Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 2 (1929-1930)
- Issue
- Heft 4-5 (November 1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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schichte der letzten Monate und zeigte in praktischen Vorschlägen äueh, wie er sich die zukünftige Arbeit denkt. Bei dieser Gelegenheit wies er auf die Wichtigkeit hin, die für uns die Realisierung der Eehud der Arbeiterparteien in Deutschland hat, wenngleich wir uns den Schwierigkeiten dieser Parteien nicht verschließen. Wir sind aber nicht nur aus idealistschen Motiven an 'dieser Vereinigung interessiert, sondern wir müssen sie als lebensnotwendig für unsere Existenz fordern, weil wir die Anlehnung an eine möglichst starke, mit uns sympathisierende gesellschaftliche Gruppe, die gleichzeitig •die Forderungen der palästinensischen Arbeiterschaft stützt, brauchen. Aus diesen und anderen allgemein-politischen Erwägungen Viirden wir es befürworten, daß diese zionistischen Arbeiterparteien nach vollzogener Vereinigung als zionistische Linke in «die, in irgendwelcher Form umgewandelte ZVFD. eintreten, um dort endlich einmal das Gewicht der Linken, die in Deutschland bei den Kongreßwahlen ein Drittel aller abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen konnte, richtig auszuwerten. Die Generaldebatte beschäftigte sich dann vor allem mit einer bestimmten Einzelfrage, die ebenfalls von Moscheh Brachmann angeschnitten worden war. Es handelt sich dabei um den vorgeschlagenen Anschluß des Bundes an die II. Jugendinternationale. Diesie Frage ist aber vorläufig noch so von rechts und links umkämpf t, daß ihre Lösung einstweilen vorschoben werden mußte. Für den Bund, dessen Entwicklung auf einer immer stärker werdende Politisierung hindrängt, muß in absehbarer Zeit 'diese Frage erledigt werden. Darum hat man, da die Gegenseite sich mit Recht darauf berufen konnte, daß sowohl in dieser, wie auch in der Frage der Echud die Bundesleitung es versäumt hatte, die öffentliche Meinung des Bundes durch ausgiebige Diskussionen auf eine so wichtige Entscheidung vorzubereiten, beschlossen, binnen sechs Wochen einen Bundeschoser über diese Probleme herauszubringen und im Verlauf von drei Monaten durch eine Beferendum beide Fragen abstimmen zu lassen. Ferner wurden, nachdem die vom Bundesrat vorgeschlagene neue Bundesleitung, bestehend aus Moscheh Brachmann, Heini Sohupler, Kudi Nobel und Ernst Bloch ebenso wie der neue Bundesrat von Plenum bestätigt worden war, noch eine Reihe von Vorschlägen für die zukünftige Arbeit, darunter auch die Resolutionen der Erziehungskommission (Waadath Hachinuch) über die Reform der Erziehungsarbeit des Bundes, von denen früher bereits die Rede war, en bloc angenommen. Auch bei uns hat der Bundestag noch ein wenig den Charakter einer Explosion, eines Ereignisses behalten, daß die Geister aufregt und auffrischt. Man schöpft wieder Mut durch das Zusammensein — und es ist nur schade, daß Ferien und große Fahrt vielfach daran Schuld sind, daß diese neuen Energien nicht sofort in die Tat umgesetzt werden. Ernst Bloch. 138