Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 2 (1929-1930)
- Issue
- Heft 4-5 (November 1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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danken —, nachdem das Z i e 1 des Bundes einmal eindeutig festger stellt und anerkannt worden ist, in den Dienst dieses Zieles gestellt und in der Folge vereinheitlicht und systematisiert werden, m könnte sich die Tarbuth-Arbeit zur Zeit der praktischen Haehscharaih auf wenige aktuelle Details beschränken, da sowoEl die Hebraisierung, wie auch die Tendenzerziehumg auf einer früheren Stufe der Bundeserziehung zum Abschluß gekommen sein würde. Mari sieht, wie die scheinbar zeitlosen pädagogischen Fragen ebenso wie die Forderung der propagandistischen Erweiterung an augenblickliche Nöte des Bundes anknüpfen können. Es kommt hinzu, daß die Mittlerenschaft, die heute einzig und allein, trotz aller Zukunftsmusik, für die Führung in Frage kommt, nur durch eine Systematisierung und Standardisierung unserer Erziehungsarbeit, bei der ihr ein großer Teil Gedankenarbeit in der Erfindung und Führung von Heimabenden u. s. w. abgenommen wird, in die Lage versetzt wird, mit Erfolg zu führen. Wir beschränken uns, wie schon gesagt, auf eine Gegenüberstellung dieser beiden Hauptströmungen, die, weil sie nicht nur für den Verlauf des Bundestages, sondern auch für die zukünftige Arbeit von Bedeutung sind, kurz charakterisiert werden mußten. Es soll jetzt, obwohl jeder das sicher bereits für sich festgestellt hat, noch eine Bemerkung über das Verhältnis der beiden Ideologien zu einander gemacht werden. Es bestehen Widersprüche, z. B. kann es dem Propagandisten lieb sein, wenn bestimmte Forderungen und Ziele des Bundes (etwa sein Sozialismus) nicht allzu klar und eindeutig formuliert und Trennungsstriche gezogen werden, während der anderen Seite gerade diese Fragen des letzten Zieles die allerwesentlichsten sein müssen, auf deren Behandlung und Entscheidung der allergrößte Wert zu legen ist. Der Bundestag war sieher der beste, den wir in den letzten Jahren gehabt haben, besonders in geistiger Beziehung. Das Niveau der Arbeitsgemeinschaften und auch der Generaldebatte am letzten Tage war ein sehr hohes, wir werden darauf noch eingehen, aber im großen und ganzen war es ein Mißverständnis, eine Verquickung nicht durchaus zu einander passender Gedankengänge. Denn diese Arbeitsgemeinschaften, an denen meist der größte Teil des Bundes teilnahm, waren einfach Beferate mit einigen angehängten, kurzen Anfragen. Diese Keferale werden bestimmt, falls sie einmal als Broschüre des Bundestages herauskommen sollten, in weitesten Kreisen mit dem größten Interesse gelesen werden; nur haben sie auf dem Bundestag keinerlei Tiefenwirkung gehabt. Man hätte kleine Gruppen von 30—40 Chawerim bilden und mit ihnen einen ähnlichen Stoff durchsprechen sollen, das hätte tausend Mal mehr Wert gehabt. Wie wenig verständnisvoll andererseits die Chawerim der Bundesleitung im Grunde genommen den Fragen der Erziehung gegenüberstanden, obwohl eine überraschend starke pädagogische Stimmung in allen Kreisen des Bundes vorhanden ist, beweist am besten die Tatsache, daß, abgesehen von der Generaldebatte am letzten Tage, einfach keine Zeit blieb, diese Fragen vor dem ganzen Bunde zu diskutieren, sondern zu diesem Zweck sich zunächst halboffiziell eine Erziehungskommission in irgend einem Winkel zusammensetzen mußte, deren ^Resolutionen dann in Bausch und Bogen vom Plenum angenommen wurden und deren Tätigkeit ein Wechsel auf die Zukunft bleibt. Das sind eben TTnausgegliehenheiten, deren 135