Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 2 (1929-1930)
- Issue
- Heft 4-5 (November 1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- – (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Zusammenschluß des Vereinigten Kibbuz mit dem Gdud Avodah. Am Rosen Haschana fand in Tel losef eine Beratung des Gdud Avodah statt, die einstimmig ihren Zusammenschluß mit dem Vereinigten Kibbuz beschloß. Der Beschluß war das Resultat einer vielstündigen Beratung, an der auch die Leitung des Vereinigten Kibbuz teilnahm. Die Leitung besprach auch die Rückkehr der Abteilung des Gdud Advodah in den Ort ihrer Ansiedlung Ramath Rahel bei Jerusalem. Es wurde beschlossen, von den Kolonisationsinstanzen die bessere Fundierung des Ortes und seine Erweiterung bis auf 120 Familien zu fordern, ebenso den Bau von Steinhäusern an Stelle der verbrannten Baracken. Ebenso wurde die Frage der Arbeitserneuerung in Giwait Hachozvim (dem Marmorsteinbruch bei Kfar Gileadi) besprochen. * Die Vereinigung des Gdud Awodah mit dem Hakibbuz Hameuchad beendigt eine Epoche in der Geschichte der Kibbuzbewegung im Lande. Die Spaltung im Gdud Awodah vor 7 Jahren, die zu der getrenntem Existenz der Gdud Awodah und des Kibbuz Hameuchad geführt hat, war ein schwerer Schlag für die palästinensische Arbeiterbewegung. Nicht alle Folgerungen kamen nach außen zum Vorschein. Vielleicht die bedenklichsten und schlimmsten von ihnen waren die, die von außen nicht gesehen wurden. Für die Kibbuzbewegung war diese Spaltung die schwerste Niederlage ihrer Geschichte. Könnte der Gdud seinerzeit von innen aus die Krise überwinden, — dann hätte er nach verhältnismäßig kurzer Zeit um sich die meisten Kwuzoth des Landes, und die gesamte Ghaluzbewegung vereinigen können. Die Spaltung des Gdud Awodah entfernte viele Kwuzoth von der organisierten Kibbuzbewegung, und verursachte Verwirrung, manchmal sogar innere Kämpfe in die sozialistisch-ziionistische Jugendbewegung der Diaspora. Diese Spaltung hat schließlich auch die getrennte Organisation der Kibbuzbewegung des „Haschomer Hazair" mit verursacht. PALASTINA-ARBEITER-FONDS. Das Komitee des P. A. F. in Deutschland bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: Die tragischen Ereignisse in Palästina haben die enge Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und Erez Israel und der Aufbauarbeit gezeigt. Jedem ist auch die Bedeutung der stärksten und bestorganisierten Kraft im Jischuw, der Histadruth und ihrer vielverzweigten Tätigkeit klar geworden. Die Histadruth steht jetzt im Beginne entscheidender Tätigkeit in Erez Israel: Man sieht einer neuen Massenimmigration entgegen — neue Ansiedlungsmöglichkeiten sind aufgetaucht — energische politische Tätigkeit muß einsetzen. Größere kulturelle Tätigkeit vor allem im Hinblick auf die neue Alijah ist nötig. Die geschaffenen Positionen müssen aufrecht erhalten und ausgebaut werden. Und zu all dem bedarf die Histadruth großer eigener Mittel. Ihr Einfluß auf die allgemeine Lage im Land darf nicht schwinden. Die Histadruth wendet sich deshalb an die Freunde des arbeitenden Palästina mit dem Ruf, diese Arbeiten durch eine sofortige verstärkte P.A. F.-Arbeit zu unterstützen. Dem Ruf der Histadruth folgend, sind die Vertreter der Poale Zion, Hapoel Hazair, Hechaluz, JJWB und Liga für .das arbeitende Palästina dahin übereingekommen, die Aktion für den P. A. F. in Deutschland in der Zeit vom 1. Dezember bis 31. Januar durchzuführen. An alle Freunde des arbeitenden Palästina ergeht der dringende Ruf, sich in den Dienst dieser Aktion zu stellen und zu ihrem Erfolge beizutragen. Das Komitee für den Palästina-Arbeiter-Fonds Deutschlands. 145