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Der junge Jude · 1930-03-01 · Heft 2 (März 1930) · page 3

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 2 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JUNGE JUDE März-April 1930_3. 3ahrg. Nr. 2_Adar-Nlsan 5690 AUFSTIEG UND NIEDERGANG. Von Ch. N. Brenner* Dies ist ein Abschnitt eines Aufsatzes von Brenner, der nach der Gründung der Histadtruth (Dezember 1920) geschrieben wurde. Der erste Versuch über den gesprochen wird, ist die Vereinigung der palästinensischen „Poale-Zion" und den unparteiischen Arbeitern in der „Achduth-Haawodah" (Ostern 1919), in die der „Hapoel Hazair" nicht eingetreten ist. In Erwartung der 3. Alijah, des neuen Stromes junger Arbeiter, hat man bei uns in den Parteikreisen der Arbeiter des Landes Versuche der Vereinigung gemacht, damit die neue Alijah den Ueberrest der vorangehenden 2. Alijah als einen festen Körper antreffe. Aber dieser Versuch ist nicht gelungen. Dieser Versuch ist nicht gelungen, obwohl keine Differenzen bestehen, denn es ist gar kein Ort für Differenzen da. Es besteht kein Unterschied zwischen den Arbeitern, nicht in den Auffassungen, nicht in der Taktik und nicht in den gegenseitigen Beziehungen. Alle sind sie Zionisten-Sozialisten, ob man den einen so, den zweiten anders nennt, denn alle glauben sie an die Herrschaft der hebräischen Sprache und Kultur im Leben des Volkes, alle Herzen schlagen für die erwachende Menschlichkeit und nicht für die Unterdrücker der Welt; doch überflüssiger Weise finden sie hier, nachdem sie mit Lichtern gesucht hatten irgendwelche Farbenunterschiede und feine Nuancen in der Geistesstellung, aber so dünne, daß sie keinesfalls zur Spaltung genügen. Der Versuch ist nicht gelungen und das in einer Zeit, in der der Uberrest der 2. Alijah vor dem Abgrund steht. Und vielleicht hat das den Ausschlag gegeben, gerade weil sie vor dem Abgrund stehen. Denn die Vereinigung ist ein Akt starker innerer Erhebung, die Frucht einer wirklichen chaluzischen, nationalen, kollektiven Alijah; und wie hätte sie geschaffen werden können, in einer Zeit des Abstiegs, in einer Zeit, da das Arbeiterleben der wenigen übriggebliebenen fast ganz zum Stillstand kam? Aber die Schritte des Versuchs wurden in Stunden der Hoffnung, der Geisteserhebung, angesichts der tausend herandrängenden Chaluzim gemacht, um deren Verbleiben man im Lande betete. Man wird sich nicht wundern, daß die Vereinigung nicht so in die Tat umgesetzt wurde, wie man es sich dachte. Es ist schwer, die anderen Seiten der Frage zu berühren. Nicht nur aus Furcht, nahestehende Menschen zu beschuldigen, sondern darum, weil die Lage so ist, daß jedes Wort, statt zu klären nur noch verwirrt. Ich will nicht über guten und schlechten Willen rechten, über gute und schlechte Absichten. Für die Angelegenheit selbst ist das 49

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