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Der junge Jude · 1930-07-01 · Heft 4 (Juli 1930) · page 17

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 4 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Bewegungen. So kam es, daß gar mancher wegging, daß er nicht meto mitarbeiten konnte und in der Erfüllung der nur o>jugend!beweg:lic!hea« Seite sich nicht erschöpfen konnte. Dazu kam. daß man aktive Menschen brauchte, daß man sich, — es ist sicherlich grob ausgedrückt — nicht den Luxus leistetet konnte, Menschen «so vielgestaltig und vielseitig zu erziehen, daß .sie von sich aus sich entscheiden konnten, auoh gegen den Willen und die Absicht des Erziehers, der ja doch ein (bestimmtes Verhältnis zu den Fragen hatte. Bei aller gesuchten -Neutralität konnte man angesichts der geschichtlichen Vorgänge als Neubeobachtender verweilen, forderte Inicht die (jüdische Gegenwart tätige, entschiedene Menschen? Vor Weihnachten 1922 ist nach Frankenberg ein Führerkurs einberufen worden. Hier in dem schönen Ederstädtchen kamen wir aus allen Teilen -Deutschlands zusammen. Diese Tage (bedeuteten den Höhepunkt jener individualistischen Periode, sie waren ausgefüllt mit ernsthaften Gesprächen, es stritten Menschen, deren ehrliche Gesinnung man kannte, die viele Jahre gemeinsamen Wanderns verbanden, die sich alljährlich auf dem Bundestag getroffen, die in Sport- und Singkämpfen um Auszeichnungen sich beworben hatten, die viele Wochen hindurch zusammen gewandert waren. Spontan ist hier nun, von verschiedenen 'Führern und Gauen vorgegracbt, das Bekenntnis zum jüdischen Nationalismus, zum Aufbau in Palästina entstanden. An einem .Spätnachmittag eines Sonntags ist das entscheidende Wort gefallen, ist die »F r a n k e n b e r g e r Forme 1«, in der Diskussion über einen Vortrag von Prof. Fraenkel, Marburg', vom Gau Rheinland eingebracht und nach sehr erbitterten Auseinandersetzungen gegen den Widerstand vieler (»Älteren« angenommen worden. i»Der JJWB hekennt sich zur jüdischen Volksgemeinschaft. Dieses Bekenntnis schließt in sich das Bekenntnis zur jüdischen Geschichte und den Willen *zu einer gemeinsamen jüdischen Zukunft. Als die wichtigsten Aufgaben erachten wir die aktive oder «unterstützende Mitarbeit an der Schaffung eines jüdischen Kulturzentrums in Palästina und die Ar- Ibeit im Galuth im Sinne der jüd. Volksgemeinschaft Wir überlassen es unseren Menschen, ihren Platz da auszufüllen, wo sie glauben, dem (jüdischen Volke am hesten dienen zu können. So fassen wir die Erziehung im Bunde auf, die auf individueller Grundlage erfolgen muß. — Der JJWB »betrachtet den Maasser in erster Linie als ein Erziehungsmittel zu wahrem Gemeinschaftsgeiste.« Mit Franken'berg schließt die erste Periode, diese Periode des Individualismus, ab und es «beginnt die bewußte Erziehung zu einer Gemeinschaft, »zu einem Kollektivismus. Es ist eine Frage der persönlichen Wertung, welches Prinzip man verfolgt. Organisch geworden ist so der JJWB aus dieser ersten 'Stufe heraus, er hat sich entwickelt. Man kann seine spätere Stellung nun ^verstehen, wenn man seine Geschichte kennt und wenn man sie nicht kritisch, wertend, betrachtet, sondern in ihr die Entwicklung sieht. Es ist das gute Recht einer jeden Generation — von dem heutigen JJWB er aus gesehen sind wir leider schon Generation — sich zu erheben über die vorausgehende; es gehört zu kämpferischen Naturen, auf die, die anderer Ansicht sind, herabzusehen, verlangen aber muß man und gerade von jüdischen, jungen Menschen, daß sie versuchen, die Ansicht der anderen kennen zu lernen. Es gibt nur einen Maßstab: die Ehrlichkeit, mit der man an das glaubt, was man tut. Ehrlich waren wir, daß wir, nach 127

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