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Der junge Jude · 1930-07-01 · Heft 4 (Juli 1930) · page 8

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 4 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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verbleiben. Dadurch, daß der Kibuz offen ist, grundsätzlich jeden aufnimmt, bei fehlenden Arbeitskräften, keine Lohnarbeiter nimmt, wie es heute notgedrungen von vielen kleinen Kwuzoth getan werden muß, sondern in solchen Fällen gegenseitige Hülfe leistet oder neue Menschen aufnimmt, bietet er die beste Gewähr für unser Arbeiter- Sein. Und dadurch verringert er schließlich in großem Maße die Gefahren der Umwelt, die jeden bedrohen. Diese Werte des Kibuz müssen wir in den Bund hineintragen. Die Grundpfeiler des Kibuz: große Alijah, große Siedlungen, offene Gemeinschaften, die Grundlage seiner zionistischen Konzeption müssen auch die Grundpfeiler des Bundes sein. Der Bund geht heute den Weg zum Kibuz, einen Weg der Weite und der Sicherung unserer höchsten Werte. DIE DEUTSCHEN ALIJOTH NACH PALÄSTINA. (Aus dem Referat auf der Palästiina-Pegisehah des J. J. W. B.) Dur uns ist es wichtig zu wissen, daß wir nicht die ersten sind. Unsere neuen Wege, unsere Erkenntnisse sind nur denkbar im Zusammenhang und in der Folge aller Versuche der deutschen Alijah, sich im Lande zu verwurzeln. Wir wissen, daß der deutsche Zionismus weder an der Alijah der Biluim, noch an der zweiten Alijah der Arbeiter einen Anteil hat. Einige Akademiker, einzelne Ikarim, die schon vor dem Kriege im Lande waren, sind nicht als Erscheinung zu werten. Mit dem Ende des Krieges beginnt die deutsche Alijah. Der deutsche Hechaluz wurde in der Form des „Praktäkantenbundes" fast ohne jede Verbindung mit der Chaluzbewegung in anderen Ländern aus dem Blau- Weiß heraus gegründet. Wir müssen uns vergegenwärtigen, in welcher Verfassung sich damals die jüdische Jugendbewegung und vor allen der Blau-Weiß befand. Krieg und Revolution hatten ihren unverkennbaren Einfluß auf das geistige Leben der zionistischen Jugend ausgeübt. In der Erkenntnis der inneren jüdischen Not verband man Zionismus mit dem Willen, in Palästina neue, gerechtere, menschliche Zusammenhänge zu finden. Die erste Tat des Praktikantenbundes war die Schaffung der Siedlung Halbe. Wennschon diese Siedlung niemals den Charakter einer Kwuzah hatte, so wissen wir doch, daß man sich schon hier irgendwie auf diese Lebensform für Palästina vorbereitete. In den Jahren 1920/21 kommen die ersten Blau-Weißen ins Land. Nach kurzer Zeit vereinigen sie sich (nach dem Namen des Menschen, auf dessen Initiative der Praktikantenbund gegründet war, Max Hirsch) zur Kwuzah Zwi und beginnen in Ejn-Granim in einer kleinen Hilfswirtschaft zu arbeiten. Arbeitslosigkeit zwang sie, zeitweilig beim Bau in Tel Awiw tätig zu sein. Etwa 1^ Jahre, nachdem der Gdud Haawodah mit seinem ersten Siediungapunkt in Ain Charod begonnen hatte, geht die Kwuzah Zwi gemeinsam mit dem Kibuz Aleph des Haschomer Hazair in Beth Alpha zur Ansiedlung. Wir sind heute verpflichtet, uns in Erinnerung zu rufen, mit welcher Hingabe diese Menschen alle Forderungen der Chaluziuth zu verwirklichen suchten,, 118

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