Mannheim
Compact Memory

Der junge Jude · 1929-11-01 · Heft 4-5 (November 1929) · page 48

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 4-5 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3497353-3497361-3497365--400-3497940
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Betrieb zu setzen und die Autonomie des jüdischen Bauens in Jerusalem wieder herzustellen. Arbeifer-Gartenstadtsiedlung. In Haifa iftand eine Zusammenkunft aller für eine Arbeiter-Gartenstadtsiedlung Organisierten und Interessierten staitt, die aufs neue den sofortigen Beginn der Anlage der Siedlung forderte. Die Pläne und die finanziellen Aussichten wurden aufs neue geprüft und es wurde festgestellt, daß begründete Aussicht bestehe, im kommenden Frühjahr mit dem Bau der Siedlung zu beginnen. Die Schaffung . der Siedlung ist nach den Ereignissen besonders dringend geworden, da sehr viele Arbeiterfamilien ihre Wohnungen in den arabischen Häusern verlassen haben und nicht imstande sind, sich neue Wohnungen in den teuren neuen jüdischen Stadtvierteln zu mieten. f: * Der Arbeiter in der Kolonie. Seit dem Beginn einer ernsthaften jüdischen Kolomisationsarbeit in Palästina haben die Versuche der jüdischen Arbeiter nicht aufgehört, unter allen Umständen und unter den schwersten Bedingungen in der Jüdischen Kolonie Fuß zu fassen, die eine Existenzquelle für viele Tausende von Arbeiterfamilien sein könnten. Die Geschichte dieser Versuche ist reich an Siegen und Niederlagen, reich an Opfern und heroischen Taten des Arbeiters. In den letzten Jahren gelang es ibenr und mehr, in die Kolonie als ständiger Arbeiter, als ortsansäßiges und an der Entwicklung deis Ortes interessiertes Element anerkannt zu werden. Noch fehlt der wirtschaftliche Rückhalt dieser Existenz. Denn es ist dem jüdischen Arbeiter nicht möglich, bei dem kärglichen Tagelohn 'von 17 oder auch 20 Piastern (4 Mark) sich zu halten oder gar eine Familie zu gründen. Unsere kolonisatorischen Instanzen verstanden bisher nicht die eminente Bedeutung dieser wirtschaftlichen Position. .. Doch ist heute die Schaffung von Arbeiter-Siedlungen um die Kolonien eine allgemein anerkannte Notwendigkeit, von deren Verwirklichung die weitere Entwicklung abhängen wird. Die Anzahl der in den Kolonien tätigen Arbeiter kann heute auf zirka 7750 geschätzt werden (in dieser Ziffer sind zirka 1000 Frauen von Arbeitern inbegriffen). Am 26. September fand in Tel Aviv eine Tagung der „Vereinigung der nationalen Landwirte" statt, an der Vertreter aus 14 Kolonien teilnahmen, die 698 Kolonisten vertraten. Die Tagung war die erste dieser Vereinigung, die von einem aktiven Willen zur Tat getragen war und an der ein großer Teil der Mitglieder teilnahm. Sie brachte vor allem das Streben zum Ausdruck, der jüdische Jischuw im Lande möge mit jüdischer Arbeit errichtet werden. ★ Die „Vereinigung der LanRiwirte"*) brachte in einer Versammlung der Landwirte in Petach Tikwah den Bericht über ihre Vorstandssitzung zur Kenntnis, die sich mit der Atrbeitslage nach den Ereignissen befaßt hatte. Einstimmig wurden die Beschlüsse des Vorstandes gutgeheißen und nochmals betont, die jüdische Arbeit müsse auf ein Maximum ausgedehnt werden. Der Leitung der Vereinigung und den örtlichen landwirtschaftlichen Räten wurde zur Pflicht gemacht, alle notwendigen praktischen Maßnahmen zur Durchführung dieser Beschlüsse zu ergreifen. ★ In dem Pardeß von Chanoch Slor in Petach Tikwah kehrten nunmehr die arabischen Arbeiter zurück, die schon mehrere Tage vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten ihre Arbeit verlassen hatten. Die jüdischen Arbeiter, die während der ganzen Zeit dort gearbeitet hatten, verließen nunmehr die Arbeit, erbittert darüber, daß man sich ihrer, die sie doch in der Kolonie von ihrer Arbeit leben und sich mit ihr ganz verbinden wollen, in schweren Zeiten nur als Lückenbüßer bedient. *) Diese Vereinigung stand bisher der organisierten jüdischen Arbeit in den Kolonien ablehnend gegenüber. 142

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.