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Der junge Jude · 1930-07-01 · Heft 4 (Juli 1930) · page 6

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 4 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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ßheruAh der Beginn der Konzenfcrierung von fast 80 deuteohen Olim sein «werden, die nun hier eine Stätte der Arbeit, der Aimiedlung, hier die Verbindung mit Land, Volk und Sprache gefunden haben.; Bas konnten wir nur erreichen, weil wir in langen Jajhren versuchten, unsere Menschen auf dieses Leben vorzubereiten und weil wir unser Schicksal, fast solange J J. W. Ber im Lande sind, mit dem Kibuz Ejn Charod, jetzt dem Kibuz Hameuchad, verbanden, der immer versuchte, die Inhalte der palästinensischen Arbeiterbewegung am konsequentesten zu verwirklichen. Immer zeigte der Kibuz ein großes Verständnis für die besonderen Schwierigkeiten unseres Emlebens. Mit uns gemeinsam suchte er unseren Menschen gerecht zu werden, bis er uns diese Lebensform in Eechowoth gab. Hier im Kibuz haben unsere Menschen die Verbindung zur Arbeiterschaft gefunden. All das, was ihnen in Deutschland abstrakte Forderung war, wunde hier zur lebendigen Tat. Der große Glaube an die ^Gerechtigkeit des sozialistischen Zionismus, der hier gewonnen wurde, hat seine tiefe Wirkung auf den Bund gehabt. So hat sich in der Geschichte von 7 Jahren die Verbindung von Bund und Kibuz als beste Gewähr für die Fortsetzung und Stärkung unserer Bewegung erwiesen. Wenn (das letzte Jahr uns nun Vieles gebracht! hat, können wir doch nicht vergessen, daß es auch ein Jahr des Todes war. Nachdem wir ein Jahr geschwiegen haben, gedenken wir heute der Namen Alisah Fass, Karl Stein, Josef Namenwirth, Luöie Visser, Isi Bosen bäum. Bei der Arbeit, auf der Wache im Lande, in Haebscharah in Deutschland leidend und sterbend sind sie aus unserem Leben gerissen worden. Ihnen, die mit großer Hingabe unsere Bewegung schufen und in ihr arbeiteten, können wir vielleicht gerecht werden, indem wir das begonnene Werk mit aller Kraft fortsetzen. Alfred v. d. Waldö: J. J. W. B. UND KIBUZ HAMEUCHAD. (Aus einer Diskussionsrede auf der Palästina-Pegischah des J. J. W. B.) leb halte es nicht für sinnvoll, immer wieder über ungenügende Fundierung unserer Menschen zu sprechen. Es wird schließlich immer an Fundierung fehlen, denn letzten Endes ist es doch <die Aufgabe des Bundes, junge werdende Menschen ins Land zu schikken und nicht solche mit abgeklärten Weltanschauungen, die auf alles eine Antwort wissen. 'Das große Glück des Bundes ist es ja, daß er keinen Schulchan-Aruch besitzt, wie ihn die Orthodoxen aller Eichtungen haben, von der Agudah über „linke Oppositionen" bis zu den Kommunisten. Der Bund will im jungen Menschen Grundlagen legen, auf denen er selbst weiterbauen kann. Stets haben wir im Bunde 'die Freiheit der Entwicklung gehütet, aber sie hatte nichts mit der vielgepriesenen „Freiheit der Entscheidung" zu tun, von der immer noch Ghawerin im Bunde reden. Wir wollen uns doch nicht täuschen: Es hat immer im Bunde eine klare* durch nichts zu verwischende Linie gegeben, die auch heute noch da ist. Darin liegt die Größe des Bundes, daß er niemals seine Grundrichtung in ein Prokrustesbett gezwängt hat. Aber eine Entscheidung war nur frei innerhalb der Grenzen jener Grundrichtung, die vom Beginn des Weges zum 116

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