Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 2 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3497353-3497367-3497369--516-3498004- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
nicht so wichtig. Die Sache ist klar. Noch während der Zusammenkunft sagte einer, der die Möglichkeit einer Vereinigung anzweifelte, zu unsern Chawerim: Ihr seht die Schiffe die kommen, ich die, die gehen. Denn auch das ist klar und außerhalb jeder Diskussion: Wenn sich in Erez Israel, in den kommenden Jahren die vorhandenen Siedlungen durch jüdische Arbeit stärken und neue Siedlungen auf der Grundlage der Ablehnung jeder Ausbeutung geschaffen werden, dann wird schließlich doch die völlige Vereinigung der Arbeiter in Erez Israel kommen. Die wirkliche Vereinigung wird kommen und keiner wird gegen sie stehen können. * AUFGABEN UND GEFAHREN. Diejenigen, die im Bestand zweier getrennter Parteien innerhalb der palästinensischen Arbeitersdhaft einen Maingel und ein Hindernis auf dem Weg des jüdischen Arbeiters im Lande sahen, mögen ihre Augen nicht vor den Gefahren verschließen, die einer vereinigten Partei erwachsen, besonders in der Zeit der Vereinigung. Diese Gefahren bestehen für jede der sieb vereinigenden Parteien. Trotz dieser Gefahren Eeuigt doch die Tatsache, daß die Arbeiter Erez Israels, die in der Achduit Awodaih und in dem Bapoel hazair organisiert sind, sich beute aus dem Geist der Übereinstimmung und der Liebe für das gemeinsame Wenk und für die gemeinsamen Aufgaben in diesem Werk vereinigen von einer inneren Kraft. Jetzt, nachdem die Schwierigkeiten der Verhandlungen, der Zugeständnisse, hinter ums liegen, jetzt, wo es so weit ist, daß das große Lager der Arbeiter in Erez Israel auch im onganisaitorisclhen Rahmen vereinigt ist, jetzt ist es erlaubt — vielleicht auch die Pflicht —, einige Gefahren zoi nennen, die der neuen Partei erwachsen können, damit man vom ersten Augenblick ihres Bestehens an Sorge trägt, sie zu überwinden. Es gibt Unterschiede zwischen den Parteien, die sich beute vereinigen. Zehn Jahre getrennten Bestehens mußten Zeichen hinterlassen. Auch in den Systemen, zwischen denen anf angs keine Untersdhiede waren, entstanden Verschiedenheiten zufolge der getrennten Erziehung, in besonderen Traditionen und der eigenartigen geistigen Nähe, die in einem organischen Kreis entsteht. Besonders wenn dieser Kreis jahrelang in einem scheinbaren Gegensatz zu einem zweiten Kreise steht,, mußten siöh naturgemäß Schwierigkeiten amfrichten und mußte Fremdheit wachsen. Es gibt Unterschiede in der Auffassung von Erscheinungen, in den Gedankengängen, (bezüglich der Fragen und der Taten. Einer der Gründe, die einer großen Partei eine Ueberlegenheit geben, ist, daß sie dem Einzelnen 'größere Freiheit läßt und ihn von überflüssigen Blanden befreit. Je kleiner eine politische Partei ist, desto mehr schafft die besondere Erziehung und die besondere Tradition einen bestimmten Typus, der den einzelnen unterdrückt. Je größer eine politische Partei ist, desto stärker verliert sie den Charakter einer Sekte und .gilbt -dem Einzelnen die Möglichkeit, wieder seine Gedanken ziu entwickeln, ohne sich übermäßig an den Typ der Partei assimilieren zu müssen, ans Furcht, die Parteitradition zu verletzen und Angelegenheiten seiner Partei so zu berühren, daß die konkur' rierende Partei daraus Nutzen ziehen könnte. Darum ist das Ideal gerade vom Standpunkt der Gedankenfreiheit und der Selbständigkeit der Anschauungen des Einzelnen, die Massenparrtei, die Partei 50