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Der junge Jude · 1929-11-01 · Heft 4-5 (November 1929) · page 14

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Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 4-5 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Lotion nickt wenig Fälle vorgekommen Histadruths die Atr^ i^tef orderungen der Kolonien nicht zu befriedigen vermochte. Das Tempo der Aufbautätigkeit in Palästina wird durch die Ei> regung und das Erwachen des zionistischen Bewußtseins in der jü- Iiisehen Welt verstärkt und befruchtet. Wichtig sind nicht nur die gesainmelten Hilfs- und Aufbaufonds, die nebenbei bemerkt in drei Wochen soviel Geld eingebracht halben, wie der Keren Hajessod im Verlauf eines halben Jahres; viel wichtiger ist, daß sich infolge der Ereignisse mehr und mehr klärende Bewußtsein, daß unser ganzes Werk in Palästina, solange es sich nicht wesentlich vergrößert, ungeheuren Gefahren ausgesetzt ist. Der Druck der internationalen öffentlichen Meinung, die von dem Zionismus die Einlösung seiner Ansiedlungsverspreehungen ungeduldig fordert, trägt seinerseits dazu bei, die zionistische Bewegung aufzurütteln und ihr die tragische TJnbedeutenheit ihrer bisherigen Arbeit klarzumachen. Es gibt heute kaum einen verantwortlichen zionistischen Eührer, der die Verdoppelung und Verdreifachung des Jischuws nicht als eine Lebensnotwendigkeit ansieht. * Die Verantwortung dieser Stunde liegt auf uns. Auf den Kreis, der für die Vermehrung jüdischer Menschen im Lande, für die Alijah verantwortlich ist. Es sind wirtschaftliche Vorbedingungen für die Alijah geschaffen, sie sind im Steigen begriffen. Wir sind durch * das Geschehene überrascht und überrumpelt und sehen möglichen Niederlagen entgegen. Die Berichte von Palästina erzählen, daß unter den 30Q0 Arbeitern der Kegierung sich nur 68 Juden befinden. Der Haifaer Hafenbau beschäftigt unter seinen 600 Arbeitern die lächerlich traurige Zahl von 3 Juden, Sicher trägt die Kegierung die Schuld daran, daß der jüdische Arbeiter aus ihren Betrieben verdrängt wurde, aber sind wir denn ganz sicher, daß, wenn sich die Haltung der Regierung geändert hätte, die notwendigen und passenden Kibbuzim, wirklich zur richtigen Zeit zur Verfügung gestellt werden konnten? Nach sorgfältiger Prüfung hat die zionistische Exekutive für das nächste Halbjahr 7400 Zertifikate angefordert. Sind wir wirklich zu diesem Tempo der Alijah bereit? Sehen wir die breite Grundlage eines ständgen Nachwuchses für die Anforderungen der neuen Zeit um uns? Es ist ein gefährlicher Irrtum, wenn man denkt, daß die Beschleunigung übertrieben sei. Palästina wartet nicht auf uns. Jetzt weniger als irgendwann. Jeder Arbeitsplatz, der nicht durch uns besetzt wird, wird von einem arabischen Einwanderer ergriffen. Manches kann endgültig verloren gehen. Es besteht eine Gefahr, daß die große zionistische Anstrengung, die für den neuen Aufschwung Palästinas angewandt wurde, für die tatsächliche zionistische Verwirk- Mchung — Vermehrung jüdischer Arbeit — verloren gehen wird. Der Zionismus hat viele Niederlagen erlitten. Sein Leistungsmangel hat in den verschiedenen Zeiten verschiedene Formen angenommen. Einmal waren es politische Schwächen, das andere Mal finanzielle Unzulänglichkeiten, die sich in den Weg stellten. Aber am schwersten wird für den Zionismus eine Krise sein, die aus einer, wenn, auch nur zeitweiligen mangelnden Alij ah stammen wird. Man könnte sich einen schlimmeren moralischen Schlag nicht vorstellen, t..;'":.- . * . 108

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