Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 2 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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von nebensätMidben Berechnungen sein kann, ein sachliches Herantreten an Fragen und Taten. Doch, das ist noch, nicht der gainae mögliche Gewinn, das ist nicht die höchste Forderung, welche die Arbeiterbewegung an den Zusammenschluß stellen kann. Tausende Arbeiter, die im Grunde ihres Geistes und ihrer Seele Zionisten und Sozialisten sind, bleiben außerhalb der Reihen der Partei, d. h. außerhalb des aktiven politischen Lebens. In der Zentrale der Partei kann keine lebendige Arbeit sein, eine Arbeit und kein leeres Gerede, wenn im großen Lager Gleichgültigkeit und Fremdheit herrscht. Und das Lager selbst wird die Gleichgültigkeit und Fremdheit nicht ertragen. Es wird sich etwas suchen, um zum Ausdruck seiner Kraft zu kommen, es wird teilnehmen wollen am politischen Leben im Lande, das ihr Leben bestimmt. Aber diese Ausdrucksfarmen werden anders sein, als der Geist der vereinigten Partei. Neue Menschen werden in einem ununterbrochenem Strom ins Land kommen* jedenfalls ist das unsere Hoffnung. Schwierigkeiten, Hindernisse, Gefahren erwarten diese neuen Einwanderer, und diese Menschen sind größtenteils noch sehr jung und ohne jede politische Erfahrung. Sie haben Intelligenz, doch sind sie nicht immer sicher in ihren Ausdrücken und Begriffen. Diese Jungen und Mädchen müssen wir sammeln und zu einer politischen Kraft kristallisieren, die das Leben des Landes und des Volkes beeinflußt. Das ist „die" Aufgabe der Arbeiterpartei in Erez Israel. Diese Aufgabe wird nicht erfüllt werden durch den Zusammenschluß der Parteien, wenn er in der Vereinigung der Zentralen und der Sekretariate besteht. Jeder Arbeit ter, der Zionist und Sozialist ist und in keiner politischen Partei oder in einem engeren Kreis, der politische Aufgaben erfüllt, organisiert ist, erhebt eine lebendige Anklage gegen die Partei: Warum ist er nicht in unseren Reihen? Was hindert ihn, seine Kraft mit der vereinigten Kraft zu verbinden? Gibt ihm die Partei nicht genug? Ist es ihm zu eng in der Partei? Findet er in ihr keine Befriedigung für seine intellektuellen Bedürfnisse und für sein seelisches Leben? Wo liegt der Fehler, in ihm oder in der Partei? Und worin besteht der Fehler? Wenn die vereinigte Partei sich nicht immer diese Fragen vorlegen wird, Stunde um Stunde und Tag um Tag, dann wird sie ihre Aufgabe nicht erfüllen, die nicht darin besteht, die Arbeit, die bisher getrennt war, zu vereinigen, sondern die die Vereinigung der gesamten jüdischen Arbeiterschaft in Erez Israel verlangt. Es ist fraglos: die politische Partei strebt nach Herrschaft. Die Partei, die nicht nach Herrschaft strebt, ist keine aufrichtige Partei, die an ihren Weg und an ihr Ziel glaubt. Wenn eine bestimmte Losung nicht, entsprechend der Erkenntnis der Parteien zur Verwirklichung gegeben ist, dann darf man sie nicht aufstellen und von einem andern nicht fordern, daß er sie verwirkliche. Wenn die Partei aber glaubt, daß ihre Losung der objektiven Lage der Dinge mach zur Verwirklichung da ist und daß nur der Unglauben oder der sohlechte Wille anderer Kräfte ein Hindernis für die Verwirklichung sind, dann darf die Partei keinesfalls darauf verzichten, ihre Wahrheit im wirklichen Leben ziu beweisen. Und um d;ese Pflicht zu erfüllen, gibt es keine andere Form als die Herrschaft in kleinem oder großem Maße, eine Herrschaft über eine kleine Zelle in unserem Leben oder über das ganze Volk. Was bedeutet das? Daß die Herrschaft ein Mittel ist, uim eine Wahrheit zu verwirklichen, an die man glau<bt, daß sie aber kein Selbstzweck ist. Wenn sich Menschen in einer Partei vereinigen, um 52