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Der junge Jude · 1930-07-01 · Heft 4 (Juli 1930) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 4 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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führten dazu, daß eine beträchtliche ZaM unserer Menschen das Land verließ und somit auch unserer Bewegung in Deutschland einen großen Schaden zufügte. Als im November 1926, als keine Hoffnung auf lAlijah bestand, Chaluzim des Bundes daran gingen, in der Umgebung von Hameln den Kibuz Oheruth zu gründen, ahnten sie sicher nicht, daß ihre im Frühjahr 1929 beginnende Alijah eine neue Periode in der Geschichte der deutschen Alijoth einleiten werde. Wias hier in üiwath Brenner geschaffen wurde, davon habe ich schon gesprochen. Für uns ist es schwer, darüber zu urteilen. Wir sind ungeduldig und können nicht warten. Aber jeder Mensch, der uns besucht, ist von den großen Fortschritten dieser jungen Wirtschaft überrascht. Doch was in kultureller und gesellschaftlicher Beziehung geschaffen ist, können wir schon besser erkennen. Seit den ersten Tagen des Kibuz Oheruth in der Plugah hat der Kibuz Hameuchad in der Erkenntnis der Wichtigkeit der „Sprachenfrage" Kräfte bereitgestellt, die uns dahin gebracht haben, daß eine große Zahl unserer Menschen die Sprache vollkommen beherrscht und es ihnen somit gelungen ist, in die wichtigsten Probleme des arbeitenden Jisohuw einzudringen, eine Tatsache, die bisher im Lande in so kurzer Zeit noch nicht vorhanden war. Die Dinge des Bundes sind Dinge der Plugah. Das gab uns die Möglichkeit, zu jeder Zeit in der Angelegenheit des Bundes frei und offen zu sprechen. Die Plugah ist für den Bund ein wichtiger Faktor geworden. Aber wir haben uns nicht nur damit begnügt, von hier aus die Verbindung aufrecht zu erhalten, sondern wir sahen uns auch genötigt, in die Dinge des Bundes einzugreifen. Die Psychose des deutschen Zionismus nach den Unruhen im August vorigen Jahre hatte ihre Wirkung auch auf unseren Bund. Gewisse Kreise des Bundes begannen daran zu zweifeln, daß grundlegende Forderungen der Arbeiterschaft auch weiterhin anzuerkennen seien. Ich will über diese Erscheinung, die sich in Formnlierung, wie „Provozierung der Araber durch Massenali jah", „Chauvioismus deä Kibuseh Awodah" und anderen äußerte, nicht weiter sprechen. Es muß uns nur klar sein, 'daß der deutsche Zionismus in seinem Intellektualismus und seiner Wurzellosigkeit in allen seinen Teilen leicht bereit ist, in schweren Zeiten wichtige Teile der Ideologie preiszugeben. Wir konnten nicht schweigen, als der Glaube an den Zionismus und an die jüdische Arbeiterschaft untergraben wurde. Der kommende Bundestag will klar und deutlich die Verbundenheit des J. J. W. B. mit dem Kibuz Hameuchad zum Ausdruck bringen. Wir können das nur begrüßen, weil damit ohne Zweifel dem Bund eine neue Stoßkraft gegeben wird. Seit Jahren ist der Bund tatsächlich mit dem Kibuz verbunden. Der Kibuz hat die Ohawerim des Bundes nicht nur aufgenommen, sondern ihm auch das Vertrauen und 'die Sicherheit gegeben, dem ganzem Bunde zu sagen, daß wir eine große Zukunft haben, daß es auch in diesen schweren Tagen in uns genügend Kräfte gibt, den innersten Sinn des Bundes im Lande zu verwirklichen. Uriel Bosenblatt. 121

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