchad (April 1930) angeschlossen haben. Diese Gruppen haben dem iKibuz Arzi mehrmals den Weg der Vereinigung mit dem Kibuz Hameuchad vorgeschlagen. Da dies abgelehnt wurde, -sieht die Minderheit den vorläufigen Ausweg in der Offenhaltung des Haschomer Hazair in der Diaspora sowohl für die Anhänger des Kibuz Arzi als auch für diejenigen des Kibuz Hameuchad. Die Mehrheit will aber auch diesen Ausweg nicht akzeptieren und fordert die obligatorische Festlegung dos gesamten Haschomer Hazair auf den Kibuz Arzi, was praktisch den Ausschluß der Minderheit bringt. Die Lage wurde noch dadurch verschärft, daß die letzte Moazah des Kabuz Arzi (April in Abuschuscna) ein ausführliches politisch eis Programm angenommen hat, in dem die Ablehnung der vereinigten Arbeiterpartei wieder zur Sprache kam. Alle Chawerim des Kibuz wurden 'auf dieses Programm verpflichtet. In anderen Fragen zeigte diese Moazah viele erfreuliche Entwicklungen. Die organisatorischen Bindungen zwischen den einzelnen Teilen des Kibuz Arzi wurden stärker, die Fälle von gegenseitiger Hilfe öfter, die Leistungen .des gesamten Kibuz für seine angesiedelten Wirtschaften tatkräftiger. Man kann schon heute sagen, daß manche angesiedelten Gruppen des Kibuz Arzi hauptsächlich dank ihres Anschlusses an eine größere Gemeinschaft ihre inneren Krisen und Schwierigkeiten überwunden »haben. Die Welifckonferenz des Haschomer Hazair wird zu entscheiden haben, ob diese Bewegung, die in den Ländern der Diaspora zirka 30.000 Genossen zählt, einig bleiben wird. Jade Lösung dieser Frage wird nicht nur für den Haschomer Hazair, sondern für die ganze zioniatiseh-sozialistiscne Jugendbewegung von weitgehender historischer Bedeutung sein. Betrachtungen zu einem Lager. Jungführerlager des J. J. W. B. in Schwarza. Eine Bewegung wie die unsere hat ihre .erzieherischen Vorteile, aber auch ihre besonderen erzieherischen Schwierigkeiten. Einerseits gibt es schon eine Gedankenwelt, die von den Ersten erkämpft wunde. Es ist bereits ein Weg da, der erobert wurde, dem man nun nachgeht. Man geht die ersten Epochen, deren Bewältigung einmal großen Kaimpf gekostet hat, schnell hindurch. Andererseits aber gerade durch unseren Drang zur persönlichen Verwirklichung verlieren wir (schneller als andere unsere Führer. Wer sich den Forderungen des Bundes gemäß entscheidet, worauf die ganze Erziehungsarbeit eingestellt ist, verläßt die innere Arbeit, er geht in die Haohsc'harah und dann nach Palästina. Die tragende Schicht verläßt den Bund. Jährlich tritt eine solche Abwanderung ein, stets rücken neue, sehr junge Menschen an die verantwortlichen Stellen. Gerade iheute steint der Bund in einem sehr starken Generationswechsel. Gingen doch im letzten Frühjahr nahezu 80 seiner Chawerim in die Hachscnaraih. Menschen, die selbst noch in dem ersten Eindringen in die wesentlichsten Fragen stehen, sehen sich gezwungen, die Führung in die Hand zu nehmen. Sehr deutlich trat dies auf dem Jungfüteerlager, das der Bund im Juni im Schwarza (Thüringen) veranstaltete, hervor. Aufgabe des Lagers war, den neuen Führern die Grundzüge der Arbeit auf ideologi- 13g

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