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Der junge Jude · 1929-11-01 · Heft 4-5 (November 1929) · page 42

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Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 4-5 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
– (sequence 42)
Language
German
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Konstatierung vermeiden soll, daß der .Bund sie wieder durch ein» Jähr hindurch mit sich schleppt und dadurch an Seele und Jjßihx Schaden nimmt. : .; * : Der Bundestag fand vom 4. — 6. August auf der Jugendburg1 Oberweser bei Hameln statt. Es waren ungefähr 500 Chawerim "anwesend, meistens neue Gesichter: Der Bund hat sich in den letzten Jahren fast vollständig verjüngt, man sieht heute nur noch wenige' alte Bekannte aus den Zeiten des Brith Haolim und des damaligen J. J. W. B. Viele sind heute in Erez, aus Eechowoth erreichte uns ein Gruß unserer palästinensischen Ghewrah. Es gibt Skeptiker, diä sagen, ein Bundestag gleiche dem andern, das Schlafen, das Früh-; aufstehen, das ITmherwandeln und die endlosen Gespräche mit alten Bekannten, das Abkochen, die Völkerball-Spiele . . . immer dasJ selbe. Aber erstens ist es doch immer wieder ein bißchen anders und dann, vor allem, unsere Bundestagsfeier gibt es nur einmal. Dieses Mal brauchen wir nicht durch die Nacht zu einer romantischen Höhle zu wallfahrten, sondern vor dem größeren der beiden Häuser der Jugendherberge, die oben auf der Anhöhe zwischen weitausgedehnten Wäldern liegt, befand sich der Festplatz. Eine große Wiese,? auf der ein riesiger Mast aufgepflanzt war, an dem die Wimpel —: fa&t nur rote — sämtlicher Agudoth im Winde flatterten. An dem Gelingen der Feier ist vor allem der Berliner Chor (die berühmten „Dindan-Kosaken") unter der Leitung von Schapiro beteiligt. Da-; neben gab es Sprech- und Bewegungschöre, alles nur hebräisch* Ghawer Zwi vom Ohel trug ein packendes hebräisches Gedicht vor, dann sprach Hermann Gradnauer die Rede am Feuer. Der Best ist Horra . . . Auch am nächsten Abend huschten geheimnisvolle Lichter durch die Gegend, der Kibbuz hielt einen sehr schönen Neschef im Walde ab und auf der großen Bundestagswiese tanzte man stundenlang mit Fackeln, erst weniger, dann immer mehr. Die Stimmung war überhaupt sehr gut, zwar gab es keine Ueberraschung, wie jene Freudeniliorra im vorigen Jahr, als die Nachricht von den bewillig? ten Zertifikaten kam,-aber dafür weiß man heute, daß die Zeit des stop-immigration vorläufig vorbei ist. Tagsüber gab es verschiedene Arbeitsgemeinschaften, die dies: mal so gelegt waren, daß jeder Ghawer, wenn er wollte, an jeder A. G. teilnehmen konnte. Zur Eröffnung, gleichzeitig auch des Bun^ destages, sprach am Nachmittag des 4. — nach ein paar hebräischen Begrüßungsworten von Moscheh Brachmann — Ghawer Benarie vom Weltbechaluz über die augenblickliche Lage Palästinas, dessen Worte noch von Ben Ascher, einem zweiten Palästinenser, unterstrichen wurden. Dann folgte das Beferat von Genossen Klaus Zwei- Mug, Bedakteur des sächsischen Volksblattes. Man stellt am besten seine Ausführungen neben die von Dr. Steinberg am nächsten Tage,* Beide versuchten ihr spezielles Thema, die Lage der sozialistischen Bewegung, bezw. die soziale Lage der Juden in einen möglichst großen Rahmen hineinzustellen, gewissermaßen in Kontinenten zu den1 kern. Daß dies Dr. Steinberg in jeder Beziehung besser geglückt ist, hat seinen Grund vor allem wohl darin, daß es ihm gleich gelang, ded lachten Ton zu finden, und daß er vorsorglich die Hauptthesen seines Referates hatte abziehen lassen, sodaß jeder ziemlich leicht iah gen konnte, Genosse Zweiling brauchte erst eine gewisse Zeit, bis er aus den mehr tagespolitischen Fragen zu den Br^lemen fand,« die 136

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