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Der junge Jude · 1930-07-01 · Heft 4 (Juli 1930) · page 19

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 4 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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in den Kaden zum Ausdruck Jtoamen. In zwei Bef eraten wurde versucht einen Weg aufzuweisen. Hugo Biosenthal iknüpfte an den Bundesgedanken der Thora an. Bund ist Blind mit Gott und Bund löit den Menschen. Der Bund mit Gott findet seinen Ausdruck im Religionsgesetz* Der Bund mit den Menschen im Sozialismus. Das Judentum strebt einer Synthese vion Keligion und ^Sozialismus entgegen. In den Propheten hat sich diese Synthese vollzogen. In der Sabbathinstitution hat sie ihren ersten speziellen Ausdruck gefunden. Aufgabe eines jüdischen Jugendbundes ist es, auf der Grundlage der Chaluziuth Religion und Sozialismus erneut zur Synthese zu führen. — Rudolf Samuels Referat ging von der Naturwissenschaft aus und suchte die Notwendigkeit eines „Volks-Sozialismus" zu erweisen. Mit diesen beiden Referaten, die eine ernste Ansprache bewirkten, hatte der neue Bund zwar eine neue Richtung, aber noch keinen Weg erhalten. Infolgedessen blieb sein Gefüge noch sehr locker. Man trennte sich, ohne daß man eine offizielle Leitung gewählt hatte, auch ohne dem Bunde einen Namen gegeben zu haben. Der war mit einem male da; beinahe beiläufig ergab sich, daß nicht Agudah oder Histadruth oder Kibuz (Bezeichnungen, die damals den meisten noch fremd waren) gewählt wurde, sondern Brith, womit der vorhandene religiöse Unterton ausgedrückt wurde. Nachdem er sich einen Namen gegeben hatte, trat der Bund mit einem kurzen Aufruf in der „Jüdischen Rundschau" <an die Oeffentlichkeit, die wieder keine Notiz von ihm nahm, wohingegen der Blau-Weiß mit einigen höhnischen Glossen über sein Erscheinen quittierte: Nach und nach meldeten sich aber einzelne Gruppen — zumeist Versprengte des Blau-Weiß, die sich der Brith haolim anschlössen. Ihr erstes Lebensjahr diente vorwiegend der äußeren Organisation. Aber auch ihr Weg zeichnete sich allmählich deutlicher ab. Zweierlei trat dabei klar in Erscheinung. Erstens, daß die nächste Aufgabe eine bewußte Erziehung der Mitglieder des Bundes zum Sozialismus sein müsse. Zweitens, daß Ostjuden in weitem Maße in die Arbeit des Bundes hineinzuziehen sei&n. Dies letzte Ziel erweiterte sich bald <zu der Tendenz einer allweltlichen zionistischen Jugendorganisation. Das war um dieselbe Zeit, als von Polen aus die ersten Schritte zur Gründung des Weltheehaiuz getan wurde. In Wolfenbüttel fand ein Treffen mit Mitgliedern des tschechischen Blau-Weiß statt. Wege zur gemeinsamen Arbeit wurden besprochen. Die Blätter des Techeleth Lawan wurden uns zur Verfügung gestellt. Im Juli 1923 war der erste Bundestag auf dem Ohrberg »bei Hameln. Gegen dreihundert Menschen fanden sich zusammen, außer den Bündesangehörigen Mitglieder des Techeleth Lawan, des Sehomer haaair, sowie eine Reihe Ghaluzim aus verschiedenen Ländern die in Deutschland arbeiteten. Auf dem Ohrberge traten die Absichten des Bundes in entschiedener Klarheit zu Tage. ,JDie Brith haolim ist eineNachwuchsbewegung für «die palästinensische Arbeiterschaft." In diesem Sinne forderte der Bund: „Anschluß an das arbeitende Erez Israel, Erlernung der hebräischen Sprache, ein Dienstjahr für Führer, Haohscharah." Von religiösen Intentionen war wenigzu spüren. Die Gottesdienste am Freitag abend und SabhatH morgen blieben die letzten Aeußerungen religiösen Wollens M deir Bewegung, Umso entschiedener trat die Erziehung zum Sozialismus als allgemein anerkanntes Postulat in den Vordergrund der Arbeit des nächsten Jahres. Allerdings weigerte sich der Bund, sich einer der 12ff

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