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Der junge Jude · 1930-07-01 · Heft 4 (Juli 1930) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 4 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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eigenen „Aemtern" verselbständigt, es blieb ein Eindergarten, der dann im Jahre 1929 auch schloß. Die Jugend des Volksfceimes bildete dann den Kern der Berliner Agudaih des J. J. W. B. Die Gedanken des Voliksheims feiern heute da und dort einzeln eine Auferstehung. Das „richtige" Volksheim ist so unwiderruflich idahin wie unsere eigene Jugend. _ Georg Lubinski. AUS BRIEFEN UND TAGEBÜCHERN. Aus dem Ärbeiferinnen-Sammelbuch „Diwrei-Poalofha* I. A. S. Wie in allem, «so auch in unserer Beziehung zu den Briefen. Wir, die „Alten" im Lande, schweigen. Das bedeutet nicht, daß wir nichts zu sagen haben. Vielleicht schweigen wir, weil wir allzu viel zu sagen haben. Wir glauben nicht mehr an das Wort, wir glauben nur an die Tat. Denn — was sollte auch daran wunderbar sein — wir sind Menschen der Tat, Menschen der Verwirklichung. Ich erinnere mich: Jemand fragte mich: „Wie kommt es nur, daß Du, die Du in der Golaih in öffenlioher Stellung tätig warst, Dich im Lande nicht mehr am Leben der Histadruth beteiligst?" Idh antwortete offenherzig: „Ich arbeite doch in der Wäscherei, dies ist eine der wichtigsten Arbeiten in der Histadruth. Hier liegt unsere Front". Umd eigenartig: Der Mann verstand mich. Ich glaube, daß das Land uns — besonders uns, die Mädchen — erfaßt und uns den Weg an diese Front gewiesen hat. Deswegen merkt man von uns so wenig draußen, in der weiten Bewegung. Ja, wir vernachlässigen im gewissen Maße die öffentlichen äußeren Pflichten. Vielleicht sollte man es jetzt auch nidht entschuldigen, jetzt, wo die Bewegung sich so erweitert hat, und wir, die ersten, immer weniger werden. Ein Oharod. II. ß. Gestern war N. bei mir. Sie erzählte mir einiges über ihre Arbeit und über die ihr nachstehenden Ohaweroth. Ich dachte mir, sie ist doch ein begnadeter Mensch, der mach einem eigenen Leben verlangt. Und warum lebt ihr Mann sein Leben in aller Offenheit und sie — im Venborgenen, mit Unterbrechungen, nachdem sie erst die Bedürfnisse des Hauses, seine und des Kindes Bedürfnisse befriedigt hat? Warum ist ihr Leben nur ein schmaler Bach neben dem breiten Hauptstrone seines Leben? Worin zeichnet er sich vor ihr aus? Aber als sie sich damals beide entschlossen haben, ein Familienleben zu führen, da faßten sie gleichsam den Beschluß, daß sein Leben die Hauptsache sein soll. Auch wenn sie viel wertvoller wäre als er, hätten sie das Gleiche beschlossen. Heute sah ich sie. Sie war zugleich in ihrer Arbeit und in Sorge um ihr Kind versunken. Von allem, was es in der Freiheitsbewegung der Frau gibt, ist das Menschlichste der innere Konflikt zwischen der Sorge um Kind, Mann und Haus und dem Verlangen, ein eigenes Leben zu leben. ■_ TelrAwiw. 134

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