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Der junge Jude · 1930-07-01 · Heft 4 (Juli 1930) · page 18

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 4 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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der; Ansieht der Jüngeren, »auf halbem Weg steilem geblieben sind, wer .darf inii *uns reoMen? Wer von Euch, die Ihr heute no-cih nach vorwärts drätogt, weiß, o!b er nicht aoiöh gar bald ibescheiden abseits stehen muß? Es gitbt Dinge, die stäiiker sind als wir, als unsere ehrliche Gesinnung und unser besitiminter Wille. ZUR GESCHICHTE DER BRITH HAOLIM.*) Von Hugo Rosenthal. Als der Blau-Weiß sich mit einer großartigem Gebärde in Prunn sein „Gesetz'' gab, riegelte er sich selbst vom Leben des jüdischen Volkes ab. Die „marschierende Armee" wunde trotz betonter leidenschaftlicher Nüchternheit zum Ritter, der gegen die Windmühlen anrennt. Die jüdische Renaissance ist aber, trotz aller innewohnenden Romantik eine eminent wirkliche Angelegenheit. So wurde das Gesetz von Prünn zur Katastrophe des Blau-Weiß, der geschlossensten und kraftvollsten Bewegung, die das deutsche Judentum hervorgebracht hat. In die wenigen Jahre zwischen Priünn und dem Zusammenbruch des Blau-Weiß fällt die Geschichte der Brith haolim: Entstehung, kurze Blüte und Aufgehen in der ziajhlenmäßig ^kräftigeren Bewegung des JJWB. Die Birith haolim nimmt ihren Ausgang von einem Zentrum der Hachscharah (Wolfenbüttel). Das ist bedeutsam für ihre innere und äußere Entwicklung. An die Stelle der Formel: Jugendbewegung um des jugendlichen Lebens willen tritt sogleich eine entschiedene Forderung: Erziehung zur Chaluziuth. Damit wendet sich der neue Bund eindeutig weg von den bestehenden jüdischen Jugendorganisationen Deutschlands hin zu den großen Bünden des Ostens. Aber er sieht in dieser Forderung noch keine Festlegung auf Programm und Gesetz. Sie erscheint ihm als die selbstverständliche Grundlage neuen jüdischen Lebens. Der Bund faßt den Begriff des Ghaluziuth so weit, daß alles, was bis dahin Inhalt der Jugendbewegung war, in ihm Raum hat: Lebensreform des Einzelnen und der Geseiisidhaft, naturwahres Leiben durch Wandern, Sport und Arbeit als Gegengewicht gegen die Frage von Familie* Stadt und Zivilisation. Diese Grundlage erhielt der Bund, noch ehe er einen Namen hatte, noch ehe er wußte wer seine Führer, wer seine Gefolgschaft sein wfirden. Seine Konstituierung erfolgte in Schlüchtern. Hier; trafen sich einige der Bünde, die an der Entwicklung (des Blau-Weis nicht teilhaben wollten. Dazu Gruppen und Einzelne, die schon seit einiger Zeit seinen Weg mißtrauisch verfolgend, sich ihm nicht au nähern vermocht hatten. Knapp hundert Menschen fanden sich in Schlüchtern ein. Es fehlte diesem Treffen aMes, was den Zusammenkünften und Tagungen der Jugendbünde seinen Zauber verleiht: Schwung, Pathos, Hingerissenheit. Die Jungen und Mädchen sahen sich teilweise zum erstenmale. Die Führer waren voll Unsicherheit der. Richtung, des Weges. Man wollte „jüdischer" werden* als der. Blau-Weiß es war. Manche almten etwas von religiösen Auf gaben.; Fast alle wollten den Sozialismus. Aber es waren nicht nur Stimmungen, die *) Der Verfasser ibesteht auf dem jungiebraucihlicllien,' «über gramiinatisch richtigen i&enraucih des weiblichen Artikels für das :H61^äiß^^-::W^r* „BrÄl'V::<^ >■ '■■ - ' I '••"V1 V: 128

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