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Der junge Jude · 1929-11-01 · Heft 4-5 (November 1929) · page 37

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Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 4-5 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
– (sequence 37)
Language
German
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deutschen Jugend, aber doch in bewußter Abgrenzung zu ihr — in besonderen Gruppen zusammen, und suchten auf der „Fahrt*6' in der freien Natur Leben jüdischer Jugend neu zu formen. Voh vornherein war eine stark jüdische Note in diesem Leben; und e& mag vielleicht von entscheidender Bedeutung gewesen sein, daß die* neuen Ideen des Judentums und des Sozialismus in der von Martin Buber geformten Ausdrucksweise übernommen wurden. Freilich waren in den verstreuten Bünden — in München und Bamberg» Frankfurt und Fulda, Bremen und Hannover, Chemnitz und anderswo— nicht von vornherein die gleichen Gedanken in der gleichen Form wirksam. Aber das gleiche Lebensgefühl erfüllte alle, und auf dem ersten Bundestag in Freudenberg (1920) gründeten sie dett Jung-Jüdischen Wanderbund. Der Bund blieb zunächst neutral und arbeitete innerhalb de» Verbandes der Jugendvereine. Doch grenzte er sich von der Ver- Imndstätigkeit immer mehr ab, legte auch den Begriff der „Neutralität" weiter aus. Im übrigen aber waren die neuen Ideen zuerst mehr unklar gefühlt, als klar begriffen. Auf dem Bundestag in Breitenbach (1921) lehnte der Bund eine Festlegung auf zionistische Ide- Ölogie ab, und die Zionisten traten aus dem Bund aus. Sie gingen teils zum Blau weiß, gründeten teils die „Jungjüdische Schar", nahmen ihre sozialistischen Tendenzen mit, wurden die sozialistische Opposition im Blauweiß, die nach dessen Bundestag in Prunn (1922) aus dem Blauweiß austrat und den „Brith H a o 1 i m" begründete. Sie hatte die Entwicklung des Gesamtbunde& schneller durchgemacht. Im Bunde selbst, der seine Beziehungen zum Verband der jüdischen Jugend vereine -bald löste, bekämpfen sieh noch sozialistische, zionistische, orthodoxjüdische und allgemeine Wandervogeltendenzen. Auf dem Bundestag in Gössenheim (1922) kam es noch zu keiner Klärung. Aber kurz darnach, auf der Frankenberger Führertagung, wurde das — eigentlich noch heute gültige — Frankenberger Programm angenommen, dasbei noch etwas vorsichtiger Formulierung die spätere Kichtung dea Bundes festlegte. Auf dem Bundestag in Dörnberg (1923), dem wichtigsten und entscheidensten, den der Bund gehabt hat, wurde dieses Programm gebilligt, es erfolgte eine Beinigung des Bundes durch Austritte von kommunistischen und Wandervogelgruppen, und der Zionismus war als Grundlage des Bundes festgelegt Von diesem Bundestag an, datiert auch die Chaluz-Bewegung des Bundes, die später einen großen Aufschwung nahm und dazu führte, daß in den letzten Jahren weitaus die Mehrheit aller deutschen Chaluzim vom J. J. W. B. gestellt wurden. Nach Dörberg war der Zionismus nicht mehr ernsthaft umstritten, aber der Sozialismus mußte noch erkämpft werden. Dies geschah durch die Auseinandersetzung mit dem Blauweiß. In dieser kurzen Darstellung, die im wesentlichen die ideologische Entwicklung des Bundes aufzeigen will, ist es nicht möglich und auch nicht erforderlich, die Einzelheiten des sehr lebhaften Kampfes wiederzugeben. Die Klärung wurde auf dem Bundestag in Büdingen (1924), der den Einfluß des Blauweiß auf den Bund ausschaltete, vorbereitet. Die Entscheidung fiel aber erst auf dem Führertag in Gotha im Winter 1924, in der der Bund seinen Anschluß an den sozialistischen Brith-Hanoar beschloß. Die Folge davon war die Wiedervereinigung mit dem ebenfalls dem Brith-Hanoar angehören- 151

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