Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 2 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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die Nachwuchs!)ewegung der palästinensischen Arbeiterschaft sei. Ein weiterer, von mehreren Bundestagen des J. J. W. B. angenommener Beschluß geht dahin, daß die Zugehörigkeit zur kommunistischen Partei Deutschlands (K. P. D.) mit der Zugehörigkeit zum J. J. W. B. nicht vereinbar ist. Positiv sind die Mitglieder des J. J. W. B. verpflichtet, der zionistischen Weltorganisation durch den Kauf des Schekels anzugehören und die Aufbaufonds, den Keren Kajemeth, den Keren Hajessod und den Palästina-Arbeiterfonds zu unterstützen. Mit diesen wenigen Grundsätzen sind die für den J. J. W. B. geltenden „Kechtsnormen" ausgedrückt; und es ist gut, daß es so ist. Denn die Lebendigkeit des Bundes beruht gerade darauf, daß er seinen Mitgliedern ihre Anschauungen nicht vorschreibt. Dieser Zustand hat aber eine schwere Gefahr für den J. J. W. B. entstehen lassen, der die ganze Aufmerksamkeit des Bundes zuge« wendet werden muß. Es hat sich innerhalb des Bundes eine zahlenmäßig keineswegs starke, aber geistig regsame und politisch aktive Gruppe gebildet, die sich als „linke Opposition" bezeichnet. Die Gruppe steht politisch auf dem Standpunkt der K. P. D., ohne indes deren Kampf gegen den Palästinaaufbau zu billigen. Dem Palästinaaufbau in seiner gegenwärtigen Form steht die „linke Opposition" zwar auch ablehnend gegenüber, ohne aber gegen die Schaffung einer sozialistischen nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina zu sein. Eine Beteiligung am zionistischen Kongreß lehnt die linke Opposition ab, weil sie die Zusammenarbeit mit nicht-proletarischen Elementen am Aufbau Palästinas für untragbar hält. Die Politik der Histadruth wird von der „linken Opposition" abgelehnt und als im Widerspruch zu dem wahren Sozialismus stehend bezeichnet. Insoweit der Zionismus bei seiner Verwirklichung sich auf das vom Völkerbund an England übertragene Mandat stützt, wird dieser Art von Zionismus ein „anderer Zionismus" entgegengehalten, der „jedes Bündnis mit dem englischen Imperialismus" verwirft. Es ist nicht schwer, den unhaltbaren Widerspruch, der den Auffassungen der „linken Opposition" zu gründe liegt, zu zeigen. Es handelt sich aber nicht nur darum, die Unmöglichkeit des Standpunktes dieser Menschen zu beweisen, es kommt darauf an, auch zu erkennen, aus welchen Grundkräften die „linke Opposition" zu ihren Anschauungen gekommen ist. Beginnen wir mit der Aufzeigung des inneren Widerspruches eines Teiles dieser Anschauungen. Die „linke Opposition" (deren Ansichten zum Teil Ansichten der linken Poale-Zion sind) lehnt einen Palästinaaufbau mit Geldern der Fonds, an denen die jüdische Bourgeoisie mitbeteiligt ist, und mit Zustimmung der politisehen Macht von England ab. Das heißt nichts anderes als daß der Palästinaaufbau abgelehnt wird solange, als diese Mächte an ihm teilhaben. Dem wird man entgegenhalten, daß die Ablehnung der Mächte der jüdischen Bourgeoisie und des englischen Imperialismus nicht notwendig dazu führen muß, daß man sich am Palästina-Aufbau überhaupt nicht beteiligt, sondern die Ablehnung kann ja gerade zum Ziele haben, durch einen Kampf diese Mächte in dem Palästina- Aufbau zu schwächen. Hierin wird jeder Sozialist den Genossen der linken Opposition zustimmmen. Wir empfinden es schwer, daß die sozialistische Wiedergeburt des jüdischen Volkes abhängig ist von der Mitarbeit der jüdischen Bourgeoisie und der englischen Kegierung. Wir wissen aber, daß das nationale und soziale Erneuerungsstreben unseres Volkes bestand und auf Palästina gerichtet war, ehe 59