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Der junge Jude · 1930-07-01 · Heft 4 (Juli 1930) · page 7

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 4 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Zionismus (bis-heute zu verfolgen ist. Das ist die Freiheit, die wir wollen, Freiheit, wie wir sie auch im. Kibuz erstreben. —- Alles andere «ist unwahr, und Menschen, die von Einengung reden, sie können in Wahrheit sei es, aus welchen Gründen immer, diesen Weg nicht gehen. Wir aber fällen unsere Entscheidungen aus innerer und äußerer Notwendigkeit! Von Bedeutung ist nur, daß unsere grundlegendem Werte 'hei jeder neuen Entscheidung erhalten bleiben. — Aus der Geschichte der deutschen Jugendbewegung weiß man, daß sie hohe Ideale hatte, daß sie aber in dem Moment scheiterte, wo sie diese Ideale entweder zu Abstrakta machen, wollte, oder kleine nebensächliche Stücke wie Lebensreform herausriß, um sie im Leben zu verwirklichen. Unsere Ideale sind die höchsten; wir haben sie aber niemals abstrahiert oder uns an Nebensächliches gehalten, sondern haben immer und immer wieder versucht, den Grundgehalt unserer Idee im Leben zu verwirklichen. Mit allen Mitteln, mit dem Fanatismus der Tat versuchen wir es. Entscheidend ist unsere zionistische Konzeption. Der JJWB. hat die konsequenteste, die kühnste Konzeption des Zionismus für sich genommen und sich damit die Weite des Weges gesichert. Und so wie jede neue Entscheidung des Bundes vom neutralen Wanderbund bis zur Chaluziuth eine weitere konsequente Fortführung dieser Konzeption war, so ist auch heute die Entscheidung zum Kibuz, zur großen offenen kommunistischen Gemeinschaft nur die konsequente Fortführung dieser Entwicklung. Man mag darüber streiten, ob es gut oder schlecht ist, aber es ist eine Tatsache, daß die Entwicklung des Bundes aus einer umfassenden zionistischen Konzeption heraus zur Arbeiterschaft und innerhalb dieser zum Kibuz führt. Wenn der Bund Menschen nach Erez Israel schickt, so schickt er sie als Teil einer gesellschaftlichen Bewegung. Und er will sich die größte Gewähr dafür suchen, daß seine Werte erhalten bleiben, seien es die zionistischen, seien es die sozialistischen. Diese Gewähr sehen wir heute in jeder Hinsicht am stärksten im Kibuz. Nicht nur in der Form seines Lebens, sondern in seiner ganzen Grundauffassung. Ich sage: heute, weil ich in dem Kibuz noch keine Endstation sehe. Für mich ist es der Uebergang zu höheren Formen, bis zur Verwinklichung des Sozialismus. Aber heute ist er die Form für uns, vielleicht werden wir auch keine andere mehr erleben. Wir können nicht darauf vertrauen, daß der Mensch gut ist, oder an seine Moral appellieren oder dergleichen schöne Dinge, sondern wir wollen Sicherungen, und wir sehen sie in dieser ^arbeitenden Gesellschaft, in die wir unsere Menschen hineinführen. Es wurde schon davon gesprochen, daß der Kibuz die größten Möglichkeiten und die beste Gewähr für die Aufnahme der Alijah bietet, da seine Gruppen — wenn man in der Auffassung von Boden und Budget absiebt — unbegrenzt offen sind, wie es weder kleine Kwuzoth, noch selbst der Kibuz Arzi sein können, der sonst in vielen Grundfragen mit der Form des Kibuz Hameuchad einig ist. Der Kibuz bietet gleichzeitig die größte Gewähr für Rückwirkung auf die Bewegung in der Golah, wie sie einem einzelnen niemals möglich ist. Abgesehen von allen gesellschaftlichen und politischen Werten gibt der Kibuz eine gerade für uns eminent wichtige objektive Gewähr dafür, daß wir als Arbeiter in einer arbeitenden Gesellschaft 117

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