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Der junge Jude · 1930-03-01 · Heft 2 (März 1930) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 2 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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des Lobes voll über die Mädchen-Gruppe, die eine Muster-Wirtschaft geschaffen hatte. Insbesondere stach die Baumschule ins Auge. Im Herzen der Chaweroth lebte die Ueberzeugung, daß sie eine Muster-Wirtschaft schaffen und der arbeitenden Frau im Lande einen Weg bahnen. Nach dem Arbeitstag war ich abends Lehrerin. Lehrstoff gewährte uns die Arbeiter-Literatur im Lande. Arbeit und Lehre vervollständigten so einander: Im Lernen fanden wir das Echo unserer Gefühle während des langen Arbeitstages. Im Winter verkauften wir all unsere Bäumchen und die Bilanz der Wirtschaft schloß mit einem Gewinn ab. Das Ziel war erreicht — eine Wirtschaft, die sich selbst trägt. Ohne die Atmosphäre von Begeisterung und ohne den Glauben an die Zukunft unseres Werkes hätten wir nicht die Kraft gefunden, die vielen Hindernisse zu überwinden; denn auch Boden fehlte der Wirtschaft. Die Wirtschaft besaß nur 25 Dunam Boden des Keren Kajemeth und neben unserer Wirtschaft gab es noch 60 Dunam, die der Keren Kajemeth kaufen sollte. Doch vorläufig waren wir gezwungen, Boden von Arabern zu pachten oder von Landwirten in Eischon Lezion. Die Geschichte des Bodenkaufes für unsere Wirtschaft ist eine lange und seltene in der Geschichte der Arbeiter- Wirtschaften im Lande. Seit der Gründung der Kwuzah im Jahre 1922 verhandelte die PLDC. über den Kauf von Boden. Jedes Jahr stieg der Preis des Bodens. Die Kwuzah schrieb und schrieb wieder und verfaßte Memoranden an den Landwirtschafts-Eat, an den Keren Kajemeth, an die zionistische Leitung. Manchmal schien es, als ob alle unsere Mühe vergeblich war. Mittlerweile waren Jahre vergebenen Wartens vergangen. Die wirtschaftliche Lage des Moschav wurde immer schwerer. Die Meinungsverschiedenheiten und die Streitigkeiten, die daraus entstanden, schadeten auch uns. Manchmal kamen mitten in der Bewässerung die Leute vom Moschav und schlössen uns die Wasserleitung ab. Wir sahen den Hauptzweig unserer Wirtschaft — die Baumschule — in Gefahr. Da schickten wir zwei Chaweroth nach Jerusalem zum Landwirtschafts-Eat und zu der zionistischen Leitung mit der dringenden Forderung, uns ein eigenes Wasser-Eeservoir zu bauen. Diesmal wurde unsere Forderung erfüllt. Man baute uns ein eigenes Wasser-Bassin aus Eisen, transportabel; denn noch war der feste Ort für die Baulichkeiten nicht bestimmt. Dieses Eeservoir füllten wir am Abend und das Wasser genügte uns für drei bis vier Tage. Dadurch wurde unsere Lage leichter. Aber das Grund-Problem, das Problem des Bodens, war noch weit entfernt von einer Lösung und die Verhandlungen wurden von Tag zu Tag ermüdender. Im Laufe der drei Jahre war der Preis des Bodens verdoppelt und der Keren Hakajemeth war mit dem hohen Preis nicht einverstanden. Da schlugen wir vor, man möge die Preis- Differenz von unserem Baubudget abrechnen. Unter vielen Mühen und langen Verhandlungen wurde der Boden gekauft. Sehnsüchtig warteten wir auf den Sommer, um unseren neuen Boden zu pflügen, um die Baumschule und den Gemüsegarten zu vergrößern; auch beabsichtigten wir, einen Orangen- und einen Weingarten anzulegen und eine gewisse Fläche für Grünfutter für den Stall und die Hühner zu bestimmen. Mit dem Kauf des Bodens 66

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