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Der junge Jude · 1929-11-01 · Heft 4-5 (November 1929) · page 28

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Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 4-5 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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hang. Dieser Standpunkt ist nicht nur tatsächlich falsch, ei* ist ättcii theoretisch falsch. Es ist nicht wahr, daß der „Bund" in Polen wirklich national-polnisch abgegrenzt ist, er ist vielmehr verbunden mit dem amerikanischen Proletariat. Wenn Geld kommt aus Amerika, oder sonstige Hilfe, so ist es nicht nur eine rechnerische Sache, — es ist Verbundenheit. Seitdem die Auswanderung in den letzten Jahren notwendig wurde, hat auch der „Bund" ein Büro schaffen müssen, daß die Emigration in die Hand nehmen sollte. Dadurch allein schon wird der Zusammenhang geschaffen. Auch theoretisch ist der bundistische Standpunkt falsch. Der „Bund" hat sich durch diesen Standpunkt zu einem Hasser des Zionismus entwickelt. Er ist ein scharfer Gegner des Poale-Zionismus. Wäre er nur deshalb Gegner, weil der Poale-Zionismus in Koalition steht mit der Bourgeoisie, So wäre das ein begreiflicher Standpunkt. Aber nicht nur das allein bekämpft er, sondern er ist überhaupt Gegner, weil er sagt, unsere Aufgabe ist es, nur zu kämpfen in dem Lande, wo wir leben, Diese Linie des „Bund" können wir nicht mitmachen. Aber auch die Linie des klassischen Poale-Zionismus, der das arbeitende Palästina als das einzige Zentrum der jüdischen Bewegung aufstellt, können wir nicht mitmachen. (Der Poale-Zionismus in Theorie und Praxis hat nie diesen Standpunkt „nur Palästina" vertreten. Red. J. J.) Diese Linie betrachtet das jüdische Volk nur als Kräftereservoir für den Aufbau in Palästina. Es wird diese Aufgabe als historische Aufgabe des jüdischen Volkes dargestellt. Wir kennen alle eine große Zahl von sozialistischen Zionisten, die nicht dieser Meinung sind, welche glauben, überall müsse für den jüdischen Sozialismus gekämpft werden. Und wenn die Ideologie des „Bund" ihn zum Haß des Zionismus führt, so liegt das auch im Zionismus des Poale-Zionismus, der ein Land in den Vordergrund schiebt, während er alle andern Aufgaben nur zum Diener 'dieser einen Aufgabe macht, so daß er seine Anhänger in den Galuthländern verlieren muß. Die zionistisch-sozialistische Arbeiter-Bewegung darf nicht bedeuten, daß man die Aufgaben in der Gallith vernachlässigt. Denn die jüdischen Massen wenden doch nicht alle in Palästina ihre Erlösung in der nächsten Zeit finden. Es muß im jüdischen Sozialismus eine solche Eülle der Lebensenergie bestehen, daß diese Energie genüge zur Erfüllung und Vereinheitlichung aller Aufgaben. Und wenn wir heute eine Chaluzbewegung sehen, die in solch hohem Maßstab die Energie für die Aufgaben in Palästiua aufbringt, so kann ich nicht umhin, zu wünschen; es muß auch Chaluziuth geschaffen werden für die Galuth. Landwirtschaftliche Kolonisierung auf sozialistischer Basis muß nicht nur für Palästina allein gelten, sondern diese Idee muß hineingeschleudert werden in die jüdischen Massen aller anderen Länder. Es muß auch eine Hachscharah geschaffen werden, für die Arbeit in der Galuth. Alle diese Pläne müssen in einer großen Synthese zusammengefaßt werden. Ebenso wie es falsch ist, das jüdische Proletariat aus dem jüdischen Volke herauszuheben, ebenso falsch ist es, daß palästinische Judentum herauszuheben. In Palästina hat der jüdische Sozialismus die Hoffnung, auf konstruktivem Wege allein vorzugehen. In den andern Ländern ist eine solche Hoffnung nicht vorhanden. Hier geht diese konstruktive Linie parallel mit der Linie dejr sozialistischen Revolution. Aber diese Aufgaben bestehen und wenn es wahr ist, daß es ein jüdisch-werktätiges Volk gibt, so muß ein gS- 122

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