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Der junge Jude · 1929-11-01 · Heft 4-5 (November 1929) · page 12

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Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 4-5 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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entbehren. Er ladet uns nicht ein. Es gilt ihn zu „erobern". Die Stärke der jüdischen Arbeit in den Kolonien, in der Regierungs- Wirtschaft, in der Bautätigkeit hängt von der Stärke und Größe der vorhandenen Arbeitfordernden Juden im Lande ab. Die Alijäh erzeugt die Arbeit. Die palästinensische Wirtschaft ist im ständigen Wachsen begriffen und spontan auf die billige Arbeit der transjortlanischen, ägyptischen und syrischen Einwanderers angewiesen. Eine ungenügende jüdische Einwanderung heißt praktisch eine Einwanderung der Nichtjuden. Eine jüdische Einwanderung, die sich nur mit -den „sicheren" Arbeitsmöglichkeiten begnügt und die potenziellen Möglichkeiten «der „Eroberung" der Arbeit (d. h. die ausschlaggebensten Bereiche der palästinensischen Wirtschaft Kolonie, Staatsarbeit etc.) außer Acht läßt, ist eine ungenügende, die Aufgaben des Aufbaus verfehlende Alijah. Darum rief die Ar- Ibeiterschaft auch dann zur Alijah, als vielen Zionisten (auch sozialistischen Zionisten) außer halb Palästinas die Forderung nicht genug „wirtschaftlich" begründet schien. Allerdings bis zu der letzten Zeitspanne war die Aufnahmemöglichkeit des Landes stärker beschränkt, als die Alijahbereitsehaft der jüdischen Jugend. Die Diskrepanz zwischen dem relativ größeren Alijahwilien und der begrenzten Aufnahmemöglichkeit des Landes war der schmerzlichste Widerspruch und darum auch das wichtigste Problem des Zionismus. Um diesen Widerspruch zu lösen ist unter anderem auch die Agency geschaffen. Historisch gesehen ist die Erweiterung der Agency eine allseitige Verstärkung des Palästinawerkes. Sie bezeugt die großen zionistischen Mächte, die in dem assimilierten Judentum schlummern. Für den Zionismus, der eine Bewegung des assimilierten und europäischen Judentums ist, der in diesem Judentum seine lebendige Kraftquelle hat, ist die Agency-Umorganisierung nichts EndT gültiges: Es ist nur eine der ersten Stufen. Die Mitarbeit der neuen Kreise (kapitalistischen, wie auch sozialistischen) wird sich in der ersten Zeit ihres Zionistwerdens lediglich in finanzieller und politischer Mitarbeit auswirken. Es wird eine gewisse Zeit vorübergehen müssen, bis diese Erweiterung sich auch in der Vergrößerung der äut Alijah drängenden und alijahbereiten Kreise auswirken wird. Die Erweiterung der zionistischen Aufnahmemöglichkeiten des Landes ist in diesen Jahren auch in anderer konkreter Weise zum Vorschein gekommen. Die jüdische Plantagenwirtschaft hat große und stetige Profite gezeitigt. Der Umfang der Zytrusneupflanzungen steigt von Jahr zu Jahr. Nachdem das Pflanzungsjahr 1928/29 ein bisher nie erreichtes Maximum neuer Anpflanzungen erzielte, — wird es in diesem Jahr um 100 Prozent übertroffen. Die letzten zwei Jahre sind auch durch den Aufschwung der Industrie bezeichnend. Nach langen und oft unfruchtbaren Mühen gelang es ihr auf einem breiteren und sicheren Weg zu kommen. Die junge Industrie hat sich in wichtigen Teilen des inneren Marktes behauptet, und wichtige Absatzmöglichkeiten in den benachbarten orientalischen Ländern gewonnen. Trotz des für den Orient hohen Lohnes der jüdischem Arbeiter fängt sie an sichere Profite abzuwerfen. Der Aufschwung der jüdischen Wirtschaft hat dem internationalen Kapital den Weg geebnet und sein Tempo beschleunigt. Wir stehen im Lande bereits nach dem ersten ernsten Eingreifen diases Kapitals (Haifa, Jerusalem). Dieser Faktor der palästinensischem 106

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