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Der junge Jude · 1930-03-01 · Heft 2 (März 1930) · page 8

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 2 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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nur im gemeinsamen Prinzipien ausdrücken muß, sondern au/ch in einer gleich und gemeinsamen Lebensordnung. Der Unteraehied in den wirtschaiftliehen Möglichkeiten, eines Chawers, der siich gut eingeordnet hat und eines Ghawens, der sich auf den Straßen herumwälzt, vielleicht ohne Arbeit, ohne Brot und Wohnung ist, kann eine seelische und geistige Entfremdung in die Partei hinekiibrinigen, die aaie/h keine Einigkeit in Prinzipien üiberwinden kann. Davor soll sieh die Arbeiterpartei hüten. Denn hier erwächst die Gefahr uns in dem Maße, als die Partei wächst, vergrößert sich die Gefahr. Die Augen der vereinigten Parteien sollen ständig nach der Galuth gerichtet sein, woher wir kamen. Solange noch ein Jude in der Fremde ist, den das Land aufnehmen kann, und der bereit ist, die Gebote des Landes auf sieh zu nehmen, solange hat die jüdische Arbeiterpartei in Erez Israel nicht ihre Aufgabe erfüllt. Übersetzt von Menachem Dormann. M. B e i 1 i U S O U. STUFEN DER VEREINIGUNG. Die beiden Arbeiterparteien Poale Zion und Hapoel hazair wurden zu Beginn der zweiten Alijah gegründet. Eine erhebliche Zahl der palästinensischen Arbeiter hat sich jedoch diesen Parteien nicht angeschlossen. Nicht, weil sie politisch passiv bleiben wollten oder in ihrer gesellschaftlichen Erkenntnis im unklaren waren, sondern weil sie die politische Spaltung der Arbeiterschaft als eine Entwicklung emipfunden haben, die keinesfalls den Bedingungen des Landes entspricht. Auch in bezug auf die Ideologie der beiden Parteien haben diese Kreise manches beanstandet, da sie es für Uebernahme von überlieferten Begriffen und Dogmen hielten. Es ist bemerkenswert, daß zur Zeit der Gründung der ersten Kwuzoth (Dagania, Merchawia, Kineret 1910/11) die beiden Parteien — jede aus andern Gründen — dem Werke des selbständigen koorporativen Aufbaus sehr skeptisch, fast ablehnend gegenüber standen. Durch die Initiative dieser „unparteilichen" Arbeiter wurde im Jahre 1911 zuerst in Galiläa die Organisation der landwirtschaftlichen Arbeiter gegründet. Die Gründer dieser Organisation haben sie keinesfalls als eine Gewerkschaft gedacht; die landwirtschaftliche Organisation „Histadruth Haklaith" sollte alle Bedürfnisse und Aufgaben der Arbeiterschaft erfüllen: die gewerkschaftlichen, kulturellen und politischen. Die Geschichte der Arbeiterschaft von 1911 bis Kriegsende ist durch den Kampf der „Unparteilichen" gegen die Parteien gekennzeichnet. Die Parteien wollten die Befugnisse der Histadruth Haklaith nur auf das Gewerkschaftliche beschränken. Die „Unparteilichen" behaupten, daß im Arbeiterleben überhaupt, und in Palästina insbesondere die politische Tätigkeit und das kulturelle Schaffen, ebenso wie die gewerkschaftlichen Aufgaben, der einheitlichen Arbeiterschaft unterstellt sein sollten. Am Ende des Krieges nach Ankunft der amerikanischen Legionäre, in Erwartung der neuen Alijah und großer Aufbaumöglichkeiten, entstand in der Arbeiterschaft eine Bewegung für den Zusammenschluß der beiden Parteien und der „Unparteilichen" zur Bildung einer „alle Arbeiter und alle Funktionen umfassenden Organisation". Als Ergebnis dieser Bewegung haben sich 80 Prozent der damaligen Arbeiterschaft: alle Unparteilichen und die Poale Zion — in der „Einheit der Arbeit", Achduth-Haawoda, zusammen- 54

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